Als ich “Wunderlich fährt nach Norden” Weihnachten in den Händen hielt, hatte ich schon ein bisschen den Verdacht, dass es mir gefallen könnte. Bereits das erste Buch von Marion Brasch “Ab jetzt ist Ruhe”, autobiografisch geprägt und mit tollen Personen wie Katharina Thalbach bevölkert, mochte ich sehr.

Bücherstapel

Nun also dieser Roman.: Die Hauptfigur Wunderlich ist ein frisch verlassener Mann der vor Durchschnittlichkeit (zumindest in Berlin)  und Antriebslosigkeit nur so strotzt. Dann bekommt er eine Nachricht, dass er eine Reise machen muss, wenn sich in seinem Leben etwas ändern soll. Wer zu ihm spricht, das erfährt er nicht. Nur dass die Person nahezu gespenstisch viel über ihn weiß, scheint klar.

Wie der kleine Prinz trifft Wunderlich dabei Menschen, die ihm etwas mitgeben. Kleine und große Weisheiten. Das Schmerz wichtig ist, um sich zu erinnern, zum Beispiel. Oder dass man auch gemeinsam still sein kann. Und dass es nicht immer wirklich wichtig ist, was real ist und was nicht.

Das driftet bisweilen etwas ins Absurde ab, wird aber – und hier ist die Kunst –  an keiner Stelle didaktisch und zu Ende kommt die Erkenntnis, die viele Bücher einem mitgeben wollen, aber wenige schaffen: Der Moment ist jetzt. Genau jetzt.

Mochte ich. Von der ersten bis zur letzten Seite. Und auch wenn die Liebe zum ersten Buch größer bleibt, ist es eines dieser Bücher, die ich gelesen haben sollte. Wer will kann hier gerne man einfügen.

Es ist: Ein schönes Märchen.
Es kostet: Wenig Zeit, da es immer wieder möglich ist ein- und auszusteigen.
Es dauert: Genau die richtige Länge.
Es hat mich fasziniert: Wie gut die Geschichte trägt.
Empfehlung: Für Hastige, die darüber nachdenken anders zu werden.

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