Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Renate von Mamis-Blog ist eine davon.

Wie lange hast Du gestillt?

Meine große Tochter habe ich etwas über zwei Jahre gestillt, die Kleine ist jetzt fast fünf Monate und wird noch voll gestillt.

Wie hat Dein Umfeld reagiert?

Es gab unterschiedliche Reaktionen, vor allem je älter sie wurde. Die Familie hat es glücklicherweise toleriert und sich nicht dazu geäußert, weder positiv noch negativ. Von manchen waren mir die Reaktionen egal, bei anderem haben sie mich schwer zum Nachdenken angeregt, vor allem die Kritik vom Kinderarzt hat mir schwer zu schaffen gemacht. Andere Mütter, vor allem bei Twitter, die ähnlich wie ich denken, dass Bedürfnisbefriedigung das Beste für das Kind ist, haben mich sehr bestärkt, was mir gut getan hat. Rückblickend betrachtet war es so wie es war genau richtig und bei der Kleinen würde ich mich niemals mehr von jemandem verunsichern lassen, egal wie lange sie das Stillen noch braucht.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Ich habe meine Tochter entscheiden lassen, wie lange sie das Stillen noch braucht. Als sie mit einem Jahr sehr krank war und nichts außer Muttermilch zu sich nahm, war ich froh, dass ich noch stille. Mit 1,5 Jahren wollte sie dann nur noch zum Einschlafen mittags und abends gestillt werden, aber mehr nuckeln als wirklich trinken.

Als ich wieder schwanger war, war sie sehr irritiert, dass nun wieder Milch kommt und hat beim Einschlafnuckeln lautstark protestiert. Ich habe dann auf Empfehlung einer Stillberaterin mit ihr geredet, dass sie das Nuckeln nicht mehr braucht zum Einschlafen, weil sie schon groß ist. Ich habe ihr erklärt, dass ich trotzdem beim Einschlafen bei ihr bin, sie in meinem Arm einschlafen kann und ich ihr trotzdem die Nähe gebe, die sie braucht. Von diesem Tag an hat sie das Stillen nicht mehr gebraucht und nie wieder danach verlangt. Es wäre aber auch ok für mich gewesen, wenn sie das Stillen weiter oder wieder gebraucht hätte – auch Tandemstillen wäre für mich ok gewesen. Bei der Kleinen möchte ich das wieder genauso machen und ihr die Entscheidung überlassen.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Mir gefällt die Nähe zum Baby beim Stillen. Jetzt bei der Kleinen genieße ich besonders die Ruhe, die wir dann wenigstens in den paar Minuten beim Stillen haben. Die Große setzt sich dann neben mich mit einem Buch, kuschelt sich an mich und wir alle genießen dann die kleine Auszeit, die uns das Stillen im sonst doch eher trubeligen Alltag, den zwei Kinder so mit sich bringen. Durch das Stillen festigen wir meiner Meinung nach die Bindung zwischen uns, die durch nichts anderes ersetzt werden kann.

Ich finde es eine enorme Erleichterung, die Nahrung immer in der richtigen Temperatur, richtigen Menge und ohne großen Aufwand dabei zu haben. Ich finde es schön, dass ich den Kindern durch das Stillen nicht nur die Nahrung, sondern auch Nähe, Trost und Sicherheit mitgebe, die so wichtig für sie ist, um gewappnet zu sein für alles, was noch auf sie zukommt.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Gar nichts – es war und ist gut so, wie es ist. Bevor die Große geboren wurde, hatte ich keine Ahnung, wie lange ich stillen werde. Die anderen Mamas im Geburtsvorbereitungskurs sagten, dass es eklig ist, ein Kleinkind, das schon laufen kann, zu stillen. Das Gefühl hatte ich nicht. Ich habe nichts vermisst und selbst der Papa der Beiden ist der Meinung, dass Stillen das Beste für uns ist, obwohl es dadurch ganz klar so ist, dass nur ich ihnen Nahrung geben kann.

Wenn es mit Brei losgeht, kann er aber dann auch füttern, wenn er möchte. Außerdem gibt es zwischen den Stillmahlzeiten noch ausreichend Zeit, in der er sie auf dem Arm halten, tragen und mit ihnen spielen kann. Je älter sie werden, umso mehr. Die Große hat jedoch einmal in der Woche, während ich arbeiten war, Muttermilch aus der Flasche bekommen von der Tagesmutter. Dafür wollte sie abends Dauerstillen, um sich die verpasste Nähe zu holen. So haben wir das vom Tag dann nachgeholt und genossen.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.