Jede Woche befrage ich jemanden zum Thema Kultur mit Kind. Diese Woche steht mir der Interviewpartner besonders nahe. Es ist der Vater vom frühen Vogerl. Anlass für dieses Interview ist meine Blogparade, die die Männer in den Familienblogs sichtbarer machen soll. 


Stell Dich doch bitte kurz vor. 

Ich bin Björn Apelt, 1980 geboren und arbeite als Fleet Lifecycle Engineer in der Schienenfahrzeug-Branche. Mein Sohn ist nun 1,25 Jahre alt und ne ziemlich coole Socke. Außerdem gibt es da noch Balou, den Hund, mit dem ich viel Zeit verbringe, weil die Morgens- und Abendrunde mein Ding sind.

Was für ein Typ warst Du bevor das Vogerl ankam, und was hat sich geändert? 

Vor dem Vogerl habe ich versucht ein ausgefülltes Leben zu haben, und wollte vermeiden, dass es mir mit 50 den Vogel raushaut. Deshalb war ich mit meiner Frau viel weg. Böse Zungen behaupten, dass wir in einer Kneipe gewohnt hätten. Die letzten fünf Jahre vor meinem Sohn war aber alles schon auf Nachwuchs vorbereitet. Durch unsere Hunde war da immer jemand, um den man sich sorgen musste. Was in den letzten beiden Jahren neu dazu kam, war der Wunsch nach Fitness. Schon als meine Frau schwanger war, habe ich mir einen Freerider (eine Art Mountainbike) gekauft, und fing mit dem Training an. Fitnessstudios gehen bei mir nicht, da fehlt der Fahrtwind.

Welche Ausflüge als Familien gefallen Dir bereits besonders gut, auf welche freust Du Dich vielleicht?
Meine Wochenend-Hunderunde mit den Jungs: Da ziehen wir los und gehen eine halbe Stunde morgens mit dem Schurkenbeardie. Das ist schön, so früh durch unser Viertel zu gehen. Ich freue mich schon sehr auf das Radfahren mit dem Vogerl, die Bucher Wälder sind jetzt schon meine Trainingsrunde, die lassen sich aber auch gut als Radtour-Gebiet hernehmen. Da meine Frau aus Österreich kommt, geht sie gerne in Kaffeehäuser, ich nun auch. Das hat sich über die Jahre zu einer festen Größe bei uns entwickelt. Abhängen, quatschen und Kuchen essen.

Das Leben mit Hund und Kind funktioniert bei uns gut, Du tust viel dafür. Was würdest Du Hundehaltern, die ein Baby kriegen, empfehlen?
Was wir auch nicht auf dem Schirm hatten war, dass unser Hund ein Arbeitstier ist, wenn der nicht seinen Auslauf bekommt, wird er komisch. Am Anfang war immer nur Zeit für eine kleine Runde oder halt ein Spaziergang in Schrittgeschwindigkeit, das war zu wenig. Jetzt geht einer von uns einmal die Woche ins Hundeauslaufgebiet oder ich fahre mit dem Rad mit ihm.

Meine Lieblingsfrage: Wie entspannst Du? 
Entspannen kann ich am besten auf der Autobahn, das beruhigt mich total. Oder aber, das soll Sido auch so gehen, beim Rasentraktor fahren mit Musik. Auch das Fegen des Hofes hat etwas Beruhigendes. Vielleicht sind es bei mir kleine Aufgaben, die ich erfolgreich löse. Bei meinem Job bin ich nur ein Getriebezahnrad, beim Rasenmähen sehe ich sofort ein Ergebnis.

Es gibt das Gerücht, dass Du auf dem Blog präsenter wirst. Was wird dort von Dir zu lesen sein? 
Ja, da ist was dran. Ich warte ja immer noch auf Fabian, der mich auf ein Kiezväter-Interview einladen wollte. Aber grad beim Vogerl passieren ja auch viele Sachen, die eher die Väter interessieren. Bestes Beispiel das gemeinsame Radfahren oder das erste Laufrad, das muss gut überlegt sein. Oder auch der Urlaub: Im Ferienhaus, Wohnmobil, in der Heimat, Cluburlaub, mit den Großeltern, oder doch zelten? Mit der richtigen Auswahl des Familienautos will ich erst gar nicht anfangen. Es sind vielleicht auch keine reinen Vater-Themen, aber einer von den Eltern muss sich damit auseinandersetzen. Ich war eigentlich immer so ein zweite Reihe Blogger. Bei unserem Reise Podcast 2009 war ich sehr aktiv, dann stand ich beim Videoblog meist hinter der Kamera und nach meinem Youngtimer-Aufbau-Bike-Blog mache ich hier beim Vogerl nun auch ein bisschen mit.

Dankeschön. 

Ihr habt auch ein Kind, interessiert Euch für Kultur und möchtet darüber reden? Schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.

Nicole vom Kinderbekleidungs-Label Emma und Käthe: “Mein Mann und ich sind ziemliche Spießer”
Alu und Konstantin vom Familienblog Grosseköpfe: “Wir partizipieren anders, aber nicht weniger”.
Andrea vom Runzelfüsschen-Blog: “Liebeserklärung an das Lesen”.
Susanna vom Babyplausch-Blog: “Interview mit einer Berliner Bloggerin”.
Erotik-Autorin Andrea Blumbach: “Der Vorteil von Schubladen”.