Kultur mit Kind, Meinung

Fragebogen zum Langzeitstillen von Milly (10)

Anlässlich der Weltstillwoche (28.9. – 4.10.2015) gibt es 5 Fragen an 10 Langzeitstillerinnen, Milly von mylifeinlederhosen.wordpress.com ist eine davon. 

Symbolbild. Spielplatz in Kroatien

Wie lange hast Du gestillt?

Ich habe nur die erste sechs Monate vollgestillt. Mein Tochter war Zweieinhalb als ich komplett mit Stillen aufgehört hatte, allerdings ab kurz vor ihrem zweiten Geburtstag haben wir nur noch zum Einschafen gestillt.

Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?

Mein Mann hatte es gehasst (Wir hatte keine gute Beziehung gehabt), sonst hatte niemand es gewusst bzw. gemerkt, obwohl ich wusste, dass ich die einzige in meinen Freundeskreis war, die es so lange gemacht hat.

Wie schwer fiel Dir das Abstillen?

Ich habe eigentlich aus ganz besonderen Gründen immer weitergemacht. Ich habe kurz nach dem ersten Geburtstag meiner Tochter meinen Mann verlassen und wir hatten keine festen Wohnsitz. Es war einfacher das Kind in einen fremden Wohnung/Ort beim Stillen zum Schlafen zu bringen. Nach fast einem Jahr komplett ohne Boden, hatte ich dieses Stillen als Beruhigungszeit für uns beide erlebt. Also das Abstillen kam nur, als wir beide bereit waren auf unsere zwei Beinen zusammen zu stehen. Macht wahrscheinlich für Außenstehende keinen Sinn, aber Abstillen hat nur stattfinden können, weil es die richtige Zeit dafür war.

Was mochtest Du besonders am Stillen?

Mein Tochter ist jetzt 6 und immer ist essen ein Kampf mit ihr – sie hat selten Hunger und ist eher einen Gesellschaftsesser. Als ich gestillt hatte, wusste ich, dass sie genügende Vitaminen usw. bekommen hat, egal was sie sonst (nicht) gegessen hat. Ich fand als sie ganz klein war, dieses Nähe und Verbindung auch sehr schön 🙂

Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Vermisst? Meinst Du irgendwas wie „ich könnte keinen Wein in der Zeit trinken?“ Dann absolut nichts.

Die Zusammenfassung aller zehn Teilnehmerinnen der kleinen Blogparade gibt es hier.

Kultur mit Kind, Nachgefragt

„Wir pflegen den hochempathischen Erziehungsstil, sind Pazifisten, Menschenfreunde und denken erst mal immer das Beste von jedem Menschen“. / 2KindChaos Mo über Toleranz, Flüchtlinge und Gerechtigkeit

Hier dreht sich hier alles darum, wie man Kindern Toleranz beibringen kann. Warum kleine Dinge helfen können, wie sie ihre Dreijährige an die Flüchtlingsthematik heranführen und über ihren unterschiedlichen Zugang zur Toleranz, berichtet das Elternpaar Mo Zart und Karl Rotten. 

Stellt Euch doch bitte kurz. 

Wir, Karl Rotten und Mo Zart, Eltern von Maple (3,5) und Coco (1), bloggen auf 2KindChaos anonym aus NRW. Das schützt uns und das hilft uns: Wir müssen kein Blatt vor den Mund nehmen. Wir pflegen den hochempathischen Erziehungsstil, sind Pazifisten, Menschenfreunde und denken erst mal immer das Beste von jedem Menschen. Nach hundert Rückschlägen bleibt Karl immer noch Optimist, und Mo hängt an ihrer ausgeprägten, bewusst gelebten Naivität.

Als ich auf Twitter nach Interviewpartnern zum Thema Kindern Toleranz vermitteln gesucht habe, hat Frida Mercury sofort an Dich gedacht, Karl. Auch Deine Frau ist mir auf Twitter zu dem Thema schon mehrmals aufgefallen. So war sie eine der Ideengeberinnen für die Postkarten ins Flüchtlingsheim nach Heidenheim. Was ist Euer persönlicher Zugang zu dem Thema?

Wir wohnen schon immer in Großstädten, Ausländerinnen und Ausländer gehörten schon immer selbstverständlich dazu. Karl arbeitet im sozialen Sektor, sicher nicht ohne Grund, er ist absolut pazifistisch und zur Toleranz erzogen worden, und Mo hat sich diese Werte trotz ihrer Kindheit selbst angeeignet 😀 Der Einsatz für Flüchtlinge hat viel mit unserem Gerechtigkeitssinn und mit Empathie zu tun. Wie kann man das Bedürfnis NICHT haben, mit ihnen mitzufühlen? Und selbst rational: Worin soll der Nachteil bestehen, wenn Flüchtlinge zu uns kommen? Dass wir unseren Lebensstandard um 0,1 Prozent senken müssen? Wir haben auch festgestellt, dass wir uns in unserem ehemaligen Wohnviertel mit hohem Ausländeranteil wesentlich wohler gefühlt haben als in der jetzigen kleinbürgerlichen Siedlung.

Die Postkarten, zahlreiche Tweets – Was macht Ihr noch um Flüchtlinge in Deutschland Willkommen zu heißen?

Mit Kleinkind und Baby geht nicht alles, aber wir beteiligen uns gern an Nachbarschaftsfesten, wir spenden Geld und Sachen, wir beziehen klar Stellung. Wie sich herausgestellt hat, ist das viel notwendiger als gedacht. Von völlig unerwarteten Seiten begegnet uns diese gepflegte „Ja, aber“-Haltung. Und, was Mo gern macht, so bescheuert es klingt: Einfach mal alle potenziellen Flüchtlinge, die man so sieht, anlächeln.

Wie bringt Ihr Euren Kindern Toleranz näher?

Mit der Dreijährigen kann man schon reden, ihr erklären, wie es den Menschen woanders geht, besonders den Kindern, das kann sie am besten nachvollziehen. Wir beten auch jeden Abend, dass es den Menschen, die zu Hause Angst haben müssen, die bedroht werden, denen weh getan wird oder denen es zu Hause nicht gut geht und die einen ganz langen Weg zu uns nach Deutschland gelaufen sind, hier ganz schnell besser geht. („Aber die Kinder, denen es nicht so gut geht, haben ja dann mein Spielzeug, und dann geht es denen wieder ganz gut!“) Außerdem versuchen wir, ihnen eine möglichst vielfältige Gesellschaft zu zeigen, sodass sie das als selbstverständlich empfinden.

Was wünscht Ihr Euch für Eure Kinder?

Dass sie dasselbe Bedürfnis nach Gerechtigkeit und Frieden entwickeln. Dass sie in einer Welt leben können, in der nicht Millionen Menschen auf der Flucht leben müssen. Und, damit endet bei Mo jedes Gebet, „dass alle Menschen genug zu Essen und zu Trinken haben und jemanden, der sie lieb hat“.

Vielen lieben Dank für das Interview, Mo und Karl.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Mo und Karl zur Verfügung gestellt.

Alltag, Kultur mit Kind

Berlin rund um den Marathon / Unser Wochenende in Bildern vom 26. bis 27. September 2015

In Berlin war der Marathon und wir wären fast dabei gewesen, was wir dann wirklich gemacht haben, seht Ihr in unserem Wochenende in Bildern. 
Samstagmorgen ist der Einkaufswagen prall gefüllt. 
Und wir werden dabei richtig reich. 
Immer wieder werde ich schwach und kaufe Supermarkt Blumen: Heute sind sie bereits hinüber. Wie überraschend. Nicht. 
Die Nachmittagsjause sieht etwas karg aus. 
Wir fahren nach Mitte. Die vage Idee, den Marathon locker zu umfahren, könnte klappen, wie uns dieser leere Gehsteig vermuten lässt. 
Ein Irrtum: Zum Glück gibt es Einkaufszentren. Und ja, ich mag die wirklich. 
Ungewöhnlich spät kehren wir in ein indisches Restaurant ein. Das frühe Vogerl liebt indisches Essen. Nicht. 

Auf dem Weg zum Auto kommen wir bei einer Tanzveranstaltung vorbei. Wir vermuten: Schleicher. Das Schild sagt „Tango“. Geht wohl auch in langsam. 
Ach ja, shoppen war ich auch. Aber wie. Bilder gibt es in den nächsten Tagen. Erkennt jemand das Logo?
Samstagabend gibt es Feuerwerk: Schurkenbeardie leidet. 
Der Sonntagmorgen startet mit einem  heißen Tipp für alle: Kauft keine Windräder aus Holz. Es hat einen Grund, warum die meist aus Plastik sind. 
Das Bobby-Car wird zweckentfremdet. 
Der Sprüche-Kalender erstrahlt an diesem Tag in blau. 
Eine Freundin kommt zu Besuch und ich kann mich zum Backen motivieren. Na ja, ein bisschen. 
Hund und Kind lieben die Freundin sehr. Aber es passen nicht beide gleichzeitig auf ihren Schoß. 
Nachdem einer Sonntagachmittag Fahrrad gefahren ist, sind wir am Abend wieder vollständig. Und es gibt Käse. Brot kommt grad gar nicht gut an beim Kind. Kennt Ihr?

Ach ja, und ohne Bild, die Gewinner vom Weleda-Gewinnspiel stehen fest, Ihr findet sie hier
Und wie war Euer Wochenende so? Habt Ihr Euch gedanklich mit dem Marathon beschäftigt, oder ward Ihr anderweitig aktiv?
Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen
Kultur mit Kind, Meinung

Kein 5-Jahres-Plan / 30. Geburtstag

Kurz nach der Jahrtausendwende saß ich mit bedeutungsschwangerem Gesicht meinem Onkel gegenüber. „Ich werde heute 20. Das ist so heftig.“ Er, 14einhalb Jahre älter, erwiderte nur lapidar:“Du hast einen Vogel“.

Wahrscheinlich haben wir diese Diskussion noch weiter geführt, aber daran kann ich mich nur wenig erinnern. Natürlich war ich der Meinung, ich hab Recht und er nicht. Die Wahrheit liegt bestimmt irgendwo dazwischen.

Als die 30 kam, fühlte ich mich schon ein bisschen weiser und war nicht mehr der Meinung, dass das Ding nun auf mich zu kommen würde. Ich hatte große Geburtstagfeste gehabt: Großartige mit 20 Freunden, Familienbesuch, Suppe und Apfelstrudel bei mir zuhause. Beschissene kurz nach Ende des Studiums: Mit Freunden, die nicht harmonierten und Studienkollegen, die den ganzen Abend unsere Zukunft nach dem Journalismus-Studium in den dunkelgrausten Farben ausmalen wollten. Themenwechsel zwecklos. Alkohol führte zu noch mehr Drama. Ich war die erste, die die Party verließ.

Meinen 30. wollte ich daher nicht feiern. Mein sehr geliebter Hund war ein paar Tage zuvor gestorben, von daher wäre eine geplante Party sowieso abgesagt worden. Was ich bestimmt nicht wollte, war mein Leben, zwanghaft im Konfetti Regen Revue passieren lassen. Unaufregend sollte mein Geburtstag sein, nur mit meinem Mann, und in einer Stadt, die uns auch Ruhe gibt.

Was Unaufgeregtheit betrifft, hat Hannover einen guten Ruf. Wir fuhren also nach Niedersachsen, liefen drei Tage lang durch die Gassen, die schon früh dunkel wurden, lasen in der Tageszeitung über Fukushima, saßen in einer verrauchten Kneipe und tranken ortsansässiges Bier. Wir lernten, dass ein „sehr gut“ für Hotelbewertungen nicht immer ein gutes Indiz ist und redeten über alles Mögliche. Nur ganz bestimmt nicht darüber, was die letzten 10 Jahre gebracht haben, und was die nächsten bringen.

Denn, ganz ehrlich: Wozu? Manches hat man in der Hand. Manches nicht. Du kannst Dich abstrampeln, und Dinge klappen nicht. Du kannst wunderschöne Momente erleben, in Zeiten in denen Du nicht damit gerechnet hast. Wenige Menschen habe ich bis jetzt getroffen, die mich mit ihrem 5-Jahres-Plan wirklich überzeugt haben. Nicht weil sie ihn nicht vielleicht erreicht haben, sondern weil mich Erfolg alleine selten überzeugt. Viel mehr der Umgang damit. Und die strahlenden Momente kann man eh nicht einplanen.

Silvester 2014

Heute bin ich genau 14einhalb Jahre älter, genau so alt wie mein Onkel damals. Heute verstehe ich ihn ein bisschen besser. Fast 15 Jahre sind vergangen: mit wunderbaren Momenten. Und mit dunklen. Die beeinflussbaren machen auch einen Teil davon aus, aber bestimmt nicht den größten. Innehalten hat sich als wichtiger erwiesen. Und reflektiere: An jedem Tag.

Ich habe übrigens keine Angst vor meinem 40. Geburtstag und natürlich mag ich Silvester nicht.

Und wie geht es Euch damit, seid Ihr Anhänger eines 5-Jahres-Plans und datet Ihr den zu jedem Geburtstag up?

Dieser Text ist für die Blogparade von Eni von Thirty Ehrlich, darüber wie man das Leben in den 20er und 30er-Jahren so empfindet. 

Familienrollen, Kultur mit Kind

„Mein Mann und ich sind nicht gerade Hunde-Fans und daher kommt es uns ganz gelegen, dass die Kinder mit dem Hund der Großeltern aufwachsen.“ / Familienrollen Interview aus dem Mehrgenerationenhaus

Jeden Freitag gibt es die #Familienrollen. Diese Woche erzählt Katharina (Mamasmäuse), wie es sich in einem Mehrgenerationenhaus lebt, warum sie sich dafür entschieden haben und was sie zu hören bekommt, weil sie ihre Kinder bereits sehr früh in die Kita gegeben hat. 


In Eurem Haus wohnen die Schwiegereltern, die Schwägerin, der Schwager und Eure vierköpfige Familie. Wie viel Berührungspunkte gibt es tatsächlich in Eurem Mehrgenerationenhaus?

Wir wohnen in einem Mehrgenerationenhaus, haben aber jeder seine eigene Wohnung.
Das heißt, effektiv laufen wir uns im Hausflur über den Weg und mehr (in der Regel) nicht. Natürlich auch in der Waschküche, aber das ist eher seltener. Wenn wir nicht bei den Großeltern oder der Schwägerin und dem Schwager an die Wohnungstür klopfen, könnte es also durchaus passieren, dass man sich mal ein paar Tage nicht sieht.

In der Regel ist es allerdings so, dass ich mit den Mäusen, wenn sie aus der Schule beziehungsweise aus der KiTa kommen, erst mal bei den Schwiegereltern einen Zwischenstopp einlege. Die Mäuse freuen sich, dass sie dann meistens ein paar Plätzchen bekommen und ich freue mich über einen Kaffee. Man tauscht sich über aktuelle Geschehnisse aus und geht danach wieder seines Weges. Natürlich ist es sehr praktisch, dass wir so viele unter einem Dach sind. Wenn man zum Beispiel mal etwas unternehmen möchte, die Kinder aber zum Beispiel nicht mit möchten oder schon im Bett sind, dann hat man fast immer einen Babysitter. Es kommt auch des Öfteren vor, dass man sich untereinander intern anruft und fragt, ob jemand mal Taxi spielen kann. Falls man beim Einkaufen etwas vergessen hat und fragt, ob zufällig noch jemand etwas einkaufen muss und einem dann das Vergessene noch mitbringen kann, kann das auch sehr praktisch sein.

Natürlich bleiben auch Unstimmigkeiten nicht aus und dann kann es schon nervig sein, dass man zwar eine räumliche/ wohnungsmäßige Trennung hat, aber nicht ein paar Straßen weiter wohnt. Wenn man Gäste hat, weiß in der Regel auch immer jeder, wer gerade so da ist.

Die Mäuse finden es toll, dass sie zum Beispiel jederzeit bei den Großeltern mit essen können, falls ich mal etwas zubereite, was sie nicht mögen. Die beiden gehen auch gerne mit den Großeltern und deren Hund spazieren. Mein Mann und ich sind nicht gerade Hunde-Fans und daher kommt es uns ganz gelegen, dass die Kinder mit dem Hund der Großeltern aufwachsen. Im Groben haben wir aber mehr Vorteile mit dem Mehrgenerationenhaus.

Was würdest Du anderen empfehlen, die über dieses Modell nachdenken?

Wir finden das Modell wie bereits erwähnt, eigentlich ganz gut. Man hat beinahe täglich Unterstützung von der Familie, wenn man diese einfordert. Man hat ein sehr gutes soziales Geflecht. Die Mäuse haben sehr viel Kontakt mit Ihren Großeltern und wachsen mit Ihnen gemeinsam auf. Bereits mein Mann ist in diesem Modell groß geworden und weiß nur Positives darüber zu berichten. Ich glaube das ist auch der Grund, warum wir heute so leben.

Dennoch haben wir die Möglichkeit uns auch mal abzugrenzen. Zwar nicht in dem Ausmaße, wie es wahrscheinlich andere können, aber es funktioniert. Im Großen und Ganzen kann ich dieses  Modell empfehlen, so lange man mit allen Parteien in dem Haus gut zurecht kommt.

Ihr habt beide Kinder bereits mit fünf Monaten in die Kita gegeben, warum habt Ihr Euch dafür entschieden und wie geht es Euch damit?

Wir haben die Große damals mit fünf Monaten in die Kita gegeben, weil ich noch in der Ausbildung, zur Gesundheits- und Krankenpflegerin, und mein Mann im Studium steckten. Alle Großeltern waren zu der Zeit noch voll berufstätig. Man darf nicht vergessen, dass ich gerade mal 22 war, als die Große kam. Daher brauchten wir eine Lösung, da ich unbedingt meine Ausbildung beenden wollte. Ich hatte aber nicht unbedingt ein gutes Gefühl bei einer Tagesmutter und so haben wir einen U1 Platz gesucht. Natürlich fiel es mir nicht unbedingt leicht, dass ich mein Baby so früh abgeben musste, aber es war rückblickend betrachtet das Beste was wir uns und dem Kind antun konnten.

Ihr hat es nicht geschadet und der Mutter/Eltern – Kind Beziehung hat es auch nicht geschadet. Ganz im Gegenteil. Die Große hat eine unheimlich hohe Sozialkompetenz entwickelt. Sie hat sich unglaublich viel von den älteren Kindern abgesehen und sich immer sehr wohl gefühlt. Sie ist ein wundervolles kleines Mädchen geworden. Durch diese ganzen Vorteile haben wir uns dann bei der MiniMaus auch für dieses Modell U1 entscheiden. Da war ich zwar schon aus der Ausbildung raus und stand feste im Beruf und dennoch ist auch sie mit zarten fünf Monaten in die KiTa gekommen.

Wir wollten Ihr die Möglichkeit bieten auch so viele Vorteile, wie Ihre Schwester, aus diesem Model zu ziehen. Ich glaube auch, dass es geglückt ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass ich schnell wieder arbeiten gehen konnte und wir so nicht auf das Elterngeld angewiesen waren. Ich fehlte also nicht lange der Arbeitswelt. Ich persönlich benötige aber auch meine Arbeit als Ausgleich zum Familienalltag und zum Haushalt.

Genaueres dazu habe ich aber auch mal hier verbloggt.

Welchen Vorurteilen begegnest Du deshalb manchmal?

Oh da gibt es schon ein paar. Einige sind zum Beispiel:“Wozu bekommt man eigentlich Kinder, wenn man keine Zeit mit ihnen verbringen möchte?”

Wer sagt, das ich keine Zeit mit Ihnen verbringen möchte? Natürlich möchte ich das. Angenommen ich wäre nicht arbeiten und die Mäuse zu Hause, dann würde ich ja dennoch arbeiten. Also: Haushalt, einkaufen, kochen etc. Wer sagt, dass ich dann wesentlich mehr Zeit mit ihnen hätte? Jetzt habe ich den Haushalt erledigt, also kein großes Putzen mehr, wenn die Kinder da sind. Ich habe die Einkäufe fertig oder nehme die Mäuse mit. Ich habe vorgekocht oder binde die Kinder mir ins kochen ein. Ich habe jetzt die Zeit mit den Mäusen in aller Ruhe zu basteln/malen/spielen etc. wenn ich alles erledigt habe. Also wo habe ich weniger Zeit? Eine “non-working-mom” muss sich Ihren Alltag auch strukturieren um Zeit für die/das Kind zu haben.

Auch ein beliebtes Vorurteil ist: „Du bist ja nie da.“
In meinem Fall bin ich nur Nachts nicht da, da ich zur Zeit als Dauernachtwache arbeite. Ich bringe die Mäuse abends zu Bett. Wir vollziehen unser Zu-Bett-geh-Ritual und wenn die Mäuse liegen fahre ich arbeiten. Der MäusePapa muss dann ran, falls die Mäuse etwas haben. Das ist okay so. Wenn ich von der Arbeit komme schlafen die Mäuse noch oder erwarten mich bereits. Dann frühstücken wir gemeinsam bevor wir zur KiTa/ Schule aufbrechen und der MäusePapa zur Arbeit fährt. Nachmittags wird gewettet, wer eher zu Hause ist, die Mäuse oder der MäusePapa.
Wir sind beide da! Nicht immer und zu jederzeit gemeinsam, aber immer mindestens einer von uns.

Wir schlagen uns auch mit der Aussage : ” Du verpasst so viel”.
Aber dem ist nicht so! Ich habe zum Beispiel bei beiden Mäusen die ersten Schritte miterlebt. Sie haben erste Schritte in der KiTa gemacht, aber für mich waren es die ersten Schritte, die ich selbst gesehen habe auch wenn es nicht mit der “Timeline” zusammenfällt.

Die Aussage: “Meinst Du nicht, dass Du mit 2 Kindern schon genug zu tun hast? Dein Mann verdient doch genug Geld!” bringt mich auch häufig in Rage.
Ich hatte nicht die Wahl: “Arbeit- „Ja oder Nein”. Hätte ich nicht schnell das arbeiten wieder angefangen, hätte ich ohne Ausbildung dagestanden. Und ob ich das gewollt hätte? NEIN! Ich habe Verantwortung und möchte meinen Mäusen etwas bieten können. Arbeit ist etwas ganz normales und gehört zum Alltag dazu. Zumindest für uns. Wer sagt denn, dass immer nur der Mann der alleinige Ernährer sein muss? Wir haben das 20. Jahrhundert! Ich verwirklichte mich in meinem Job und ich empfinde es als Auszeit vom Mama sein, so wie ich es als Auszeit vom Job empfinde , wenn ich zu Hause bin.

Was wünscht du Dir?

Ich wünsche mir eigentlich einen Tag, der mehr als nur 24 Stunden hat.  Dann könnte ich wahrscheinlich und wirklich absolut allem gerecht werden.  Ich wünsche mir manchmal mehr Urlaub mit meinen Lieben. Aber eigentlich fühlen wir uns alle wohl! So lange wir uns haben uns gesund und glücklich sind,  kann man sich nicht mehr wünschen!        
                 
Ich habe auch mal zu dem Thema, ob man sich dafür rechtfertigen muss, eine berufstätige Mutter zu sein, einen Artikel verfasst.

Danke für die Antworten und die Bilder, Katharina. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mal an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind, Meinung, Nachgefragt

23 Mutterkörper – Blogparadenzusammenfassung / After-Baby-Body

Am Begriff einer „MILF“ (Mother I’d like to fuck) fand ich spontan nichts Verwerfliches, daraus entwickelte sich auf Twitter eine Diskussion, wie sich ein Körper verändert nach der Schwangerschaft. Wie wichtig ist einer jungen Mutter ihre Optik und vor allem wie verändert sich der Körper?

Da ich glaube, dass sich auf jeden Fall etwas verändert, wollte ich wissen, wie andere Mütter ihren Körper nach der Schwangerschaft wahrnehmen und war gespannt:  22 wunderbare Beiträge hat die Blogparade #mutterkoerper hervorgerufen.

In Harmonie mit dem neuen Körper

Kurz nach der Geburt: Ich, zufrieden, und immer hungrig.

Dani von Glucke und So erzählt, wie sie sich in ihrer Schwangerschaft – trotz unreiner Haut, vermehrter Körperbehaarung – zum ersten Mal zufrieden war, mit ihrem Körper. Sie begann ihr Lächeln zu sehen und freute sich über das Wunder, das mit ihrem Körper passierte.

Gleich zwei Beiträge liefert Katja von Krachbumm: In dem einen erzählt sie, dass ihr Körper der gleiche ist, nur dass sie diesen jetzt liebt. Sie beschreibt, wie sie vor ihrer Schwangerschaft mehr damit beschäftigt war, ihre Schwächen zu kompensieren, als auf ihre Stärken stolz zu sein. Sie sagt: „Auf dem Sterbebett werde ich sicher nicht bereuen, dass ich zu meiner Lebzeit nicht 2 Kilo weniger hatte. Aber ich würde bereuen, mein Leben nicht genossen zu haben.“

In dem zweiten Text, der schon früher entstanden ist, denkt Katja drüber nach, ob sie eine MILF sein will und warum sie es nicht mag, wenn  „sich Drehbuchautoren von Teenage-Schund-Filmen an uns abarbeiten und die Porno-Industrie eine Nische für Frauen über 40 daraus“.

Sarah von Schwesternliebe schreibt, dass sie seit den Schwangerschaften weniger Gewicht hat als jemals zuvor. Über ihr Schönheitsgefühl sagt sie Folgendes: „Ich habe zwei wunderschöne Töchter. Wenn ich die Beiden ansehe fühle ich mich selbst auch gleich schöner, denn sie haben ja meine Gene.“

Christina von Cosmopolimam erzählt, dass sie sich nach dem Duschen eincremt und dabei keinen Ekel empfindet, und auch dass das nicht immer so war. Das Muttersein hat sie gelassener gemacht, und dann sagt sie noch:  „Und erst seitdem mein Mann mich und meinen Körper so bedingungslos liebt, darf ich mich auch selbst lieben.“

Susanne von AndalusienMutti schreibt kurz und klar, wie lange sie gebraucht hat, um mit ihrem Körper im Einklang zu sein: „33 Jahre und eine Geburt“.

Sehr berührend fand ich auch den Artikel von Alina von Liebling ich blogge jetzt, die durch die Liebe ihres Sohnes, der nicht wertet, lernte sich selbst zu lieben.

Die einzelnen Teile

Bei Küstenkidsunterwegs schreibt Katja einen Liebesbrief an ihren Bauch, weil er viel geleistet hat und ihn die Kinder lieben: Da darf er ruhig auch noch ein wenig schlackern.

Nicht ganz so liebevoll fällt Schimpfmalmamas Rede an ihre Oberschenkelinnenseiten aus. Mutterstiefchen schreibt über den negativen Aspekt der MILF und, dass sie sechs Monate nach der Geburt anderes zu tun hat,  als sich um ihr Sixpack zu kümmern.

Bella von Familieberlin schreibt über ihren weichen Bauch, und warum dieser sie an ihre eigene Kindheit erinnert.

Respekt sich selbst gegenüber

Rücken: überraschend kein Problem. Wickeltechnik: Ausbaufähig.

Kurz vor der Geburt ihres dritten Kindes hat Kerstin sich noch Zeit genommen und beschreibt auf chaoshoch2 den großen Respekt, den sie heute vor ihrem Körper hat. Und auch, dass ihr Bruder sagt, dass Ihr Aussehen nur jemand als frisch und entspannt bezeichnen könne, der sie früher nicht kannte. (Ich hab keine Ahnung, wie Kerstin vor der Geburt ihrer Kinder aussah, aber ich habe ihr Foto wenige Tage nach der Geburt ihres Kindes auf Facebook gesehen: Unglaublich schön.)

Anke schreibt auf Gemüsebaby, warum sie so stolz ist auf ihre Brüste.

Mami Anders
 schreibt über ihren Mutterkörper und wie sie diesen langsam an Sport heranführt.

Kritische Betrachtungen

Strumpfhosen passten mir gleich nach der Geburt. Sonst fast nichts. 

Sehr kritisch geraten ist der Beitrag von Ina von Fem: Sie schildert die Verabschiedung ihrer Libido in Wochenbett und Stillzeit, wirft ein, dass sie genervt ist: „Warum nur fühlt jeder bemüßigt, seit der Geburt das Aussehen meines Körpers kommentieren zu müssen?“ Aber sie sagt auch, fast versöhnlich: „Es braucht mehr Leute, die die Vielfalt unserer (Mutter-)Körper sehen, wie sie ist: wunderbar. Ich übe mich darin, so jemand zu werden.“

Auf Nedless to Say erzählt Jennifer-Heart, warum sie schon zwanzig Jahre vor ihrer ersten Schwangerschaft einen After-Baby-Body hatte.

Die Murmelmama berichtet auf chaoshoch2, wie sie nach der Schwangerschaft immer schmaler wurde, und warum sich das ganz falsch angefühlt hat.

Frida von 2KindChaos erzählt vom Mobbing in der Jugend, über ihr Problem mit ihrem Mutterkörper und dass es nicht hilft, wenn ihr jemand erklärt, dass andere dicker sind und sie nicht undankbar sein soll. Und ein Video von ihr gibt es auch noch dazu.

Die Bloggerin Mo Zart sagte mir auf Twitter, dass sie über ihren Mutterkörper immer anders denkt und dadurch auch immer andere Blickwinkel entstehen würden. Als sie sich durchgerungen hat, einen Text zu schreiben, erzählt sie von der Wertschätzung ihren Brüsten gegenüber und sagt: „Dünn ist nicht alles. Dünn ist ungefähr nichts wert, wenn der Rest nicht stimmt.“

Spinnliesl mag ihren neuen  Mutterkörper nicht und hofft, dass sie durch das Stillen einen Teil ihres alten Körpers wieder bekommt.

Lareine von Essential Unfairness war sechs Mal schwanger, mochte ihr Körpergefühl nach der ersten Geburt nicht und besuchte einen Schönheitschirurgen, dessen Ratschlag sie auch von ihrem Mann hätte kriegen können. Und sie erzählt noch eine ganze Menge mehr, zum Beispiel warum es so viele Nacktfotos von ihr gibt.

Die Waumama dankt ihrer Mutter für gutes Bindegewebe, erzählt aber auch wie sie vom eigenen Spiegelbild erschrocken war.

Ich danke Euch vielmals für diese wunderbaren Beiträge.
Meine eigenen Empfindungen habe ich übrigens in die Bilder gepackt.

Und wie geht es Euch anderen mit Eurem Mutterkörpern? Findet Ihr Euch in den Beschreibungen wieder?