Jeder Österreicher, den ich bisher in Berlin getroffen habe, hat eine kleine Schwäche. Mindestens eine. Eine kleine Schwäche für österreichische Lokale, oder solche die sich dafür ausgeben.

Ich gestehe: ich auch. Seit ein paar Jahren gehe ich regelmässig ins Felix Austria. Einem kleinen niedlichen Lokal in Kreuzberg. Das über eine gute Karte verfügt, und ein auch für Berlin nicht gänzlich unfreundliches Personal. Es ist nicht ganz klar, ob das Lokal tatsächlich von Österreichern betrieben ist. Dass das Lokal als “Caféhaus” bezeichnet und Schweizer Schokolade zum Kaffee serviert wird, macht skeptisch.

Bonbons heißt Zuckerl

Aber einiges spricht doch dafür: Ein großes Porträt von Hans Moser hängt an der Wand, wer will findet einen geräumigen Raucherraum und es gibt eine illustre Ansammlung an Gästen von  Einheimischen, Touristen, vereinzelter Promis und immer mindestens eine Handvoll: Österreichern.

Vor allem das Essen überzeugt: Käsespätzle, die Marillenknödel (hier versagt manch’ Österreicher mit breitestem Dialekt), angeblich sehr gutes Schnitzel, Almdudler und Kaffee, der ohne Latte und -chino auskommt.


Kindermenü
Am Sonntag waren wir das erste Mal mit dem frühen Vogerl da. Man brachte uns ein Kindersitzerl, das sehr stabil war. Nebenan wurden zwei Kinder, die in breitestem Pfälzisch Strudel-Cola bestellen wollten (wirklich!), mit Stiften und Malbüchern versorgt. Kindergerichte gab es nicht. Die Kellnerin irritierte mich etwas, weil sie einen riesengroßen Kerzenständer, in der Größe des Vogerls (Übertreibung veranschaulicht!) vor eben diesen platzierte. Auch ein babybadewannen-großes Glas (auch hier Ü.v.) voller Wasser bot man uns an.
Wir bestellten schließlich für das Kind: Ein Würstchen, bitte selber pellen, zwei Butterbrote, und ein Semmerl – extra blass. Das frühe Vogerl wirkte sehr zufrieden. Wir auch. Das fehlende Kindermenü, das auch in Kindercafés selten wirklich toll ist, macht an diesem Sonntag die Atmosphäre wett. 
 Was bestellt Ihr für Eure (Klein)Kinder, wenn die Karte keine Vorschläge bietet?