Welche neue Art von Kultur sie durch ihren Sohn erlebt, wie ein Zweijähriger seine Kerzenliebe auslebt und welche Orte sie in Berlin besonders empfehlen kann: Das und noch einiges mehr hat mir Susanna von Babyplausch verraten. 


Kannst du Dich, Dein Kind und Deinen Blog kurz vorstellen?
Mein Name ist Susanna. Ich lebe und arbeite in Berlin. Mein Geld verdiene ich hauptsächlich als
Journalistin, momentan arbeite ich für ein Berliner Stadtportal und berichte über alles, was in den Kiezen der Hauptstadt so los ist. Während meiner Schwangerschaft fing ich an, mich mit anderen Themen rund um den Nachwuchs zu beschäftigen und hatte, wie viele andere Mütter auch, die Idee, meine Erfahrungen in einem Blog festzuhalten. Neben persönlichen Erlebnissen aus dem Alltag mit Kind veröffentliche ich auf Babyplausch aber auch intensiv recherchierte Ratgeber­-Texte sowie Berlin­-Tipps. Mein Sohn wurde im Oktober 2012 geboren und hat eine große Vorliebe für Kerzen entwickelt. Die sind in unserer Wohnung überall verteilt und werden immer wieder umgeschichtet, sortiert und natürlich auch angezündet (aber nur mit Mama zusammen). Außerdem brennt er momentan für das Thema Müllentsorgung. Ein Spielzeug-­Müllauto hilft ihm bei der Verarbeitung ;­)

Wie wichtig war Kultur früher für dich, und ist es auch heute noch beruflich?
Ich bin schon immer gerne ins Kino oder auf Konzerte gegangen. Ab und an war auch mal eine Ausstellung oder ein Museumsbesuch dabei. Und wegen des Jobs mache ich das auch immer noch, wenn es am Tage ist. Abends ist es etwas weniger geworden, da wir nicht immer auf Oma und Oma zurückgreifen können und selber auch noch Sport machen. Irgendwann muss man ja auch was fürs Wohlbefinden tun und das geht unter der Woche eben nur am Abend.

Welche verloren geglaubte Kultur kam mit Kind wieder? 
Seitdem ich ein Kind habe, spiele ich wieder richtig. Damit meine ich nicht Gesellschaftsspiele oder dergleichen, sondern Spielen im eigentlichen Sinne: Ich robbe auf allen Vieren mit dem Auto über den Wohnzimmerboden, schiebe einen Puppenwagen umher oder baue im Garten eine Bude aus Ästen und Moos. Natürlich alles zusammen mit meinem Sohn. Wenn ich das allein täte, würden mich die Leute wahrscheinlich für verrückt erklären. Was wir neben intensivem Spiel außerdem machen, ist das Angucken von Bilderbüchern und das Singen von Kinderliedern (ich war erstaunt, wieviel ich noch auswendig kannte). Basteln steht noch nicht so sehr im Mittelpunkt, wir fangen aber bereits mit kleinen Sachen an: Zerfetzen von Papierstreifen und Aufkleben, üben mit der Schere zu schneiden oder kneten mit Ton (ist viel schöner, als mit Knete).

Welche kulturellen Elemente erlebt Ihr als Familie?
Noch machen wir kulturell nicht so viel, also wir gehen noch nicht ins Puppentheater oder ins Kino. Dafür ist Sohnemann einfach noch zu klein. Was wir gerne und regelmäßig machen: essen gehen. Wir zeigen ihm unsere Lieblingsrestaurants, sofern die auf Kinder eingestellt sind. So lernt man die verschiedenen Kulturen einer Stadt wie Berlin ja auch kennen.

Und welche Momente erlebst Du ganz bewusst alleine?
Lesen und Musikhören. Das kann ich hauptsächlich während der Fahrt zur Arbeit. Ich bin im Schnitt zwei Stunden unterwegs, da lässt sich einiges konsumieren. Ansonsten versuche ich mindestens einmal im Monat ins Kino zu gehen. Dann treffe ich mich mit einer Freundin und wir gehen anschließend oder davor noch was Leckeres essen. Das mache ich ja schon von Berufs wegen sehr gerne: neue Restaurants oder Cafés testen. Auf einem Konzert war ich mindestens drei Jahre nicht mehr, das steht daher auch ganz oben auf meiner To­do­Liste.

Welche Tipps hast Du für junge Eltern in Berlin?
Wir haben das große Glück, einen riesigen Garten und den Wald gleich um die Ecke zu haben. Ich muss mir also nie einen Kopf machen, was wir “heute” machen. Tür auf und Kind raus ­so einfach ist das. Ab und an gehen wir natürlich auch auf den Spielplatz bei uns im Kiez, damit der Kleine seine sozialen Kontakte pflegen und andere Kinder um sich haben kann. Besonders mag ich die Familienfarm Lübars, da gibt es eine Menge Tiere (Schafe, Pferde, Ziegen, Hühner), einen gigantischen Buddelkasten mit unsagbar viel Equipment und ein ganz tolles Café mit einem schönen Biergarten im Sommer. Da sind wir sehr oft.

Ansonsten kann ich für den Sommer das Freibad in Heiligensee empfehlen oder für einen kleinen Ausflug den Tierpark Germendorf. Dort gibt es Affen, Wildschweine und total süße Erdmännchen. Wenn es richtig heiß ist, kann man dort auch baden gehen. Unternehmungen in der City meide ich eigentlich eher, was soll ich mit einem Zweijährigen zwischen all den Autos und Menschen? Was wir jetzt im Winter mal besucht haben, war das Aquarium neben dem den Zoo. Das fand der Kleine toll. Zwischen all den riesigen Becken lässt es sich super herumtollen und natürlich auch Fische angucken.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft? 
So nach und nach werden wir unserem Kind sicher auch die Stadt zeigen: Fernsehturm, Brandenburger Tor oder eine Dampferfahrt auf der Spree unternehmen. Aber immer schön langsam. Berlin hält in Sachen Freizeitbeschäftigung für Kids so einiges bereit, ich habe keine Angst, dass wir uns hier je langweilen werden. Was wir demnächst testen wollen, ist das Labyrinth Kindermuseum. Die sollen einen schönen Indoor­Spielplatz haben. Außerdem werde ich mal einen Blick in unseren Familienpass werfen, da gibt es ja jede Menge Vergünstigungen für Familien. Der Sommer kann also kommen.