Model Elischeba (bloggt auf model-und-mama.de) ist ehemalige Mrs Germany und Zweifachmutter: In den Familienrollen erzählt sie, wie sich ihr Schönheitsideal durch die Schwangerschaftenverändert hat und welches Körpergefühl sie ihren Kindern vermitteln möchte. 

Fotograf Martin Helmers.

Du warst Miss Germany: Was bedeutet Schönheit für Dich?

Ich finde es toll, wenn Menschen von innen heraus strahlen: Wenn das Lachen die Augen erreicht und jemand zufrieden mit sich ist.

 

Hat sich Dein Schönheitsideal als Mutter verändert?

 

Foto Elischeba WildeDer Körper einer Mutter hat wertvolle Arbeit geleistet. Natürlich ist es wichtig auf sich zu achten. Aber ohne Perfektion anzustreben. Denn das ist frustrierend.

 

Ich habe fast die gleiche Figur wie vor meinen Schwangerschaften. Trotzdem sieht man bei Bikinibildern einen Unterschied. Aber es ist in Ordnung, denn dafür habe ich wunderbare Kinder.

 

Ich achte bei meiner Ernährung auf gesunde Zutaten, aber hungern ist nichts für mich.

 

Als Model war ich vor meiner Zeit als Mama mal bei einem Casting, wo gefühlte hundert blonde 1,80 Meter große Frauen gegeneinander angetreten sind. Ich habe mich noch nie so austauschbar gefühlt.

 

Du denkst du musst von allen die beste sein. Meine Kinder lieben mich so wie ich bin – egal, ob die Haare frisch gewaschen sind oder die Kleidung perfekt sitzt. Das ist ein tolles Gefühl und wichtiger als Äußerlichkeiten. Es gibt immer Frauen die jünger, blonder, schlanker oder schöner sind. Aber für unsere Kinder sind wir die wichtigsten Menschen der Welt!

Milchflecken, Übergewicht und Joggingshosen: Nicht jede hat immer die Optik so stark im Blick. Wie kritisch bist Du anderen Müttern gegenüber?

 

Fotograf Martin Helmers. Thailand.

Ich bin anderen Müttern gegenüber gar nicht kritisch. In der Stillzeit bin ich selbst mit Milchflecken rumgelaufen. Ich hatte mich gerade umgezogen und dann war ich schon wieder vollgesabbert. Zu Hause habe ich bequeme und unempfindlich Kleidung getragen.

 

Ich kenne auch stark übergewichtige Mütter. Es steht mir nicht zu darüber zu urteilen. Mit Müttern die sagen, dass es ihnen egal ist wie aussehen, kann ich mich allerdings nicht identifizieren.

 

Welches Schönheitsbild vermittelst Du Deinen Kindern?

Für meine Kinder habe ich schicke Kleidung, wenn wir zum Beispiel eingeladen sind, in Restaurants gehen oder für Fotos. Trotzdem lasse ich sie bewusst im Dreck spielen, weil ich das wichtig finde.

Das stärkt die Abwehrkräfte und macht Kindern Spaß: Dafür habe ich Buddelhosen, Gummistiefel und alte Kleidung.

Ohrringe, Tüllkleider und Co.: Welche Schönheitsdinge machst Du schon mit Deiner Tochter?

 

Fotograf Pierre Wilde.

Meine Tochter liebt Ketten und Armreifen. Ich mache ihr auch gern Zöpfe und habe schöne Schleifen für ihr Haar. Allerdings bin ich gegen Ohrlöcher bei Kleinkindern. Das tut verdammt weh und muss mit zwei Jahren noch nicht sein. Wenn Emily von sich aus Ohrlöcher haben möchte, dann stechen wir welche.

Was rätst Du Frauen, die nicht so im Einklang mit ihrem Körper stehen?

 

Sie sollten sich bewusst machen, dass Äußerlichkeiten nicht alles sind. Manchmal brauchen Mütter nur ein bisschen Zeit für sich, um sich wohler in ihrer Haut zu fühlen. Ich bin persönlich im Sportverein und besuche zweimal wöchentlich Kurse. In den Schulferien finden sie diese nicht statt. Ich spüre, dass ich dann unausgeglichen bin. Das zeigt mir, wie wichtig es ist, etwas für sich zu tun. Sich komplett für die Kinder aufzuopfern und sich selbst zu vergessen hilft langfristig niemanden.

 

Die Kinder wollen glückliche Eltern – keine perfekten.

 

Vielen lieben Dank, Elischeba.

 

Ihr habt auch eine Geschichte, die Ihr gerne mal in den Familienrollen erzählen wollt? Dann schreibt mir doch eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.