Alltag, Kultur mit Kind, Meinung

Die Mutter aus dem Supermarkt

Symbolbild

Gegen Ende der Woche herrscht Hochbetrieb im nahen Supermarkt. Mütter mit Kindern sind in großer Anzahl vertreten. Vier Kinderwagen zähle ich an einem Donnerstagabend noch ehe ich aus der Obstabteilung draußen bin. Und auch sie ist wieder da.

Helles rotes Haar, ein hübsches Gesicht und zwei Jungs, die circa drei und fünf Jahre alt sein dürften, hat sie im Gepäck. Bereits zur WM habe ich sie schon einmal gesehen. Auffallend ist – damals und heute ihr Gesichtsausdruck – zur Faust geballt. Der kleinere Junge mosert, dass eine Plastiktüte in seinem Wagen ist. Wütend reißt sie ihm das Ding aus der Hand,wirft es kommentarlos auf eine Kühltruhe und maunzt ihn an, dass er sich nicht so anstellen soll. Sie treibt die Jungs zur Eile an. “Beeil Dich”, “Lass das”, “Mach keinen Blödsinn”, “Wie oft muss ich Dir das noch sagen” – von den Jungs kommt außer “Mamachen” nicht viel.

Ich muss gestehen, dass sie mir nicht sonderlich sympathisch ist. Bei unserer ersten Begegnung, habe ich es mit Zulächeln probiert und einen “Halt die Fresse”-Blick geerntet, wie ich in seit Teenie-Zeiten nicht mehr gespürt habe. Als ihr Junge etwas Lustiges gemacht hat, hab ich leise gelacht und hatte ganz schön Angst vor ihr. Wahrscheinlich hat sie einen harten Tag, oder mehrere. Ich nehme mir ganz fest vor nicht zu urteilen und hoffe für ihre Kinder, dass sie nur ihr Supermarkt-Gesicht aufgesetzt hat. Aber mal im Ernst: Was macht ihr, wenn ihr super genervte Mütter seht? Mitfühlend schauen? Euch immer wieder sagen, dass ihr die Gründe nicht kennt, warum sie so drauf ist? Böse schauen? Und Euch immer wieder zwingen, damit aufzuhören? Oder einfach: Wegschauen?

Für einen Rat bin ich dankbar, denn ich bin mir sicher, wir werden uns wiedersehen.

Vorhergehender Beitrag Nächster Beitrag

Vielleicht magst Du auch folgende Beiträge?

6 Kommentare

  • Avatar
    Reply melanie 17. März 2016 at 10:01

    Ich bin manchmal wohl eine von diesen Müttern. Einkaufen mit Kindern gehört nämlich nicht zu meinen Top-Fähigkeiten: Der Große quängelt genau so (ich will aber den Kindereinkaufswagen mit dem FROSCH drauf! Kann ich Fruchtzwerge haben? – naja, also normal halt) und der Kleine reißt aus seinem Buggy alles aus den Regalen, die so eng an eng stehen, dass er auch leichtes Spiel hat. Tja…

  • Avatar
    Reply Das schwarze Mutterschaf 19. März 2016 at 22:46

    Ich versuche Menschen eigentlich positiv zu begegnen und denke mir, dass sie vielleicht einen schlechten Tag oder gerade eine harte Zeit hat. Sympathisch wäre sie mir trotzdem nicht, daran könnte ich dann auch nichts ändern. Wahrscheinlich würde ich unauffällig wegsehen. Denn Blicke können wie Worte kommentieren und wenn ich einen schlechten Tag hätte, wäre so etwas auch das Letzte was ich brauchen würde. Und selbst wenn sie immer so ist: es steht mir nicht zu, sie in irgendeinerweise zu korrigieren, solange sie ihre Kinder nicht mißhandelt.

  • Avatar
    Reply Petra Schnittker 10. Juni 2017 at 17:43

    Mir geht es manchmal genauso. Allerdings versuche ich, das zu vermeiden, indem ich am liebsten ohne Kinder einkaufe. Wenn ich jemanden treffe, der genervt ist, schaue ich demjenigen in die Augen und lächle freundlich. Ich freue mich, wenn das Lächeln wirkt, ich selbst freue mich in so einer Situation auch über ein freundliches Gesicht.

    • Bettina Apelt
      Reply Bettina Apelt 13. Juni 2017 at 9:28

      Hatte ich bei der Frau auch mehrfach versucht, aber irgendwie wurde der Blick immer böser. :O

  • Avatar
    Reply Dian 31. März 2018 at 12:09

    Ich denke, das beste und netteste was du tun kannst, ist andere Mütter einfach Sie selbst sein zu lassen! 5-Minuten-Momentaufnahmen einer anderen Person reichen sicherlich nicht aus, um diese Frau zu beurteilen und letztlich geht es dich ja, ehrlicherweise, nun auch rein gar nichts an, welchen Genervtheitslevel andere Mamas in verschiedensten Situationen nach außen tragen oder nicht! Bleib gelassen und kümmere Dich um Dich, Deine Kinder und Deine Aussenwirkung…es ist manchmal erstaunlich, wie u sympathisch man auf andere wirkt, in Momenten, in denen man ein eigentlich komplett anderes Eigenbild hat. Liebe Grüße

    • Bettina Apelt
      Reply Bettina Apelt 10. April 2018 at 11:00

      Da hast Du bestimmt. Allerdings habe ich besagte Frau nun über Jahre erlebt, und es ist tatsächlich immer ähnlich. Ausnahme: Ihr Mann ist dabei, dann schreit dieser rum.

    Gib eine Antwort