Über 600 km Autobahn-Fahrt mit einem Kind das beschlossen hat, die umgedrehte Babyschale doof zu finden, sind eine Herausforderung. Dennoch, mit Hilfe von “Anne Kaffeekanne” und etwas Müdigkeit lässt sich etwas Lesezeit finden.

Die Zeit gehörte Linda Castillos “Teuflisches Spiel”. Der fünfte Krimi mit der Ermittlerin Kate Burkholder ist wieder in  Mitten von Amisch-Kreisen angesiedelt. Der Ermittlerin sind die Kreise gut bekannt, war sie schließlich vor der Polizistenlaufbahn selbst amisch.

Wie bereits die vergangenen Bücher ist das nicht nur der Spannungsverlauf interessant, sondern vor allem die Darlegung der einfachen Lebensweise. Kein Telefon, wenig Kontakt zu den “Englischen”, strenge Regeln und ein Buggy als Transportmittel: In diesem Umfeld gibt es auch gleich zu Beginn die ersten Todesopfer. Dass hierbei zwei kleine Kinder sterben ist etwas arg dramatisch. Aus eigener Leseerfahrung lässt sich aber sagen, dass die Geschichte verständlich bleibt, wenn man die ausführlichen Schilderungen nur überfliegt.

Es ist: Auf alle Fälle empfehlenswert. Weil das Ende zwar zum Schluss vorhersehbar war, aber bis man soweit ist, fühlt man sich doch ziemlich überrascht.
Es dauert: Nicht sehr lange aus der Geschichte rein und raus zu finden. Ein Buch das Pausen verträgt, aber nicht zwingend braucht.
Es hat mich fasziniert: Wie kantig die Hauptfigur ist, ohne zum Klischee zu werden.
Empfehlung: Für jeden, der gerne in andere Welten wandert.

Schurkenbeardie: Kein Problem mit Autofahrten und Lesern im Umfeld.