Der erste Post sollte von etwas leicht Verdaulichem handeln. Einem Buch, mit dem “man” in kurzer Zeit schnell in andere Welten segeln konnte. Dieser “man” der nicht leicht gesegelt ist war ich. Mit dem Lesen von “Die stille Frau”wollte ich an einer meiner Lieblings-Leichte-Kosten anknüpfen: Frauen-Klischee-Krimi mit Psychosprengeln und überraschendem Ende.

Dass das Ende nicht überraschend wird, wird schnell klar.
Es geht um Jodi, die stille Frau, und Tedd, den Mann, der ein bisschen zu laut ist.
Er kann nicht aufhören fremdzugehen, und sie kann zum einen nicht aufhören zu verzeihen, und zum anderen sich damit zu analysieren. Diese Analyse führt sie zum Umkehrschluss, dass Todd sterben muss.
Bereit der Klappentext verrät das. Über nahezu 400 Seiten wird erläutert warum. Und auch ein bisschen wie.

Es ist: Nicht ganz so mühsam, wie es klingt.
Es dauert: Relativ lange sich in die Geschichte reinzufuchsen. Fesselnd ist es. Nicht.
Es hat mich fasziniert: Dennoch. Weil die Personenbeschreibungen wahnsinnig durchdacht sind, und die Geschichte sehr stringent erzählt wird. Der Exkurs über die Psychoanalyse zeigt, dass nichts dem Zufall überlassen wird.
Empfehlung: Kurzgeschichten dieser Art hätte ich gerne gelesen. Ruhe und Routine muss “man” bei dieser Lektüre gut aushalten können. Sonst segelt das Buch vor dem Leser.

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