Die Sache mit der Beikost hatte ich mir kompliziert vorgestellt. So kompliziert, dass ich erst mal ein paar Bücher gelesen habe. Über Baby-led-Weaning: die breifreie Ernährung von kleinen Menschen. Eine irre amerikanische Variante, auf die ich hier bewusst nicht verlinke, machte mich drauf aufmerksam, dass ich mein Baby bitte besser nicht mit Alkohol und Kaffee bespaße und langweilte mich unfassbar viele Seiten hindurch. Das war bevor ich meine Fähigkeit entdeckte Bücher abzubrechen.

Das zweite Buch zu dem Thema, “Einmal breifrei, bitte”, war schon besser. Hier lernte ich, dass das Kind dafür selbstständig sitzen sollte, erfuhr vom Würgereflex und welche Gemüsearten sich zum Start eigneten. Unser Erweiterung zur Milch begann erst aber doch zu einem großen Teil mit Brei. Bunte kleine Eiswürfelformen, die ich jeden Tag erwärme. Fanden wir gut, das Kind und ich.

Nun verliert der Brei immer mehr an Attraktivität und wieder steht das Thema Weiterbildung hierzu hoch im Kurs. Ein Buch musste her, und ich fand eines, das endlich auch mal praxisnah war.

Die Hebamme Anja-Constance Gaca (vom Blog “Von guten Eltern”) hat gemeinsam mit der Autorin Loretta Stern usammengefasst, worauf es ankommt bei diesem Baby Led Weaning. Zu Beginn geben sie einen Exkurs darüber, welches regionale Gemüse saisonal am besten zu erwerben ist, wie die Lagerung ideal aussieht und vor allem, wie sich die Ernährung des kleinen Wesens ideal in die Familienmahlzeiten integrieren lässt. Dazu sind sie stillfreundlich, ohne mit Zeigefingern herum zu fuchteln. Dazu gibt es 80 Rezepte von David Gansterer, der in der österreichischen Küche beheimatet zu sein scheint. Unterteilt in Wochendrezepte und der eher schnellen Küche findet sich Bekanntes und auch neue Anregungen: Palatschinken, Risotto, Dips, Chutney und auch ein Wiener Schnitzel.

Bisher dachte ich, dass das Buch eher für “Köchinnen mit Ausbaufähigkeit” die ideale Lektüre ist. Wozu ich mich auf jeden Fall zähle. Nachdem ich aber neulich einer Freundin, die ich im Verdacht habe, leidenschaftliche Kocherin zu sein, das Buch zeigte, wurde ich eines Besseren belehrt. Sie war begeistert. So gerne sie kocht, so ungern liest sie Fachbücher. Auch das Phänomen gibt es. Das Buch erscheint ihr für Wenigleser auch ideal, da es nichts auslässt. Eine Entscheidung für dieses Buch kann also aus unterschiedlichen Gründen getroffen werden.

Link zum Buch.