Um wunderbaren Idealen gerecht zu werden, gründete sie mit ihrem Mann das Kinder-Kleidungs-Label Emma und Käthe, das sie nach ihren Töchtern benannten. Warum sie sich für spießig hält, und wofür sie Berlin liebt, das und noch viel mehr, erzählt die zauberhafte Nicole im Interview. 

Stell Dich doch bitte mal kurz vor: 

Alternativmodel

Hey, mein Name ist Nicole. Ich bin 26 Jahre alt und die Mama von zwei kleinen Chaosmädchen Emma (drei Jahre alt) und Käthe (zwei Jahre alt).  Ich betreibe mit meinem Mann zusammen ein süßes kleines Berliner Kinder-Kleidungs-Label namens Emma und Käthe, model als Alternativmodel, wenn ich Zeit und Lust habe, und mache eine Ausbildung zur Sozialassistentin, um Waldorf-Erzieherin werden zu können.

Was ist das für ein Kinder-Kleidungs-Label? 

Unser Label heißt Emma und Käthe und ist nach unseren Töchtern bekannt. Als ich mit Emma schwanger wurde, folgte ich den Idealen ihr nur Sachen anzuziehen, die selber genäht sind, also musste ich nähen lernen. Diese Ideale schmiss ich zwar schnell über Bord, aber die Liebe zum Nähen blieb, und da es ja gerade in war, oder immer noch ist, eröffneten wir unsere erste gemeinsame Facebook Seite. 

Wir überlegten immer, was man besser machen kann, damit unsere Kunden glücklich sind und so entschieden wir uns für den Klamottenbaukasten in dem jeder selbstständig entwerfen und bestellen kann. Die Kunden liebten es und auch wir finden das Prinzip schön. Aber wir möchten uns natürlich auch weiter entwickeln und so wird es, sobald es die Zeit zu lässt, einige Erneuerungen geben, die mich als Mama, Frau und Schülerin etwas entlasten werden. Aber dazu mehr, wenn es soweit ist.

Wie gut gefüllt ist Dein Alltag?

Also meine Tage sollten eher 48 Stunden haben, anstatt der üblichen 24. Wem auf der Welt reichen schon 24 Stunden? Mein

Beim Nähen

Alltag ist eigentlich total chaotisch, jedenfalls empfinde ich es so.
Schule – Kita – Spielplatz – Essen kochen und mit den Kleinen spielen und die später ins Bett bringen ist unser tägliches Ritual . Sobald die Mädchen schlafen, muss ich Schulkram machen oder nähen, viel Zeit für mich oder mein Mann bleibt da selten. Du fragest nach meinen Prioritäten: Die setze ich ganz klar bei mir. Ich gehe kaum weg und Entspannung gibt es nur selten Zuhause, aber das habe ich mir auch so aus gesucht.

Was für ein Mensch warst Du, bevor Du Mutter geworden bist? 

Früher war ich, na ja wie soll man sagen, eher rebellisch. Ich bin viel weggegangen, ob in Bar’s oder Clubs, das war egal. Hauptsache das Leben genießen. Mein Hobby war tanzen und Party. Ganz anderes als heute.

Was liebst Du an Berlin besonders?

Mit dunklen Haaren

Oh das ist einfach. Ich liebe Berlin für seinen Anonymität. Ich komme aus einer kleinen Stadt in Thüringen, wo jeder jeden kennt. Ich war ziemlich punkig als Jugendlicher und fiel immer auf. Das war schon etwas nervig. Ich träumte immer von Berlin mit seiner offener Art und seiner Toleranz.

Hinzu kommt, dass ich Veganerin bin und Berlin für mich das absolute Schlaraffenland ist. Auf dem Dorf gibt es, wenn ich Glück habe, Tofu zu kaufen. Aber im Restaurant wird mir dort immer noch Kloß mit Gemüse und Bratensoße angeboten.

Wie entspannt Du?

Entspannung kenne ich nicht. Ich bin immer 100 % da und kann nicht abschalten. Aber ich habe mich jetzt für Yoga angemeldet und hoffe da etwas Ruhe und Entspannung zu finden .

Mit Kind zum Festival, mit den Töchtern zu einer Party in den Park oder gemeinsam mit der ganzen Familie zu einem Open Air: Was geht für Dich gut, und was würdest Du auch anderen Eltern empfehlen?

Nicole mit ihrem Mann

Ich muss ehrlich sagen wir, also mein Mann und ich, sind ziemliche Spießer. Wir gehen gerne in den Park mit den Kindern grillen dort oder baden an den vielen kleinen Seen in und um Berlin. Aber sobald es dunkel wird geht es heim. Es gibt wenige Ausnahmen an denen die Minis länger draußen bleiben dürfen mit uns. Wir haben einfach viele Rituale für unsere Kinder und wissen, dass sie ihnen gut tun. Außerdem,  mal ganz ehrlich: Ich stelle mir nichts stressiger vor als mit den Mädels auf ein Open Air oder Festival zu gehen. Ständig müsste man aufpassen oder darauf achten, dass sie ihre Kopfhörer noch tragen. Einmal waren wir mit Emma und Käthe auf dem Mai-Fest und Emma lief ständig davon oder wollte gar nicht mehr laufen, die Menschen achteten kaum auf sie und mein Stresspegel stieg ins Unermessliche.
Wenn ich weggehe, gehe ich lieber ohne Kinder weg und organisiere mir einen Babysitter a la Oma.


Facebook-Seite vom Kinder-Kleidungs-Label Emma und Kaethe
Facebook-Seite von Nicole als Alternativ-Model Sofine Wunderlich
Instagram-Bilder von Nicole

Alle hier gezeigten Bilder wurden freundlicherweise von Nicole für diesen Artikel zur Verfügung gestellt.

Ihr habt auch ein Kind, interessiert Euch für Kultur und möchtet darüber reden? Schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.
Meine Interviewpartner über Kultur und Kind waren bereits:
Alu und Konstantin vom Familienblog Grosseköpfe: “Wir partizipieren anders, aber nicht weniger”.
Andrea vom Runzelfüsschen-Blog: “Liebeserklärung an das Lesen”.
Susanna vom Babyplausch-Blog: “Interview mit einer Berliner Bloggerin”.
Erotik-Autorin Andrea Blumbach: “Der Vorteil von Schubladen”.