Als das frühe Vogerl vergangene Woche den ersten Geburtstag feierte, war ich so rührselig, dass ich sehr früh wach wurde. Immer wieder schaute ich ins Babybett hinein. Hätte ich mir natürlich nie gedacht vorher. Niemals. Einiges hatte ich vor der Schwangerschaft anders gedacht. Einiges hat sich mit dickem Bauch geändert. Einiges mit Baby. Und einiges blieb aber gleich.

Für die Blogparade von “Liebling, ich blogge – Jetzt” habe ich noch mal nachgedacht, wie das so war, mit  meinen Ansichten. Von damals.

“Für eine Schwangerschaft habe ich bereits die perfekten Klamotten.”
Als ich den Test mit den zwei Streifen in der Hand hielt, trug ich ein weites Kleid. Wahrscheinlich. Da bin ich mir deshalb so sicher, weil ich damals immer weite Kleider trug. Oder eben weite Pullis. Deshalb dachte ich mir, mit meinen Klamotten komme ich sicher durch die Schwangerschaft. In Monat fünf musste ich das überdenken und kaufte bei H&M Schwangerschaftsklamotten in Größe 34. In Monat sieben in Größe 36. In Monat acht in Größe 38. Dann musste ich noch einmal einkaufen gehen. Und natürlich konnte ich die Klamotten vor der Schwangerschaft gleich wieder anziehen. Natürlich nicht.

“Ich entbinde mit Wunschkaiserschnitt und bin ein Fan von Fläschchennahrung”. 
Gott sei Dank, hatte ich eine sehr gute Hebamme und bin ein kleines bisschen schlauer als vorher.

Ein Bild aus der ersten Zeit

“Wenn ich stille, dann nur in sehr abgeschlossenen Räumen. Niemand darf dabei sein.”
Der Hunger des Säuglings kann stärker sein als die Prinzipien der Mutter.

“Das Baby braucht Bioklamotten. Öko ist das Ding”. Deshalb hatten wir auch einiges davon gekauft. Je älter das Kind wird, umso weniger ökologisch scheint es aber meistens gekleidet. Die Bioschnuller hat es komplett verweigert. Man munkelt, dass der Kommentar des Patenonkels nicht unerheblich war.

“Ich spreche mit niemanden über die Verdauung meines Sohnes”. Das tue ich tatsächlich nicht. Weniger aus Rücksicht, sondern eher aus Erfahrung: Die Verdauung unserer Hunde fand außerhalb unseres Haushaltes auch noch nie jemand interessant. Ich höre aber zu, wenn andere über die Verdauung ihre Kinder reden und hatte dadurch tatsächlich schon “Aha”- Momente.

“Ich werde keine Baby-Kurse besuchen”. Ich habe das mit den Kursen versucht und fand es tatsächlich ziemlich blöd. Allerdings habe ich aus einem Post-Schwangerschaftskurs ein paar Mädels kennengelernt, die ich regelmäßig treffe und sogar gerne habe.

“Wenn das Baby erst mal da ist, werde ich ganz bald, ganz wild feiern gehen”. “Ganz bald” habe ich verpasst, an “ganz wild” arbeite ich noch.

“Mein Baby ist sicher niedlich”. Und wie. Wie wuchtig die Gefühle sind, die das eigene Kind in einem auslöst, hatte ich nicht vermutet. Da ich aber Eltern, die immer sagen, wie sehr sie ihr Kind lieben, komisch finde, immer noch, sag ich dazu nichts.

Am Bett meines schlafenden Kleinkindes stelle ich fest, dass sich tatsächlich einiges verändert hat. Einiges wusste ich aber vorher schon: Dass sich die Beziehungen zu einigen Leuten verändern werden und ich ein bisschen anders werden würde. Dass der Vater vom Vogerl das ziemlich gut machen und der Schurkenbeardie gut in seine Rolle reinwachsen wird, das hat sich alles bestätigt. Und nach zwei Stunden anschauen wurde mein Geburtstagskind dann schließlich auch wach. Das ist jetzt eine Woche her. Seitdem weiß ich natürlich wieder ein paar Dinge mehr.
Und was dachtet Ihr früher so? Oder wusstet Ihr schon immer Bescheid?