Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Esther, ohne Blog, ist eine davon. 

Wie lange hast Du gestillt?

Ich bin Mutter von vier Kindern. Ich habe „einzeln gestillt“, schwanger gestillt, tandemgestillt.
Jedes Kind hat sich selbst „abgestillt“, die Zeitpunkte waren sehr unterschiedlich. Die kürzeste Stilldauer betrug, gute 2 Jahre, die längste gute 4 Jahre. Was mich betrifft: Ich habe ungefähr 10 Jahre meines Lebens gestillt.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Ich bin nicht damit hausieren gegangen und habe das Stillen sehr diskret gehandhabt. Insbesondere jenseits des ersten Lebensjahres, haben wir überwiegend zu Hause oder im intimen Umfeld gestillt.
Ich wollte das Stillen ganz bewusst keinen schrägen Blicken oder miesen Kommentaren aussetzen, dazu war es mir zu schade.

Nur ein einziges Mal habe ich mir gegenüber eine abfällige Bemerkung gehört, und das ausgerechnet bei einem stillenden Kind, das noch nicht mal ein Jahr alt war.
Ansonsten hat mein Umfeld freundlich reagiert. Ich komme aus einer sehr stillfreundlichen Familie und bin selber Tochter einer langzeitstillenden Mutter.
Ich bin nicht missionierend oder dogmatisch unterwegs. Insofern habe ich meinem Umfeld sicher auch keinen Anlass zu Feindseligkeiten geboten.

Sicherlich strahle ich eine gewisse Sicherheit in dem, was ich tue, aus, so dass unser Umgang mit dem Stillen durchaus respektiert worden ist.
Erleichternd kommt hinzu, dass ich Ärztin bin und jedem Zweifler mit gutem Fachwissen kontern kann 😉

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Da es immer vom Kind ausging, nicht sehr schwer. Eine gewisse Wehmut war jedes Mal dabei, wenn ich gemerkt habe, dass es nun langsam zu Ende geht. Das war beim letzten Kind am deutlichsten für mich spürbar. Aber insgesamt war das immer ein sanfter Übergang, der irgendwie stimmig war.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Die Innigkeit.
Die Ruhe.
Die Entspannung, Behaglichkeit und den Genuss beim Kind wahrzunehmen.
Die Selbstverständlichkeit.
Die „Allzeitverfügbarkeit“.
Die perfekte Art, Trost spenden zu können.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Die Brüste als erogene Zone.
Schlafen ohne BH während der Anfangszeiten, wenn man noch so viel ausläuft.
Sonst eigentlich nichts.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.