Äpfel

Dem geneigten Leser wird hier nicht entgangen sein, dass es sich bei uns um eine sehr kuchenaffine Familie handelt: Auch wenn ich seit dem Abstillen nicht mehr täglich Kuchen brauche, ganz wegzudenken ist er nicht. (Nicht nur) Mehlspeisentechnisch fühl ich mich Österreich sehr verbunden, deshalb nun also ein Apfelstrudel-Workshop.

 

Ja, so etwas kann man in Berlin tatsächlich machen. Rita, dialektfreie Österreicherin – sowas gibt es wirklich,  bietet das in ihrem Strudelka im Wedding an: In nur drei Stunden fabrizieren wir also unseren ersten eigenen Strudel.  Erstaunlich fand ich, dass fast jeder davon träumt mit seinem Backwerk fotografiert zu werden und dass auch der eigene Strudel sogleich gut schmeckt.

 

Hier habe ich mal in sechs Schritten aufgeschrieben, wie so ein Strudel gelingen kann. Die Zutaten gelten immer für zwei bis drei Strudel. (Einfrierfaktor)

Gezogener Apfelstrudel: das Rezept

 

1.) Die Zutaten vom Teig:

Man nehme 200 Gramm feines Mehl, ein Achterl handwarmes Wasser, ein bis zwei Esslöffel Öl, einen Essöffel Apfelessig und eine Prise Salz und vermischt das in einer Schüssel.

 

2.) Der meditative Teil:

Dann wird der Teig geknetet und geschlagen: und das ganze zwanzig Minuten lang. Wie irre, dachte ich. Wie entspannend, merkte ich. Zwanzig Minuten, die man sich hingebungsvoll dem Teig widmet: Fand ich super.

Der Teig wird zu einem Laiberl geformt und darf mit ein wenig Öl gut zugedeckt 30 bis 60 Minuten rasten.

 

3.) Die Fülle vom Apfelstrudel:

Man nehme 1kg möglichst sauer und fest, Saft einer Zitrone, wieder einen Esslöffel Apfelessig, ein bis zwei Esslöffel Zucker, einen Esslöffel Vanillezucker, einen halben Esslöffel Zimt und eine Prise Salz.

Außerdem ca. 100 Gramm Semmelbrösel, ca. 80 Gramm Butter für die Brösel und zwei Esslöffel Zucker für die Brösel und für später ca. 80 Gramm Butter zum Bestreichen.

 

Während der Strudelteig vor sich hin rastet, werden die Äpfel im Ganzen geschält und bei der Gurkenvariante des Schälers verkleinert. Zitronensaft, Essig, Zucker, Vanille, Salz und Zimt werden beigemengt und abgeschmeckt: Es sollte nicht zu süß schmecken.

 

Die Butter wird für die Brösel geschmolzen, Brösel mit Zucker und Zimt darin goldig geröstet.

 

4. ) Gezogen wie ein Strudelteig:

 

Der Strudelteig darf aus seiner Schüssel raus und wird gezogen: Ähnlich meditativ, aber schon mit größerem Risiko. Der Moment, wo sich so ein Workshop für den Apfelstrudel definitiv lohnt: Ich hab mich immer gefreut, wenn die Kursleiterin zur Begutachtung vorbei kam. Ärmel hoch bis zum Ellbogen, alles mit Mehlbestäuben und dann geht es los: Der Strudelteig wird gezogen und die scheinbar wichtigste Regel lautet: Bloß nicht die Krallen ausfahren. Auf einem Geschirrtuch wird der fertige Teig abgelegt. Abgelegt wird er auch immer vorher, wenn er zu reißen droht und im Idealfall sieht man die Karos durchschimmern.

 

5.) Die Befüllung vom Apfelstrudel:

Der fertige ausgezogene Strudelteig wird mit der flüssigen Butter bestrichen, und zwei Drittel der Fläche werden mit Bröseln belegt und darauf kommt die Apfelfülle. Anschließend werden die Ecken eingeklappt und das Ding wird gerollt und darf in den Ofen. Bei 180 Grad wird er goldbraun gebraten.

6.) Essenszeit:

 

Mit Puderzucker bestäubt und mit einem Klacks Schlagobers habe ich nach diesem Kurs festgestellt: der Apfelstrudel schmeckt tatsächlich (fast) genau so gut wie der Apfelstrudel meiner Kindheit.

 

 

Für alle die in Berlin sind und die drei Stunden Zeit haben, würde ich den Workshop empfehlen: Kurzweilig und nett. Der Nächster Termin ist 27. März um 18 Uhr 30 (Zeit stimmt):  im Strudelka,  Sparrstraße 18, 13353 Berlin.

 

Ich danke Rita für die Einladung zum Workshop.