Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen,  die Frühlingskindermama ist eine davon. 


Wie lange hast Du gestillt?

Meinen Sohn habe ich 20 Monate gestillt, da war ich schon mit meiner Tochter im 4. Monat schwanger. Meine Tochter habe ich sogar 2 Jahre und 4 Monate gestillt, bis Anfang September 2015. Beide langen Stillzeiten waren nicht geplant und haben sich so ergeben. Die Kinder brauchten das einfach, da sie weder Flasche noch Schnuller noch Übergangsobjekte akzeptierten.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Bis zum 1. Geburtstag hat eigentlich keiner etwas Komisches gesagt. Nur mir selbst kam es beim ersten Kind ungewöhnlich lang vor. Ich hatte aber eine langzeitstillende Freundin (hat bis über 3 Jahre gestillt) mit gleichaltrigem Kind, so dass ich nicht ganz allein war.

Bei meiner Tochter wurde ich, je älter sie wurde, ab und zu gefragt, ob ich noch stillen würde. Ich habe das dann immer nur bejaht, ohne große Erklärungen. Da sie schon lange nicht mehr unterwegs oder im Freien stillen wollte, bekam es ja auch fast niemand mit. Ich war aber auch selbstbewusster als beim 1. Kind und wusste, es würde irgendwann von allein enden.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Da es beide Male von den Kindern ausging und sie mir signalisierten, wann sie bereit waren, fiel es mir nicht besonders schwer. Ein bisschen Wehmut war dabei, besonders jetzt bei meiner Kleinen, aber im Großen und Ganzen bin ich sowohl mit unseren Stillbeziehungen als auch mit dem Abstillen glücklich, da es einvernehmlich und selbstbestimmt erfolgte.

Beide Kinder stillten sukzessive immer weniger (mit stärkeren Phasen zwischendurch bei Krankheit, Umstellungen wie Kitastart etc.) und hörten dann eines Tages ganz auf. Bei meinem Großen war das nachmittägliche „Kita-Verarbeitungsstillen“ die letzte verbliebene Stillmahlzeit, bei meiner Kleinen das morgendliche Aufwachstillen.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Die Möglichkeit, sein Kind problemlos und schnell mit Nahrung zu versorgen, war wirklich wunderbar. Kinder schlafen anfangs recht zuverlässig an der Brust ein, wenn auch wie im Falle meines Großen nicht tief und nicht ablegbar. Das Einschlafstillen fand ich meistens sehr entspannend. Mit meinem Großen, der ein sehr unkuscheliges Kind war, bedeutete das Stillen die einzige Form des Körperkontakts, die er zuließ. Mit meiner Kleinen hatte ich eine sehr innigliche und symbiotische Stillbeziehung, die ich sehr genossen habe. Ich fand es erleichternd, dass sich die Kinder sehr schnell (und manchmal nur) durch die Brust beruhigen ließen. Gerade mein Großer, der sehr unruhig war und viel zu verarbeiten hatte, brauchte das sehr.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Solange das Stillen als reine Nahrungsquelle diente, die immer bereit stehen musste, habe ich oft Freiheit, Flexibilität und Selbstbestimmtheit vermisst. Mein Großer war als Baby ein Dauerstiller, der anfangs stundenlang an der Brust hing. Das schränkte mich sehr ein. Als das Stillen aber nur noch als Trost, Beruhigung, Kuscheln, Körperkontakt diente, konnte ich es sehr genießen und merkte auch, wie wichtig es für meine Kinder war.

Vermisst habe ich Bestärkung und Zuspruch für das Langzeitstillen im privaten Umfeld. Aber zum Glück habe ich nie wirklich blöde Bemerkungen bekommen. Höchstens überraschte Gesichter. Aber das kann ich niemandem verdenken. Denn überrascht war ich selbst auch, dass ich eine Langzeit-Stillmama geworden bin.

Hier noch zwei Links zu Texten, in denen ich auf meinem Blog darüber geschrieben habe: Beim Sohn und bei der Tochter.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.