Manchmal sehr praktisch. 

Vor ein paar Tagen saß ich im Warteraum der KITA. Mir gegenüber ein Vater, der auf seine beiden Töchter wartete. Wir unterhielten uns. Er war gesprächig. Theoretisch. Praktisch nur zum Teil. Denn, obwohl er viel erzählen wollte, schafft er es nicht seine Augen von seinem riesigen Smartphone zu wenden.

Ich fand das furchtbar. Und kam nicht umhin, ständig meinen Kopf so drehen zu wollen, dass ich irgendwie in sein Blickfeld geraten könnte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mir das so nicht passieren würde. Theoretisch. Denn auch bei mir ist das Telefon recht zentral.

Der Tagesablauf 

Selfies: Das mögen wir.

Am Morgen weckt mich mein Telefon und dazu meist ein paar kleine Symbole: Die Freundin auf WhatsApp, die das Treffen für den Nachmittag bestätigt. Eine Bloggerkollegin auf Facebook, die unseren Dialog noch fortgesetzt hat, als ich schon im Bett war. Und eine Twitterdiskussion, die noch weiterging, als ich längst geschlummert habe.

Um diese Uhrzeit schaue ich zwar drauf, kommentieren tue ich später. Denn mein Sohn muss in die Kita, vorher noch essen, anziehen und ein paar Dinge, die da sonst noch anfallen. Für die blinkenden Symbole habe ich da keine Zeit.

Am Vormittag bin ich zuhause und lebe mein Bloggerleben, das heißt, bis Mittag bin ich rund um die Uhr online. Mittags kommt mein Sohn nach Hause, vor dem Mittagsschlaf ist das Telefon kaum in Gebrauch.

Ausgeschlafen

Das gilt nicht für den Nachmittag. Wir machen Selfies, wir machen Bilder und wir telefonieren mit Facetime: Immerhin wohnt ein großer Teil unserer Familie so weit weg, dass anders diese Kommunikation in der Form sehr schwierig würde. Kurze Nachrichten beantworte ich, manchmal lese ich auch ein paar Texte, wenn mein Sohn alleine spielt. Videos schauen wir keine, und auch Spieleapps, die ich selber nicht mag, sind kein Thema bei uns.

Richtig tabu ist das Telefon erst wieder später: Essen mit Telefon find ich ähnlich absurd, wie ein laufender Fernseher und auch bei Schlafritualen ist das Telefon wenig förderlich.

Kurze Begeisterung

Kürzlich bekamen wir ein Kinder-Ipad geschenkt: Meinen Sohn interessiert es wenig. So ein Gerät soll doch schließlich vor allem der Kommunikation dienen. Und dafür ist das aus unserem Alltag nicht wegzudenken.

Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade von #mydigitalday von Mama on the Rocks, deren Frist ich gerade noch so geschafft habe. Mein digitaler Alltag wird jetzt sowieso ein bisschen anders, das Ende der Elternzeit ist erreicht.

Und wie innig ist Eure Beziehung zu Eurem Telefon? Ähnlich wie meine, schaut Ihr nur im Notfall drauf, oder könnte mir das mit Euch passieren, was ich mit dem Mann in der KITA erlebt habe?