Alltag, Kaffeehauskultur, Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Blog-Geburtstag: Happy birthday für uns

Mutter und Tochter. 

Vor etwas mehr als drei Wochen bin ich noch mit dickem Bauch durch die Gegend gelaufen und habe mich übers Wetter beschwert: Vieles ist seit dem geschehen.

Unser entzückendes Mädchen kam zur Welt, unser kleine Junge ist großer Bruder geworden und wir finden uns in einen ganz neuen Alltag ein.

Großer Bruder unterwegs. 

Wir haben das Glück, dass wir beide grad in Elternzeit sind und das mit einer gewissen Ruhe machen können.

Wir haben Zeit für vieles, nur grad ein bisschen weniger für den Blog. Ihr versteht das sicher.

Nicht desto trotz ist heute Bloggergeburtstag: Dieser Blog „Das frühe Vogerl und die fabelhaften Veränderungen“ wird genau zwei Jahre alt. Vergangenes Jahr haben wir das groß gefeiert und eine Menge toller Blogger haben uns dafür Gastbeiträge geliefert: Gesammelt gibt es die hier.

Schöne Dinge. 

Dieses Jahr bleiben wir ruhiger. Freuen uns aber natürlich trotzdem über tolle Leser, den Austausch und liebgewordene Freundschaften:

Vielen Dank.

Habt es fein da draußen.

Familienrollen, Kultur mit Kind

Erstausstattung: „Viele Dinge, die uns als Eltern eingeredet werden, brauchen wir gar nicht“. / Susanne von Geborgen Wachsen über neue Projekte und über die Wichtigkeit eines guten Netzwerkes

Mit ihrem Blog „Geborgen Wachsen“ erzählt Susanne einer großen Leserschaft ohne Dogma, worauf es bei der Erziehung ankommt. Ihre Leidenschaft ist auch ihr Beruf, in den  Familienrollen verrät sie, welches Netzwerk ihr dabei hilft und mit welchem neuen Projekt sie Eltern vor überflüssigen Anschaffungen bewahren möchte. 

Du bist Kleinkindpädagogin, Mutter von drei Kindern, bloggst und schreibst aktuell an Deinem dritten Buch. Außerdem startest Du bald noch ein weiteres Projekt. Wie organisierst Du Deine Arbeit?

Susanne mit Mann Caspar und dem dritten Kind.

Ich habe 2012 mit dem Bloggen auf geborgen-wachsen.de angefangen. Damals arbeitete ich noch „nur“ als Familienbegleiterin und Heilpraktikerin und war gerade mit dem zweiten Kind schwanger. Nach der Geburt des zweiten Kindes gab ich erstmal keine Kurse mehr und schrieb dafür mehr Blogartikel – auch damals schon meistens abends, wenn die Kinder dann schliefen. Das Blog wuchs, ich schrieb mehr – das ging Hand in Hand. Nach und nach begann ich auch damit, Geld mit dem Blog zu verdienen und so kehrte ich in kleinerem Umfang in die vorherige Arbeit zurück und arbeitete nur noch am Wochenende, besuchte Familien zu Hause und hielt Vorträge. Dann kündigte sich Kind 3 an.

Da das Blog so gut lief und so bekannt war, hatte ich einen Vertrag für das Buch zum Blog bekommen und schrieb noch mehr und gab noch weniger Kurse. Dies auch deswegen, weil unser zweites Kind nicht in den Kindergarten ging und es so die beste Arbeitsaufteilung für mich war. Ich schrieb immer abends – entweder Blogartikel oder an meinem Buch.

Kind Nummer drei wurde im März geboren, fast zeitgleich kam mein Geborgen-wachsen-Buch heraus. Ich wusste schon vor der Geburt, dass ich diesmal keine normale Elternzeit machen, sondern weiter arbeiten würde. Das Buch war so ein Erfolg, dass die erste Auflage innerhalb weniger Wochen verkauft war. Die zweite Auflage wurde gedruckt, ich begann die Arbeit am Folgebuch (Geborgen wachsen nach dem ersten Geburtstag) und es flatterte auch noch ein Auftrag für ein weiteres Buch ins Haus. Schon vor der Geburt des dritten Kindes hatte ich geplant, bald auch noch weitere Projekte zu planen neben dem Schreiben.

Natürlich ist es nicht einfach, zwei kleine Kinder zu Hause zu begleiten und „nebenher“ zu arbeiten. Die meiste Arbeitszeit findet bei mir in den Abendstunden statt. Dann schreibe ich Blogartikel und Texte für meine Bücher. Seit einiger Zeit habe ich auch noch eine Babysitterin, die zweimal in der Woche zu uns kommt. Sie spielt nebenan mit meinem mittleren Kind, während das Große in der Schule ist und mein Baby bei mir schläft und in dieser Zeit arbeite ich auch tagsüber. Das ist nicht immer einfach, weil der Tag so zusammengestückelt ist aus vielen kleinen Arbeitszeiten, aber es ist für mich ein gutes Modell, um alles unter einen Hut zu bekommen.

Für so eine Arbeitsaufteilung braucht man sicher ein funktionierendes Netzwerk?

Ja, das braucht man. Und besonders braucht man einen Partner, der das so mit trägt und einspringt, wenn es notwendig ist. Glücklicherweise ist das bei uns der Fall und mein Mann findet meine Arbeit gut und wichtig. Auch wenn er in seinem Beruf mehr verdient, haben wir eine Aufteilung gefunden, dass unsere beiden Arbeitsgebiete gleich wichtig sind. Das bedeutet, dass er einspringt, wenn ich wichtige Termine habe und anders herum.

Wenn ich beispielsweise berufsbedingt reisen muss und nur ein Kind mitnehmen möchte oder kann, nimmt er Urlaub, um bei den anderen zu bleiben. Wir haben uns als gutes Team zusammen gefunden und schätzen unsere jeweiligen Interessen, unsere Arbeit und die Hobbys und haben einen Weg gefunden, dass jeder seinen Wünschen nachkommen kann. Mit einem kleinen Baby im Haus fällt das momentan geringer aus, aber insgesamt ist es wichtig, dass jeder seinen Sachen auch weiterhin nachgeht.

Zu all dem, was Du machst, kommt demnächst noch ein weiteres Projekt. Warum und wie machst Du das?

Eigentlich sind es sogar noch mehrere Projekte, die dieses Jahr anstehen. Den Auftakt macht aber eines, das mir sehr am Herzen liegt. Als Mutter von drei Kindern und als Familienbegleiterin bin ich schon so lange damit beschäftigt, was Babys brauchen und was sie gerade nicht brauchen.

Susanne mit ihrer Freundin Milena. Niedlicher Hutträger an Susanne: Das dritte Kind.

Viele Dinge, die uns als Eltern eingeredet werden, brauchen wir gar nicht – bzw. Babys brauchen sie nicht. Und es gibt viele Sachen, die uns mehr Nähe oder ein sichereres Aufwachsen versprechen, aber in Wirklichkeit mehr Distanz und Verunsicherung schaffen. Das fängt bei der Überwachung und Protokollierung des Stillens an und geht weiter über elektrische Babywippen, Maschinen, die das Schreien des Babys erklären sollen, bis zu selbstfahrenden Kinderwagen. Eltern werden heute einfach sehr viel verunsichert und aus dieser Verunsicherung wird Geld gewonnen.

Ich möchte nun wieder Vertrauen und Natürlichkeit zurück bringen in die Elternschaft: Eltern sollen erfahren, was sie wirklich brauchen – und was eben nicht. Mittlerweile gibt es auch zahlreiche Produkte, die nachhaltig und ökologisch sinnvoll sind. Ganz besonders brauchen Eltern Unterstützung und anpackende Hände – mehr als viele Dinge, die man kaufen kann. All diese Überlegungen und meine eigenen Erfahrungen habe ich zusammengetan und ein Set zusammengestellt für Eltern, in dem sie alles haben, was sie wirklich brauchen. Und das ökologisch vertretbar, langlebig und sinnvoll. Zusammen mit meinem Mann und meiner Freundin Milena, die „Ein guter Plan“ und „Original Unverpackt“ entwickelt hat, habe ich viele Monate an dieser Idee gearbeitet und wir stellen unser Ergebnis nun endlich im August vor.

Wer ein Baby erwartet, kann den Newsletter zum Projekt abonnieren und bekommt dann alle Informationen zum Projekt, zum Start und auch viele weitere Ideen mit unserer „Erstlingspost“ zugeschickt.

Was möchtest Du Eltern sonst noch mit auf den Weg geben?

Elternschaft ist wunderbar. Kinder haben ist wunderbar. Es ist auch anstrengend, aber die vielen schönen Momente heben die Anstrengungen auf. Es ist immer wichtig, auf sein Herz zu achten und sich nicht verunsichern zu lassen. Das ist manchmal nicht so einfach. Deswegen ist es so wichtig, Freunde und ein Netzwerk zu haben, das einen gerade nicht verunsichert, sondern unterstützt, bestärkt und mit anpackt.
Danke Dir für Deine Zeit und alles Gute für die Zukunft. 

Alltag, Kultur mit Kind

Entspannung, essen und das Wochenbett / Unser Wochenende in Bildern vom 5. bis 7. August 2016

Unser Mädchen ist nun schon über zwei Wochen alt, und laut der Definition von Anja Von guten Eltern ist das Frühwochenbett nun zu Ende. Schön langsam sind wir wieder ein bisschen mehr unterwegs. 
Am Freitag gibt es aber erstmal eine Lieferung für mich heim: Macarones, in der Schwangerschaft vermisst, schmecken vorzüglich. 
Übers Wochenende haben wir tollen Familienbesuch und holen eine Ladung Sushi. 
Die Soja-Sauce ist etwas knapp bemessen. 
Der Sonntagmorgen beginnt kuschelig. 
Kürzlich habe ich doch so über „Der Grüffelo“ geschimpft. Eine Freundin hat uns das Buch nun geschickt, versehen mit persönlichen Leseerfahrungen und natürlich funktioniert das so für uns: Wir mögen es. 
Manchmal frage ich mich, ob man Macarones selber machen kann, oder ob das die Dinger entzaubert? Das ist ein gekaufter. 
Außerdem gibt es bei uns am Sonntag Croissants. 
Und Formularkrams. Nicht mein Steckenpferd. 
Mittags ernten die Jungs Tomaten. 
Auch wenn es nicht richtig heiß ist: Eis geht immer. 
Und Obst. 
Letzte Woche haben wir so liebe Zuwendung bekommen: In Form von Post und Besuch. 
Ach ja, und für heute Abend habe ich da noch eine Vision. 

Alles in allem war unser Wochenende sehr schön und sehr entspannt. Hattet Ihr es auch fein?
Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen
Familienrollen, Kultur mit Kind

Selbständig mit einem Start Up und schwanger zum dritten Kind: Sarah in den Familienrollen

Sie teilt sich mit ihrem Mann ein Büro und ist grad zum dritten Kind schwanger: Wie Vereinbarkeit für sie funktioniert, wie sie als Unternehmerin ihren Mitarbeitern entgegenkommt und was sie sich für die Zukunft wünscht, darüber habe ich mit Sarah von Librileo in den Familienrollen gesprochen.

Was machst Du beruflich, und was liebst Du daran? 

Ich bin Gründerin und Geschäftsführerin der gemeinnützigen Librileo UG. Wir versorgen Familien, die sozial und finanziell benachteiligt sind, mit Bücherboxen und bieten regelmäßig Vorleseveranstaltungen in Kitas und Familienzentren an.

In unserem Team bin ich für Personal und Marketing zuständig. Wir sind noch ein kleines Team, deshalb vermischen sich die Aufgaben teilweise sehr stark. Am meisten liebe ich an meiner Arbeit, dass ich selber Verantwortung habe und nie das Gefühl von Langeweile aufkommt. Meine Arbeit ist anspruchsvoll, kreativ und sinnvoll – was will man mehr?

Du arbeitest gemeinsam mit Deinem Mann, ihr habt zwei Kinder und Du bist mit dem dritten Kind schwanger: Wie funktioniert Vereinbarkeit bei Euch? 

Ich habe Librileo gemeinsam mit meinem Mann gegründet. Wir sitzen also täglich in einem Büro. Das macht Vereinbarkeit leichter, finde ich. Wir beide können uns gut absprechen und abwechseln. Auch für spontane Termine haben wir gegenseitig Verständnis. Schwierig wird es, wenn wir zusammen auf eine Veranstaltung gehen möchten und diese am Abend ist. Belastend ist auch das Gefühl, manchmal mit der Arbeit nicht hinterher zukommen und (gefühlt) nicht so viel geben zu können – wie vielleicht ohne Kinder. Wir müssen uns beide gegenseitig den Rücken frei halten, weil wir beide verantwortlich für den Erfolg unseres Unternehmens sind.

Welche Vorteile siehst Du im selbstständigen Arbeiten?

Ich habe bis auf kleinere Ausnahmen schon immer selbstständig gearbeitet. Deshalb kann ich es mir anders gar nicht vorstellen. Für mich ist es – mit oder ohne Kinder – eine Erfüllung, selbstständig zu arbeiten, weil man mehr Handlungsspielraum hat.

Ich habe vor zehn Jahren als Make-up Artistin begonnen. Nach ein paar Jahren habe ich mich aber entschlossen, noch einmal zu studieren. Unternehmensgründung und Nachfolge, hieß mein Studium – genau das richtige, um meine Leidenschaft zu ergänzen und auch einen wirtschaftlichen Background zu bekommen.

Während des Studiums wurde ich zweimal schwanger. Erst mit meiner Tochter und etwas später mit meinem Sohn. Zusammen mit meinem Mann, habe ich während der zweiten Schwangerschaft dann auch das erste Mal ein typisches Berliner Start-up gegründet. Inspiriert hat uns die Tatsache, dass wir sehr viele Mädchensachen aufgehoben hatten, diese dann jedoch nicht mehr brauchten, weil wir einen Sohn erwarteten.

Leider haben wir neben vielen guten Erfahrungen auch einige schlechte machen müssen. Nach nur vier Monaten wurden wir aus unserem Start-up „Kirondo“ herausgeworfen und konnten nichts dagegen tun.

Nachdem wir den Schock verkraftet hatten, gründeten wir unsere zweite Firma „Librileo„. Librileo ist ein Kinderbuch-Abo. Wir suchen monatlich die besten Kinderbücher zu einem Thema aus und versenden sie in einer Bücherbox. Schnell entstand daraus die Idee, Familien, die nur über sehr wenige Ressourcen verfügen, Bücherboxen kostenfrei zur Verfügung zu stellen und Kinder an Bücher und das Lesen heranzuführen. Wir begannen uns zu informieren, entwickelten ein Bildungskonzept für Familien in schwierigen Lebenslagen und gründeten eine gemeinnützige Organisation.

Die gemeinnützigen Bücherboxen (samt Kinderbuch, Spiel und Ratgeber für Eltern) begleiten Kinder aus sozial und finanziell benachteiligen Familien von der Geburt bis zum Schulstart. Wir haben einen Weg gefunden, um Familien unsere Bücherboxen kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Somit bringen wir alle drei Monate neue Bildungsimpulse in bedürftige Familien. Das macht uns sehr stolz und die Arbeit macht großen Spaß. Unser Team wird langfristig von einer Stiftung unterstützt, sodass wir wirklich etwas bewegen können.

Diese kleine Geschichte habe ich erzählt, um zu zeigen, wie spannend und aufregend – mit vielen Höhen und Tiefen, selbstständige Arbeit ist. Das ist für mich ein echter Vorteil.

In wenigen Monaten kommt Dein drittes Kind zur Welt: Wie ist Deine Babyzeit geregelt, trittst Du kürzer oder für einige Monate ganz ab? 

Ich gehe ganz normal in Mutterschutz und mache danach ein paar Monate Elternzeit. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit mit dem Baby und möchte diese Zeit auch genießen können, deshalb habe ich mir eine Vertretung gesucht. Sobald mir dann aber zu Hause die Decke auf den Kopf fällt, fange ich Teilzeit wieder an zu arbeiten.

Nach der Geburt meines zweiten Kindes, konnte ich leider nicht in Elternzeit gehen. Die Geburt unseres Sohnes und die Gründung von unserem Start-up sind fast auf den gleichen Zeitpunkt gefallen. Es wäre nicht möglich gewesen eine Pause einzulegen. Also hatten wir unseren Sohn jeden Tag mit im Büro – von Anfang an und als er anfing zu Krabbeln und länger wach zu sein, half uns ein Au Pair Mädchen. Noch einmal werde ich unser Baby nicht so früh abgeben. Ich habe wirklich viel verpasst – das wurde mir erst viel später klar.

Wie kommst Du als Unternehmerin anderen Eltern entgegen?

Unser Kollege hat auch einen kleinen Sohn. Regelmäßig holt er ihn aus der Kita ab. Das ist für uns selbstverständlich. Auch, dass die Kinder ab und an mal mit im Büro sind, kommt häufig vor. Außerdem haben alle im Team flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit Home Office zu machen. Wir verstehen uns wirklich als familienfreundlicher Arbeitgeber und leben das ja auch selber so vor.

Was wünscht Du Dir für Deine Zukunft: als Unternehmerin und als Mutter?

Ich wünsche mir, dass der Tag 28 Stunden hat. Nein, Quatsch!
Ich wünsche mir ein glückliches Team und eine glückliche Familie. Ich hoffe, dafür habe ich genügend Kraft und Fröhlichkeit in mir, um dafür zu sorgen.
Danke Dir für Deine Offenheit und alles Gute für die Zukunft. 

Familienrollen, Kultur mit Kind

Unerzogenes Leben: Es ist doch schon was: ein Mensch.

Lisa ist alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Mädchen: Wie sie in ihren Alltag das Konzept der Nicht-Erziehung integriert und wie das mit dem Ex-Partner funktioniert, davon erzählt sie in den Familienrollen.

Du bloggst auf „Geborgen und Geliebt“ über „unerzogenes Leben“: Magst Du kurz vorstellen, was Du darunter verstehst.

Unerzogen Leben bedeutet für mich, dass von jedem die Grenzen gewahrt werden. Dass der Mensch nicht geformt wird, sondern so akzeptiert wird wie er ist. Dass Handlungen hinterfragt werden und nicht mit einer Strafe abgetan wird. Ich habe zwei Töchter, sie werden ein Jahr und zwei Jahre alt, daher noch sehr jung, aber ich lerne durch das „Unerzogen leben“ sehr viel von ihnen.

Du bist alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Töchtern. In wie weit hat die unterschiedliche Vorstellung von Erziehung zu Eurer Trennung geführt?

Um ganz ehrlich zu sein, weiß ich das bis heute nicht. Familienbett und auch Stillen war nie ein Streitthema , vielmehr denke ich, dass es ihn gestört hat, dass ich mich mit unseren Kindern bzw deren Nicht-Erziehung auseinander gesetzt habe. Letzten Endes bin ich halt ‚gewachsen‘ und er ist ‚in der Zeit stehen geblieben‘.

Wie läuft die gemeinsame Erziehung mit Deinem Ex-Partner und Vater Deiner Töchter heute? 

Bisher hält er sich so ziemlich raus. Er kommt vorbei, spielt mit ihnen und das war’s eigentlich auch.

Deine Erziehung verläuft sehr selbstbestimmt, so dürfen Deine Kinder entscheiden, wann sie schlafen gehen. Wie sorgst Du für Dich und Deine Bedürfnisse? 

Schwierige Frage, wirklich. Bisher dachte ich, dass ich meine Bedürfnisse super über den Tag, und dann auch wenn die Kinder schlafen, verteilt erfülle . Es kommt natürlich auch drauf an, was ich für Bedürfnisse habe – es gibt Grundbedürfnisse und Bedürfnisse, die nun mal nicht so wichtig sind.
Hilfe oder mal Ruhe (außer in der Nacht) habe ich nicht wirklich. Einmal die Woche fahre ich mit meiner Mutter einkaufen , aber natürlich passe ich auch in der Zeit auf meine Töchter auf.

Und das macht mir auch Spaß, so langsam merke ich aber, dass ich seit Monaten eine (postpartale) Depression mit mir rumschleppe und doch mehr Hilfe brauche als zur Zeit. Damit vielleicht auch mal die unwichtigeren Bedürfnisse erfüllt werden können.

Welche Vorurteile werden Deinem Erziehungsstil gegenüber gebracht, und wie begegnest Du ihnen? 

Ach, da könnte ich so einiges erzählen. Vorurteile gibt es über all und gerade bei der Erziehung scheinen sich alle einig: ein Kind braucht Erziehung, ansonsten wird nichts draus!

Da frage ich mich natürlich: Ich habe an mein Kind eine Erwartungshaltung – es soll was werden? Es ist doch schon was: ein Mensch. Und auch die unerzogenen Kinder sind was: Menschen.

Es geht meist, um das Einfügen in die Gesellschaft, doch davon halte ich mittlerweile absolut nichts mehr. Das bedeutet nicht, dass ich und meine Kinder Egoisten sind, sondern viel mehr, dass wir nicht so sein müssen, wie es andere (die Gesellschaft) will.

Ich versuche den Menschen, mit diesen Vorurteilen , entweder aus dem Weg zu gehen oder bleibe einfach sachlich. Bleibe mir treu. Da gibt es auch nichts zu diskutieren dann.

Was wünscht Du Dir für Deine Töchter für die Zukunft?

Ganz klar: eine sichere und glückliche Zukunft. Dass sie so bleiben wie sie sind und selbstbewusste Menschen werden, die sich nicht anzupassen haben.

Danke Dir für Deine Offenheit und alles Gute für die Zukunft. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

 

Alltag, Kultur mit Kind

Unser Mini-Wochenende-in-Bildern aus dem Wochenbett / Wochenende in Bildern vom 23. bis 24. Juli2016

Seit Freitag ist unser kleines Mädchen bei uns, wir melden uns mit einem Mini-Wochenende-in-Bildern aus dem Wochenbett. 

Sehr zentral ist alles an Essen, was die letzten Wochen Tabu war. Am fotogensten davon: Sushi. Am häufigsten: Ei im Glas. 
Wir hängen viel ab. Das ist wirklich schön. Mancher von uns auch mal in Rosa.
Vor allem möchten wir uns aber bedanken, für die vielen herzlichen Glückwünsche.
Wir tauchen wieder ein bisschen ab, freuen uns aber sehr immer mal wieder zu lesen und melden uns auch von Zeit zu Zeit mit einem Bildchen und einem Text. 
Lasst es Euch gut gehen. Wir machen das auch.