Als das frühe Vogerl ganz klein war, gab es ein lustiges Phänomen: Wenn mein Mann den Kinderwagen schob, erntete er oft verliebte Blicke. Damit sind jetzt aber weder die vom frisch erwachten Kind, noch die von der etwas zerzausten Mutter gemeint. Herzchen rief er hervor in den Augen fremder Frauen. Im Kulturkaufhaus oder im Ladenlokal. Zum Beispiel. Ich fand es lustig, wurde mir nie ganz klar, was sich die Frauen dadurch versprachen. Vielleicht ist ein Mann, der sich so offensichtlich um sein Kind kümmert, ein Beispiel für das Phänomen “moderner Mann”, das Frauen besonders attraktiv finden. Wenn ihr Mann sich als “moderner Mann” gibt,  so schreibt Andrea vom Runzelfüsschen Blog, ist er immer der Superpapa, sie in gleicher Situation die Normalemama. Mit Ausnahme der verliebten Blicke habe ich das in der Form noch selten mitbekommen. Der moderne Mann schiebt, füttert, wickelt und trägt mitunter. Eine Aufregung, aber für wen?

Befremdung wirft das mitunter bei der älteren Generation hervor: Begeisterung bei dem weiblichen

Zwei Männer beim Frühstück

Teil (“Hätte ich auch schön gefunden”) und Irritation bei den Männern (“Warum macht der das?”). Wenn mir Männer die Geburtswehen beschreiben, befremdet das allerdings auch mich, denn alles kann man nun Mal nicht teilen. Und Gleichmachung ist ja auch nicht immer erstrebenswert.

Bei unserer Entscheidung zur Elternzeit, hatte ich schon gemerkt: Es gibt viele Meinungen (“Bitte unbedingt teilen”, “Das ist doch nichts für den Mann”, “Er muss auch mal mit dem Kind alleine sein”, “Aber Ihr nutzt das doch nicht zum Verreisen?”), die tangieren mich allerdings wenig. Ich hoffe, das bleibt so. Meinen Mann mochte ich auch schon, bevor er den Kinderwagen schob. Da können im Kulturhaushaus ruhig welche verherzelt schauen.

Dieser Text war Teil der Blogparade zum Thema “Superpapas und Normalomamas” vom Runzelfüsschen-Blog.

Für die neue Blogparade von  Ratzefatze Pustekuchen #Papakanndas schicke ich ihn noch mal ins Rennen.