Alltag, Kultur mit Kind, Meinung

Full-time-Vaterzeit

Als ich immer dickbäuchiger wurde, fingen die Leute in unserem Umfeld an zu fragen, wie wie wir es denn so machen wollten, das Ding mit der Elternzeit. In Deutschland können sich Mann und Frau 14 Monate (bezahlte) Elternzeit teilen.

„Der Mann wird wohl nicht gehen“, meinten die Konservativen in unserem Umfeld. „Aber macht doch Halbe Halbe, mindestens“ meinten die Modernen. 12:2 meinten wir damals, 12 Monate für mich, zwei für den Mann, so meinten wir damals. So wollten wir es.

Als wir mit dem frühen Vogerl nach Hause gingen, waren wir beide in Elternzeit. Vier Wochen lang teilten wir jede Aufgabe, die sich teilen ließ und verbrachten eine sehr intensive Zeit. Danach ging der Mann wieder arbeiten und ich und das frühe Vogerl blieben alleine, tagsüber.

Kaffeehausbesuch in der Elternzeit

Zehn Monate strickten wir an unserem Alltag und dann kam er, der 12 Monat, und der Mann ging wieder in Elternzeit. Das frühe Vogerl war schon viel aktiver und wieder sollten wir vier Wochen rund um die Uhr beisammen sein. Wir düsten nach Österreich, flanierten durch Rostock, stockten beim Schweden unseren Hausstand auf, renovierten ein bisschen, kümmerten uns um Identitätsfragen, hingen in Kaffeehäusern ab, Mutter und Sohn tanzten zu Deichkind, Vater und Sohn spielten mit der Groovebox, die Mutter hielt viele Vormittagsschlaferl und wir machten lange Spaziergänge, von denen vor allem auch der Hund profitierte.

Nun dauert der zweite Monat gemeinsame Elternzeit nur noch wenige Stunden an. Und es war ganz wunderbar, wie wir uns das ausgesucht haben. In unserem Umfeld merken das jetzt sowohl die Konservativen als auch die Modernen. Und wir, wir wussten das schon, als ich noch dickbäuchig war.

Wie war das bei Euch so? Habt Ihr die Elternzeit gemeinsam genutzt und wie fandet Ihr es?

Alltag, Kultur mit Kind

Unser Wochenende in Bildern (21./22.2.15)

Jede Woche sammelt Susanne von Geborgen Wachsen die Wochenenden von Familien in Bildern. Dieses Mal sind wir auch dabei. 
Samstagmorgen machten wir uns auf nach Lichtenberg, um den Hund (zu aufgeregt für ein Foto) zum Friseur zu bringen. 
Dort erledigten wir in der Zeit spannende Dinge wie einen Baumarkt-Besuch. Einer schlief dabei und ich musste mich bemühen ihn nicht anzutatschen.

Im Anschluss waren wir auf einem Geburtstag. Ein echtes Kulturfrühstück in Kreuzberg. Die Babydichte war sehr gering. 
Warm eingepackt ging es dann nach Prenzlauer Berg. Dazwischen durfte der Hund heim. 
Auch hier stand ein Geburtstag an.
Ein Kumpel vom frühen Vogerl feierte in einer Kita.
Auch ohne Schuhe war es recht glamourös.
Und es ging erstaunlich schnell nach Hause. 
Morgens beschloss der Hund, dass eine große Runde anstand. Bei der leider das Telefon zuhause blieb. 
Im Anschluss gab es ein zweites Frühstück. 
Und wir hingen ab mit buntem Spielzeug. 
Im wahrsten Sinne des Wortes. 
Dann gab es Kuchen. 
Hörbar Rust war heute so „naja“. 
Vater und Sohn hantierten mit der Wasserwaage und montierten Haken im Bad. 
Nach dem Abendessen gab es heute keinen Tatort. (Thema) Sondern wieder ein bisschen Abhängen. Nur Kind und Hund die schlafen schon. 
Kaffeehauskultur, Kultur mit Kind

Momblogger-Treffen in Mitte

Heute war ich beim zweiten Elternblogger-Treffen meines Lebens. Die Location war wunderschön: Ein bisschen was von Rohbaukunst und ziemlich viel Zwischen-Nutzungs-Zauber fanden wir in der Köpenicker Straße im achten Stockwerk eines Gebäudes zusammen. Das Haus ist ein bisschen so, wie sich die Leute, die nicht in Berlin sind, Berlin vorstellen, sagt Gaby von Motherbook, die gemeinsam mit Bea von Tolla Box, geladen hat, zusammen.

Große und kleine Bloggerinnen, weiterreiste und Berliner Damen beredeten sich, wie die Vernetzung voranzutreiben sei. Und weil es ja viel, um Vernetzung ging, und ihr von dem Gebäude und dem guten Milchreis ja wenig habt, stelle ich Euch fünf Blogger vor, die mich beeindruckt haben.

Weddinger Berg: Er kam als einziger Mann und klärte uns auf, dass Papablogger keine Seltenheit mehr sind. Seinen Blog kannte ich bereits. Er besticht durch Humor, Lokales (Wedding: also quasi ums Eck), Ironie und Unterhaltung. Wie er damit theoretisch umgehen würde, wenn seine Tochter (steht kurz vorm Eintritt ins Kleinkind-Alter) bei einer Sendung wie dem Bachelor zu Gast wäre. Rein hypothetisch. Natürlich.

Berlin Mitte Mom: Sie ist eine der bekanntesten Berliner Mütter-Bloggerinnen. Zeigt aber – auch live und in Farbe – keine Starallüren. Ihre Texte mag ich sehr, sie bestechen durch viel Gefühl. Wie das „Zeugnis ohne Noten“ für die Tochter, oder der unglaublich berührende Text über ihre verstorbene Mutter.

Mama on the rocks: Sie hat ihre Flugangst überwunden, und kam extra aus der Schweiz. Ihren Blog kannte ich bis dahin wenig. Sie besticht durch unglaublich viel Schwung, einen Eindruck kann man sich schon bei ihrer Vorfreude auf die Berlin-Reise machen.

Hexhex: Sie kam mit einem sehr kleinen Baby und hat mich begeistert mit der Tatsache, dass sie als Musikerin personalisiserte Kinderlieder schreibt. Jetzt muss ich die Info nur noch auf ihrem Blog finden.

Das gewünschteste Wunschkind: Sie war mir gleich sympathisch, noch bevor ich wusste, welcher Blog zu ihr gehört.  Ein Blog, der Hilfe in allen Lebenslagen bietet und wirklich zu jedem Thema, das junge Mütter suchen eine gut recherchierte Antwort bietet. Beispiele: Tragetücher, nächtliches Dauerstillen  oder einer der vielen Schübe.

Klickt Euch durch, das lohnt sich wirklich. Und vor dem Rechner ist das auch alles viel, viel leichter, denn wie schon beim ersten Bloggertreffen dieser Art bin ich sehr schnell recht reizüberflutet. Doch hinterher doch immer ganz froh, über neuen Input.

Kaffeehauskultur, Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Nordische Gemütlichkeit in Rostock

Als wir vor ein paar Jahren, diese wunderbare und wochenlange Reise durch das winterliche Schweden gemacht hatten, war ich von vielem angetan. Eine Sache war die skandinavische Mode. So freute ich mich damals, dass ich kurz danach in Rostock einem schwedisch inspirierten Laden entdeckt hatte.

Als wir vor ein paar Tagen wieder an der Küste waren, stellte ich mit Freude fest, dass es das Liebreiz am Doberaner Platz immer noch gibt. An Gemütlichkeit hat es zugenommen, und der Laden lässt sich auch mit Kindern gut besuchen: Ohne Kindercafé-Flair zu kriegen.  Auf der rechten Seite handelt es sich um einen gut sortierten Klamottenladen. Rosa gestreifte Blüschen, violette Leinenhosen, hellblaue Wollpullis und schwarze Baumwollröckchen mit Lochstickereien: es gibt einige Klamotten mit Liebhab-Potenzial. Das Sortiment ist nur für Damen, ein Kleinkind hat sich trotzdem verirrt und krabbelt hinter seiner Mutter her. Extern betreut wird es von einer ca. 11-Jährigen, die sich als Tochter der Besitzerin entpuppt und den weltschönsten geflochtenen Zopf der Welt trägt. (Foto fehlt aus Datenschutz-Gründen.) 

Das Beste an dem Laden ist aber, dass sich zur linken Seite ein Kaffeehaus erstreckt. Es gibt Kaffee, Kuchen, Schokolade, Aufstriche und eine freundliche Bedienung, die nach den Wünschen fragt. Ach ja, und eine Spielecke für die Kleinen, die gibt es auch. 

Während ich rechterhand eine bereits vorhandene Liebe zu den Kleider-Marken Noa Noa und Sorgenfri Sylt verstärke, hängen der Mann, der nur noch wenige Tage Elternzeit hat, und das frühe Vogerl im Kaffehaus-Teil ab. Meine Vorliebe für Rosa lässt sich bei diesem Einkauf gut befriedigen und so marschiere ich zwischen den beiden Teilen probierend hin und her, und bin zum Schluss so umsatzkräftig, dass der Kaffee mit drinnen ist.
Shoppen mit Kind ist hier also möglich, ohne das jemand genervt ist. Ein bisschen Vorfreude auf den nächsten Schwedenaufenthalt gibt es auch mit dazu. Eine meiner liebsten Freundinnen wohnt schließlich in Stockholm, und die kann nicht mal schnell eben nach Rostock kommen. Schade eigentlich.

Kultur mit Kind, Nachgefragt

Interview mit einer Berliner Bloggerin


Welche neue Art von Kultur sie durch ihren Sohn erlebt, wie ein Zweijähriger seine Kerzenliebe auslebt und welche Orte sie in Berlin besonders empfehlen kann: Das und noch einiges mehr hat mir Susanna von Babyplausch verraten. 


Kannst du Dich, Dein Kind und Deinen Blog kurz vorstellen?
Mein Name ist Susanna. Ich lebe und arbeite in Berlin. Mein Geld verdiene ich hauptsächlich als
Journalistin, momentan arbeite ich für ein Berliner Stadtportal und berichte über alles, was in den Kiezen der Hauptstadt so los ist. Während meiner Schwangerschaft fing ich an, mich mit anderen Themen rund um den Nachwuchs zu beschäftigen und hatte, wie viele andere Mütter auch, die Idee, meine Erfahrungen in einem Blog festzuhalten. Neben persönlichen Erlebnissen aus dem Alltag mit Kind veröffentliche ich auf Babyplausch aber auch intensiv recherchierte Ratgeber­-Texte sowie Berlin­-Tipps. Mein Sohn wurde im Oktober 2012 geboren und hat eine große Vorliebe für Kerzen entwickelt. Die sind in unserer Wohnung überall verteilt und werden immer wieder umgeschichtet, sortiert und natürlich auch angezündet (aber nur mit Mama zusammen). Außerdem brennt er momentan für das Thema Müllentsorgung. Ein Spielzeug-­Müllauto hilft ihm bei der Verarbeitung ;­)

Wie wichtig war Kultur früher für dich, und ist es auch heute noch beruflich?
Ich bin schon immer gerne ins Kino oder auf Konzerte gegangen. Ab und an war auch mal eine Ausstellung oder ein Museumsbesuch dabei. Und wegen des Jobs mache ich das auch immer noch, wenn es am Tage ist. Abends ist es etwas weniger geworden, da wir nicht immer auf Oma und Oma zurückgreifen können und selber auch noch Sport machen. Irgendwann muss man ja auch was fürs Wohlbefinden tun und das geht unter der Woche eben nur am Abend.

Welche verloren geglaubte Kultur kam mit Kind wieder? 
Seitdem ich ein Kind habe, spiele ich wieder richtig. Damit meine ich nicht Gesellschaftsspiele oder dergleichen, sondern Spielen im eigentlichen Sinne: Ich robbe auf allen Vieren mit dem Auto über den Wohnzimmerboden, schiebe einen Puppenwagen umher oder baue im Garten eine Bude aus Ästen und Moos. Natürlich alles zusammen mit meinem Sohn. Wenn ich das allein täte, würden mich die Leute wahrscheinlich für verrückt erklären. Was wir neben intensivem Spiel außerdem machen, ist das Angucken von Bilderbüchern und das Singen von Kinderliedern (ich war erstaunt, wieviel ich noch auswendig kannte). Basteln steht noch nicht so sehr im Mittelpunkt, wir fangen aber bereits mit kleinen Sachen an: Zerfetzen von Papierstreifen und Aufkleben, üben mit der Schere zu schneiden oder kneten mit Ton (ist viel schöner, als mit Knete).

Welche kulturellen Elemente erlebt Ihr als Familie?
Noch machen wir kulturell nicht so viel, also wir gehen noch nicht ins Puppentheater oder ins Kino. Dafür ist Sohnemann einfach noch zu klein. Was wir gerne und regelmäßig machen: essen gehen. Wir zeigen ihm unsere Lieblingsrestaurants, sofern die auf Kinder eingestellt sind. So lernt man die verschiedenen Kulturen einer Stadt wie Berlin ja auch kennen.

Und welche Momente erlebst Du ganz bewusst alleine?
Lesen und Musikhören. Das kann ich hauptsächlich während der Fahrt zur Arbeit. Ich bin im Schnitt zwei Stunden unterwegs, da lässt sich einiges konsumieren. Ansonsten versuche ich mindestens einmal im Monat ins Kino zu gehen. Dann treffe ich mich mit einer Freundin und wir gehen anschließend oder davor noch was Leckeres essen. Das mache ich ja schon von Berufs wegen sehr gerne: neue Restaurants oder Cafés testen. Auf einem Konzert war ich mindestens drei Jahre nicht mehr, das steht daher auch ganz oben auf meiner To­do­Liste.

Welche Tipps hast Du für junge Eltern in Berlin?
Wir haben das große Glück, einen riesigen Garten und den Wald gleich um die Ecke zu haben. Ich muss mir also nie einen Kopf machen, was wir “heute” machen. Tür auf und Kind raus ­so einfach ist das. Ab und an gehen wir natürlich auch auf den Spielplatz bei uns im Kiez, damit der Kleine seine sozialen Kontakte pflegen und andere Kinder um sich haben kann. Besonders mag ich die Familienfarm Lübars, da gibt es eine Menge Tiere (Schafe, Pferde, Ziegen, Hühner), einen gigantischen Buddelkasten mit unsagbar viel Equipment und ein ganz tolles Café mit einem schönen Biergarten im Sommer. Da sind wir sehr oft.

Ansonsten kann ich für den Sommer das Freibad in Heiligensee empfehlen oder für einen kleinen Ausflug den Tierpark Germendorf. Dort gibt es Affen, Wildschweine und total süße Erdmännchen. Wenn es richtig heiß ist, kann man dort auch baden gehen. Unternehmungen in der City meide ich eigentlich eher, was soll ich mit einem Zweijährigen zwischen all den Autos und Menschen? Was wir jetzt im Winter mal besucht haben, war das Aquarium neben dem den Zoo. Das fand der Kleine toll. Zwischen all den riesigen Becken lässt es sich super herumtollen und natürlich auch Fische angucken.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft? 
So nach und nach werden wir unserem Kind sicher auch die Stadt zeigen: Fernsehturm, Brandenburger Tor oder eine Dampferfahrt auf der Spree unternehmen. Aber immer schön langsam. Berlin hält in Sachen Freizeitbeschäftigung für Kids so einiges bereit, ich habe keine Angst, dass wir uns hier je langweilen werden. Was wir demnächst testen wollen, ist das Labyrinth Kindermuseum. Die sollen einen schönen Indoor­Spielplatz haben. Außerdem werde ich mal einen Blick in unseren Familienpass werfen, da gibt es ja jede Menge Vergünstigungen für Familien. Der Sommer kann also kommen.

Alltag, Kultur mit Kind

Das kleine Glück in Woche Sieben

Eine Ansammlung der #gluecksmomentchen 2015, nach einer Aktion von  Super Mom Henriette. Darüber habe ich mich diese Woche gefreut, unter anderem:

Ein schöner Anblick in Rostock.

* ein stundenlanger Friseurbesuch
* ein Date mit der liebsten Berlin-Österreicherin
* ein abendlicher Ausflug nach Friedrichshain
* Hund und Baby beim Kuscheln erwischt
*  ein Mittagsdate bei einem unglaublich kinderfreundlichen Italiener in Prenzlauer Berg
* ein Kurztrip an die Küste
* Fisch von dort
* Frühlingsshoppen
* tolle Telefonate
* tolle Menschen
* einen Tatort ignoriert
* einen neuen Pass gefeiert
* festgestellt, dass es Zuhause doch am allerschönsten ist
* eine Babyparty geplant
* mit dem frühen Vogerl und dessen Vater, der sich immer noch in Elternzeit befindet, Musik gehört