Elternfragen, Kultur mit Kind, Unterwegs

Kinderfreundliche Restaurants zur Weihnachtszeit: Berliner Bloggerinnen empfehlen

In der Adventzeit dreht sich bei den Elternfragen alles rund um das Berliner Weihnachten: In den vergangenen Wochen waren die Themen Weihnachtsmärkte und Veranstaltungstipps.

 

Heute geht es darum, wo man rund um die Weihnachtsfeiertage in Berlin gut essen kann. Wir selbst haben hier leider noch keinen ultimativen Tipp, sondern in letzter Zeit einige Lokale besucht, die für Kinder nicht so geeignet sind: Umso gespannter war ich auf die Kolleginnen. 

 

 

Sarah von LibrileoMein Freund liebt es zu kochen. Und er isst Fleisch nur dann, wenn er ganz genau weiß, wo es herkommt. Deshalb kochen wir selber. In Charlottenburg in unserem Lieblingsrestaurant, dem Bruderherz gibt es aber auch ein richtig tolles Weihnachtsmenü. Oh, wie ich mich auf Weihnachten freue…

 

Jette von Motzmama: Wir gehen sehr sehr gerne in die Haxe in der Hosemannstraße. Die halbe Ente mit Rotkohl und Knödel ist Pflicht. Zur Stammkarte gibt es auch immer saisonal angepasste Extra-Gerichte. Die Entscheidung fällt mir jedes Mal schwer – darum gehen wir öfter hin. Noch ein Tipp: Unbedingt einen Tisch reservieren, auch unter der Woche

 

Svenja von Hauptstadtpflanze: Wenn es im Dezember schneit, zieht es uns als erstes mit Schlitten in den Kreuzberger Viktoriapark. Der Ausflug dorthin lässt sich wunderbar verbinden mit einem vorherigen Brunch in der Tomasa Villa Kreuzberg. Die Frühstücksauswahl ist herrlich und wenn die Kinder ihres aufgegessen haben, können sie sich im Spielzimmer des Restaurants austoben. Für den Abend gibt es auch eine spezielle Weihnachtskarte.

 

Alu von GroßeköpfeWir gehen ja eher weniger brunchen, aber mir gefällt das Frühstück im KaffeeFreunde  sehr, wo man vegetarisch, vegan oder auch nicht vegetarisch super frühstücken kann. Wenn Ente, oder Gans, dann gehen wir ins Schalander. Man sollte aber vorher reservieren.

 

Bella von FamilieberlinWer es richtig urig und deftig mag, sollte unbedingt ins Nikolaiviertel gehen. In der „Gerichtslaube“ gibt es leckeren Gänsebraten (sagt meine Familie, die Fleisch isst), Knödel und gefüllte Birne mit Preiselbeeren. Wenn wir keine Lust haben, einen großen Braten zu machen, kehren wir dort ein. Und danach kann man noch auf einen Glühwein auf einen der umliegenden Weihnachtsmärkte…wenn man denn die Menschenmengen mag.

 

Frühlingskindermama: Wir gehen selten mit den Kindern essen und wenn, dann meist nur, wenn wir auf Ausflügen sind. Sehr lecker und preiswert fand ich den Brunch im Restaurant Olivenbaum in Pankow, wo wir zur Einschulung meines Sohnes essen waren.

 

Kürzlich habe ich das Restaurant Cana in Mitte online entdeckt und die Speisekarte reizt mich sehr, es mal auszuprobieren. Es bietet nämlich orientalische Weihnachtsmenüs an. Das wäre allerdings nichts für meine Kinder. In diesem Jahr sind wir sowieso über die Weihnachtsfeiertage verreist. Da meine Kinder keine Restaurantkinder mit Sitzfleisch sind, werden wir mit einem größeren weihnachtlichen Restaurantbesuch lieber noch ein paar Jahre warten.

 

Das Frühstück schmeckt dort sehr gut.

Einen Tipp für ein wirklich gutes Frühstück in der Vorweihnachtszeit haben wir dann aber doch noch: In Tommys turbulenter Tobewelt (Pst: Indoor-Spielplatz) können Kinder ungehindert rumspringen und wenn man sich ein bisschen an den Geräuschpegel gewöhnt, können sich die Eltern über tolles Frühstück freuen. 

Ihr habt den ultimativen Restaurant-Tipp, wo man vielleicht sogar in den Feiertagen hin kann: Dann raus damit. 

Alltag, Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Werbung: Wir testen das Spiel „Dixit“ von Asmodee

Anzeige. Eine Geschichte zu erzählen und dabei nicht zu viel verraten, sie spannend zu halten und dabei darauf achten, dass die Leute noch mitkommen: Klingt ein bisschen wie sich unterhalten und dabei niemanden zu langweilen. Das umschreibt aber grob das Spiel. das wir die Tage von Asmodee testen durfen.  Dixit   Es war Spiel des Jahres 2010, ist für Kinder ab acht Jahren und hat eine Größe die auch in einen Koffer passen würde, recht viel mehr wussten wir im Vorfeld nicht.

Ab acht Jahren, das heißt in unserem Haushalt: ein Spiel nur für Erwachsene. Erzählen klingt gut, fand ich, und spielt in bei uns eine wichtige Rolle, warum also nicht mal spielerisch sich dem Thema nähern.

 

Am Abend nachdem die Kinder eingeschlafen sind, trudelt der Besuch ein, denn das Spiel funktioniert erst ab drei Spielern. Da müssen wir Verstärkung holen.

 

Wie funktioniert das Spiel?

Die Bilder stehen im Zentrum. Da ich selbst eher ein Fan vom Wort, als vom visuellen Reiz bin, ist das ungewohnt, aber schnell wird klar. Das Bild gibt nur den Impuls, schließlich geht es ja um das Erzählen.

Jeder Spieler kriegt sechs Karten, die er zu bespielen hat. Bilder, zu denen er sich, etwas ausdenken soll.  Ob man einen Satz sagt, oder endlich mal die Möglichkeit nutzt mit einem Zitate-Wissen zu prahlen: steht frei. So ist die Vogelscheuche im Sonnenblumenfeld, vielleicht einfach nur eine Vogelscheuche mit Blumen? Oder man verbindet damit  einen Film, ein Lied oder ein historisches Ereignis?

 

Am Ende sollen die anderen erraten, welche Karte gemeint ist: Doch, Vorsicht, wenn es alle erraten ist es genauso blöd, wie wenn keiner drauf kommt. Mit einem Punktesystem wird gewertet und bunte Häschen zeigen den Fortgang an.

 

Wie fanden wir es?

 

Es hat Spaß gemacht und zeigt vor allem, dass jeder Spieler/jeder Mensch eine ganz andere Art hat, sich einer Geschichte/einem Ereignis zu nähern. Besonders gut fand ich auch, dass eine Runde nur in etwa eine halbe Stunde dauert, denn nach dem Essen, den vielleicht nicht gleich einschlafenden Kindern und einem frühen Wecker, der bald ruft, hab ich selten Lust auf drei Stunden spielen nach Plan.

Warum wir das Spiel trotzdem verlosen?

 

Weil ich  glauben, dass das Spiel auch Kindern großen Spaß macht und unser Kinder noch fünf bis sieben Jahre brauchen, bis sie alt genug sind und es sicher viele spielfreudige Familien mit größeren Kindern gibt.

Das ist also eine Sonderform vom #nachhaltigkeitskastln: Ich verlose etwas, das ich toll finde, das aber woanders noch bessere Entfaltung bringt.

Kennt Ihr das Spiel schon, oder wollt Ihr es beim nächsten Spieleabend einmal ausprobieren? Dann legt los: Seht Ihr den Blättermann auf dem Bild? Dann schreibt schnell ein paar Assoziationen, die Euch zu dem Bild einfallen.

 

Teilnehmen darf jeder, der über 18 ist. Kommentiert werden kann hier, auf Facebook oder auf Instagram, alles zählt.  Mittwoch um 18 Uhr wird gelost.

 

Das Spiel „Dixit“ wird im Anschluss von mir an den Gewinner übersendet. Der Gewinn kann nicht übertragen werden und steht in keinem Zusammenhang mit Facebook. Der Erwerb von Produkten und Dienstleistungen beeinträchtigen den Ausgang des Gewinnspiels nicht
Hinweis: die Preise dürfen nicht getauscht oder übertragen werden. Und natürlich ist der Rechtsweg ausgeschlossen.

 

 

Elternfragen, Kultur mit Kind, Unterwegs

Berliner Weihnachten: Blogger geben (vor)weihnachtliche Veranstaltungstipps

In der Vorweihnachtszeit dreht sich bei den Elternfragen alles rund um das Berliner Weihnachten: Vergangene Woche ging es um Weihnachtsmärkte, heute dreht sich alles um vorweihnachtliche Veranstaltungstipps, die man sich mit (kleinen) Kindern nicht entgehen lassen sollte. 

Wir sind große Fans vom Weihnachtszirkus Roncalli, warten aber noch ein bisschen, da unser Mädchen noch zu klein ist. Tolle Tipps haben Berliner Bloggerinnen verraten: 

 

Sarah von LibrileoIch liebe die Weihnachtszeit wirklich total. Wir schmücken die Wohnung, backen Plätzchen und Lebkuchenmänner, gehen auch zu kleineren Aufführungen (z.B. im Wintergarten Berlin), aber mein liebster Tipp: Weihnachtsbaum selber schlagen auf dem Werderaner Tannenhof. Wir waren seit vier Jahren immer wieder dort hin. Es ist wirklich total toll. Man kann ein echtes Abenteuer erleben und es ist auch ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut.

 

Jette von Motzmama: Mein absoluter Herzenstipp für euch: Der Prenzlkasper in der Marienburgerstraße im Prenzlauer Berg. Da gibt es im Dezember zum Beispiel Weihnachtsrotkäppchen. Die Stücke, die wir bisher gesehen haben, waren alle sehr kindgerecht und liebevoll aufbereitet.

 

Svenja von Hauptstadtpflanze: Mein liebstes Puppentheater in Berlin ist das Hans-Wurst-Nachfahren am Winterfeldtplatz in Schöneberg. Mit menschengroßen Puppen spielen die Darsteller sowohl für Erwachsene als auch für Kinder so lustige und liebevolle Stücke! Die ersten Tage im Dezember wird der Klassiker „der Grüffelo“ aufgeführt, im Weihnachtsprogramm „Kaspars schönstes Weihnachtsfest“. Anders als auf der Homepage beschrieben würde ich den Kaspar aber nicht ab 3, sondern ab 4 Jahren empfehlen. Alu von Großeköpfe: Wir gehen seit unserer Kindheit immer zur Weihnachtsshow des Friedrichstadtpalast. Ich konnte alle Shows bereits als Kind mitsingen und die Shows sind immer der Hammer. Dieses Jahr heißt die Show Spiel mit der Zeit.

 

 

FrühlingskindermamaIn den letzten vier Jahren besuchten wir (meist ich mit dem Großen) den Roncalli Weihnachtszirkus, allerdings finde ich ihn eigentlich für Kinder nicht wirklich geeignet, da die Show viel zu laut ist (wir haben immer Kopfhörer zum Schutz dabei) und zu lange dauert. Ich suche deshalb noch nach einer Alternative. Kleinere weihnachtliche Veranstaltungen sind zum Beispiel Stücke in Kindertheatern oder die Vorstellungen in der Märchenhütte am Monbijoupark in Mitte.

 

Jedes Jahr statten wir den Märchenfiguren im Bürgerpark Pankow einen Besuch ab. Sie werden allerdings erst nach den Weihnachtsfeiertagen aufgebaut und bleiben bis in die erste Januarwoche stehen. Der Nikolausmarkt im Kinderbauernhof Pinke Panke ist schön, aber für uns immer zu voll.


Besonders angetan bin ich von dem Tipp mit den Pankower Märchenfiguren, die ich noch kannte. Habt Ihr noch einen Tipp in petto, der hier noch nicht vorkam? Dann raus damit, der Advent dauert ja noch ein bisschen. 

Kultur mit Kind

Multiple Sklerose und Mutterschaft: „Ich weiß ganz genau, wie viel Kraft ich habe und, was ich leisten kann.“

Multiple Sklerose? Wie sie mit dieser Krankheit lebt darüber hat JuSu (Mama Schulze) ein überaus lesenswertes Buch geschrieben. In Alles wie immer, nichts wie sonst: Mein fast normales Leben mit multipler Sklerose erzählt sie, warum sie gleich nach der Diagnose schwanger wurde, wie das Leben mit drei Kindern ist und wie ihr Umfeld auf ihren offenen Umgang mit der Krankheit reagiert. In den Familienrollen beantwortet sie mir heute ein paar Fragen dazu. 

 

Kurz nach Deinem 30. Geburtstag hast Du erfahren, dass Du MS hast: Was war das Schlimmste daran?

 

Da waren eigentlich zwei Dinge, die für mich sehr schlimm waren. Zum einen die Zeit im Krankenhaus, in der man mich quasi einmal auf Links gedreht hat, um rauszufinden, was ich habe. Nach und nach wurden Horrordiagnosen ausgeschlossen: Es ist kein Hirntumor, es ist kein HIV, es ist kein ALS, usw.

 

In dieser Zeit hatte ich richtig existentielle Angst. Angst um mein Leben. Das hat mich geprägt und ist eine Erfahrung, die ich niemandem wünsche.

 

Auch, wenn ich heute daran zurückdenke, kommen mir noch die Tränen. Daher war ich dann richtiggehend froh, als ich erfuhr, dass es „nur“ Multiple Sklerose (MS) ist. Froh, da die Erkrankung zumindest nicht zum sicheren Tod führt.

 

Zum anderen war es schlimm, dass die MS so unberechenbar und unvorhersehbar ist. Bei dem einen Patienten führt sie sehr schnell zu Behinderungen, bei dem anderen geht es jahrelang gut und nach 40 Jahren ist da vielleicht nur ein leichtes Hinken. Die Symptome können von Schwindel, Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen über Inkontinenz bis zu motorischen Einschränkungen führen. Alles kann, aber nichts muss. Das ist natürlich eine Situation, mit der man sich erst einmal zurechtfinden muss.

 

Relativ zeitnah haben Dein Mann und Du sich dazu entschieden, ein Kind zu bekommen und schon drei Wochen später warst Du mit Deinem 1. Kind schwanger. Wie war das Gefühl? 
Das Gefühl war unbeschreiblich toll. Da war sofort der Gedanke: „Das hat jetzt so schnell geklappt, weil das so sein sollte. Das ist mein, das ist unser Weg. Jetzt wird alles gut!“ Eine sehr große Zuversicht, dass alles gut werden wird, machte sich in mir breit. Da waren keine Zweifel oder Verunsicherung. Ich denke, da ich so glücklich war, habe ich das auch ausgestrahlt und die meisten Reaktionen waren durchweg positiv.

 

Natürlich musste ich auch aufklären, dass MS und Schwangerschaft meistens gut verlaufen. Aber da waren wenige bzw. gar keine Zweifel aus meinem direkten Umfeld- mein Mann stand sowieso zu hundert Prozent hinter mir. Es gab wenige Zweifler, über die ich mich geärgert habe, weil sie sich gar nicht mit mir und meiner Situation auseinandergesetzt, sondern mir einfach ihre Bedenken gegen den Kopf geknallt haben. Aber ich wurde dadurch nicht unsicher in meiner Entscheidung.

 

Du schreibst in Deinem Buch von der Vereinbarkeit der Berufstätigkeit, des Mutterseins und der MS. Zu Beginn bist Du mit Deiner MS nicht so offen umgegangen (Kollegen), was bewirkte den Wechsel?
Zu Beginn war die MS bei mir nicht so präsent. Zwei Schwangerschaften und Stillzeiten kamen, ich nahm keine Medikamente und spürte die Krankheit wegen der Hormone in dieser Zeit recht wenig. Dadurch entschied ich mich auch nach dem zweiten Kind zunächst gegen Medikamente, denn es ging mir ja so gut damit. Doch sechs Monate, nachdem ich bei meiner zweiten Tochter abgestillt hatte, ging es mir zunehmend schlechter: Ich war müde und infektanfällig, Sensibilitätsstörungen breiteten sich aus.

 

Ein MRT zeigte: Die MS war sehr aktiv. Ich hatte zahlreiche neue Entzündungsherde im Hirn und Rückenmark. So viele, dass es Angst machte. Sofort entschied ich mich, mit Medikamenten dagegen anzukämpfen. Ich bekam eine ambulante Kortisontherapie im Krankenhaus, zu der ich auch meine Töchter mitnahm. Sie machten sich beide Sorgen um ihre Mama und so entschloss ich kurzerhand, ihnen alles rund um meine Therapie im Krankenhaus zu zeigen. Nach dieser Therapie begann ich mit meinem MS-Medikament. Morgens und abends werde ich seitdem durch die Einnahme erinnert, dass ich krank bin. Kurzum: Die MS gehörte plötzlich einfach stärker zu meinem Leben. Auch spezifische Nebenwirkungen meines Medikaments, die mich (zum Glück selten) in meinem Beruf einschränken können. Da ich keine Lust hatte, dies in meinem Beruf zu verheimlichen und mich bei Nebenwirkungen quasi zu verstecken, outete ich mich zeitgleich bei meinen Vorgesetzten und Arbeitskollegen.

 

Du bloggst seit Jahren als „Mama Schulze“ und hast nun ein Buch über Deine MS-Erkrankung und Deinem Umgang damit geschrieben. Bestimmt bist Du mit Deiner positiven Art vielen ein Vorbild, wie sind die Reaktionen auf Deinen Umgang damit?

98 Prozent meiner Leserinnen und Leser geben mir positives Feedback. Sie schreiben mir, wieviel Ihnen meine Geschichte hilft, selbst zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Und das freut mich einfach tierisch und rührt mich immer wieder zu Tränen. Da ist dann auch der Gedanke, dass meine MS einen guten Sinn hat. Das heißt nicht, dass ich sie nicht gerne eintauschen würde. Schöner wäre es definitiv ohne. Aber so mache ich das für mich Beste draus. Und das gibt mir Kraft.

 

Aber es gibt natürlich auch kritisches Feedback, zum Beispiel von MS-Patienten, die von der Krankheit sehr stark gezeichnet sind, innerhalb weniger Monate nicht mehr laufen können oder permanent auf fremde Hilfe angewiesen sind. Diese finden sich in meiner Geschichte nicht wieder. Und das kann ich auch verstehen.

 

Die Multiple Sklerose wird nicht umsonst die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern genannt, da sie so unterschiedlich verlaufen kann.

 

In Deinem Buch schreibst Du, dass Dir während Deiner ersten Schwangerschaft oft Leute mit Skepsis entgegen gekommen sind, wie Du Deiner Mutterrolle mit der Krankheit gewachsen sein wirst: Wie ist das heute – mit drei Kindern? 

Natürlich ist es mit 3 Kindern anstrengend. Das wäre es auch schon ohne Krankheit. Aber zum Glück muss ich dank der Einstellung meines Mannes (und auch der meinen) nie die Krankheit für den Stress verantwortlich machen. Wir verzichten nie auf Dinge wegen der Krankheit, sondern, weil es uns guttut. Das ist schwer zu erklären, daher mache ich es an einem Beispiel fest: Wir planen zum Beispiel für die Wochenenden immer nur höchstens einen Programmpunkt. Schlichtweg, weil uns mehr zu stressig ist. Dass das auch meiner Krankheit zu Gute kommt, ist doppelt toll (denn die MS reagiert negativ auf Stress).

Manchmal gibt es aber natürlich auch so Situationen, in denen ich bei Bekannten oder Freunden darauf hinweisen muss, dass ich oder wir Aktivität xyz nicht mitmachen, weil mir das auch aufgrund der MS zu stressig ist. Denn hin und wieder vergisst mein Umfeld, dass ich ja auch noch krank bin. Aber ich nehme ihnen das nicht übel. Ich weiß schließlich nicht, wie ich mich verhalten würde, wäre ich „auf der anderen Seite“. Das kommt eigentlich viel öfter vor, als Skepsis in Bezug auf meine Mutterrolle: Da man mir die Krankheit nicht ansieht, wird sie oft vergessen.

 

Welchen Ratschlag würdest Du Dir selbst geben, könntest Du Dich selbst mit 30 Jahren kurz nach der MS-Diagnose besuchen?

 

Ich würde mir den Ratschlag geben, mir selbst zu vertrauen.

Ich weiß ganz genau, wie viel Kraft ich habe und, was ich leisten kann. Ich weiß, wann es zu viel wird und, wann noch mehr geht. Heute habe ich die Gelassenheit, diesem Gefühl zu vertrauen, denn ich habe nicht mehr das Gefühl, dabei etwas zu verpassen: Ich kann Termine canceln, weil ich weiß, dass ich vielleicht beim nächsten Mal genug Kraft, Zeit und Muße haben werde.

 

Denn an 1. Stelle steht für mich immer meine Familie. Wichtig ist, dass es uns zusammen gut geht. Daran messe ich mich. Nicht daran, auf wie vielen „Hochzeiten ich tanze“.

 

 

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

 

Ich wünsche mir für die Zukunft Gesundheit für meinen Mann und meine Kinder. Denn das wäre für mich das Schlimmste überhaupt, wenn es einem von ihnen schlecht ginge.

 

Vielen lieben Dank für Deine ehrlichen Antworten, JuSu.

Die Fotocredits liegen bei Kathrin Schander.

 

Auch Beate hat mir bereits vom Leben mit chronischen Krankheiten berichtet: Hier findet Ihr das Interview, wo sie von ihrer Diabetes, Hashimoto und Multipler Sklerose berichtet.

 

Wenn Ihr eine Familienkonstellation habt über die Ihr gerne mal in den Familienrollen mit mir reden wollt, oder ein Thema habt, das Euch interessiert, dann schreibt mir an fruehesvogerl@gmail.com.

Kultur mit Kind, Meinung, Schöne Dinge

Nachhaltigkeitskastln: Alle Jahre wieder

Bereits zum dritten Mal mache ich mein #nachhaltigkeitskastln: das Kulturputzen. Wer diesen Blog aufmerksam liest, weiß das ich nahezu jede Woche mal in einer Buchhandlung vorbeischneie und auch sonst mitunter neben Kuchen und Co. auch kulturelle Güter einkaufe.

 

Manchmal vergreife ich mich und erwische Bücher, die mich nicht so sehr erfreuen oder Klamotten, die eigentlich nicht zu mir passen. Liegt an mir, nicht an dem Zeugs: Vielleicht hat ja jemand anders doch Freude dran. Deshalb verlose ich diese an Leute, die damit Freude haben könnten. Vergangenes Jahr war ich allerdings 24 mal bei der Post und dementsprechend frustriert: Habt Ihr schon mal die Länge der Schlange zu Weihnachten gesehen?

 

Deshalb gibt es das #nachhaltigkeitskastln dieses Jahr nicht täglich, sondern zwei Mal die Woche: Der Vorteil, die Packerl sind natürlich auch größer. Immer am Mittwoch und am Sonntagabend verlose ich gut erhaltene Dinge auf Facebook und auf Instagram. Wie immer gilt: Kommentieren wäre super, vor der neuen Aktion lose ich aus.

 

Wenn Euch das gut gefällt und ihr mitmachen wollt, weil auch bei Euch was rumsteht: Gerne. Über eine Verlinkung und den Hashtag #nachhaltigkeitskastln freue ich mich.

 

Das erste Facebook-Foto vom #nachhaltigkeitskastln kommt übrigens heute Abend um 20 Uhr, das letzte am 20. Dezember. Ich freue mich drauf: Ihr hoffentlich auch.

 

Das Gewinnspiel steht in keinem Zusammenhang zu Facebook oder Instagram, der Gewinn kann nicht in bar ausgelöst werden.

 

 

Elternfragen, Kaffeehauskultur, Kultur mit Kind, Unterwegs

Berliner Weihnachten: Blogger verraten ihre liebsten Weihnachtsmärkte

In den nächsten vier Wochen dreht sich bei den Elternfragen alles rund um das Berliner Weihnachten: Los geht es.

 

Ich bin ein großer Fan vom Salzburger Christkindlmarkt und kenne einige, die ganz nett sind in Berlin. Den ultimativen Geheimtipp in Sachen Adventmarkt in Berlin habe ich aber bisher noch nicht gefunden. Können ihn mir Berliner Bloggerinnen verraten?

 

Sarah von Librileo: Gemeinsam mit meinem Mann und meinen Kindern gehe ich theoretisch super gern auf Weihnachtsmärkte. Jedoch waren wir in den letzten Jahren eigentlich wirklich immer ziemlich enttäuscht. Ich könnte eine Liste aufzählen, welche Weihnachtsmärkte ich auf jeden Fall meiden werde. Übrig bleibt noch der am Schloss Charlottenburg und der in der Altstadt Spandau.

Spandau: https://youtu.be/Opqv416kYvg

 

 

Jette von Motzmama: Mit den Kindern besuchen wir nicht bewusst Weihnachtsmärkte. Ich finde sie laut und gefühlt geht es doch eigentlich nur um das Essen, oder? Auf dem Alexanderplatz, bei der Weltuhr, steht aber jedes Jahr ein großes auf alt gemachtes Kinderkarussell über zwei Etagen – unter anderen mit tollen Pferden. Auf denen reiten die Kinder super gerne. Und wenn wir mit der Straßenbahn über den Alex fahren, steigen wir dort aus, die Kinder drehen eine Runde, und wir fahren danach weiter.

 

Svenja von Hauptstadtpflanze: Vergangenes Jahr hatten wir viel Freude auf dem Adventmarkt vor dem Schloss Charlottenburg. Dort ist speziell für Kinder ein „königlicher Weihnachtsmarkt“ vor der kleinen Orangerie aufgebaut, auf dem verschiedene nostalgische Karussells zur Auswahl stehen, eine kleine Achterbahn, Riesenrad, Eisenbahn oder auch das klassische Karussell. Man kauft Fahrchips, welche die Kinder in allen Attraktionen einlösen können, während die Eltern nebenbei entspannt einen Glühwein trinken oder frische Maronen knabbern. Das ist vielleicht nicht der ultimative Geheimtipp, aber zusammen mit Freunden reicht es für einen schönen weihnachtlichen Nachmittag.

Alu von Großeköpfe: Wir gehen jedes Jahr auf den kleinen und feinen Weihnachtsmarkt in der Kulturbrauerei. Ich fahre gern mit dem Kettenkarussell.

 

Bella von FamilieberlinTheoretisch liebe ich Weihnachtsmärkte. Praktisch hat mir Berlin diese Liebe aber etwas verdorben. Denn hier sind die Märkte voll, laut und oft geht die weihnachtliche Freude im Gewimmel und Geblinke unter. Deswegen fahren wir lieber auf die kleineren Märkte im Berliner Umland. Kleine Städte und brandenburger Landkreise haben oft an einem Wochenende einen Markt, so dass wir das gut auf die Adventswochenenden verteilen können. Überall gibt es regionales Handwerk, Leckereien und für die Kinder, die ja noch recht klein sind, ein schönes Karussell. Mehr brauchen wir nicht.

 

Frühlingskindermama: Ein Geheimtipp ist es mittlerweile nicht mehr, aber sehr schön urig ist der Weihnachtsmarkt auf Gut Liebenberg nördlich von Berlin. Dort gibt es viele Handwerkerstände, einen Märchenwald und abends erscheint der Turmbläser. Und das alles vor der tollen Kulisse von Schloss Liebenberg.

 

Im letzten Jahr haben wir den Historischen Weihnachtsmarkt auf dem RAW Gelände in Friedrichshain besucht, wo man neben viel Handwerk auch spannende Feuershows sehen kann. Die Kinder können zum Beispiel mit dem Holzkarussell fahren oder Bogenschießen üben und einem Schmied bei seiner Arbeit zusehen.

Jedes Jahr besuchen wir den großen Weihnachtsmarkt am Roten Rathaus, der für Kinder viel Abwechslung bereithält. Mit dem Fernsehturm, dem Riesenrad und dem Neptunbrunnen bietet er einfach eine tolle Kulisse. Es gibt eine kleine Eislaufbahn und der Weihnachtsmann fährt zu bestimmten Zeiten mit dem Schlitten durch den Himmel, was alle Kinder lieben.
Da die Weihnachtsmärkte mit Einbruch der Dunkelheit wahnsinnig voll werden, gehen wir mit den Kindern meist schon vorher, also wenn es noch hell ist, bis zum Einbruch der Dämmerung. Sie fühlen sich dann wohler und man muss nicht ganz so arg aufpassen im Gedränge.

 

Auf dem Salzburger Christkindlmarkt war ich dieses Jahr schon, mein Berliner Lieblingsstück habe ich bisher noch nicht gefunden. Spontan überzeugt mich der in Charlottenburg am meisten. 

Aber vielleicht kennt Ihr ja noch einen, der hier gar keine Erwähnung findet: Dann raus damit.