Instagram ist voller toller Menschen. Manche sind auch Mütter. Melissa ist eine davon. Im Interview erzählt sie, warum ihre Tochter so gut über Wurstsorten Bescheid weiß, und was sie sich für die Medienerziehung ihrer Kinder vorgenommen hat. 

Magst Du Dich bitte kurz vorstellen. Hallo, mein Name ist Melissa, ich bin 26 Jahre alt und habe zwei bezaubernde Kinder (Maya zweieinhalb Jahre alt) und Aaron (acht Monate alt). Ich bin eine gelernte Bäckerei-Fachverkäuferin und lebe mit den Kids und meinem Mann in der wundervollen Hauptstadt Berlin. 

Melissa mit ihren Kindern

Welche Hobbys hattest Du vor Deiner Schwangerschaft, welche sind mit einem Kind geblieben, welche sogar mit beiden?Ich habe vor der Schwangerschaft viel Gitarre gespielt und gesungen, fotografiert oder einfach mal Filme geschaut. Mit einem Kind blieben fast alle Hobbys, auch wenn Maya etwas Angst vor der Gitarre hatte. Allerdings hat sich seid dem zweiten Kind viel mehr verändert. Fotografieren (hauptsächlich meine Kids) ist geblieben, und auch die Filmzeit, der wir allerdings nur nachgehen, wenn die Kinder am Abend schlafen.
Auf Instagram entsteht der Eindruck, dass Du immer noch viel Zeit für Filme hast: Für welche Filme schaufelst Du Dir wann Zeit frei?
Eigentlich habe ich keine Zeit für Filme, nur wenn die Kinder im Bett sind und wir einen kleinen Feierabend genießen können. Am liebsten sehen mein Mann und ich Actionfilme oder spannende Serien, die einen auch etwas herausfordern wie Lost oder Sherlock Holmes (britische Verfilmung). Wir suchen uns die Filme aus, wie unser Tag war, war der Tag begleitet mit viel Geheule, dann muss eine Komödie her. Oder war der Tag eintönig und langweilig, dann schauen wir etwas Spannendes oder etwas zum Mitdenken. Dokumentationsfilme sind bei mir immer gern gesehen. Vom Zeitraum wann wir Filme sehen hat sich nichts bei uns geändert, seit wir Kinder haben, da ich früher bis Abends gearbeitet habe.

Du schaust gerne Filme, machst schöne Bilder. Was hast Du Dir für die Medienerziehung Deiner Kinder vorgenommen? 
Ich bin damals in Amerika aufgewachsen und habe eine andere Medienerziehung gehabt, als ich mir für meine Kinder wünsche. Der Fernseher bleibt bei uns tagsüber komplett aus. Allerdings darf Maya am Abend den Sandmann schauen. Manchmal, wenn Maya krank ist, wird dann auch mal das Kikaninchen angemacht. Sie beschäftigt sich viel mehr und viel lieber mit ihren Büchern und darauf lege ich auch Wert. Abends geht sie nie ohne eine Gute-Nacht-Geschichte ins Bett. Wenn sie alleine liest, kuschelt sie sich in ihre Lieblingsecke auf dem Sofa und blättert am liebsten durch ihr Wale- und Delfine-Buch. Oder die zweitliebste Lektüre ist derzeit Papas Fleischerei Lehrbuch. Ich sag Euch, sie kennt sich schon besser mit den verschiedenen Wurstsorten aus als ich.

Welche Deiner schönsten Kindheitserinnerungen möchtest Du Deinen Kindern vermitteln? Weihnachten! Wir möchten unseren Kindern vermitteln, worum es Weihnachten wirklich geht. Klar beschenken wir uns auch, aber ich finde es einfach schade, dass der kulturelle Hintergrund von Weihnachten immer mehr von Santa Claus abgelöst wird und es nur um den reinen Konsum geht. Dies gilt natürlich auch für viele andere Feiertage, aber da wir in der Vorweihnachtszeit sind, wollte ich dieses Beispiel nehmen.

Als ich Dich bei Instagram kennenlernte, warst Du vor allem mit Bildern Deiner Kinder präsent. Nun gibt es mit itsmell_ auch einen Account, der sich davon ein bisschen distanziert, und auch mehr über Dich als Frau, die nicht nur Mutter ist, zeigen soll. Wie gut funktioniert das für Dich? 
Leider muss ich zugeben, dass es bisher nicht funktioniert! Ein Glück hört Ihr mein schmunzelndes – fast verzweifeltes – Lachen nicht. Ich hatte mir mit diesem Account vorgenommen mehr für mich zu tun. Etwas mehr auf mich zu achten und mir Gutes zu tun. Mich wieder meinem Sport zu widmen, meinen Hobbys –  aber leider sieht die Realität bei uns ganz anders aus. Die Kinder wollen am Liebsten 200 Prozent Mama haben und so dreht sich itsmell_ wieder um meine Kids.
Was machen Deine Kinder, während Du diese Fragen beantwortest?
Meine Kinder liegen beide im Bett und ich kann Euch nicht sagen, wie froh ich bin eine kleine Atempause zu haben.