Alltag, Kultur mit Kind

Update: Ich bin wieder hier

2019 war das Jahr in dem sich einige Bloggerinnen verabschiedet hatten, um für immer mit dem Bloggen aufzuhören. Nun ist 2020 und einige sind wieder hier. (An dieser Stelle: Gute Entscheidung Glucke und So) Ich selbst hatte nie vor, dass ich mit dem Bloggen aufhören und dann ist es aber tatsächlich fast passiert.

Zwei oder drei Beiträge gab es noch im Herbst und “Huch, das ist ja fast schon ein halbes Jahr her”.  Wie kam es dazu? Ich war beschäftigt. Die geneigte Leserschaft, die vielleicht noch da ist, weil ich ja davor fünf  Jahre lang recht eifrig geschrieben habe, weiß es vielleicht noch, wir haben Mitte letzten Jahres unseren Lebensmittelpunkt von einer Metropole in eine Kleinstadt verlegt und das hat uns ganz schön auf Trab gehalten.

Wie war es?

In Berlin habe ich oft tagelang kaum jemanden außer meiner Familie gesehen und wir haben am Wochenende Kulturprogramm gemacht. Überraschung: das ist hier anders. Dass ich meine Ursprungsfamilie nun wieder viel öfter sehe, find ich super. Dass ich den ganzen Tag Leute sah, die ich für ein “kleines Gespräch” kannte, für mehr aber nicht, hat mich unglaublich gestresst. Und ich war im Sommer emotional etwas durcheinander. Später fiel mir mal ein, dass ich selbst eine Bachelor-Arbeit über den Re-Entry-Schock geschrieben habe. Da ging darum, dass nahezu alle “Heimkehrer” aus dem Ausland drei Monate gebraucht haben, bis sie wieder angekommen sind.

Nun denn: es war eine sehr kluge Arbeit. Hier kann man auch einen Ironie-Smiley einfügen, bin jetzt nicht größenwahnsinnig geworden. Im Herbst war ich dann auch endlich da. Denn es gibt sehr viele Dinge, die hier richtig cool sind. Ganz wichtig: Die Kinder lieben es. Von der ersten Minute an. Sie haben das Glück im Kindergarten auf nette Kinder getroffen zu haben, mögen es, dass die Familie aus mehr als Vater und Mutter besteht, also auch aus Menschen, dies sie häufig sehen und sind echt angetan davon, dass man die anderen Kindergartenkinder auch immer mal wieder unterwegs sind. Das kommt in Berlin bestimmt auch vor, bei uns war das allerdings weniger der Fall. Dass sie nicht mehr jede Woche ein kleines Zusatz-Kultur-Programm kriegen, scheint sie weniger zu stören, zum einen hat der Spielplatz eine andere Bedeutung und zum anderen: Wer hin und wieder auf Instagram nachschaut, der weiß es, wir sind auch recht oft unterwegs. Das allerdings ist eher für mich: würde es nur nach Mann und Kindern gehen, wäre das weniger der Fall. Sie sind aber auch schnell zu überreden.

Was machen wir jetzt?

Wir leben jetzt in der Kleinstadt. Und ich finde es gut. Ich bin immer irritiert, wenn mich die Leute fragen, ob es denn jetzt besser oder schlechter wäre, weil das so nicht funktioniert. Es ist einfach anders. Und das ist gut so. Hier leben unglaublich tolle Menschen und ich mag die Gegend, nach einiger Zeit sogar wieder den Nebel. Beruflich hat sich einiges geändert, aber ich schreibe weiter. Davon erzähle ich das nächste Mal: kann ja nicht gleich das ganze Pulver verschießen.

Wie geht es hier weiter?

Ich schreibe weiter, weil ich den Austausch mag. Ein Großteil meines Austausches der letzen Wochen fand in den letzten Monaten bei Twitter statt, dort stelle ich täglich eine Frage: Dezenter Link. Ob es wieder regelmässige Familienrollen geben wird? Ich glaube nicht Ob es wieder Interviews geben wird? Bestimmt. Wahrscheinlich handelt dieser Blog in Zukunft mehr von mir. Aber es ist immer noch der Blog vom frühen Vogerl: Wir stehen immer noch früh auf. Essen immer noch viel Kuchen. Sind immer noch gerne unterwegs. Aber ich werde wahrscheinlich in Zukunft noch weniger von den Kindern erzählen, die werden ja immer älter und meine Einstellung zur Privatsphäre kennt Ihr vielleicht noch, die sollte auch die eigenen Kinder beinhalten.

Wie auch immer: Ich bin jetzt wieder da. Ihr auch noch?

PS.: Das Foto zeigt mich mit Kopfhörern und Musik – das ist besonders krass, weil  das so gut wie nie vorkommt. War aber gut.

 

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