Geburtstagsschurke

Als Kind einen Bearded Collie zu haben, das ist etwas Wunderbares. Das wusste ich schon. Als mein erster Beardie nach 15 Jahren nicht mehr da war, brauchte ich erstmal ein bisschen Zeit. 

Dann habe ich ein Bild mit einem wuscheligen,  kleinen Typen und dem Text “Balou sucht ein neues Zuhause” entdeckt. 
Wir wollten nur mal kurz anrufen. Natürlich sind wir hingefahren. In die Pfalz, wo wir vorher nie waren.  Dort wuselte es voller Beardies. Sie waren wild und wunderbar. Einer war besonders niedlich. Ein Typ mit braunem welligen Haar.
Zuhause war er erstmal schüchtern. Nach drei Tagen hat er endlich angefangen zu bellen, und kann manchmal gar nicht aufhören. 
Schnell tauften wir ihn Schurkenbeardie. Weil er Bücherregale angeknabbert hast, einen Bleistift gefressen (O-Ton-Tierärztin: ” Der teuerste Stift ihres Lebens”), Zigaretten  zerschreddert und bei einer Woche Hundetrainer mit absoluter Regelmässigkeit jeden Tag um 15 Uhr das Pin-AG-Männchen gejagt hat. 
Jetzt ist er schon ein bisschen erwachsener. Die Frau mit den Prospekten treibt ihn immer noch in den Wahnsinn, Postboten haben Respekt vor ihm und manchmal ist er ganz schön bockig. Aber vor allem ist er ein unglaublich herzlicher Hund, der bei Unstimmigkeiten vermittelnd eingreift, Situationen immer gut erkennt und ein tolles Sensibelchen ist. Und das nicht nur am Silvesterabend. 
Das frühe Vogerl und der Schurkenbeardie haben bereits Interesse aneinander, noch etwas ungestüm sind die Annäherungen. Schließlich sind beide noch Jungspunde. Das ist schon okay so. 
Heute ist ein besonderer Tag: Alles Gute zum dreijährigen Geburtstag, kleiner Schurke. <3