Outfitmässig kein Unterschied

Dickbäuchig saß ich, vor einem Jahr ungefähr, im Geburts-Vorbereitungskurs, der nicht so schlimm war wie sein Ruf, und war beeindruckt. Da war diese Frau, etwa in meinem Alter, die von ihrer Schwangerschaft und den Vorbereitungen fürs Wochenbett berichtete. Sie war Ärztin, hatte als einzige nicht den händchenhaltenden Partner mit, sondern die Mutter, und erzählte, dass sie im fünften Stock wohne, einen Hund habe und sonst dort keiner sei. Sie war die erste alleinerziehende Babymutter, die ich kennengelernt habe.  Und das mit Hund. Das stellte ich mir schon irgendwie beeindruckend vor.

Diese Woche waren wir auch alleine. Fünf Tage. Erstmalig. Das frühe Vogerl, der schurkenbeardiesche Hund und ich. Der Vater vom Vogerl dienstreiste und wir waren zum ersten Mal auf uns alleine gestellt, besser gesagt, die beiden auf mich. Da der Kleinste von uns krank war, gingen wir auch nur wenig raus. Das Kind wurde ein wenig mehr bekuschelt, der Hund musste am Abend rüde in den Garten bugsiert werden, und ein paar Mal habe ich das mit dem ordentlichen Essen vergessen. Nicht, dass die Versorgung nichtgeklappt hätte. Nicht, dass ich ungeduscht, mit zerzottelten Haaren, Abends umherlungerte. Nicht, dass ich gar nicht zum Lesen kam, oder nicht zum telefonieren. Aber der Austausch mit eben diesem Mann, den ich mir vor einigen Jahren ganz bewusst ausgesucht hatte, der fehlte.

Als wir wieder einer mehr waren, war die Freude sehr groß. Zumal auch die vierwöchige Elternzeit vom Vater des Vogerls nun endlich beginnt. Gewachsen ist in den letzten Tagen vor allem aber die Hochachtung für Alleinerziehende. Weniger für die fremde Person aus dem damaligen Kurs. Mehr für N. und L. und ein paar andere Alleinerziehende, die das ganz großartig hinkriegen und bei denen ich das mitkriege.  Die leisten wirklich Tolles, kennt Ihr auch ein paar dieser Heldinnen?