Alltag, Kultur mit Kind, Nachgefragt

Adventkalender: Kauft Ihr noch, oder bastelt Ihr schon?

Nur noch wenige Tage bis zum 1. Adventkasterl. Unsere Adventkalender sind ja gekauft, aber ich bin wild entschlossen nächstes Jahr mal selber zu basteln, drum habe ich mich mal ein bisschen umgehört.

Jessis Kalender.

Jessi von feiersun erzählt: „In den letzen beiden Jahren gab es einen selbstgemachten Advent(s)kalender. Allerdings war der Mann vom ersten so begeistert, dass er den ersten aus dem Jahr 2013 immer wieder haben wollte. So setzte ich mich 2014 also auch wieder an die gleiche Art und wandelte ihn nur minimal ab. Geschenke werden dann immer an das Alter angepasst. Der Mann hat aber auch recht, es sieht schön aus und unsere Treppe ist wie gemacht für diese Art Kalender. Wenn er hängt, dann fängt die Adventszeit für uns an und dann gibt es am nächsten Morgen strahlende Kinderaugen.

Sarah von Schwesternliebe und Wir erinnert sich:

„Mein erster selbstgebastelter Adventskalender für meine Tochter war aus Seidenpapier. Ich habe kleine Gummierdbeeren aus Fruchtsaft hineingetan. Ich war damals noch sehr streng mit der zuckerfreien Erziehung. Das Seidenpapier habe ich in kleine Quadrate geschnitten, die Gummibeeren hinein getan und ein schönes Band herum gebunden. Das Papier konnte meine einjährige Tochter gut selbst öffnen und dann die kleinen Beeren verspeisen. Meist haben wir den Adventskalender gleich morgens im Bett geöffnet.

Im Jahr darauf hatten wir schon zwei Kinder. Ich habe fleißig Klopapierrollen gesammelt und diese mit Geschenkpapier umwickelt. Sie sahen dann aus wie große BonBons. Drin waren wieder diese Gummibeeren und Holzbausteine. Ich habe ein Set aus 12 Steinen gekauft und in jedem zweiten BonBon war einer dieser Entdeckersteine. Vor allem die Steine die Geräusche machen bereiten den Beiden noch heut viel Spaß.

Im Jahr darauf hat meine Mama uns kleine Säckchen aus Jute genäht. Darauf sind die Zahlen von eins bis 24 aus buntem Filz und oben ist ein weißes Band zum Zubinden befestigt. Ich hatte mir diese gewünscht, damit ich immer etwas da habe, wenn ich einmal nicht zum Basteln komme. Gefüllt waren diese dann das erste mal mit zuckerhaltigen Leckereien. Aber es gab auch kleine Spielsachen: Obst und Gemüse aus Holz für die Spielküche, Haarspangen, Ringe mit lustigen Motiven, Tatoos und Sticker.

Dieses Jahr will ich gern noch einmal etwas ganz anderes basteln. Ein paar Ideen hab ich letzte Woche schon bei mir auf dem Blog gesammelt.

Glucke Kalender. 

Bei Dani von Glucke und so war der Prinz im Vorjahr noch zu klein. Aber nun hat sie sich etwas vorgenommen.

„Dieses Jahr befülle ich hübsche kleine Säckchen selber. Der Prinz wird Knetzubehör, kleine Autos, Trockenfrüchte, Minibrezeln  und Kekse bekommen.“ Genaueres über ihren Adventkalender hat Dani hier aufgeschrieben.

Anni plädiert für Karies statt Konsum und erzählt auf Ihrem Blog, wie jemand anders inspiriert hat. „Andrea von „Me Working Mom“ hatte eine tolle Idee für die Füllung: An jedem zweiten Tag gibt es eine kleine Spende für #bloggerfuerfluechtlinge. Das Geld wird in eine Spardose gesteckt und am 24. gespendet.“ Einen Text dazu gibt es auch.

Die Heldenfrau auf Twitter sagt dazu: „Unsere Kinder haben dieses Jahr einen Kalender gemeinsam und da sie sich schon lange eine Weihnachtskrippe wünschen, wird das der Kalender. Die Kleinteile kommen in Päckchen mit Keksen und jeden Tag darf eins aufgemacht werden. Pünktlich zu Weihnachten ist dann die Krippe vollständig.“

 Bella von familieberlin zeigt auf Ihrem Blog, wie sie ihrem Gourmet-Ehemann vergangenes Jahr einen Kalender zauberte und ich bin gespannt, ob ihre Tochter dieses Jahr auch einen kriegt.

Und Ihr so: Kauft Ihr Eure Kalender, oder bastelt Ihr schon?

Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Unser Kriterien beim Reisebett / Produkttest von Baby Björn

Weihnachten naht und bei unseren Adventreisen schlafen wir gerne auch mal außer Haus. Deshalb brauchten wir ein neues Reisebett, Björn hat das Reisebett von Baby Björn getestet.

Bein uns ist es so, dass einige Kaufentscheidungen in meiner oder Betties Hand liegen. Das wissen wir vorher, wer die Entscheidung zu treffen hat. Bettie würde nie sagen, „Lass uns doch den Passat kaufen“ oder „schau mal, dieses Holz-Laufrad wäre doch was für unseren Sohn“. Genau so würde ich keine Klamotten für das Vogerl aussuchen.

So lag es also in meinen Händen, ein geeignetes Reisebett zu finden. Erfahrungen hatte ich schon auf einigen Reisen gesammelt. Meine Mutter hatte zum Beispiel ein quietschbuntes, wo nie klar war ob es so richtig aufgebaut war.

In einigen Hotels habe ich auch Modelle gesehen, die eher eine Mutprobe oder aus den wilden 1990’ern waren.

Was war uns also wichtig?

Punkt 1: Wir reisen fast immer mit Hund und der ist manchmal wild, deshalb muss das Reisebett stabil sein und darf nicht wackelig stehen.

Punkt 2: Es muss sich leicht aufbauen lassen und muss trotzdem klein im verpackten Zustand sein.

Punkt 3: So ein Bett muss auch ein wenig hübsch sein. Nur ein bisschen.

Meine Wahl fiel auf das Baby Björn Reisebett. Es erfüllt alle unsere Kriterien und hat uns Dreien gleich gut gefallen. Am Ende muss das Vogerl auch drin schlafen und nicht allzu „früh“ wachwerden.

So ähnlich wie die Verantwortung der Kaufentscheidungen ist es auch mit dem Aufbau. Bisher war es immer mein Job. Und es fetzt immer noch. Alle Gelenke rasten sauber ein, die Reihenfolge zum Einklappen der Beine ist als Bild am Unterboden angenäht und es wirkt auch nicht so als würde sich das schnell abnutzen.

Klar gibt es günstigere Modelle, aber wer kein Stress beim Aufbau will, kommt daran nicht vorbei.

Ich bereue meine Entscheidung nicht und freue mich schon auf die nächste Reise, wo ich dann das Vogerl da zum Schlafen reinlegen werde.

Das Reisebett wurde uns von Baby Björn freundlicherweise zur Verfügung gestellt, unsere Meinung bleibt davon unbeeinflusst. 

Kultur mit Kind, Nachgefragt

„Die Kinder erleben Gleichberechtigung und Vereinbarkeit.“ / Kultur mit Kind Interview mit Jenny, Mutter von Zwillingen

Warum Jenni (Blog: Flavius und Brutus) ihren Zwillingsjungs auch mal Kleider anzieht, wie sie ihre Jungs in ihren Studentenalltag integriert und was der Vorteil am frühen Aufstehen ist, das alles erzählt mir Jenni im Kultur mit Kind- Interview. 

Ihr seid ein junges Studentenpaar, Zwillingseltern und habt neuerdings auch einen Hund: Welche Grundsätze sind Euch bei der Erziehung besonders wichtig? 

Ich habe mal auf dem Blog der Auftragsmama geschrieben,  unser Erziehungsmotto wäre „Brot und Spiele“. Erstens, weil es sich mit Zwillingen oft anfühlt wie in einer Arena, und zweitens mit dem Hintergrund, dass Kinder ganz gut großwerden, wenn sie das zugestanden bekommen, was sie brauchen: Liebe, Bedürfniserfüllung, Respekt, Freiheit, Teilhabe. Darin geben wir uns sehr große Mühe.

Und als Erziehungsziel wünschen wir uns, dass die Zwillinge selbstbewusste, offenherzige, warme Menschen werden. Ich studiere auf Lehramt und sowohl in Pädagogik als auch in Philosophie konnte ich einen fundierten Theoriehintergrund gewinnen, was zum Beispiel Entwicklung oder Befähigung zum guten Leben angeht.

Die Kinder erleben Gleichberechtigung und Vereinbarkeit. Sie wissen, dass wir beide viel und in jeder freien Minute etwas für die Uni erledigen. Das merkt man daran, dass wir letztens einen Laptop für das Kuscheltier basteln mussten. Trotzdem kommen die Kinder nicht zu kurz, darauf achten wir natürlich. Und sie sind oft dabei in der Uni und erleben dort eine ganz spezielle Kultur mit unfassbar vielen verschiedenen Menschen.

Sie waren schon bei philosophischen Referatstreffen anwesend und mussten mit in die Bibliothek zum Kopieren. Das ist alles für sie selbstverständlich. Im Kindergarten haben sie die gleiche Vielfalt und es werden verschiedene kulturelle Feste berücksichtigt. Die Kinder sehen alle ganz unterschiedlich aus und sprechen locker drei oder vier verschiedene Sprachen (10 Kinder insgesamt), und doch ist das nichts Besonderes für die Zwillinge. Offenheit und Vielfalt sind ganz normal.

Unser Umfeld reagiert auf das verrückte Studenten-Elternleben ganz unterschiedlich. Meine Familie hat es quasi in den Genen, zu unpassenden Zeitpunkten uneheliche Kinder zu bekommen, darum war niemand groß geschockt. Die Stimmung ist da eher „das kriegen wir schon hin!“ Meine Mutter ist immer ganz begeistert von dem, was die Zwillinge schon erleben. Sie sagt, das kann nur gut für sie sein. Mein Opa findet das auch.

Ein paar Verwandte sind manchmal skeptisch, auch weil die Zwillinge schon zur Kita gehen. Ganz doof finde ich, wenn man uns sagt „Dafür macht ihr das aber so toll.“ Also, dafür, dass wir Kinder haben, studieren wir gut. Oder dafür, dass wir so jung sind (?) kommen wir mit den Kindern gut klar. Da fühle ich mich nicht ernstgenommen.

Wir erleben auch unterschiedliche Reaktionen auf unsere Erziehungsgrundsätze, das ist ja alles sehr modern und anders und früher hat man es anders gemacht und die Kinder sind trotzdem groß geworden. Wir haben im ersten Jahr viele Kleinigkeiten diskutiert und unseren Punkt klar gemacht, zum Beispiel, als wir uns gegen Brei entschieden, und mittlerweile haben sich alle dran gewöhnt oder stimmen uns auch zu. Da besteht ja einfach dieses Problem, dass man schnell denkt, wenn jemand es anders macht als man selbst, ist das eine Kritik, aber das stimmt ja nicht. Die Großeltern und Urgroßeltern sind stolz, dass ihre (Ur-)Enkel so selbstständig, autonom und frei sind und so viel selbst entscheiden können.

Dass Toleranz wichtig ist, höre ich häufig. Bei Euch geht es soweit, dass die Jungs Kleider tragen. Wie kam es dazu und vor allem, wie reagiert das Umfeld darauf? 

Wir gehen einfach darauf ein, was die Jungs sagen. Kleidung ist ihnen nicht egal (ich kenne viele Kinder, die sich egal was anziehen lassen), sondern sie mögen zum Beispiel gern Tieraufdrücke. Und sie sprachen seit Wochen von ihrem eigenen Kleid, um genau zu sein, von ihrem „Tigerkleid“.

Ich finde, Geschlecht ist keine hinreichende Begründung dafür, ob man etwas anziehen kann oder nicht. Letztendlich sind es nur Kinder und Klamotten beziehungsweise Spielzeug oder Farben. Hätten sie sich einen Pullover mit Auto drauf gewünscht, hätte ich dem ebenso entsprochen.

Wir respektieren also ihren Geschmack und unterstützen sie in ihrer Selbstwirksamkeit. Das Umfeld reagiert unterschiedlich darauf, zum Beispiel halten Fremde die beiden in ihren Kleidern natürlich für Mädchen.

Aber innerhalb der Familie lassen wir nicht zu, dass jemand zu den Zwillingen so etwas sagt wie „Oh nein, jetzt siehst du ja aus wie ein Mädchen“ oder so. Im Kindergarten wurden wir für unsere Haltung gelobt und sind sofort 5 cm gewachsen. Eine Erzieherin erzählte, dass sie schon Eltern erlebt haben, die ihre Kinder dadurch gebrochen haben, dass sie nichts haben durften, was nicht rollenkonform war.

Das ist so schrecklich. Grundsätzlich ist es ja so: Es wird immer Spielsachen, Klamotten, Hobbys oder Interessen geben, die wir als Eltern blöd finden, ob aus pädagogischer Perspektive, durch Sozialisierung oder einfach nur so, aber das gibt uns nicht immer das Recht, es zu unterbinden.

Meistens verstärkt das ja nur den Wunsch (jeder kennt doch das Kind, was keine Süßigkeiten darf und sich dann auf dem Kindergeburtstag vollstopft und kotzt).

Ich glaube, es ist gut für die Seele und die Persönlichkeitsentwicklung, wenn die Kinder merken, dass ihre Wünsche Relevanz haben, dass sie sich ausprobieren dürfen und dass sie die Person sein können, die sie möchten. Dann gehen sie hoffentlich genauso auch auf andere Menschen zu. Für mich hat das einfach etwas mit gegenseitiger Achtung zu tun.

Welche herkömmliche Art von Kultur nutzt Ihr mit Euren Söhnen? 

Die Stadt, eine mittelgroße im schönen NRW,  bietet da an herkömmlicher Kultur recht viel an, aber für vieles sind die Kinder noch zu klein. Wir waren einmal bei „Klassik ab Null“, aber das war leider vollkommen kinderungeeignet. Die Kinder sollten stillsitzen und durften nicht herumrennen und das Ganze ging eine Stunde. Einer der Zwillinge konnte das richtig genießen, der andere fands grausam.

Es gibt auch manchmal Kinderfeste oder Puppentheater, aber das wird nächstes Jahr interessanter für uns. Wir haben immer ein kleines Auge darauf, was es so für Veranstaltungen gibt. Dem freien Spiel mit anderen Kindern messe ich aber höheren Wert bei.

Herkömmliche Kultur, die wir auch wahrnehmen, ist die Familienkultur. Ich habe drei Geschwister und drei Paar Großeltern, das heißt, die Zwillinge haben Tanten, Onkel, Großeltern und Urgroßeltern und wir fahren jedes zweite bis dritte Wochenende in meine Heimat.

Da erfahren sie so viel Rückhalt und erleben ganz andere Sachen als mit uns. Meine Schwester hat die Zwillinge schon zu Fuß mit auf Hundespaziergänge genommen (also ohne Kinderwagen), als sie gerade ein Jahr alt waren da hätte ich nie gedacht, dass sie die Strecke überhaupt schaffen. Festlichkeiten wie Geburtstage, Ostern oder Weihnachten sind auch ganz wunderbar für die beiden.

Welche neue Art der Kultur nehmt Ihr mit Euren Söhnen bereits wahr? 

Wir pflegen die Kultur der Fantasie. Wir lesen viel, erzählen uns Geschichten, malen und basteln zusammen. Letztens spielten sie am Tisch, die Apfelschnitze seien Pferde. Ich finde das schön. Oder sie haben jeder einen Bindfaden und ein Tuch und spazieren durch die Wohnung, ganz in ihrer Welt, irgendein Spiel, das nur sie verstehen. Kinder sind so kreativ.

Ich unterstütze sie gern darin und hoffe, sie können sich so ein bisschen etwas davon für später erhalten. Draußen sind sie von einem Stock inspiriert und erzählen mir, der Stock sei jetzt ein Besen oder ein Einhorn. Als wir letztens einen Schuh verloren hatten, erzählte einer der beiden: „Suh weg! Vogel klaut! Vogel Nest! Da oben, Papa klettert.“ Das ist doch herrlich.

Ich habe als Kind die Kultur der Fantasie ganz alleine gepflegt und es war für mich auch eine eigene Welt zum Abtauchen. Ich hatte unzählige Geschichten, Charaktere und Orte in meinem Kopf. Draußen bzw. in der Natur sein ist übrigens auch ein wichtiger Teil von Kultur, finde ich. Wir wohnen ganz nah am Wald und ein Waldspaziergang beschäftigt die beiden völlig und macht sie ganz selig. Bewegung und freies Spiel und das in der Natur, das ist perfekt.

Was wir noch pflegen und was mir kulturtechnisch noch sehr wichtig ist, kann man vielleicht Kultur der Dazugehörigkeit nennen. Kinder gehören nämlich dazu, Punkt. Wenn ich mich nachmittags mit meinen Freundinnen zum Kaffee treffe, sind die Kinder selbstverständlich dabei. Gut, mit den beiden kann man auch problemlos ins Café gehen, weil sie so gern Milchschaum trinken. Aber trotzdem, wir machen es dann oft so, dass wir Kaffee trinken und dann zusammen auf den Spielplatz gehen, also dass es am Ende für alle ein netter Nachmittag war.

Die Zwillinge lieben ja meine Freundinnen. Jeden Tag fragen sie, ob jemand zum Spielen vorbei kommen kann. Und wenn eine mit zum Abholen zum Kindergarten kommt, dann sind sie ganz außer sich vor Freude. Das ist ein Vorteil als Studentenkind: Die Eltern haben tendenziell einige kinderlose Freunde, die Lust auf Spielen haben.

Zwillinge, Studium, Mann, Welpe: Wie entspannst Du? Lieber alleine, oder mit allen zusammen? 

Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich mache das so: Zwischen vier und fünf stehe ich auf, koche Kaffee und arbeite in Frieden Emails ab. So habe ich Zeit für mich, und das schon vor dem Frühstück! Tagsüber komme ich nicht zur Ruhe. In der Uni ist es sehr laut, darum gehe ich in den Pausen immer in die Bibliothek und arbeite dort. Wenn die Kinder dann abends schlafen, so gegen halb 9, verbiete ich mir meist, etwas für die Uni zu tun. Dann guck ich mit Mr. Geilo Serien.

Ich drehe durch, wenn ich abends noch etwas organisieren oder schreiben muss, also das ist wirklich das Schlimmste für mich. Und kommt leider zu oft vor. Wie ich noch entspanne: Ich mache um 22:00h Schluss und gehe ins Bett, um genug Schlaf zu kriegen.

Das hat alles sehr viel mit Selbstdisziplin zu tun, das ist das Geheimnis, aber wenn ich mich nicht daran halte, werde ich unruhig und gestresst. Bewusst kleine Zeiträume für sich selbst schaffen hilft mir sehr. Am Wochenende finde ich es entspannend, bei meiner Familie zu sein und mich bei meiner Mutter an einen gedeckten Frühstückstisch setzen zu können. Das ist wunderbar.

Aber auch Zuhause einfach mit den Kindern im Schlafanzug zu kuscheln und zu spielen und sich Zeit für alles zu nehmen finde ich ganz wunderbar. Und der Welpe sorgt auch für eine gewisse Beruhigung unter den Kindern. Sie kuscheln ihn und rennen mit ihm und haben zu dritt ihre ganz eigenen Spiele. Da bin ich dann oft raus und das ist auch schön.

Vielen lieben Dank für das Interview, Jenni.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Jenni zur Verfügung gestellt.

Ihr habt auch ein Kind, dem ihr Toleranz beibringt und wollt darüber reden? Schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Alltag, Kultur mit Kind

Werkelwochenende und Wintereinbruch in Berlin / Unser Wochenende in Bildern vom 21. bis 22. 11. 2015

Dieses Wochenende hatten wir uns viel vorgenommen. 
Der Samstag beginnt aber erst mal ruhig: Mit Kaffee und Obst. 
Wir machen eine große Entsorgungsaktion. Viel Kleinzeugs bringen wir zur BSR, Röhrenfernseher scheinen dort grad das Ding zu sein. 
Wir sind wild entschlossen ein bisschen umzuräumen: Und hübsche Staufächer gibt es nun mal eben bei Ikea. 
Sofa brauchen wir eigentlich keines, aber einer testet trotzdem. 
Im Restaurant trifft sich unter anderem ein Strickclub. 
Und ich esse – mal wieder – Apfelstrudel. 
Am Nachmittag findet in unserer Nachbarschaft ein Schmuckbazar statt. 

Zu Kaffee und Kuchen sind wir wieder zuhause. Eine Freundin samt Sohn kommt auch vorbei. 
Der Nudelauflauf am Abend war sehr gut: Das könnte ein Foto nie so widerspiegeln. 
Der Sonntagmorgen beginnt mit Müsli. 
Beim Arbeitszimmer umräumen finde ich befremdliche Dinge. 

Mittags arbeite ich ein bisschen. Ich bin ja jetzt jeden Morgen immer bis 11 aus dem Haus, da muss die Zeit anders geplant werden. 
Das mit den Ikea-Torten mögen wir ganz gerne. 
Es gibt Tee – äh Filterkaffee. 
Überall im Haus sind nun Kisten verteilt, so richtig photogerecht sind sie aber alle noch nicht, diese Ecken. 
Am Nachmittag schneit es plötzlich. 
Auch im Gemüsebeet ist alles weiß. 
Meine zwei Handwerker holen noch Pizza. 

Schaut Ihr gleich Tatort? Wir lassen das heute. Ich mag die Kommissarin nicht.

Und wie war Euer Wochenende? Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen. 

Familienrollen, Kultur mit Kind

Adoption und Kinderwunsch: „Liebe wächst im Herz und nicht im Bauch.“

Immer am Freitag gibt es die Familienrollen: Dieses Mal erzählt Emma (Blog: Emmas Wunderwelt), wie es ihr mit unerfülltem Kinderwunsch ging, was in der Kinderwunschklinik auf sie zu kam und warum sie heute – auch mit erfülltem Kinderwunsch – Adoptionsanwärterin ist. 

Du bist Zwillingsmutter und Adoptionsanwärterin: Wie kam es zu dieser
Konstellation? 

Die Töchter von Emma.

Mein Mann und ich wünschten uns schon ziemlich lange ein Kind, ich wurde nach 1,5 Jahren des Wartens dann auch schwanger, verlor das Kind aber recht früh. Das war ein herber Schlag für uns. Wir entschieden uns, nach einem weiteren halben Jahr ohne Schwangerschaft, eine Kinderwunschklinik zu Rate zu ziehen.

Die begannen zuerst mit der Diagnostik, es wurde aber nicht heraus gefunden, weshalb wir noch immer kinderlos waren. Wir begannen dann mit Inseminationen, das heißt mein Zyklus wurde mit Hormonen, die ich spritzen musste, unterstützt, mein Eisprung per Hormon ausgelöst, so dass man wusste, wann er genau statt findet, und dann wurde das Sperma des Mannes direkt in die Gebärmutter gegeben. Auch das taten wir zwei Mal erfolglos.

Die Kinderwunschklinik riet uns zu einer IVF, hier wird auch wieder der Zyklus hormonunterstützt, dann werden allerdings in einem kleinen Eingriff die herangereiften Eier entnommen und in einer Petrischale mit dem Samen des Mannes zusammengebracht.

Wenn eine Befruchtung stattfindet, werden 1-2 Zellhaufen zurück in die Gebärmutter gegeben, in der Hoffnung, dass sie sich einnisten. Bei uns endete die erste IVF mit einem positiven Schwangerschaftstest, allerdings wollte auch dieses Kind nicht bei uns bleiben.

Das hat uns ziemlich getroffen. Wir wurden noch ein weiteres Mal genauer untersucht, wieder ohne Ergebnis. Die zweite IVF war sofort negativ. Wir beschäftigten uns immer mehr mit dem Gedanken, dass wir vielleicht nicht Eltern werden können, denn auch wenn die Medizin schon einiges leisten kann, ist das keine Erfolgsgarantie. Je mehr wir uns damit befassten, desto klarer wurde uns, dass wir Eltern sein wollen und das auch die Adoption oder Dauerpflege für uns in Frage käme.

Ich stellte Kontakt mit dem Jugendamt her und wir durchliefen ein sehr intensives Verfahren mit dem Ergebnis, dass wir als mögliche Adoptiv- oder Dauerpflegeeltern zugelassen werden.
Während dieses Verfahrens hatte ich meine dritte IVF, ohne Schwangerschaft.

Wurdest Du während der Bewerbung für das Adoptionsverfahren? Und wie ging es dann weiter? 
Nein, ich wurde nicht während des Verfahrens schwanger. Wir waren bereits anerkannte Bewerber, hatten das Verfahren also überstanden und waren in der Warteschleife für „den“ Anruf.

Ich war dann nach unser 4. IVF in der neunten Woche mit M. und A. schwanger, als das Jugendamt anrief, und sagte, es gäbe einen kleinen Menschen, der uns kennenlernen wollte.

Da ich bereits zuvor zwei Fehlgeburten hatte, hatten wir dem Jugendamt von der Schwangerschaft noch nichts erzählt. Nach diesem Anruf haben wir das natürlich nachgeholt.

Das war kein großes Problem, denn in den Vorgesprächen hatten wir nur ausgemacht während der Anbahnungsphase (also die Zeit, in der man den kleinen Menschen kennenlernt, bevor er zu dir nach Hause zieht) und für eine angemessene Zeit nach der Aufnahme des Kindes eine Schwangerschaft zu verhüten. Und dieser Anruf sollte die Anbahnung ja erst einläuten.

Nun habt Ihr zwei Mädchen und seid wieder im Gespräch mit dem Jugendamt. Das klingt ungewöhnlich. Warum habt Ihr Euch erneut dazu entschlossen Adoptiveltern werden zu wollen?

Als wir unserer Sachbearbeiterin von der Schwangerschaft erzählten, waren wir glücklich und traurig zugleich, denn wir wussten, dass wir einen Herzenswunsch hinten anstellen müssen. Im Laufe des Verfahrens haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob wir auch Herzeltern für ein Kind sein können, dass ich nicht geboren habe.

Es ist wichtig, sich damit auseinander zu setzen, denn schließlich brauchen Kinder Eltern, die sie bedingungslos lieben. Wir haben erkannt, dass es zu einem ganz eigenständigen Wunsch geworden ist, Eltern für ein Kind zu sein, dass dringend ein echtes zu Hause braucht.

Wir haben uns nie als Adoptiv-/Pflegeeltern streichen lassen, sondern blieben mit unserer Sachbearbeiterin in losem Kontakt. Wir vereinbarten, dass wir wieder intensiver ins Gespräch kommen, wenn wir uns wieder bereit für ein weiteres Kind fühlen. Und das ist jetzt so.

Ihr seid zum zweiten Mal in Gesprächen wegen einer Adoption.Wie nimmst Du das Bewerbungsprocedere in Deutschland wahr? 

Das Bewerbungsprozedere wird in Deutschland von Jugendamt zu Jugendamt verschieden gehandhabt. Ich kann nur für unser Verfahren sprechen. Wir wurden sehr gründlich überprüft, mussten unser gesamtes Leben offen legen.

Es war sehr persönlich und eine spannende Zeit, weil man auch viel über sich selbst gelernt hat. Man hat viele Denkanstöße bekommen und es wurden auch Situationen besprochen, die das Zusammenleben mit einem Adoptiv- oder Pflegekind schwer machen können.

Ich fand alles, was wir tun mussten, richtig und wichtig. Jedes Kind hat eine Familie verdient, in der es gut aufgehoben ist und meiner Meinung nach gehört da eine Überprüfung dazu. Natürlich findet man so nicht alle schwarze Schafe, aber ausgesiebt wird mit Sicherheit.

Ihr habt bereits zwei Kinder und denkt über eine Adoption nach: Hast Du Ängste, dass Du den Kindern unterschiedlich begegnest, oder ist das eine dumme Frage, die nur jemand stellen kann, der nicht Euren Weg gegangen ist?

Nein, das ist keine dumme Frage. Ich musste sie mir beim zweiten Durchlauf auch noch mal stellen, den nun weiß ich ja, wie das Band zwischen Mutter und Kind ist, wenn man es im Bauch hatte und es geboren hat.

Ich musste mich schon fragen, ob ich dieselbe Liebe für ein Kind empfinden kann, dass nicht in mir gewachsen ist. Ich glaube, dass es für mich keinen Unterschied macht. Anders, als viele es erzählen, musste ich meine Kinder erst Stück für Stück kennenlernen und so wuchs auch die Liebe. Das begann natürlich schon in der Schwangerschaft, aber die wird ja ersetzt durch die Anbahnungsphase. Da lerne ich dieses Kind kennen und mit Sicherheit auch lieben. Liebe wächst im Herz und nicht im Bauch. So empfinde ich das zumindest gerade. Angst habe ich natürlich trotzdem zwischendurch.

Wie reagiert das Umfeld auf Eure Pläne?

Alle waren in das Verfahren involviert und informiert. Die Meisten dachten, wir adoptieren Zwillinge, als wir mitteilten, dass wir welche erwarten. Ich musste dann oft noch mal erklären, dass ich schwanger bin.

Alle wussten, dass der Weg der Adoption/Pflegschaft trotzdem noch in unseren Herzen wohnt. Den Kindern haben wir bislang noch nichts erzählt, ich glaube, das würden sie noch nicht verstehen. Das muss erst greifbar sein.

Und wir wissen ja noch gar nicht, wann es diesen kleinen Menschen gibt und ob wir überhaupt ausgewählt werden. Vielleicht startet nächste Woche eine Anbahnung, vielleicht dauert es noch Jahre oder vielleicht wird es nie was. Daher warten wir noch, bis wir sie mit einbeziehen.

Was wünscht Du Dir für Deine Familie für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass jeder Einzelne von uns den Raum in unserer Familie findet, den er braucht um glücklich zu sein. Viele schöne gemeinsame Momente und Erinnerungen, Gesundheit und Zufriedenheit.

Vielen lieben Dank, Emma, für Deine Offenheit und die Bilder. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mal an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind

Arschbombe von Das NUF zu gewinnen / Gewinnspiel

Vor ein paar Monaten traf ich Patricia (Blog: das nuf) auf einer Party: Einige Eltern bastelten. Sie fiel mir in der zweiten Reihe auf. Sie offenbarte, dass sie wohl keine Bastelqueen werde, wir kamen ins Gespräch und sie erzählte mir, dass demnächst ihr erstes Buch erscheinen werde.

Und selbst wenn ich es vergessen hätte, in diesem Sommer kam man nicht dran vorbei. „Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe“ wurde hymnisch gefeiert. Nahezu alle Elternblogger scheinen es gelesen zu haben, nahezu alle scheinen begeistert. Bei Glucke und So ist auch ein sehr interessantes Interview mit Patricia erschienen.

Besonders gefallen haben mir ihre Ausführungen übers Baby-Yoga und der Fremde in der Wohnung. Kennt Ihr nicht? Oder Ihr findet das Buch so super, dass ihr es jemanden unter den Christbaum legen wollt. Dann habt Ihr Glück: Ein Exemplar verlose ich.

Und das müsst Ihr tun: Erzählt mir, warum Ihr das Buch gewinnen wollt.
1. Kommentiert diesen Beitrag, direkt im Blog, und hüpft damit in den Lostopf.
2. Für ein weiteres Los im Topf: Werde Fan und Follower vom Frühen Vogerl auf FacebookInstagram oder/und Twitter und teile das Gewinnspiel.
3. Und noch ein Los für Euch: Gebt mir Eure Stimme bei Brigitte MOM. Einfach die Nummer Eures Herzchens in Klammern ins Kommentarfeld unten schreiben.
4. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein.
5. Sagt mir, im Kommentar, wofür ihr Euch entschieden habt.

Das Gewinnspiel endet am 22. November 2015 um 12 Uhr, der Gewinner  wird ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es ist keine Barauszahlung möglich. Der Gewinner wird hier auf dieser Seite bekannt gegeben und das Buch wird nach Austausch der Kontaktdaten von mir zugesandt.

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Bastei-Lübbe Verlag zur Verfügung gestellt.