Kultur mit Kind, Meinung

Fragebogen zum Langzeitstillen von Lena (4)

Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Lena von www.familienleicht.de und www.freilern-blog.de ist eine davon. 


Wie lange hast Du gestillt?

Kind 1: 4,5 Jahre, davon 1,5 Jahre Tandem mit Kind 2. Kind 2: ungefähr 3 ¼ J./3,5 J, bis um die Geburt von Kind 3 herum. Kind 3: stillt noch.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Kind 1: entsetzt. Die ersten sehr deutlichen Fragen (verbunden mit der deutlichen Annahme, dass das irgendwie nicht ok ist), wie lange ich „das denn noch machen“ wolle, kamen, da war mein Kind ca. 7,8 Monate alt. Nahezu sämtliche mir bekannten Mamas hatten zu diesem Zeitpunkt bereits abgestillt. Stillen, längeres Stillen war noch nicht so gängig wie heute, mindestens nicht in eher ländlichem Kontext. Krippe und Kindergärten fanden das längere Stillen nicht gut. Ich habe mir mit der Zeit dann größtenteils ein neues Umfeld und einen Online-Eltern-Clan gesucht 😉

Das Stillen war ja ohnehin nur ein (sichtbarer) Teil dessen, was wir „anders“ machten. Bei Kind 2 war das lange Stillen dann schon für mein Umfeld klarer, ich hatte einige liebe Mütter kennengelernt, die es ähnlich machen, hatte die ersten Aus- und Fortbildungen in diesem Kontext gemacht. Für den verbliebenen Teil des früheren Umfelds galt wohl, dass sie sich nicht mehr zu fragen wagten (schließlich stillte ich ja Kind 1 nach wie vor) oder etwas in die Richtung von „Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert“. Bei der Familie überwog die Faszination darüber, „dass da immer noch Milch rauskommt“. Jetzt bei Kind 3 ist das alles sowieso selbstverständlich.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Ich habe nicht aktiv abgestillt, sondern die Kinder sich selbst abstillen lassen. Lediglich bei Kind 1 habe ich dann langsam ein bisschen selbst darauf hingewirkt. Bei Kind 2 hat es sich wirklich einfach ausgeschlichen, das war optimal. Kind 3 stillt noch – das wird vermutlich irgendwann dann schon ein ungewohntes Gefühl sein; schliesslich stille ich jetzt seit fast 8,5 Jahren quasi durchgehend ;-), insgesamt 10 Kinder-Lebensjahre..

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Den „Stillblick“ des Stillkindes, da könnte ich immer noch dahinschmelzen 😉 Insgesamt schafft das Stillen für mich eine Innigkeit, die mit wenig anderem zu vergleichen ist.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Stellenweise nur Normalität ausserhalb der Mami-Kreise. (Langes) Stillen ist weder besonders toll noch besonders freaky noch sonstwie erklärungs- oder kommentierungswürdig, sondern einfach normal.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.
Kultur mit Kind, Meinung

Fragebogen zum Langzeitstillen von Mo Zart (5)

Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Mo Zart von 2KindChaos ist eine davon. 


Wie lange hast Du gestillt?

Vollgestillt hab ich 5,5 Monate, ganz vorbei war es mit 10 Monaten.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Aufs Stillen an sich haben alle gut reagiert. Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass man da anders drauf reagieren kann.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Ultraschwer. Es war komplett gegen mein Gefühl und meine Bedürfnisse und ebenso gegen die des Babys. Mein Baby war sehr krank (Bauch), niemand wusste woher, und nach einer endlosen Odyssee hab ich dann aufgegeben und die lange angemahnte letzte Option wahrgenommen. (Vielleicht ist ja Stillen das Problem.)

Damit gab ich das einzige einigermaßen Friedliche in der Beziehung zwischen meinem Baby und mir auf. Das, wo ich Liebe und Kraft tanken konnte, die paar Minuten, in denen mein Baby nicht schrie (natürlich gab es Ausnahmen, aber bei allem anderen schrie sie immer). Wie sich herausstellte, konnte es auch nur mit dem Abschied von der Milch besser werden, weil mein Baby Lactose, den Hauptbestandteil der Muttermilch, nicht vertrug.

Das heißt aber nicht, ich hätte das Stillen von Anfang an sein lassen sollen. Nein, es wäre behandelbar gewesen. Aber mit der Option „Stillen ist Bedingung und ich will trotzdem eine Therapie für mein Kind“ wollte sich keiner der gefühlt hunderttausend Ärzte anfreunden.

Schrecklich. Abzustillen war für mich wie ein Pakt mit dem Teufel, so als hätte das Böse gesiegt. So, als dürfte ich einen geliebten Menschen nicht mehr umarmen.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Alles. (Als es endlich schmerzfrei war.) Ich hatte das Gefühl, es flösse flüssige Liebe von mir zu meinem Baby. Eine solche Innigkeit habe ich noch nie erlebt. Es rührt mich, auch bei Kind Nummer zwei nach einem ganzen Jahr Stillen, nach wie vor so sehr, dass ich jedes Mal den Tränen nahe bin. Auch den Gedanken, dass mein Baby einzig und allein von der Milch in meiner Brust leben, wachsen und gedeihen kann, finde ich außerordentlich toll und rührend. Es macht mich wahnsinnig stolz und hat mir eine sehr wertschätznde Beziehung zu meinen Brüsten geschenkt.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Ach, kaum was. Dafür hatte ich gar keinen Kopf. Ja, klar, mal eine längere Auszeit nehmen können vielleicht, mal nicht nur eine Stunde auf einem Geburtstag verbringen können. Das war natürlich der Gesamtsituation (die es nicht erlaubte, das Baby mitzunehmen) geschuldet und nicht nur dem Stillen.

Wenn es ganz schlimm war, hätte ich mir manchmal am liebsten einen Schnaps runtergekippt, und jetzt, beim zweiten (unkomplizierteren) Kind (das übrigens auch keine Lactose verträgt, aber inzwischen machen wir erfolgreich eigenständig eine Lactase-Therapie), würde ich gerne mal einen Wein trinken. Oder nicht so supereingeschränkt sein beim Essen, wie man es ist, wenn Kinder vom Geringsten direkt Megabauchweh bekommen. Aber das ist im Vergleich zum Stillgenuss nicht der Rede wert.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.

Kultur mit Kind, Meinung

Fragebogen zum Langzeitstillen von der Frühlingskindermama (6)

Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen,  die Frühlingskindermama ist eine davon. 


Wie lange hast Du gestillt?

Meinen Sohn habe ich 20 Monate gestillt, da war ich schon mit meiner Tochter im 4. Monat schwanger. Meine Tochter habe ich sogar 2 Jahre und 4 Monate gestillt, bis Anfang September 2015. Beide langen Stillzeiten waren nicht geplant und haben sich so ergeben. Die Kinder brauchten das einfach, da sie weder Flasche noch Schnuller noch Übergangsobjekte akzeptierten.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Bis zum 1. Geburtstag hat eigentlich keiner etwas Komisches gesagt. Nur mir selbst kam es beim ersten Kind ungewöhnlich lang vor. Ich hatte aber eine langzeitstillende Freundin (hat bis über 3 Jahre gestillt) mit gleichaltrigem Kind, so dass ich nicht ganz allein war.

Bei meiner Tochter wurde ich, je älter sie wurde, ab und zu gefragt, ob ich noch stillen würde. Ich habe das dann immer nur bejaht, ohne große Erklärungen. Da sie schon lange nicht mehr unterwegs oder im Freien stillen wollte, bekam es ja auch fast niemand mit. Ich war aber auch selbstbewusster als beim 1. Kind und wusste, es würde irgendwann von allein enden.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Da es beide Male von den Kindern ausging und sie mir signalisierten, wann sie bereit waren, fiel es mir nicht besonders schwer. Ein bisschen Wehmut war dabei, besonders jetzt bei meiner Kleinen, aber im Großen und Ganzen bin ich sowohl mit unseren Stillbeziehungen als auch mit dem Abstillen glücklich, da es einvernehmlich und selbstbestimmt erfolgte.

Beide Kinder stillten sukzessive immer weniger (mit stärkeren Phasen zwischendurch bei Krankheit, Umstellungen wie Kitastart etc.) und hörten dann eines Tages ganz auf. Bei meinem Großen war das nachmittägliche „Kita-Verarbeitungsstillen“ die letzte verbliebene Stillmahlzeit, bei meiner Kleinen das morgendliche Aufwachstillen.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Die Möglichkeit, sein Kind problemlos und schnell mit Nahrung zu versorgen, war wirklich wunderbar. Kinder schlafen anfangs recht zuverlässig an der Brust ein, wenn auch wie im Falle meines Großen nicht tief und nicht ablegbar. Das Einschlafstillen fand ich meistens sehr entspannend. Mit meinem Großen, der ein sehr unkuscheliges Kind war, bedeutete das Stillen die einzige Form des Körperkontakts, die er zuließ. Mit meiner Kleinen hatte ich eine sehr innigliche und symbiotische Stillbeziehung, die ich sehr genossen habe. Ich fand es erleichternd, dass sich die Kinder sehr schnell (und manchmal nur) durch die Brust beruhigen ließen. Gerade mein Großer, der sehr unruhig war und viel zu verarbeiten hatte, brauchte das sehr.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Solange das Stillen als reine Nahrungsquelle diente, die immer bereit stehen musste, habe ich oft Freiheit, Flexibilität und Selbstbestimmtheit vermisst. Mein Großer war als Baby ein Dauerstiller, der anfangs stundenlang an der Brust hing. Das schränkte mich sehr ein. Als das Stillen aber nur noch als Trost, Beruhigung, Kuscheln, Körperkontakt diente, konnte ich es sehr genießen und merkte auch, wie wichtig es für meine Kinder war.

Vermisst habe ich Bestärkung und Zuspruch für das Langzeitstillen im privaten Umfeld. Aber zum Glück habe ich nie wirklich blöde Bemerkungen bekommen. Höchstens überraschte Gesichter. Aber das kann ich niemandem verdenken. Denn überrascht war ich selbst auch, dass ich eine Langzeit-Stillmama geworden bin.

Hier noch zwei Links zu Texten, in denen ich auf meinem Blog darüber geschrieben habe: Beim Sohn und bei der Tochter.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.

Kultur mit Kind, Meinung

Fragebogen zum Langzeitstillen von Emma (7)

Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Emma von Emmaswunderwelt ist eine davon.

Wie lange hast Du gestillt?

Ich bin Zwillingsmutter von zwei wunderbaren Mädchen. Ich stillte beide voll bis zum Beikostbeginn mit ca. 5 1/2 Monaten. A., die Jüngere der Beiden stillte sich selbst mit etwa 16 Monaten vollständig ab, M. stillte ich noch bis kurz vor ihrem 2. Geburtstag, auch sie entschied das selbst.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Ich habe erste blöde Kommentare zu hören bekommen, als meine Kinder etwa neun Monate alt waren. Ich hörte Dinge wie „Aber nicht, dass deine Kinder immer noch an der Brust hängen, wenn sie schon laufen können“, „Irgendwann sieht das nicht mehr schön aus!“und Ähnliches. Das hat mich sehr verletzt und ich konnte nicht damit umgehen. Ich vermied es ab dann, woanders als zu Hause zu stillen. Ich sprach nicht darüber, und dass ich eine echte Langzeitstillerin war, wissen nur sehr wenige Menschen in meinem realen Leben. Meine Filterblase im Internet hat aber geholfen, dass ich mich nicht ganz so „anders“ fühle.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Ich spielte oft mit dem Gedanken abzustillen. Ich setzte mir immer Ziele, wann ich mit dem aktiven Abstillen anfangen wollte, hielt das aber nie durch. Die Kinder brauchten diese Zeit und heute bin ich froh, dass es so gekommen ist.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Ich hatte dadurch auch eine Auszeit, durfte mich hinsetzen und ausruhen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, weil noch so viel zu tun ist. Ich war flexibel, musste nicht viel packen, wenn wir unterwegs waren. Die Kinder hatten so eine Exklusivzeit mit Mama, wo sie mich ja sonst immer teilen mussten.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Unabhängigkeit und das Gefühl, auch mal ohne Kinder im Hinterkopf entspannt, irgendwo sein zu können.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.

Kultur mit Kind, Meinung

Fragebogen zum Langzeitstillen von Sarah (8)

Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Sarah von schwesternliebeundwir ist eine davon. 


Wie lange hast Du gestillt?

Ciara habe ich 11 Monate lang gestillt und Emmi stille ich immer noch. Sie ist jetzt 2,5 Jahre.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Eher neutral. Ich werde halt immer mal gefragt, ob ich noch stille. Manchmal werde ich aber im Zug oder Bus komisch angeschaut, wenn meine 2,5-jährige noch Muttermilch bekommt.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Bei Ciara war´s ganz einfach. Sie war krank und wollte kein Brei oder anderes Essen zu sich nehmen. Deswegen haben wir mit Flaschenmilch zugefüttert. Das hat ihr so gut gefallen, dass sie keine Muttermilch mehr wollte. Also sind wir mit 11 Monaten auf Pulvermilch umgestiegen und bald dann auf Wasser.

Bei Emmi wird es schwieriger. Weder sie noch ich wollen wirklich aufhören. Aber manchmal zehrt das Stillen körperlich sehr an mir. Ich denke wir müssen bald einen Weg zum Abstillen finden, aber ich habe noch keine Idee wie der aussehen soll.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Das meine Kinder damit immer und überall gut Einschlafen/eingeschlafen sind.

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Die Möglichkeit einfach mal weg zu können. Möglich ist es ja schon, aber dann muss ich mir immer Gedanken machen, dass meine Tochter jetzt aufwacht und ohne das Stillen nicht wieder einschlafen kann. Das ist heute noch so, denn sie schläft eben auch mit 2,5 Jahren noch nicht die ganze Nacht durch.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.

Kultur mit Kind, Meinung

Fragebogen zum Langzeitstillen von Jenni (9)

Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Jenni von http://flaviusundbrutus.wordpress.com ist eine davon. 

Wie lange hast du gestillt? 

Ich habe meine Zwillinge 15 Monate lang gestillt, davon sieben bis acht so gut wie voll. Wir haben zwischendurch auch mal Mahlzeiten durch Flaschen ersetzt, um meinen Körper zu entlasten, aber sie wurden davon meistens nicht friedlich. Ich habe sie fast ausschließlich tandemgestillt, weil einer immer ausgerastet ist, wenn der andere gegessen hat. Vom Schreien wurde keiner wach, aber wehe, einer schmatzt genüsslich! Das ist heute immer noch so.

Wie hat dein Umfeld darauf reagiert? 

Mein Umfeld hat ganz unterschiedlich reagiert. Viele fanden einfach nichts dabei, so nach dem Motto: Babys kriegen halt Milch. Andere fragten, ob es überhaupt möglich sei, Zwillinge zu stillen, andere haben mich dafür bewundert. Mein Bruder fand es sehr interessant, genauso wie andere Kinder. Einige haben mir sehr schnell zum Abstillen geraten, wenn es mir wegen des Stillens mal schlecht ging. Und es gab auch welche, die fanden das blöd. Aber ganz ehrlich? Ich hab gestillt, damit die Babys zufrieden sind, egal, wie oft oder wie lange es dauerte.

Wie schwer fiel dir das Abstillen? 

Am schwersten fiel mir, dass so viele Leute diesbezüglich Erwartungen stellten, ab wann Kinder abgestillt werden oder welches Gemüse essen sollen. Dagegen  und für einen sanften, natürlichen Weg zu kämpfen, war anstrengend. Es gab eine Zeit, da hätte ich das Abstillen nicht erwarten können. Bei jedem Stresserchen bekam ich Milchstau und die Kinder mussten 20 Mal pro Nacht gestillt werden, am liebsten einzeln. Dann lief es wieder total rund und ich konnte mir ein Ende nicht vorstellen. Ich habe das immer so gehandhabt, dass ich guckte, was die Kinder gerade brauchen und versuchte, sie mitbestimmen zu lassen. Sie haben sich gegen Ende beim Einschlafstillen sehr viel geärgert und getreten und da war irgendwann klar, es muss ein anderes Ritual her. Heute, ein halbes Jahr nach dem Abstillen, reden die Zwillinge noch oft mit mir darüber: „Meina Bebi, Mama Milch!“ oder sie „stillen“ ihre Kuscheltiere.

Was mochtest du besonders am Stillen? 

Das Exklusive. Nur ich die Mama konnte die Zwillinge stillen. Und ich mochte es, dabei Serien zu gucken, das Internet durchzulesen und Schokolade zu essen. Dafür hatte ich sonst keine Zeit. Ich versuchte, mir die Stillrunden so gemütlich und schön wie möglich zu machen, um es auch als Auszeit zu sehen. Klar war es oft auch ätzend und tat schweineweh, häufig musste ich beim Stillen Essays für die Uni schreiben oder ich hatte einfach kein Nähebedürfnis mehr und wollte meinen Körper für ich allein, aber es war so unvergleichlich schön, wenn sie mit dem Milchrinnsal im Gesicht ins Milchkoma abdockten. Für die Gesichtsausdrücke lohnte sich das total.

Was hast du als stillende Mutter vermisst? 

Den Schlaf. Aber den vermisse ich jetzt immer noch 😉 Nach ein paar Monaten fühlte ich mich auch sehr an Zuhause gebunden, aber ich musste sowieso tagsüber zur Uni und genoss dann die Freiheit. Ich vermisste es auch, Freunde zu treffen, gerade abends, aber das konnte ich nach und nach wieder aufbauen. Ich hab es auch vermisst, in der Öffentlichkeit angezogen bleiben zu können. Zwei Kinder kann man, glaube ich, gar nicht dezent stillen. Weder im Zug, noch im Café, noch in der Uni und auch nicht auf einer Bank in der Innenstadt.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.