Eine kindgerechte und coole Wohnung: ist das tatsächlich möglich? Wie kann Minimalismus bei Kindern funktionieren, und welche Alternativen gibt es eigentlich zu Ikea? In den Elternfragen gibt Verena vom meinem Lieblings-Interior-Blog Hamburg von Innen ein paar Tipps.

 

 

Viele Eltern stehen am Wandel Ihrer Coolness der Wohnung, wenn sie Kinder bekommen: Designermöbel und Bobby Car lassen sich nicht immer gut vereinbaren. Was ist Dein Expertentipp, welche coolen unkaputtbaren Elemente kennst Du? 

 

Verena.

Ich denke, als allererstes sollte man sich als Eltern „locker machen“. Das ist natürlich leicht gesagt, wenn der Eames Lounge Chair 6000€ gekostet hat… Aber ich glaube, es ist wichtig, dass Kinder auch mit solchen Möbeln in Kontakt kommen dürfen und den Respekt und die Wertigkeit verstehen lernen. Und vermutlich sind Designermöbel, die aus hochwertigen Materialien hergestellt wurden, „unkaputtbarer“ als Pressspan.

 

Wir stehen zum Beispiel vor dem Problem das unheimlich viel Kleinkram unser Wohnzimmer bevölkert: Kleine Schleichfiguren, Matchbox-Autos und jede Menge Kinderbücher. Hast Du Tipps für tolle Aufbewahrungsmöglichkeiten?

 

Damit das Wohnzimmer nicht nach KiTa aussieht würde ich immer zu geschlossenen Aufbewahrungsmöglichkeiten raten. Also keine offenen Regale, in die alles einsortiert wird, sondern Schränke oder zumindest geschlossene Boxen oder Körbe, die zum Stil des Wohnzimmers passen.

 

Meine Kinder haben hübsche Kinderzimmer, aber einen leichten Überhang zum Ikea: Was ist Deine Empfehlung zum Aufpimpen der Kinderzimmer ohne Fahrt zum Möbelschweden?

Ikea hat natürlich den großen Vorteil, dass alle Möbel sofort verfügbar und meistens auch erschwinglich sind. Was Design und Individualität angeht gibt es aber sicher bessere Lösungen.

Beispielsweise finden sich bei den Kleinanzeigen online oftmals sehr schöne, alte Massivholzmöbel, die nicht nur sehr dekorativ und hochwertig sind, sondern auch nachhaltiger. Ein einzelner alter Bauernschrank z.B. kann im Kinderzimmer ein ganz anderes Ambiente zaubern und ist obendrein auch noch ein echtes Stauraumwunder!

 

Echtholzoberflächen sind ohnehin ein guter Weg, um Gemütlichkeit und Wertigkeit in einen Raum zu bringen. Verschiedene Texturen und Materialien sind hier der Schlüssel! Samtige Stoffe, Wolle, usw. lockern die meist doch recht glatten Lackoberflächen optisch auf. (Das gilt natürlich nicht nur für’s Kinderzimmer).

Falls es das Budget zu lässt, sind natürlich auch Designklassiker möglich, um dem „schwedischen“ Kinderzimmer etwas mehr Glamour zu verleihen. Dies ist zudem eine schöne Möglichkeit, den Kindern den Umgang mit hochwertigen Einrichtungsgegenständen ganz selbstverständlich beizubringen. (s. Frage 1)

 

Eine Anfrage einer Leserin zum Thema gibt es auch: Wie richte ich ein Zimmer für mehrere Kinder ein, so dass jeder Platz für sich hat?

©Bridgee Melling.

Grundsätzlich sollte sie darauf achten, dass wirklich jedes der Kinder seinen eigenen Rückzugsbereich hat, der auch räumlich abgetrennt ist. Je älter die Kinder sind bzw. je größer der Altersunterschied, desto wichtiger ist das. Dieser jeweilige private Bereich muss dann vom anderen auch respektiert werden.

 

Abhängig von der Raumgeometrie können die Lösungen ganz unterschiedlich aussehen. Manchmal bieten sich Einbaumöbel an, um ein stimmiges Gesamtkonzept zu erreichen und den Raum harmonisch zu gestalten. Hier kann es ratsam sein, einen Experten zu konsultieren. Meistens reicht aber schon eine Raumtrennung in Form eines Möbels, Vorhangs oder Paravents aus.

 

Natürlich sollte es für die Kinder in ihrem Zimmer auch einen größeren gemeinsamen Bereich geben, in dem sie zusammen spielen und toben können.


Meine ganz persönliche Lieblingsfrage, Du hast die Kategorie “Wohndekoration”: Was ist Dein Tipp, der mit Kindern dekomässig fürs Frühjahr umsetzbar ist?

Oh, das hängt ja sehr von Alter der Kinder ab.

 

Ich bin seit Jahren großer Fan von japanischem Washi-Tape. Das gibt es in allen möglichen Farben und Dekoren und lässt sich leicht wieder ablösen. Damit kannst du mit deinen Kindern wunderbare Kunstwerke an die Wände zaubern, ganz ohne Farbgekleckse und Klebergematsche.

 

Und wenn ihr euch an euren Werken sattgesehen habt, könnt ihr sie einfach wieder entfernen und was Neues erschaffen.

 

Vielen lieben Dank, Verena. 

 

Wenn Euch das Thema interessiert: Jette hat mir in den Familienrollen erzählt, wie sie als sechsköpfige Familie auf 60 Quadratmeter wohnen kann.

 

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