Blond, und immer blonder werden die Haare vom frühen Vogerl. Aber auch: Lang und immer länger. Während die eine Freundin die Haare ihrer Tochter mit Spangen verziert, schneidet die andere mit einer Schere einfach mal grad rum und schwupps hat ihr Kind einen Pagenkopf. Bei Mädchen ein bisschen leichter.

Ich gebe zu, vor ein paar Monaten habe ich das auch gemacht, meinem Sohn eine neue Frisur verpasst. In der Badewanne: auf der einen Seite der Vater und die Quietscheente. Auf der anderen Seite: ich und die Nagelschere. Das Ergebnis war etwas punkig. Und schon ok, für ein Wiederholung oder gar eine Umschulung meinerseits reichte es allerdings nicht. 
Deshalb wollten wir vergangene Woche zum Friseur und ich war etwas aufgeregt. Hatte ich doch im Vorfeld gesagt, wie unglaublich toll ich es fände, wenn das denn funktionieren würde. Und das ich das mit den langen Haaren jetzt eher nicht so cool fände. Zu laut habe ich es allerdings auch nicht gesagt, wer weiß denn vorher schon, ob so etwas klappt.
Unser Ausflug ging zum “Spieglein, Spieglein” in den Prenzlauer Berg. Von einer Suchmaschine empfohlen, entpuppte sich der Laden als herrlich unspektakulär. Eine blonde Dame, die den Laden alleine zu betreiben scheint, wartet schon auf uns. Es ist kein reiner Kinderfriseur, die Spezialistin dafür ist schon nicht mehr hier. Aber dennoch: Kinder kommen häufiger. Eine kleine Kinderecke ist mitten im Friseursalon. Bunte niedliche Ohrringe kann man kaufen. Und dann geht es auch schon los.

Das frühe Vogerl, das auf der Hinfahrt gerade seinen Mittagsschlaf beendet hatte, kuschelt noch etwas müde auf mir. Kuscheln rechte Seite: linker Schlurf wird geschnitten. Kuscheln linke Seite: rechter Schlurf wurde geschnitten. Drei getrocknete Erdbeeren, unsere eigene Wegzehrung später, und acht Euro leichter sind wir fertig. Machen wir wieder. Wir können uns Zeit lassen, die wachsen langsam sagt sie. Ich glaub ihr. 

Und wie macht Ihr das so, mit den Haaren Eurer Kinder: Selber ran, oder Hilfe von außen?