Dortmund ist mir nahezu fremd: Aber ich hatte schon immer den Verdacht, dass ich da einmal hin muss. Nach dem mir Juli (bloggt auf Doppelkinder) und Kerstin (bloggt auf Kerstin und das Chaos) ihre Stadt näher gebracht haben, bin ich mir sicher: Ich muss nach Dortmund. 

 

Eine vierköpfige Familie ist für 24 Stunden in Dortmund: Welche touristischen
Stationen müssen sein?

 

Kerstin: Die Dortmunder Innenstadt ist generell kompakt und nicht sehr weitläufig, das
kommt Familien sicher entgegen, denn die wenigen markanten Punkte, kann man gut zu
Fuß ablaufen.Dortmund ist aber auch eine Fußballstadt. Also lohnt sich auf jeden Fall das Stadion mit Borusseum. Durch den Signal Iduna Park kann man auch eine Kinderführung buchen. Das Borusseum liegt gleich vor den Stadiontoren und macht vor allem fußballbegeisterten Kindern Spaß. Und noch viel wichtiger: Einen Biergarten gibt es dort auch.
In der Innenstadt direkt gegenüber dem Hauptbahnhof liegt seit einigen Jahren auch das
deutsche Fußballmuseum, in das ich es zu meiner Schande bis heute nicht geschafft habe.
Aber auch da, soll es den Gerüchten zur Folge, extra Angebote für Kinder geben.

Juli: Wenn man in Dortmund mobil ist, empfehle ich das Gelände des ehemaligen
Hochofenwerks Phoenix-West, das heute ein toller Landschaftspark mit Denkmälern der
Industriekultur ist. Auch die Kokerei Hansa im Stadtteil Huckarde ist einen Besuch wert.
Eindrucksvoll erobert sich dort die Natur ihren Raum zurück, und bei Regen kann man in der
alten Waschkaule prima Laufrad fahren.

 

Kaffee und Kuchen, oder Nudeln für die ganze Familie: Welche kulinarischen
Highlights in der Dortmund kannst Du empfehlen?

Kerstin: Wenn man sich in der Innenstadt aufhält und nicht gerade Heimspiel ist, sollte man
zum Alten Markt gehen. Da findet man für jeden Hunger etwas passendes und die Kinder
können über den Platz düsen. Bei Wenkers am Markt gibt es nicht nur lecker Pilsken,
sondern auch regionale Spezialitäten. Mag man grinsen, aber so ein klassischer Salzkuchen
(Brötchenkringel mit Salz und Kümel oben druff) mit Mett ist eben Dortmund.

 

Juli: Das Café Oma Rosa in der Chemnitzer Straße nahe der Innenstadt ist hübsch
eingerichtet, bietet hausgemachte Speisen und Kuchen an und verfügt über ein stattliches
Spielzeug-Arsenal, da man hier insbesonder auf Mütter und Kinder eingestellt ist. Wir treiben
uns außerdem gerne im Klubhaus 1249 in der Berswordt-Halle im Zentrum herum. In der
Halle, die an das Rathaus angegliedert ist, können Kinder problem herumlaufen, es gibt
leckere Burger und Salate und eine ganze Reihe an Hochstühlen für die Zwerge.

 

Welches Museum würdest du in Dortmund mit Kindern empfehlen?

Kerstin: Einen ganzen Tag kann man bei miesem Wetter locker in der DASA Dortmund
verbringen. Das macht Kindern richtig viel Spaß ab dem Kindergartenalter und auch für
größere Schulkinder. DASA bedeutet eigentlich Deutsche Arbeitsschutzausstellung, aber es
geht weit über die alten Webstühle der vorindustriellen Zeit hinaus. Man kann eine alte
Straßenbahn oder eine Feuerwehrleitstelle ansehen, sieht alte Lohren oder einen
hochmodernen Industrieroboter. Draußen gibt es eine Kinderbaustelle mit Kränen und allem,
was dazu gehört zum Spielen und Toben. Zusätzlich immer noch wechselnde
Ausstellungen.

Juli: Der Westfalenpark an sich ist ja schon ein tolles Ausflugsziel. Darin finden Familien das
Kindermuseum “mondo mio”. Neben einer Dauerausstellung zur kulturellen Vielfalt gibt es
dort immer wieder verschiedene Veranstaltungen für die ganze Familie. Außerdem vereint
das Dortmunder U verschiedene Dortmunder Museen, die auch ein pädagogisches
Angebot haben. Wenn nichts Besonderes anliegt, kann man dort aber auch hervorragend
Rolltreppe und Aufzug fahren. Zudem bietet die Dachterrasse einen imposanten ausblick
über die Stadt.

Shoppen als Familie: Wo lohnt sich ein Besuch?

Kerstin: Ich finde Shoppen mit Familie nicht so spannend und mache es höchst selten. Aber
netterweise liegt in Dortmund im Prinzip alles am Westenhellweg von den üblichen großen
Geschäften bis zum Shoppingcenter. Rings um die Kleppingstraße gibt es auch einige
hochpreisige Kindermodengeschäfte. Ich persönlich finde einfach praktisch, dass alles
Fußgängerzone ist und der alte Markt mit den ganzen Cafés jederzeit in Laufweite kurzer
Stummelbeine.

 

Juli: Da schließe ich mich Kerstin an. Wer in netten, kleinen Kiezgeschäften stöbern möchte,
ist im Kreuzviertel besser versorgt. Dort reihen sich kleine Läden und Cafés aneinander. Die
Altbauten geben den letzten Schliff für eine schöne Atmosphäre.

Pst, und nun: Wie kinderfreundlich ist Dortmund wirklich?

Kerstin: Vermutlich nicht kinderfreundlicher oder unfreundlicher als viele andere Großstädte
in Deutschland. Wenn man die richtigen Ecken kennt und sich bei Heimspielen nicht gerade
an den Friedensplatz stellt, passt das. Dortmund hat ja den Luxus, dass man kaum aus der
Innenstadt raus schon direkt ins Landleben kippen kann. Der Pott ist verdammt grün.

Juli: Wir lieben unser Leben hier und wenn man die richtigen Plätze kennt, hat Dortmund für
Familien eine Menge zu bieten.

 

Vielen lieben Dank. Seit Kurzem kann man Juli und Kerstin bei Kommakaffee auch mit ihrem Podcast hören.