Mit ihrem Blog “Geborgen Wachsen” erzählt Susanne einer großen Leserschaft ohne Dogma, worauf es bei der Erziehung ankommt. Ihre Leidenschaft ist auch ihr Beruf, in den  Familienrollen verrät sie, welches Netzwerk ihr dabei hilft und mit welchem neuen Projekt sie Eltern vor überflüssigen Anschaffungen bewahren möchte. 

Du bist Kleinkindpädagogin, Mutter von drei Kindern, bloggst und schreibst aktuell an Deinem dritten Buch. Außerdem startest Du bald noch ein weiteres Projekt. Wie organisierst Du Deine Arbeit?

Susanne mit Mann Caspar und dem dritten Kind.

Ich habe 2012 mit dem Bloggen auf geborgen-wachsen.de angefangen. Damals arbeitete ich noch „nur“ als Familienbegleiterin und Heilpraktikerin und war gerade mit dem zweiten Kind schwanger. Nach der Geburt des zweiten Kindes gab ich erstmal keine Kurse mehr und schrieb dafür mehr Blogartikel – auch damals schon meistens abends, wenn die Kinder dann schliefen. Das Blog wuchs, ich schrieb mehr – das ging Hand in Hand. Nach und nach begann ich auch damit, Geld mit dem Blog zu verdienen und so kehrte ich in kleinerem Umfang in die vorherige Arbeit zurück und arbeitete nur noch am Wochenende, besuchte Familien zu Hause und hielt Vorträge. Dann kündigte sich Kind 3 an.

Da das Blog so gut lief und so bekannt war, hatte ich einen Vertrag für das Buch zum Blog bekommen und schrieb noch mehr und gab noch weniger Kurse. Dies auch deswegen, weil unser zweites Kind nicht in den Kindergarten ging und es so die beste Arbeitsaufteilung für mich war. Ich schrieb immer abends – entweder Blogartikel oder an meinem Buch.

Kind Nummer drei wurde im März geboren, fast zeitgleich kam mein Geborgen-wachsen-Buch heraus. Ich wusste schon vor der Geburt, dass ich diesmal keine normale Elternzeit machen, sondern weiter arbeiten würde. Das Buch war so ein Erfolg, dass die erste Auflage innerhalb weniger Wochen verkauft war. Die zweite Auflage wurde gedruckt, ich begann die Arbeit am Folgebuch (Geborgen wachsen nach dem ersten Geburtstag) und es flatterte auch noch ein Auftrag für ein weiteres Buch ins Haus. Schon vor der Geburt des dritten Kindes hatte ich geplant, bald auch noch weitere Projekte zu planen neben dem Schreiben.

Natürlich ist es nicht einfach, zwei kleine Kinder zu Hause zu begleiten und „nebenher“ zu arbeiten. Die meiste Arbeitszeit findet bei mir in den Abendstunden statt. Dann schreibe ich Blogartikel und Texte für meine Bücher. Seit einiger Zeit habe ich auch noch eine Babysitterin, die zweimal in der Woche zu uns kommt. Sie spielt nebenan mit meinem mittleren Kind, während das Große in der Schule ist und mein Baby bei mir schläft und in dieser Zeit arbeite ich auch tagsüber. Das ist nicht immer einfach, weil der Tag so zusammengestückelt ist aus vielen kleinen Arbeitszeiten, aber es ist für mich ein gutes Modell, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Für so eine Arbeitsaufteilung braucht man sicher ein funktionierendes Netzwerk?

Ja, das braucht man. Und besonders braucht man einen Partner, der das so mit trägt und einspringt, wenn es notwendig ist. Glücklicherweise ist das bei uns der Fall und mein Mann findet meine Arbeit gut und wichtig. Auch wenn er in seinem Beruf mehr verdient, haben wir eine Aufteilung gefunden, dass unsere beiden Arbeitsgebiete gleich wichtig sind. Das bedeutet, dass er einspringt, wenn ich wichtige Termine habe und anders herum.

Wenn ich beispielsweise berufsbedingt reisen muss und nur ein Kind mitnehmen möchte oder kann, nimmt er Urlaub, um bei den anderen zu bleiben. Wir haben uns als gutes Team zusammen gefunden und schätzen unsere jeweiligen Interessen, unsere Arbeit und die Hobbys und haben einen Weg gefunden, dass jeder seinen Wünschen nachkommen kann. Mit einem kleinen Baby im Haus fällt das momentan geringer aus, aber insgesamt ist es wichtig, dass jeder seinen Sachen auch weiterhin nachgeht.

Zu all dem, was Du machst, kommt demnächst noch ein weiteres Projekt. Warum und wie machst Du das?

Eigentlich sind es sogar noch mehrere Projekte, die dieses Jahr anstehen. Den Auftakt macht aber eines, das mir sehr am Herzen liegt. Als Mutter von drei Kindern und als Familienbegleiterin bin ich schon so lange damit beschäftigt, was Babys brauchen und was sie gerade nicht brauchen.

Susanne mit ihrer Freundin Milena. Niedlicher Hutträger an Susanne: Das dritte Kind.

Viele Dinge, die uns als Eltern eingeredet werden, brauchen wir gar nicht – bzw. Babys brauchen sie nicht. Und es gibt viele Sachen, die uns mehr Nähe oder ein sichereres Aufwachsen versprechen, aber in Wirklichkeit mehr Distanz und Verunsicherung schaffen. Das fängt bei der Überwachung und Protokollierung des Stillens an und geht weiter über elektrische Babywippen, Maschinen, die das Schreien des Babys erklären sollen, bis zu selbstfahrenden Kinderwagen. Eltern werden heute einfach sehr viel verunsichert und aus dieser Verunsicherung wird Geld gewonnen.

Ich möchte nun wieder Vertrauen und Natürlichkeit zurück bringen in die Elternschaft: Eltern sollen erfahren, was sie wirklich brauchen – und was eben nicht. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Produkte, die nachhaltig und ökologisch sinnvoll sind. Ganz besonders brauchen Eltern Unterstützung und anpackende Hände – mehr als viele Dinge, die man kaufen kann. All diese Überlegungen und meine eigenen Erfahrungen habe ich zusammengetan und ein Set zusammengestellt für Eltern, in dem sie alles haben, was sie wirklich brauchen. Und das ökologisch vertretbar, langlebig und sinnvoll. Zusammen mit meinem Mann und meiner Freundin Milena, die „Ein guter Plan“ und „Original Unverpackt“ entwickelt hat, habe ich viele Monate an dieser Idee gearbeitet und wir stellen unser Ergebnis nun endlich im August vor.

Wer ein Baby erwartet, kann den Newsletter zum Projekt abonnieren und bekommt dann alle Informationen zum Projekt, zum Start und auch viele weitere Ideen mit unserer „Erstlingspost“ zugeschickt.

Was möchtest Du Eltern sonst noch mit auf den Weg geben?

Elternschaft ist wunderbar. Kinder haben ist wunderbar. Es ist auch anstrengend, aber die vielen schönen Momente heben die Anstrengungen auf. Es ist immer wichtig, auf sein Herz zu achten und sich nicht verunsichern zu lassen. Das ist manchmal nicht so einfach. Deswegen ist es so wichtig, Freunde und ein Netzwerk zu haben, das einen gerade nicht verunsichert, sondern unterstützt, bestärkt und mit anpackt.
Danke Dir für Deine Zeit und alles Gute für die Zukunft.