An manchen Tagen ist mir zu viel Plüsch in meiner Facebook-Timeline, und ich will nicht jeden Brief lesen, den eine Mutter an ihr Kind schreibt. Ich finde es übertrieben, wenn Mütter immer wieder beteuern, wie gerne sie stillen und die Wichtigkeit einer glücklichen Kindheit angepriesen wird.

An manchen Tagen will ich das nicht ständig lesen, weil ich es für selbstverständlich halte. An manchen Tagen nehme ich auch meine Umwelt so wahr.

Heute ist keiner dieser Tage. Im Wartezimmer des Arztes schaukelt ein Kind. Der Vater sagt, wenn es nicht sofort sanfter schaukelt, fängt es eine. Die dazugehörige Mutter lamentiert laut, dass es auch wirklich jeder hört, dass die Tochter bitte heute Nacht ja nicht wieder ins Bett machen soll. Wie gestern. Am Rande sitzt ein Mädchen und spielt mit einem Handy: Sie ist eins.

Im Supermarkt schreit eine Frau, dass sie ihre drei Kinder nie wieder mit in den Supermarkt nehmen wird, wenn sie nicht sofort still sind und zerrt hektisch an ihnen.

Mag sein, dass die Leute sonst ganz anders sind und und nur an manchen Tagen so drauf sind. Das wäre schön. Diese Begegnungen machen mir aber deutlich, dass eine Timeline wohl nie genug Plüsch haben kann, wenn es so viele potenzielle Leser da draußen gibt.

Nach wie vor werde ich nicht jedes liebe Wort lesen, das sich im Internet findet, aber ich hoffe ganz stark, dass manche Leute zur richtigen Zeit darauf stoßen.

Und vor allem hoffe ich, dass Blogs wie Geborgen Wachsen und Von guten Eltern, die sich über das normale Maß hinaus mit Themen wie einem liebevollen Miteinander beschäftigen, weiter wachsen.

Nicht an manchen Tagen. Sondern an jedem. Der Bedarf ist da, durch eine plüschige Timeline darf man das nicht vergessen.