Der Vater vom Vogerl ging vor dem Vogerl gerne weg. Meistens spürte er das dann auch bis Mitte der Woche. Dieses Jahr, war er auf noch keinem Konzert. Als er hörte, dass die Einstürzenden Neubauten im Tempodrom spielen, kaufte er sich Karten.

Dienstag 12.11.14 war es so weit: Er fuhr mit der Bahn hin und Dank der nun nicht mehr streikenden Lokführer war er auch schon 32 min später da.

Das Publikum war viel älter als er, und hatte auch schon viel mehr getrunken an dem Abend. Zwei schnelle Biere später ging es auch schon rein. Jacke wegbringen, Klo, Bier-Stand – Mist, die spielen schon. Keine Vorband, und pünktlich wie die Schweizer.  Er und seine Begleitung saßen oben, unten war der Platz für die stehenden Fans. Alles richtig gemacht, dachte er.
Blixa war barfuß und hatte sich, zur Überraschung, vom Umfang verdoppelt.
Das Konzert hat der Vater dann in die Schublade “Gut, sie gesehen zu haben” gesteckt. Der Heimweg zog sich wie eine Zeitlupe, 32 Minuten können sehr lang sein.

Vielleicht geht der Vater beim nächsten Privat-Abend mal in seine Werkstatt und baut was Tolles zum rumfahren.

Gastpost aus väterlicher Sicht.