Wir sind die Urlauber, die gerne einen Rückzugsort haben. Wir sind die Urlauber, die gerne in die Einöde fahren. Wir sind aber auch die Erwachsenen, die es als Kinder toll fanden, wenn sie dort Urlaub gemacht haben, wo Gewusel war. Als Kinder waren wir Eltern (getrennt, nicht gemeinsam) in italienischen Appartments, in Clubanlagen und auf Campingplätzen unterwegs und fanden die vielen Leute dort toll.

 

Vielleicht auch unsere Kinder? Das wollten wir rausfinden und so ging es für drei Tage nach Unken ins Kinderhotel Post. Ob ein Hotel, das extra für ganz kleine Leute konzipiert wurde, für uns Erwachsene auch entspannend sein kann? Genau das wollten wir herausfinden.

 

Sonntagnachmittag: Unser Urlaubsort Unken ist im Salzburger Land. Da wir Familie ums Eck haben, und immer ein bisschen auch in Österreich Zuhause sind, war unsere Anreise vergleichsweise kurz. Der Parkplatz ist bereits voll und wir sind gespannt, was uns erwartet.

 

Am Empfang macht uns ein netter Typ mit dem Hotel vertraut, führt uns durchs Hotel und während die Jungs sich kurz zum Frischmachen auf die Toilette verziehen, verrät er uns Mädels, wo er eigentlich herkommt. Er ist aus Berlin.

Wir kommen gerade rechtzeitig, um die Nachmittagsjause noch zu genießen. Brötchen, Obst und Kuchen: Ich verliebe mich ein bisschen in die Sacherschnitten und bin ein klein wenig irritiert, weil anscheinend jeder hier Mitte 30 ist und alle Kinder im Alter zwischen 1 und 4 haben. Auf der Heimfahrt werde ich mir selbst die Antwort dazu geben: In Österreich ist gerade Ferienbeginn, größere Kinder haben einfach schon anderswo zu tun.

 

Den Nachmittag verbringen wir in der hoteleigenen Therme: Bei 35 Grad schwimmen wir ins Freie und sind begeistert, obwohl der Parkplatz voll war, verläuft es sich. Kein Gewusel, kein Geschrei und im Kinderbecken ein paar Leute, die einen wirklich netten Eindruck machen.

 

Auf 18 Uhr ist das Kinderbuffet geplant, für Erwachsene kommt es dann später: Ein bisschen habe ich Angst, dass sich jetzt gleich 50 Kinder gegenseitig mit Nudeln mit Tomatensauce bewerfen. Mein Sohn mag keine Tomaten.

 

Doch ich werde überrascht: Wir werden in eine ruhige Ecke geführt. Die Jungs holen sich beim Kinderbuffet etwas für die Kleinen, mein Junge zapft sich seinen Apfelsaft und während die Kinder fröhlich Nudeln und Gemüse (nur eine davon mit Tomaten) essen, beginnt unser 4-Gänge-Menü. Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich – neben Kuchen – österreichisches Essen wirklich, wirklich liebe? Für den Nachtisch bin ich kurz weg, weil Smiley (großes gelbes Plüschtier) die Kinder – und manche Eltern – zum Tanz holt.

 

Mein Junge liebt es. Alleine dort bleiben will er aber nicht, zu fremd ist noch die Umgebung und die Leute.

 

Montagmittag

Gesundes Frühstück geht im Hotel gut.

Nach einem fulminanten Frühstück (Ich liebe Hotelfrühstück!) haben wir einen kleinen Ausflug in den benachbarten Bikepark Leogang gemacht. (Demnächst mehr dazu auf unserem Zweitblog Radfamilie.de)

 

Wieder zurück im Hotel: Bevor wir erneut ins Schwimmbad gehen wollen, entdecken wir den Indoor-Spielplatz. Mit einer Rutsche geht es ins Nirgendwo. Kein Problem für die Kinder. Aber ein großes für die Mutter. Heldenhaft schwinge ich mich mit runter und wir laden im Bälleparadies, und jeder Menge Zeugs für Kinder zwischen 1 und 6. So wie unsere eben.

 

Ein Traum.

Das Abendessen ist wieder ein Gedicht, und Smiley mittlerweile ein guter Bekannter: Vielleicht wäre mein Junge sogar geblieben, aber das Thema “Kräuter” lockt nicht ganz so wie am Vortag die Kinderdisco.

 

Dienstagabend

 

Schön langsam kommen wir hier in einen richtigen Rhtythmus rein. Den regnerischen Vormittag haben wir außer Haus verbracht, um am Nachmittag den Garten zu erkundigen. Traumhafte Spielplätze und jede Menge Bobby Cars sind zu finden. Und ein ultimativer Tipp von meinem Mann: Spätestens wenn man mit den Kindern auf dem Spielplatz ist, ist klar: Nur eine Hose mit in den Urlaub zu nehmen, das ist echt eine blöde Idee.

Wir wandern über das Gelände und entdecken ein kleines Tretboot, das frei zugänglich ist: die Jungs drehen eine Runde übers Wasser und wir Mädels wandern mit dem Leihbuggy weiter.

 

Unser Wasser-Ausblick.

Dann geht es natürlich wieder in den Pool: Mein Junge hat einen Freund gefunden, und ich bin mit der Mutter so warm geworden, dass sie mir kurz ihr Baby anvertraut. Wir scheinen anzukommen. Und dann ist auch schon wieder Abend, das wunderbare Essen, das ich hier auch mal einzeln verbloggt habe, kommt und Smiley lädt zum Tanz.

 

Unser Bett.

Im Kinderhotel haben wir übrigens Premiere: Beide Kinder schlafen gemeinsam in einem Zimmer und im Großen und Ganzen hat das wirklich gut funktioniert. Zum Abschluss des Tages geht mein Mann noch nachtschwimmen: Vom Fenster aus, sehe ich ihm zu, wie er seine Bahnen zieht. Kurz nachdem er zurück kommt, geht auch das Wasser schlafen. Jede Nacht wird das Wasser zur Reinigung in ein zweites Becken unter die Erde gepumpt.

Zimmer-Aussicht.

 

Mittwochmorgen

 

 

Am frühen Morgen will mein Junge immer schauen, ob das Wasser schon zurück ist und gleichzeitig wird klar: Heute geht es nicht baden. Der Urlaub neigt sich dem Ende zu. Nur noch einmal frühstücken und dann geht es nach Hause.

 

Wie wir unseren ersten Kinderhotel-Besuch fanden?

Unser Fazit: Wir fanden es wirklich schön, und haben fest vor – das müssen wir auch fast zwei Wochen später unserem Jungen immer mal wieder zusichern – wieder nach Unken zu fahren.

Das Essen – nur falls das nicht deutlich wurde – war phantatisch und auch die Möglichkeiten, wie man sich als Familie gut beschäftigen konnte, waren super.

Über die Kinderbetreuung können wir wenig sagen, da wir die Animation auch nur am Rande mitbekommen haben, vermuten aber, dass unser Junge bei einem erneuten Besuch diese in Anspruch nehmen möchte.

Auf den ersten Blick fanden wir die Preise etwas hoch, was vermutlich daran liegt, dass unsere Kinder die Betreuung gar nicht genutzt haben. Für Eltern, deren Kinder etwas älter sind, oder Familien, die einfach gerne diese Betreuung nutzen möchte, hat der Preis schon wieder eine ganz andere Berechtigung. .

 

Und was ich wirklich, wirklich toll fand: Wir fühlten uns alle total erholt.

 

Wie ist das bei Euch: Ward Ihr schon mal in einem Kinderhotel?

 

Der Beitrag entstand im Rahmen einer Pressereise: Unsere Meinung bleibt davon unbeeinflusst.