Kultur mit Kind, Meinung

Datenschutz: Persönlich sind nicht nur Bilder

Eine junge Frau in Österreich hat ihre Eltern verklagt. Zu viele Bilder von ihr wurden online gestellt. Ein Kind ist sie gewesen, leicht bekleidet und keiner hat sie gefragt. Nett ist das nicht, und ihre Persönlichkeit wurde dabei verletzt. Klingt nachvollziehbar, das ihr das nicht gefällt und ist hier nachzulesen.

Auch ich zeige meine Kinder nicht von vorne. Zeige mal eine Hand, einen Anblick von hinten und niemals sind sie frontal von vorne zu sehen. Das mache ich weniger, weil ich Angst habe, dass sie mich verklagen, sondern eher weil es mir zu persönlich ist. Nicht jeder muss wissen, wie die Zwei aussehen.

Wir sind viele, die die Kinder nicht direkt zeigen und wenige, die hier eine Ausnahme machen. Es entspinnen sich schon heftige Diskussionen, warum die Kinder so geschützt werden müssen.

Was ich allerdings nicht verstehe, warum gilt das nur für das Bild? Wenig Hemmungen scheinen in anderen Bereichen zu bestehen: Oft lese ich von Müttern, die arg von ihrem Kind genervt sind und das – bloggend unter Klarnamen – kundtun, höre von den Problemen kleiner Mädchen mit den Mitschülern, Liebeskummer von Teenagerjungs oder Ehegatten, die zu wenig helfen. Auch ist zu lesen darüber, wie Kinder schlafen, welche Bilder sie malen und wie ihre Verdauung grad ist. Ganz unter uns: So richtig nett ist das auch nicht.
Ist ja alles legitim, man sollte nur vielleicht bedenken, dass jeder andere Grenzen hat, bevor man sich zu sehr abfeiert, weil man das Kind nur von hinten fotografiert. Oder was meint Ihr?
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5 Kommentare

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    Reply Christine B. 15. September 2016 at 11:00

    Kann ich nachvollziehen!

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    Reply Stadtmama 15. September 2016 at 11:33

    Völlig richtig. Ich hoffe, ich bin da selbst nicht zu unsensibel, muß aber auch sagen: Geschichten, die rund um die kindliche Entwicklung gesponnen werden, schreibe ich ja auch immer als Mehrwert für andere. Ich hoffe einfach, meine Kinder akzeptieren einmal. Dass ich die liebe, sie mich aber auch manchmal nerven. Frontale Fotos gibt es hier aber auch nicht, ebenso wenig echte Namen.
    Liebe Grüße, Judith

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    Reply Wibke Dihrberg 15. September 2016 at 11:38

    Liebe Bettie
    Ja, da hast Du ganz recht, danke für den Artikel dazu!
    Ich finde es nicht einfach, persönlich genug zu schreiben und gleichzeitig sicherzustellen, dass die Persönlichkeitsrechte meiner Kinder gewahrt bleiben. Ich hoffe, es gelingt mir.
    Gruß
    Wibke

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    Reply Cizoba 16. September 2016 at 8:18

    Guten Morgen, ja bin ich ganz deiner Meinung. Ich sage weder die Namen meiner Kinder noch zeige ich ein Foto. Und dann wollte ich etwas schreiben und dachte: oh nee, so eine Geschichte kommt auch nicht gut wenn sie erwachsen ist. Aber vielleicht kommt es auch daher, dass man sie schon nicht öffentlich zur Schau stellt und man meint sie wären geschützt? Liebe grüße

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    Reply Britta Menter 16. September 2016 at 12:06

    Hallo, Bettina,
    insgesamt scheinen die Menschen weniger Privatsphäre haben zu wollen. Manches, was ich so auf Facebook oder Youtube sehe, kann ich kaum glauben. Nichts scheint mehr zu intim zu sein, um es zu teilen. Das sich das auch auf die Kinder ausweitet, ist für mich eigentlich auch nicht verwunderlich, denn das ist noch so eine Entwicklung, die ich beobachte: die Kinder werden nicht als eigenständige Persönlichkeiten wahrgenommen, sondern als Erweiterung des eigenen Ichs.
    Lg, Britta

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