Kultur mit Kind, Nachgefragt

„In meiner Welt gibt es nicht nur mich. Es gibt uns und das ist auch verdammt gut so. Das macht richtig Spaß.“ / Kultur mit Kind Interview mit Alina von Lieblingichbloggejetzt aus Köln

Alina (Blog: lieblingichbloggejetzt.com) ist eigentlich Krankenschwester, warum sie mit ihrem Job manchmal Schwierigkeiten hat, wie sie zum Bloggen gekommen ist und was eigentlich ihr Partner dazu sagt, erzählt sie im Kultur mit Kind – Interview. 

Stell Dich bitte kurz vor. 

Ich heiße Alina. Wohne in der „wunderschönen“ Stadt Köln und bin wenn dieses Interview online geht siebenundzwanzig Jahre jung.

Zum Bloggen bin ich vor über einem Jahr gekommen, als ich mich auf eine Blogstelle für Sport mit Kind beworben hatte. Dieser Kurs suchte eine junge Mami die Lust hat mit ihrem Baby Sport mit Kind zu machen und nebenbei darüber zu schreiben.

Ich hatte große Lust meine letzten 20 Kilo zu verlieren und bewarb mich auf diese Stelle.

Ein halbes Jahr betrieb ich diesen Sport und bloggte drüber. Heute ist der Blog mehr als ein Begleiter in meinem Leben. Inzwischen ist er etwas Eigenständiges und darauf bin ich unglaublich stolz.

Du bist Krankenschwester und Bloggerin: Wie kannst Du zwischen den beiden Polen hin und her springen?

Das Bloggen hat mir geholfen. Vielleicht hat es mich sogar auf eine Art und Weise gerettet, denn es hat mir gezeigt, dass es mehr gibt, als Leid und Tod und krank sein. Es hat mir dabei geholfen meinen beruflichen Horizont zu überarbeiten und dran zu bleiben.

Nicht zu sagen, dass nur weil ich Geld verdiene, der Weg hier zu Ende ist. Ich möchte dran bleiben. Ich möchte, wenn mein Freund mit seiner Ausbildung fertig ist, ein Studium anschließen. Ein Studium, das sich mit dem Schreiben beschäftigt: Germanistik, Online-Redakteur an der Fachhochschule, Konkretes weiß ich noch nicht: Aber ich weiß, dass mein Weg hier noch nicht zu Ende ist.

Der Blog hilft mir wunderbar abzuschalten und meine Ziele nicht aus den Augen zu verlieren. Allerdings schreibe ich nicht viel über meine Arbeit als Krankenschwester, über die Missstände die wir alle mittlerweile ertragen müssen. Das Gefühlt dem Patienten  nicht mehr gerecht zu werden, weil schlicht und ergreifend zu wenig Personal da ist.

Die Pflege hat mich verloren, nicht weil die Arbeit schlimm ist, sondern wegen der Umstände. Ich war seitdem ersten Tag eine Vollblutsschwester. Habe meine Dinge mit Herzblut verrichtet, weil mir die Arbeit am Menschen lag. Heute arbeitest du deine Aufgaben ab. Mit Blick auf die Zeit. Der Mensch kommt in diesem System irgendwo ganz, ganz unten und solange DAS die Politik nicht endlich mal akzeptiert und handelt, werden sie weiter die jungen Menschen in eine Ausbildung rein quatschen müssen und wir müssen uns hinterfragen, ob wir nach diesem Standard überhaupt gepflegt werden wollen.

Wie du siehst: ja mich macht das Arbeiten sehr oft nachdenklich. Ich denke viel über ethische Dinge nach.

Frage mich in wie weit unser Handeln vertretbar ist und auch viele medizinische Entscheidungen nehme ich wie viele mit in meine kleine Schublade mit auf.

In meiner Ausbildung hatte ich ein zwei Momente, die mich sehr, sehr belastet haben.

Von einem Fall kenne ich sogar bis heute noch den Namen des Patienten. Seine Geschichte, seinen Stolz werde ich nie vergessen. Oft sind wir Krankenschwestern in der Gesellschaft nur die Hilfskräfte der Ärzte, aber so ist es nicht. Wir tun ganz andere Dinge. Wir begleiten, pflegen, kommunizieren und sind in einer Zeit da in der etwas „anders“ ist, ein Umbruch stattfindet, mal klein und leider auch manchmal riesengroß.

Ich möchte keine Ärztin werden, das was ich tue ist eine Herzensangelegenheit von mir.

Durch meinen Beruf bin ich Mensch geworden. Ein dankbarer Mensch, aber auch ein sehr ängstlicher Mensch. Ich habe gesehen, wie schnell die Wege einen trennen können. Wie schnell eine Botschaft eine Familie auseinanderreißen kann. Doch ich habe auch gesehen, wie dankbar Sterbende sein können. Wie sterbende und Familien interagieren und wer am Ende wirklich hilfe braucht. Der Tod ist ein ständiger Begleiter eines Lebens. Auf der einen Seite hat mich dies gestärkt auf der anderen Seite verunsichert, aber über all das bin ich zudem Menschen geworden der ich heute bin – stark.

Es ist mir egal wie oberflächlich mich andere sehen. Ich weiß was meine Hände getan, meine Augen gesehen und mein Herz fühlt und nur darauf kommt es am Ende eines Tages an.

Dein Blog lieblingichbloggejetzt.com intendiert, dass Du Deinen Partner mit dem Blog überrascht, wenn nicht gar überrumpelt hast, welche Rolle spielt das Bloggen in Eurer Beziehung und wie steht Dein Partner dazu? 

Mein Freund stand am Anfang hinter der Geschichte. Er fand es toll, dass ich in meiner Elternzeit etwas Neues ausprobiere und schaffe.

Ich wollte schon immer schreiben. Es war immer einer dieser ungelebten Träume und dann war diese Chance zum Greifen nah. Es war ja nicht so, dass ich noch nie einen Blog hatte, aber auf diesen kam wochenweise keine Menschenseele und da war nun die Chance.

Er fand es gut und bestärkte mich. Machte Bilder und war bei jedem Schritt mit dabei. Die Zeit in der er den Blog nicht mehr respektierte kam, als ich wieder anfing zu arbeiten. Inzwischen war der Blog gewachsen und vom Aufwand zu einem kleinem Job heran gewachsen und nun hatte ich statt einer halben Stelle, zwei Stellen und beide mit mehr Aufwand als vorher angenommen. Dort liegt der Schlüssel begraben.

Zudem ist mein Freund schon immer jemand gewesen der „seine“ „unsere“ Probleme nicht nach außen trägt. Für ihn sind Probleme etwas das in die Familie gehört. In den Kern. Dort reichen sie vollkommen aus und sind eigentlich schon viel zu viel.

Ich hingegen bin jemand der gerne über seine Dinge spricht, sie gerne niederschreibt, denn über das schreiben kommen neue Ansätze, neue Sichtweisen, aber am wichtigsten über das schreiben und aussprechen habe ich immer das Gefühl, dass ich andere „stärken“ kann.

Denn wir alle handhaben es so wie mein Freund, das ist doch die Regel oder? Wir haben Probleme und über die spricht man nicht. Wir machen derzeit eine Paartherapie, weil ich und auch er letzendlich gesagt haben, so wollen wir nicht mehr leben.

Ich bin mir zu gut dafür, um so leben zu wollen, total egoistisch ist dieser Gedanke, doch andere denken wir stehen am Ende der Beziehung. Schauern uns bedauernd an, dabei stehen wir gerade erst am Anfang. Seit der Therapie reden wir wieder miteinander, nicht gegeneinander. Wir sprechen über unsere Zukunft, über ein zweites Kind, ein Haus und das nicht weil wir verdrängen, ganz und gar nicht. Wir sprechen darüber, weil wir jetzt mehr Lust auf einander haben wie je zuvor.

Wenn ich andere Paare höre und sehe haben die keine anderen Probleme als wir. Sie gehen nur anders damit um, aber das bedeutet nicht das sie weniger verletzt sind, als ich es war. Ich habe nur in meinem Leben gelernt, dass ich das nicht will.

Das Leben ist zu kurz um schlecht zu sich zu sein. Stattdessen gehe ich lieber einmal die Woche zu einer netten Dame und lerne wie es uns gut geht. So macht doch das Leben Spaß oder nicht?

Inzwischen haben wir darüber auch gelernt den Blog in unser gemeinsames Leben zu integrieren. Er ist Teil meines Jobs. Ist über ein Hobby hinaus gewachsen. Und über die Art und Weise des Akzeptierens haben wir auch akzeptiert , welcher Mensch ich bin und dazu gehören eben auch Texte, wie: Du warst ein Fehler.

Meine Texte sind zwar persönlich, aber am Ende jeden Textes lässt sich ein positives Ende finden.

Besonders schön finde ich an Deinem Blog, dass Du immer wieder über den
Wandel schreibst, wie Du Dich als Mutter verändert hast. Was ist für Dich ganz konkret anders geworden?

Vieles, aber es endet alles in einer Schnittstelle – ich liebe mich.
Seit ich Mutter bin habe ich das geschafft wonach ich so lange gesucht habe. Warum ich so lange Therapie gemacht habe. Ich habe mich gefunden. Die Liebe zu mir selbst. Die Leidenschaft zum Leben. Die Sehnsucht nach mir.

Ich wache morgens auf und freue mich auf einen neuen Tag. Die Tage rasen und auch das ist sehr beängstigend, aber umso schöner ist es, das ich mit mir und meinem Leben im Reinen bin. Es ist nicht perfekt. Es ist viel Arbeit bis es auch nur annähernd so wäre. Wir haben viele Sorgen, zu wenig Geld, zu viele Dinge die wir bräuchten, aber ich habe angefangen Menschen mein letztes Geld zu geben. Ihnen Dinge zu kaufen.

Menschen anzusprechen die aussehen, als bräuchten Sie Hilfe und das alles was ich inzwischen über mich hinaus schaue. In meiner Welt gibt es nicht nur mich. Es gibt uns und das ist auch verdammt gut so. Das macht richtig Spaß.

Die meisten Menschen haben immer Angst zu kurz zu kommen. Nicht das größte Stück des Kuchens abzukommen, beziehungsweise das ein anderer ein größeres Stück bekommt, darum geht es wohl eher, doch am Ende eines Tages sind wir alle kleine bedürftige Würmchen, die sich nach Liebe sehnen und ich habe angefangen diese anzunehmen.

So kann ich welche abgeben und das ist schön. Ich kann in den Spiegel schauen und sehe ein bisschen Speck, der mir eine Geschichte erzählt. Ich kleide meinen Körper ein. Verstecke ihn aber nicht, sondern bin wie ich bin und dabei ganz ich selbst.

Das bin ich.

Und meine Lieblingsfrage: Wie entspannst Du? (Mit Mann? Mit Sohn? Eher alleine?)

Das ist wohl noch mein größtes Problem: Ich schalte nicht mehr ab. Ich müsste es viel öfter tun. Ich war in diesem Jahr schon so oft krank, was ich sonst nie bin. Ich verlieren Haare auf dem Kopf und keiner weiß warum, all das spricht dafür, dass ich viel mehr auf mich achten sollte und endlich lernen muss zu ruhen.

Vielleicht hat einer deiner Leser einen Tipp für mich? Das wäre so schön.

Nun war es das von mir liebe Betti. Danke, dass du mich eingeladen hast und bis ganz bald wieder.

In Liebe Deine Alina

Vielen lieben Dank für das Interview, Alina.

Ihr habt auch ein Kind, dem ihr Toleranz beibringt und wollt darüber reden? Schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind, Meinung

Die Wanderschaft und das Wochenbett

Heute habe ich beim Einkaufen ein Gespräch belauscht. Eine Frau erzählte, dass ihr Baby nun da sei. Gestern sei sie aus dem Krankenhaus entlassen worden, vor drei Tagen habe sie einen Kaiserschnitt gehabt und, auch wenn die Hebamme das gerne so haben wolle, sie wolle sich nicht übertrieben schonen. 

Wir wollten es eher ruhiger in der Anfangszeit. 
Nebenan stand der Vater mit dem Kinderwagen. Oben drauf ein Paket. In der Buchhandlung war es laut. Kurze Zeit später sah ich sie wieder, im Supermarkt. Es war noch ein bisschen lauter. 
Das Paket ist nach unten gewandert. Das Licht war ein bisschen greller. Das Kind schien zu schlafen, Köpfe wurden reingesteckt. 
Ich weiß nichts über diese Frau. Ich mag nicht urteilen, ob sie sich übernimmt, ob das für sie und das Kind gut ist. Wie könnte ich? Ich weiß nur, dass es für mich schrecklich gewesen wäre. 
Denn mein Wochenbett war vor allem eines: Heimelig und ruhig. Im Krankenhaus waren wir alleine. In den ersten beiden Wochen bekamen wir drei Mal Besuch. Freunde empfingen wir erst in Woche drei. Und unsere Ausflüge gingen im ersten Monat nicht weiter, als die paar Straßen, die um unser Haus rum führten. Der erste größere Ausflug führte nach Wochen in ein Kulturkaufhaus. Ganze zehn Minuten, und wir hatten das Gefühl, damit lieber noch ein bisschen zu warten. Der Sohn schien es ähnlich zu sehen. 
Im Geburtsvorbereitungskurs sagte man uns, dass Wochenbett ist eine Woche im Bett, eine ums Bett und erst dann soll man langsam raus. Das hat sich für uns sehr richtig angefühlt. Und im Nachhinein denke ich so gerne an die Zeit zurück in der alles so beschaulich war, und oft tagelang außer der Hebamme keiner vorbei kam. Ich bin dankbar, dass ich nicht das Gefühl hatte, raus zu müssen und wir uns diese Ruhe gegönnt haben. 
Aber vielleicht bin ich ja die Ausnahme und die Frau im Supermarkt ist eher die Regel: Wie umtriebig ward Ihr im Wochenbett?
Alltag, Kultur mit Kind

Anders als geplant / Unser Wochenende in Bildern vom 14. bis 15.11.2015

Für dieses Wochenende hatten wir uns viel vorgenommen. Österreichischer Familienbesuch stand an, und wir wollten „wild feiern“ gehen. Der männliche Feierpart war allerdings schon Freitagnachmittag krank. Nun ja. Zuhause finden wir es ja bekanntlich auch sehr schön und es war wirklich ein toller Besuch. 
Warm eingepackt erkunden wir am Freitagnachmittag den Spielplatz.
Gerne überzeugen wir andere Menschen, welche tollen Dinge es bei uns in Berlin gibt. Wie zum Beispiel den Künstlerbedarf im Prenzlauer Berg. 
Im Hinterhof gelegen ist der Laden nicht gleich von der Straße aus zu sehen. 
Für wirklich jeden (Maler)-Wunsch ist etwas zu finden. 
Verweilen kann man dort auch. 
Samstagnachmittag geht das Fensterputz-Duo wieder der Lieblingsbeschäftigung nach. 
Wir hängen ein bisschen ab. 
Unser Besuch hat Kekse mitgebracht. <3
Die bröseln ganz schön. Gut, dass einer hilft. 
Bei REWE gibt es tolle Mitbringsel. 
Einer der neuen Stifte wird gleich ausprobiert. 
Unser Besuch kann übrigens hervorragend kochen. Und Salat gibt es auch. 
Abends schauen wir die Nachrichten im Fernsehen und denken an Paris. 
Samstagabend zünden wir eine Kerze an. Bzw. entscheiden uns für eine, die auch über Nacht brennen kann. 
Sonntagmorgendliches Frühstück. 
Post vom Samstag macht Freude. 
Mittags wird Essen nach Hause geliefert. 
Der Besuch ist auf dem Heimweg, die Männer schlafen und für mich ist ein bisschen Blogzeit. 
Drei Meter von mir entfernt teilen sich drei ein kleines Platzerl. 
Nachmittagssnack für Große. 
Raus gehen wir heute nicht mehr. 

Nach dem Essen gibt es heute vielleicht noch den Tatort. Meret Becker spielt mit, die mag ich wirklich sehr.

Und wie war Euer Wochenende so?
Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen. 
Familienrollen, Kultur mit Kind

„Ich muss ja mein restliches Leben mit dem Kapitel ‚Abtreibung‘ leben.“

Immer am Freitag gibt es die #Familienrollen: Heute erzählt mir Caroline (Blog: entschilunke), warum sie sich vor sieben Jahren für eine Abtreibung entschieden hat, und wie ihr Leben heute mit zwei Kindern ist. 

Mit Deinem Partner hast Du zwei kleine Jungs, die 2010 und 2014 zur Welt gekommen sind. Aber Du warst 2010 nicht zum ersten Mal schwanger und hast in der Vergangenheit eine Abtreibung gemacht. Wie kam es dazu und wie schwer fiel Dir diese Entscheidung? 

Ich war 2008 im Alter von 25 Jahren das erste Mal schwanger und schon mit der ersten Ahnung beziehungsweise dem ersten Verdacht, dass da etwas sein könnte, stand für mich schon fest, dass ich dieses Kind nicht bekommen würde. Als der Test dann wirklich positiv war, war es natürlich ein Schock für mich, hat mich aber an meinem Entschluss nicht zweifeln lassen.

Wie hat Dein Umfeld damals darauf reagiert? 

Ich habe den Test damals auf der Arbeit gemacht und bin nach Feierabend direkt zu meinen Eltern um mit ihnen drüber zu sprechen. Ich weiß noch wie ich in die Wohnung bin und meine Mama im Flur stand. Sie sah mir an der Nasenspitze an, dass irgendwas im Busch ist. Als ich den Test aus meiner Tasche holte war bei ihr im ersten Moment Überraschung und auch Freude zu sehen. Doch als sie mein Gesicht dazu sah und ich auch in Tränen ausbrach wurde aus ihrem „Na, ist doch schön!“ ein „Na, ist doch überhaupt kein Problem!“. Sie setzte sich mit mir hin, wir sprachen darüber sehr offen und sie unterstütze mich in meiner Entscheidung sehr. Überhaupt hab ich von meiner Familie damals sehr viel Zuspruch bekommen. In meinem Freundeskreis habe ich es aber nicht erzählt, auch wenn ich relativ offen damit umgehe, fand ich nicht, dass ich es damals überall und jedem erzählen muss.

Dem Erzeuger habe ich es auch nicht erzählt: Wir hatten damals nur eine kurze Affäre und hatten uns gegen eine Beziehung entschieden und so wollte ich keine Diskussionen oder Streit deswegen haben. Ich fand es war ganz allein meine Entscheidung. Einige Monate danach habe ich es ihm aber dann doch erzählt! Er war geschockt darüber, dass ich schwanger war, hat aber meine Entscheidung aber nicht in Frage gestellt, sondern war froh darüber, dass er nichts entscheiden musste.

Auf Twitter hast Du mir erzählt, dass eine Schwangerschaft ein gesundheitliches Risiko gehabt hätte, hast Du diese Probleme in Deinen anderen Schwangerschaften gehabt? 

Ich leide seit meiner Pubertät an Epilepsie. Sie ist nicht sonderlich stark, also ich habe nicht ständig Anfälle, sondern ich lebe die meiste Zeit meines Lebens ohne Anfälle. Doch kann es bei Hormonschwankungen oder -umstellungen vermehrt zu Anfällen kommen. Ein Grund für meine damalige Entscheidung. Die Angst vor den Anfällen hat mich meine beiden Schwangerschaften begleitet, tatsächlich hatte ich aber nur einen einzigen Anfall, bin also gut davon gekommen.

Wie geht es Dir heute – Jahre später – mit diesem Kapitel Deines Lebens? 

Ich stehe auch heute noch zu dieser Entscheidung und habe nie auch nur einen Moment daran gezweifelt oder es bereut. Ich bin sehr glücklich darüber heute meine beiden Jungs zu haben, aber an mein drittes oder eigentlich ja erstes Kind denke ich nicht.

Wie offen gehst Du mit der Thematik um?

Ich gehe mit dem Thema nicht hausieren, aber ich verstecke mich auch nicht. Es ist ein Teil meines Lebens und dazu stehe ich. Wenn es irgendwo Thema sein sollte, werde ich meine Meinung dazu sagen oder einer Freundin oder einem Familienmitglied mit meinem Rat und meiner Erfahrung zur Seite stehen. Meinem jetzigen Partner habe ich davon erzählt als bei uns das Thema Kinder aufkam und auch vor meinen Kindern würde ich das Thema nicht verheimlichen, wenn es aufkommen sollte oder sie selbst mal in eine solche Situation kämen.


Was hilft Dir mit diesem Kapitel Deines Lebens umzugehen? 

Ich denke, dass ich nie gezweifelt habe und ich diese Entscheidung ganz allein für mich getroffen habe, hat mir sehr geholfen. Niemand hat mir reingesprochen oder mich dazu gedrängt eine Entscheidung zu treffen die ich vielleicht gar nicht treffen wollte. Dadurch kann ich damit sehr gut umgehen und habe nie Zweifel gehabt.

Und das ist am Ende ja das Wichtigste, denn ich muss ja mein restliches Leben mit dem Kapitel „Abtreibung“ leben.

Vielen lieben Dank, Caroline, für Deine Offenheit und die Bilder. 

Nächste Woche in den Familienrollen: Erfolgreicher Kinderwunsch und Adoption, warum sich das für Emma nicht ausschließt. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mal an fruehesvogerl@gmail.com. 

Alltag, Kultur mit Kind

Mein neuer Alltag in 12 Bildern

Das ist der erste Alltagsbericht nach dem Ende meiner Elternzeit: Wie immer gibt es am 12. des Monats meinen Tag in 12 Bildern. 
Um dreiviertel 5 trinke ich meinen ersten Kaffee und warte auf seine Wirkung. 
Morgens ist mir momentan meist nicht so nach Internet, sondern wieder mehr nach Lesen. Den Krimi habe ich vor ein paar Jahren schon mal gelesen, aber ich bin ja ein bisschen vergesslich: Hier ist das gut. 
Zum Jausenpaket packen kann ich mich immer schwer motivieren, drum lande ich dann doch oft beim Bäcker. 
Vor lauter Lesen, verpasse ich meine Station. Bin aber noch in der Zeit. 
Im Büro gibt es Krapfen, darauf verzichte ich. Aber nach Feierabend trinke ich noch einen Kaffee mit einer lieben Freundin, die auch meine Arbeitskollegin ist. 
Ich mache mich auf den Heimweg. Es ist mittlerweile halb elf: Mein Tag ist schon sechs Stunden lang. 
Mittags gibt es Suppe. 
Und ein kleines bisschen Blogzeit. 
Dann hole ich jemanden ab, der mit der Lektüre einer Zeitschrift große Freude hat.
Wir halten ein Mittagsschlaferl, heute mach ich auch mit, und sind dem Postmann dankbar, der nicht geklingelt hat. 
Mein neuer Pulli ist da: Jetzt muss ich ihn nur noch probieren. 
Da die Temperaturen bald fallen sollten, müssen wir raus: Wir machen einen Spaziergang. Es ist sehr schön. 
Zuhause werden wir schon erwartet.

Wie sich der Wiedereinstieg so anfühlt, dazu gibt es demnächst mehr. Vorab: Ich fühle mich ganz effizient, und manchmal auch ganz müde.

Und wie geht es Euch so die Tage?

Das ist eine Aktion von Draußen nur Kännchen, der ich mich jeden Monat anschließe. 
Kultur mit Kind, Meinung

Der moderne Kettenbrief

Manchmal geistert er durch das Netz, der liebster Award. Wenn er Dich trifft, bist Du geehrt, weil es bedeutet, dass die Bloggerin Dich wohl ganz gerne liest, aber Du bist nun auch in der Pflicht 11 Fragen zu beantworten. Die unglaublich lustig Mama on the Rocks hat mich auf die Liste gesetzt, und so beantworte ich ihre elf Fragen.

Wir. 

1.) Was war die weiteste Reise Deines Lebens?
New York. 1998. So schön es war, habe ich doch drei Tage gebraucht, um einigermaßen anzukommen, war ich doch auch sehr kleinstadtsozialisiert.

2.) Deine aktuelle Lieblingsserie und warum?
Breaking Bad. Bisher konnte ich noch nichts finden, dass diese Serie getoppt hat, falls Ihr da Ideen habt, raus damit.

3.) Was bringt Dich zum Ausflippen?
Die schlimmste Kombi: Dummheit gepaart mit Arroganz. Und I-Tüpferl-Reiter.

4.) Was möchtest Du mit 80 Jahren sagen können? „Toll, habe ich 2015 XYZ gemacht“?
Mich auf das Hier und Heute konzentriert.

5.) Was gefällt Dir an Deinem Partner besonders?
Vieles, sein Humor trägt sicher auch einen Teil dazu bei.

6.) Was liest Du aktuell?
Zeruya Shalev :“Schmerz“. Die Frau schreibt so wunderschön, leider finde ich die Protagonistin nahezu unerträglich. Drum brauch ich schon ziemlich lange.

7.) Womit bringen Dich Deine Kinder am schnellsten zum Lachen?
Mein Sohn hat ein unglaublich mitreißendes Lachen, der Grund ist dabei relativ egal.

8.) Was mochtest Du als Kind nicht essen und liebst/hasst es heute?
Da fällt mir nichts ein. Aber ich mochte das Weiße vom Speck besonders. Unglaublich, wenn man bedenkt, dass ich seit 22 Jahren kein Fleisch mehr esse.

9.) Der beste Tipp, den Dir jemand mal gegeben hat?
Mach Dir erst dann Gedanken, wenn die Situation eintrifft: Ich weiß nicht, ob es der beste Tipp war, aber es war auf alle Fälle ein ziemlich guter.

10.) Hast Du eine Phobie?
Über meine Fuss-Foto-Phobie habe ich bereits geschrieben, dann sind da noch Katzen und ich hab diese panische Angst vor Gummiringerl. Das klingt lustig, ist es aber nicht.

11.) Das ausgeflippteste Hobby, das Du je betrieben hast?
Ich hab Mitte der 90er angefangen mit fremden Leuten zu chatten: Das war damals ziemlich ausgeflippt. 😉

Keine weiteren Fragen an jemanden speziell, aber vielleicht wollt Ihr ja die eine oder andere beantworten. 🙂