In meiner alten Heimat Friedrichshain gibt es einen neuen Streetfood-Market. Sonntagnachmittag mit dem Kind vor dem Bauch zwischen den einzelnen Food Trucks durch flanieren, gut essen und dabei ein paar schöne Menschen anschauen: Das klingt gut.

Vor den Hallen ist noch ein bisschen Sommer spürbar. Alles ist bunt, fröhlich, relativ unaufdringlich und es mutet sehr international an. Die zwei Hallen sind voll. Voll mit Menschen, aber auch mit Trucks voller vielfältigem Essen. Fische, die vor Ort geräuchert werden, veganes Essen mit klingenden Namen wie “Glücksteller”, Schweizer Raclette und auch das österreichische Lokal aus dem Kiez ist vertreten. Auf den ersten Blick scheint es ganz günstig, bis ich – ich kann hier wirklich nur für mich sprechen – merke, dass mich mein gutes 5-Euro-Grillgericht nur eine viertel Stunde satt macht. 
Fast genau so international wie das Essen ist auch das Publikum. Und es bewahrheitet sich – wie schon beim Feiern an einem Samstagabend -dass man gewisse Orte an manchen Tagen meiden sollte.
Dass das hippe und moderne Berlin hier ein bisschen mieft, merkt man spätestens beim Flohmarkt vor dem Streetfood-Market. Die Sachen, die dort verkauft werden, kaufen vor allem die, die nicht bleiben wollen. Und manch Angebot vor dem RAW Gelände ist nicht unbedingt familientauglich.
Es ist: Kulinarisch sicher interessant.
Es dauert: Zu lange für ein Baby in der Trage. Der trostlose Raum, wo schon einige Kinder rumsitzen, macht es nicht unbedingt besser.
Es hat mich fasziniert: Dass sich in Friedrichshain einiges wenig verändert, und manche Orte wirken wie 2005 in trashig.
Empfehlung: Auf jeden Fall, um denjenigen zu zeigen, von denen es schon ganz viele gibt, den Touristen, von denen jeder ja auch irgendwann Besuch kriegt.

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