Einmal die Woche gibt es die Bilderfrauen: Alina (Liebling – Ich Blogge, Jetzt), Alu (Grosseköpfe), Bella (familieberlin) und ich stellen uns Fragen, die uns zu Mode, Beauty und Lifestyle durch den Kopf gehen.

Diese Woche bin ich wieder die Fragende: Heute geht es um das Thema Reisen, und um Tipps, wie Reisen mit (Klein)-Kindern besonders gut funktioniert: 

Da unsere Familien bis zu 800 km weit weg wohnen, hat sich die Frage, ob wir mit Kind auch weite Strecken bewältigen können, nie wirklich gestellt. Schwanger gingen wir optimistisch einfach mal davon aus, dass unsere Kind kein Problem mit Autfahrten haben wird.

Bereits zwei Monate nach der Geburt fuhren wir 800 km nach Süden und ein paar Tage das Gleiche wieder retour. Mit dem Auto. Problematisch war es nicht. Geholfen haben uns bisher immer: Ausreichend Pausen, im Ernstfall Musik, ein paar Zeitpuffer und guter Wille von allen Beteiligten. Außerdem: gemütliche Klamotten und ein bisschen Unterhaltungskram (in Form von Büchern und kleinen Autos.)

Wahrscheinlich liegt es daran, dass wir früh genug damit angefangen haben. Wahrscheinlich haben wir auch Glück, dass unser Kind ganz gerne Auto fährt: Wer weiß?

Bald werden wir aber die erste Flugreise unternehmen, erstmalig länger mit dem Rad unterwegs sein und das mit den Zugreisen ausprobieren. Ein bisschen nervös bin ich schon, drum habe ich nach den Erfahrungen von anderen gefragt.

Und das haben mir Alina, Alu und Bella auf die Frage nach ihren Reiseerfahrungen geantwortet: 

Alina von Liebling – Ich blogge, Jetzt

Liebe Bettie,

ich bin mit Samuel bisher noch nicht wirklich viel verreist. Die Zeit und das Geld haben für lange, spektakülare Reisen bisher immer gefehlt.

Dabei würde ich an dieser Stelle so gerne von einer spannenden Flugreise mit Kind berichten. Unsere Reisen haben uns einmal ins vertraute Holland mit dem Auto geführt und einmal sogar ins winterliche Berlin mit dem Zug. Wir waren gemeinsam zu einem Kochkurs eingeladen. Zwei Tage Berlin mit Samuel. Hin und zurück eine Zugfahrt mit einer Fahrtdauer von etwas vier Stunden: Eine Herausforderung war das für mich.

Alles fing schon vor der Einfahrt des Zuges in den Kölner Hauptbahnhof an. Ich wusste, dass ich nur etwas zwei bis drei Minuten haben würde, um Kind, Buggy und Gepäck und im besten Falle mich in den Zug zu verladen. Das Einzige woran ich dabei unentwegt dachte, war das große Loch zwischen Gleis und Zug. Am Ende war es nicht ganz so groß und trotzdem konnte ich an nichts anderes mehr denken. Als der Zug letzendlich einfuhr, pochte mein Herz bis in die Tiefen meines Kopfes.

Glücklicherweise halfen mir ein paar nette Menschen mit all den Dingen, die ich zu verladen hatte. Wir kamen, Dank der Hilfe netter Mitmenschen, gut in den Zug Richtung Berlin. Unseren Platz fanden wir, dank der gut ausgeschilderten DB Organisation sehr schnell und auch der Rest lief im Zug einwandfrei.

Wir hatten aus Versehen zwei Sitzplätze mitten im Großraum Abteil, als ich später durch den Zug mit Samuel marschierte, merkte ich, dass es separate Abteile mit Kindern zu buchen gibt, dies wäre sicherlich noch einfacher gewesen. Doch auch so gelang uns diese Zugfahrt recht gut. Die deutsche Bahn ist wirklich sehr familienfreundlich. Im Bord Restaurant gibt es eine süße Überraschungskiste für die Kleinen UND auch das Essen für die Kleinen ist ganz lecker.

Unser Abteil reagierte sehr sympatisch und zugewandt auf Samuel. Ich glaube sogar sie waren glücklich, dass ein Kind mit an Bord war. Mit Samuel verflog die Zeit, wie im Flug. Er unterhielt das ganze Abteil. Große Freude hatte er daran auf und ab zulaufen. Nur schlafen wollte er nicht, das worauf ich heimlich gehofft hatte.

Beim Aussteigen halfen uns die lieben Menschen, die Samuel ganze vier Stunden mit seinem Lächeln verzaubert hatte. Es war Ihnen eine große Freude dem jungen Mann beim Aussteigen behilflich zu sein. Kurze Zeit später schlief er seelig in seinem Buggy ein.

Ich muss wirklich sagen, dass die Deutsche Bahn im Umgang und der Organisation mit Kindern sehr freundlich umgeht. Es war für mich trotz allem sehr anstregend. Die Unterhaltung des Kindes bleibt nicht aus. Ich denke beim Auto fahren wäre Samuel zwischenzeitlich eingeschlafen und ein Flug wäre nicht allzu lang gewesen, dennoch ist der Zug zu empfehlen. Es gibt viele schöne Beschäftigungsmöglichkeiten für die Kleinen.

Deine Alina

Alu von Grosseköpfe

Liebe Bettie,

in neun Jahren habe ich eigentlich schon fast alle Transportmittel mit Kindern durch, möchte dir aber heute von unserer Radreise mit den Kindern erzählen.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mal zu der Sorte Eltern gehört die eine Radreise mit den Kindern überhaupt in Erwägung zieht, aber das kam so. Da ich im letzten Jahr sehr viel geflogen bin, störte mich meine persönliche Ökobilanz. Ich sprach mit dem Mann darüber, das sich fand wir sollten unseren Urlaub vielleicht noch spartanischer als gewohnt in den Angriff nehmen und recherchierte nach Reisemöglichkeiten mit Zug und Rad.

Nach einigem Hin und Her, einem geplatzten Lastenraddeal usw. stand es dann fest: Wir würden mit den Rädern urlauben. Dafür liehen wir uns extra Radtaschen aus und versorgten uns mit Outdoorkleidung von Freunden.

Frühmorgens um sechs Uhr bestiegen wir mit müden Kindern und drei Rädern das Radabteil eines RE. Die Entscheidung den ersten Zug zur Ostsee zu nehmen, stellte ich später als SEHR vorteilhaft heraus, denn beim Umsteigen in Stralsund war der ganze Bahnsteig voller Räder und Menschen und der Fahrstuhl kaputt.

Ich kann nicht sagen, dass ich das Reisen in dieser Art nicht als anstrengend empfand, aber es entschleunigte auch irgendwie. Einzig „Abkürzungen“ auf Radkarten vertraue ich nicht mehr und halte mich das nächste Mal lieber an die ausgeschilderten Wege. Wie der komplette Urlaub dann gelaufen ist, kann man HIER nachlesen und HIER meine Begeisterung für ein Lastenrad, denn da wir kein Auto haben, ist das Thema noch nicht vom Tisch.

Deine Alu

Bella von familieberlin

Liebe Bettie,

was das Reisen mit Kleinkind angeht, sind wir Profis. Kurz vor miniberlins zweitem Geburtstag waren wir in Paris und haben festgestellt, dass es ihr zwölfter Flug war. Wow, meine kleine Jetsetterin.

Bevor wir Eltern wurden, haben wir uns geschworen, dass wir mit Kind nicht aufhören, die Welt zu bereisen und zu entdecken und wie du siehst, haben wir uns daran gehalten. Doch Reisen mit Baby ist anders als mit aktivem und forderndem Kleinkind. Mit Baby hatte ich hier schon einmal drüber geschrieben und diese Entdeckungen waren Gold wert für uns.

Mittlerweile ist miniberlin älter und mobiler und einige Sachen haben sich geändert, gerade beim Fliegen. Hier gilt jetzt: Let me entertain you. Das Kind braucht Beschäftigung. Das geht gut- mit Snacks und der Spucktüte. Nein, die braucht ihr (hoffentlich) nicht für ihren eigentlichen Zweck, sondern zum Dinge verstecken, Gesichter aufmalen und Handschuh-Ersatz. Denn bisher haben bekannte Spielzeuge in dieser aufredenden Umgebung wenig Reiz gehabt.

Neues musste her, also habe ich mir während eines Sechs-Stunden-Fluges nach Abu Dhabi mehrmals die Bordzeitschrift angeschaut, aus drei bis fünf Spucktüten ein Versteckspiel gebaut oder den Screen des Board-Entertainment zur Spielwiese erklärt. Ich finde alles legitim, solange die anderen Fluggäste nicht allzu genervt werden und nichts zu schaden kommt. Demnach liebe Bettie: werde kreativ mit den Dingen, die auf der Rückseite der Lehnen klemmen, denn Bücher, Puzzle und Co sind bei uns total langweilig gewesen.

Viele Grüße
Bella

Und welche Reisen habt Ihr mit Kind schon unternommen? Und habt Ihr vielleicht noch den einen oder anderen Tipp?