Alltag, Familienrollen, Nachgefragt

Enby: “Ich habe mich nie als „Frau/Mädchen“ gefühlt.”

Du erziehst Deine Kinder frei von Geschlechterstereotypen: Wie kann man sich das vorstellen?

Ich erziehe meine Kinder nicht frei von Stereotypen, ich glaube das geht nicht wirklich. Ich gebe mir aber Mühe, es möglichst wenig zu tun.

 

Es fängt ja oft schon im Elterleib an, dass mit dem Bauch der schwangeren Person unterschiedlich gesprochen wird, wenn bekannt ist welches Genital das Kind vermutlich hat. Sowohl die Stimmlage als auch der Inhalt des Gesagten unterscheiden sich. Das Verhalten des Kindes im Bauch wird unterschiedlich interpretiert. Das Kind mit Penis, das tritt, wird bestimmt mal „ein richtiger Fußballer“. Das Kind mit Vulva das tritt, wird „eine kleine Zicke“.

 

Wir versuchen mit allen drei Kindern gleich zu reden, ihnen die gleichen Spielzeuge zur Verfügung zur stellen, die gleiche Kleidung anzuziehen, bzw. ihnen zur Verfügung zur stellen. Das war es auch schon. Klingt einfach, ist aber sehr schwer.

 

Das eigene Verhalten beständig zu reflektieren gehört dazu. Sich zum Beispiel zu frage,n ob ich das Kind ermahne, vorsichtiger zu sein, weil ihm „weiblich“ zugewiesen wurde oder ob etwas wirklich gefährlich ist – Kinder, die als Mädchen einsortiert wurden, werden nämlich viel häufiger zu Vorsicht ermahnt. Das resultiert am Ende dann in erwachsenen Männern, die ein deutlich risikoreicheres Verhalten an den Tag legen als Frauen – zum guten wie zum schlechten. Solche Sachen versuchen wir zu vermeiden.

Ausführlich habe ich darüber mal mit Frieda von 2kindchaos gesprochen.

Seiten: 1 2 3 4 5 6 7

Vorhergehender Beitrag Nächster Beitrag

Vielleicht magst Du auch folgende Beiträge?