Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Mini-Parade: Unnützes in der Erstausstattung beim Baby

Symbolbild.

Meine Eltern-Blogger-Time-Line füllt sich momentan mit Bucket-Listen und -Erstausstattungs-Listen. Das ist sicherlich für viele sehr hilfreich. Mich interessiert aber viel mehr, was „man“ auf keinen Fall kaufen sollte. Mich interessieren Eure schwachsinnigsten Anschaffungen für die erste Zeit, oder jene, die ihr Euch grad noch verkneifen konntet.

Ein Bikini für die Babytochter, die dann doch Schwimmwindeln trug? Ein Sterilisator, der noch nicht mal ausgepackt wurde? Ein Glitzermobile, das kein Mensch brauchte? Bei uns gibt es da einiges, das ich beim zweiten Kind sicher nicht mehr kaufen werde. Sehr gerne möchte ich diese Dinge sammeln für eine Unnötig-Liste und würde gerne Eure Erfahrungen sammeln.

Das ist eine Mini-Blog-Parade: Werft mir entweder bei Twitter, Facebook oder im Blog drei Stichworte zu, was Eure schwachsinnigste Anschaffung war. Gerne auch mit näherer Erläuterung als Mail an fruehesvogerl@gmail.com. Der Text kommt dann natürlich mit Verlinkung. Das bedeutet natürlich nicht, dass Ihr einen eigenen Blog braucht.

Eure Antworten sammle ich bis Dienstag, 20. April, 20 Uhr: Ich freue mich und bin gespannt.

Familienrollen, Kultur mit Kind

„Es ist manchmal schwierig sich in Gruppen einzufügen, wenn man irgendwie „anders“ ist“

Wie es für sie selbst als Kind war adoptiert zu sein, was sie von ihren leiblichen Eltern mitbekommen hat und warum sie bisher nicht nach ihnen gesucht hat, erzählt Martina in den Familienrollen. Martina schreibt auf ihrem Blog über ihren Kinderwunsch, die traurige Totgeburt ihres Sternkindes und wie ich grad eben gelesen habe, und zum Zeitpunkt des Interviews noch nicht wusste, über ihre jetzige Schwangerschaft. 

Als Du vier Wochen alt warst, bist Du zu Deinen Adoptiveltern gekommen: Hat man Dich bereits in der Kindheit darüber aufgeklärt?

Martina mit ihrer Mutter

Die Adoption war bei uns eigentlich immer irgendwie Thema. Natürlich kann man als kleines Kind noch nicht so viel damit anfangen, aber meine Mutter hat mir oft erzählt „Bei uns war das ein bisschen anders…“ wenn sie mich abends ins Bett brachte.

Als es Zeit für erste Bilderbücher als Gute-Nacht-Geschichte wurde haben meine Eltern ein Bilderbuch für mich gehabt: „Wie Tine ihre Eltern bekam“. Das haben wir oft gemeinsam gelesen. Irgendwann habe ich wohl selber gesagt „So war das bei uns auch!“ Ich war also bei dem Thema schon sehr selbstsicher als ich in die Schule kam. Letztendlich war es gut, denn eine Schulfreundin hat mir mal während des Unterrichts an den Kopf geworfen „Du bist ja eh nur adoptiert“. Sie hat es vermutlich bei ihren Eltern irgendwann aufgeschnappt. Mir machte dies nichts aus, denn es stimmte ja und ich habe es nie als Beleidigung aufgefasst, weil das einfach Normalität für mich war.

Mein damaliger bester Freund kam aber weinend nach Hause und seine Mutter rief besorgt bei uns an was los gewesen wäre. Ansonsten war das eigentlich in meiner Kindheit nie großes Thema. Es war einfach ein Teil von uns und sozusagen Normalität.
Über die Hintergründe weiß ich nicht viel. Meine leiblichen Eltern waren wohl damals noch sehr jung und entschieden sich für die Adoption. Ansonsten war die Adoption anonym.

Wie würdest Du das Verhältnis zu Deinen Adoptiveltern beschreiben? 

Martina 1981

Wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Ich wohne immer noch im gleichen Ort, etwa fünf Minuten von ihnen entfernt und wir sehen uns einmal die Woche.

Mein Mann und ich sind ja nun schon einige Jahre in Kinderwunsch-Behandlung. Meine Eltern waren natürlich informiert, sie haben ja in diesem Bereich auch ein paar Erfahrungen gemacht. Ab diesem Zeitpunkt war Adoption schon auch öfter ein Thema bei uns. Vorher eher weniger, weil es einfach für uns so normal war. Man redet ja auch nicht ständig darüber wie viel Kaffee man morgens trinkt. Es gehörte zum Leben dazu.

In der Verwandtschaft war es zunächst mal gar kein Thema, zumindest nie wirklich direkt als Gesprächsthema. Meine Mutter hat damals wohl Sprüche zu hören bekommen wie „Na jetzt habt ihr ja einen Erben“ (aus der Verwandtschaft) oder „Das du dich jetzt mit fremden Federn schmücken musst…“ (aus der Nachbarschaft). Zu mir wurde aber nie etwas gesagt.

Jahre später denkt man auch manchmal über Situationen von früher nach und wie manche Dinge zum Beispiel auf Familiengeburtstagen verlaufen sind und ich denke das ich anfangs wohl nie als „vollwertiges“ Kind oder Familienmitglied gesehen wurde, weil ich ja „nur“ adoptiert war. Ich will nichts unterstellen, aber so vom Gefühl her ist das wohl einfach so. Meiner Oma wurde aber später immer gesagt „Man sieht das ihr verwandt seid!“ was gar nicht sein kann, da sie nur die Stiefmutter war und ich adoptiert bin, aber sie war dann immer ganz stolz.  Aber wirklich thematisiert wurde es nie. Ich musste mir die Gunst der Verwandtschaft aber immer erarbeiten.

Ich war allerdings nie der Mensch, der sich besonders viel aus der Verwandtschaft macht. Familiengeburtstage mochte ich nie und mag sie auch immer noch nicht. Ob das am Adoptionshintergrund liegt kann ich nicht sagen. Eine mögliche Erklärung ist, dass man mir wohl früher oft das Gefühl gab nicht dazu zu gehören (ob bewusst oder unbewusst kann ich nicht sagen) und so wollte ich letztendlich auch nicht dazu gehören und bis auf ein paar Ausnahmen ist das bis heute so geblieben.

Generell war und bin meisten ich diejenige, die das Thema zur Sprache bringt. Ich bin ziemlich offen und sage immer direkt was los ist, wenn ich gefragt werde. Viele können damit nicht gut umgehen, wenn man zum Beispiel beim Arzt nach Vorerkrankungen gefragt wird und dann sagt „Keine Ahnung, bin adoptiert“ schaut erstmal jeder total entgeistert.

Hast Du vor in Zukunft nach Deinen leiblichen Eltern zu suchen? 

Martinas Familie 1981.

Nein, aktuell habe ich nichts in dieser Richtung geplant. Bisher bestand eigentlich nie der Wunsch zu suchen. Manchmal, wenn im Fernsehprogramm Sendungen wie „Vermisst“ laufen und dann Adoptivkinder ihre Eltern suchen, dann kommt man ins Grübeln. Ich denke dann, ob es nicht auch schön wäre nach Jahren die leibliche Mutter kennenzulernen. Letztendlich ist der Anreiz aber nie groß genug den Schritt tatsächlich zu wagen.

Mich würde glaube ich vor allem interessieren, ob es noch Geschwister gibt. Meine Adoptiveltern haben kein weiteres Kind adoptiert (es wurde ihnen angeboten aber sie haben abgelehnt damit auch andere Adoptionsbewerber eine Chance haben) und ich bin als Einzelkind aufgewachsen. Wenn ich Freunde und ihre Geschwister miteinander sehe denke ich schon manchmal, ob es da vielleicht noch Geschwister von mir gibt.

Viel weiß ich nicht, eigentlich nur Bruchteile von Informationen, die man in Gesprächen mal aufschnappt. Ich weiß, dass beide noch sehr jung waren (im Bereich zwischen 14 und 16). Beide stammen wohl aus dem Landkreis und die leibliche Oma ist wohl mittlerweile verstorben.

Ansonsten darf ich annehmen, dass meine Mutter mich trotz allem geliebt hat, denn mein zweiter Vorname „Angela“ wurde mir von ihr gegeben, meine Adoptiveltern haben dann einen Namen gewählt der dazu passt. So habe ich trotz allem immer ein Andenken.

Im Zuge unserer eigenen Kinderwunschbehandlung, meiner Hormonerkrankung, Neigung zu Diabetes usw. kam mir schon öfter der Gedanke das es in dem Moment praktisch wäre Kontakt herzustellen und Dinge zu erfragen.

In meiner Akte steht, soweit ich weiß, nichts von Vorerkrankungen. Letztendlich entwickeln sich viele Dinge erst später oder waren für Akten nicht relevant, die jetzt für mich vielleicht interessant wären zu wissen.

Also Suchgrund wäre mir das aber zu wenig. Ich finde, da müsste der emotionale Wunsch einfach größer sein.

Du bloggst über Dein Leben mit Kinderwunsch: Stand das Thema Adoption bei Euch auch mal im Raum? 

Martina und Markus.

Als wir unseren langen Kinderwunsch-Weg begonnen haben, habe ich auch mit dem bloggen gestartet. Damals – das klingt komisch aber es ist tatsächlich auch schon acht Jahre her – dachten wir zunächst es geht ganz schnell, ein paar Hormonpillen, ein bisschen herzeln und dann wird das schon.

Nach einiger Zeit, mehreren Zyklen unterstützt vom Frauenarzt und auch nach mehreren Versuchen in der Kinderwunschpraxis wurde uns klar, dass es doch nicht so einfach ist wie man es sich anfangs denkt. Oft stand die Frage im Raum wie weit wir gehen wollen, was ist Plan A, B oder C?

Für mich war es eigentlich immer wichtig Alternativen zu haben und diese mit meinem Mann abzusprechen. Plan A war also zunächst die drei Kassenversuche Künstliche Befruchtung zu machen und dann, wenn es wirklich nicht klappt, eine Adoption anzustreben. Adoption war also zunächst unser Plan B. Ich sagte immer zu meinem Mann, dass ich ja selber adoptiert bin und daher weiß das es für ein Kind nicht schlimm ist. Mir war aber wichtig, dass wir wenn dann einen Säugling adoptieren, ein kleines Baby was uns von Anfang an als Eltern kennenlernt. Quasi so, wie ich es selbst kannte. Ein Kleinkind hatte ich für mich ausgeschlossen, da ich es persönlich immer für das Kind schlimm finde von Familie zu Familie oder von Heim zu Heim weitergereicht zu werden und ich war mir nicht sicher, ob ich den Bedürfnissen eines älteren Kindes gerecht werden könnte.

Nach der ersten negativen ICSI habe ich mich mit dem Jugendamt in Verbindung gesetzt und bezüglich Adoption schon mal angefragt. Die Dame war direkt sehr abweisend am Telefon und meinte in unserem Alter hätten wir da eh keine Chance. Mein Mann wurde zu diesem Zeitpunkt 35, man prophezeite uns etwa 1,5 Jahre Wartezeit bis das Aufnahmeverfahren durch sei und mindestens 3 Jahre Wartezeit bis ein Kind verfügbar wäre. Und ab 40 bekommt man in Deutschland keinen Säugling mehr zugesprochen. Außerdem würde im Landkreis eher die Pflegschaft angestrebt, Adoptionen wären nur noch sehr selten und unsere Chancen wären sehr gering. Wir müssten außerdem ein Dokument unterschreiben, mit dem wir uns verpflichten nicht mehr selbst eine Schwangerschaft anzustreben. Einerseits logisch, man möchte von Seiten des Jugendamtes verhindern das dann ein Adoptivkind mit einem leiblichen Kind aufwächst und es dann Probleme gibt, andererseits war das wie die Pistole auf die Brust für uns: „Wir können ihnen nichts garantieren aber sie dürfen es auch nicht weiter versuchen!“

Mein Mann hat dann irgendwann im Gespräch leise zugegeben, dass er es lieber weiter probieren möchte und dann auch lieber Möglichkeiten wie Samenspende u.a. in Betracht ziehen würde als sich vom Jugendamt so „erpressen“ zu lassen. So haben wir uns dann letztendlich entscheiden, weiter den Weg mit der Kinderwunschpraxis zu gehen, denn mir war auch die Meinung meines Mannes sehr wichtig, schließlich gehen wir diesen Weg gemeinsam.

Ich habe mir aber immer die Option offen gehalten vielleicht in Zukunft ein Pflegekind aufzunehmen, unabhängig vom Ausgang unserer Kinderwunschgeschichte.

In diesem Winter hast Du in der 39. Woche Deinen Sohn tot geboren. Unvorstellbar wie schrecklich das für Euch gewesen sein muss. Hilft Dir der Austausch auf dem Blog? 

Ja unser Matthis kam in der 39. Woche zehn Tage vor Termin tot zur Welt. Eigentlich ist es immer noch unbegreiflich, man wähnt sich so kurz vor dem Ziel und so schnell ist plötzlich alles vorbei.
Eine Sache hat mir vor kurzem dann aber, auch im Hinblick auf die Adoptionsthematik, zu denken gegeben.

Mir wurde plötzlich klar, dass ich (zumindest nicht bewusst) keinen Menschen kenne, der tatsächlich mit mir verwandt ist. Wie sagt man so schön: „Mein Fleisch und Blut“. Mein Sohn war nun der erste Mensch überhaupt, der mir so nahegestanden hätte und genau diesen Menschen musste ich gehen lassen. Natürlich steht mein Mann mir auch sehr nah, natürlich auch meine Adoptiveltern. Aber es ist irgendwie doch etwas anderes, und es war irgendwie doppelt schwer als mir das erst richtig bewusst wurde.

Der Austausch auf dem Blog hilft mir wirklich sehr. Ich kann meinen Gedanken freien Lauf lassen und oft auch Dinge formulieren, für die ich in Gesprächen nicht die passenden Worte finde.

Es ist ja in der heutigen Zeit immer noch oft so, dass verstorbene Kinder ein Tabuthema sind. Fehlgeburten kämpfen sich mittlerweile in die Öffentlichkeit, es gibt immer mehr Frauen die sich damit in die Medien trauen oder auch Paare wie die Martins, die über ihre Sternenkinder ein Buch geschrieben haben und sich auch politisch engagieren.

Aber Kinder, die kurz vor der Geburt versterben, das gibt es doch heute gar nicht mehr“. Tatsächlich habe ich das jetzt schon ganz oft zu hören bekommen. Viele tun sich auch schwer mit mir über mein Kind zu sprechen, sich Fotos anzusehen. Die wenigsten können mit dem Thema Tod umgehen. Mein Blog ist quasi ein Ort, wo Matthis immer noch existiert, wo man nicht schief angeschaut wird, wenn man darüber berichtet wie es einem damit geht. Das war beim Thema Kinderwunsch auch schon so und ist bei den Themen Trauern und Verlust jetzt wieder so.

Es ist manchmal schwierig sich in Gruppen einzufügen, wenn man irgendwie „anders“ ist. Meine Familiengeschichte ist durch die Adoption ja schon anders. Dann kam die Kinderwunschthematik dazu, auch da laufen die Dinge bei uns anders als bei „normalen“ Paaren. Und ja, auch unsere Art zu trauern ist offenbar nicht „normal“, wenn ich den Äußerungen mancher Menschen glauben soll. Aber wir gehen unseren Weg und stehen dazu, auch öffentlich, im Blog, in den Medien und im Umgang mit anderen Menschen.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft? 

Ich wünsche mir für die Zukunft, dass mein Mann und ich weiterhin als die geschlossene Einheit, die wir zur Zeit sind, funktionieren. Wir können über alles reden und beschreiten jeden noch so schweren Weg gemeinsam und ich hoffe, dass dies so bleibt.

Natürlich ist da weiterhin unser Kinderwunsch und neben unserem Sternenkind wünsche ich mir selbstverständlich immer noch ein lebendes Kind im Arm und an der Hand. Wir hoffen sehr, dass uns das Schicksal nicht noch mehr solcher Steine in den Weg wirft und es uns gelingt unseren Traum von der glücklichen Familie verwirklichen zu können. Dabei bleiben wir hoffentlich weiterhin so entspannt, offen und herzlich, wie bisher.

Es gibt noch ein paar andere Dinge in meinem Leben, zum Beispiel möchte ich mich in naher Zukunft beruflich verändern. Vielleicht ergibt sich ja doch noch der Wunsch oder die Gelegenheit meine leibliche Familie zu suchen und zu finden. Ich lasse alles auf mich zukommen.

Danke Dir für Deine Offenheit, liebe Martina und alles Gute für die Zukunft. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Alltag, Kultur mit Kind

Entspannen, malen und ein bisschen Garten in Berlin / Unser Wochenende in Bildern vom 7. April bis zum 10. April

Am Donnerstag bekommen wir wunderbaren Familienbesuch aus Österreich. Das frühe Vogerl hat am Freitag dafür kita-frei und am Abend machen wir Eltern uns gemeinsam auf den Weg. 
Da ich am Abend recht schnell müde werde, ist klar, dass wir uns nicht zu tief in das Nachtleben stürzen. 
Nach einem kleinen Ausflug in der Buchhandlung, muss ja auch einmal die Woche sein, landen wir im wunderbaren Liquidrom. Das Telefon geht nicht mit plantschen. 
Im Anschluss holen wir noch etwas Kulinarisches: So schön Zweisamkeit ist, ein bisschen was vom Besuch wollen wir ja auch haben. 
Ich liebe es nachts durch Berlin zu fahren. 
Und in der Nacht Kuchen essen, das geht auch. 

Am Samstag haben wir viel vor: Einkaufen zum Beispiel. 
Und wir machen unseren Garten schick. Das Gemüsebeet zum Beispiel. 
Im Vorjahr waren Erdbeeren der Renner, davon gibt es dieses Jahr mehr. 
Eine der Außenpflanzen schafft es auch Kloblume zu werden. 

Der Rest bleibt draußen. 
Sonntagmorgen stelle ich fest, dass ich noch Strumpfhosen tragen kann. Mit wachsendem Bauch wird das immer schwieriger. 
Der Besuch wird verabschiedet: Noch eine kleine Proberunde. 

Frische Nudeln aus dem Bio-Markt sind übrigens super-klischeehaft teuer, aber wirklich lecker. 
Während der Großteil der Familie Mittagsschlaf hält, fährt einer mit seinem selbstgebauten Gefährt Runden. 
In Berlin herrscht grad absoluter „Ausmal“Trend. Ich bin schwach geworden. Na ja, so habe ich zumindest 20 Postkarten zum Verschicken. Äh, 18. 
Und natürlich gibt es auch am Sonntag Kuchen. 
Und hier noch mal die Musik für das sonntägliche Kulturbad. 

Wie oft macht Ihr das eigentlich so, das partnerschaftliche Weggehen – ohne Kinder? 
Wir haben ja – mit Absicht – immer noch keinen Babysitter. Mit dem passenden Besuch finde ich das allerdings alle paar Monate sehr schön.

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen
Meinung

Glücklich dick in der Schwangerschaft

Über mein Gewicht habe ich mir noch nie viele Gedanken gemacht. Liegt vielleicht daran, dass ich nie sonderlich dick aussah, und auch nicht mit einem übermäßigen Hunger gesegnet war. Auch wenn andere arg in die Breite gehen, fällt mir das selten auf: mein Fokus liegt woanders.

Gewicht spielte also von jeher eine untergeordnete Rolle. Ich hielt genau eine erfolgreiche Diät, diese um in mein Hochzeitkleid zu passen, und dachte sonst nicht viel über mein Gewicht nach. Dann wurde ich schwanger.

 

Ach wie niedlich, meinten einige zu Beginn: Du bist bestimmt so eine ganz dünne Schwangere, die nur einen kleinen Bauch hat. Und nein, ich glaub, mein Umfang war ganz ordentlich. Bei Netto wurde ich 2013 im fünften Monat gefragt, ob es denn zwei sind, und zu Weihnachten wollte man von mir wissen, ob es ein Christkind wird: Mein ET war Ende Februar.

 

Nun bin ich wieder schwanger. Und ja, man sieht es. Schon eine ganze Weile. „Boah, der Bauch ist ja ganz ordentlich“, sagte die Erzieherin in der Kita. Da war ich grad in Monat 4. „Sicher, dass da nicht zwei drinnen sind?“ Das wurde ich mittlerweile schon drei Mal gefragt. „Jetzt ist es aber bald soweit“: Auch das kam schon, dabei habe ich noch ein paar Monate. Und: „Willst Du Dich nicht setzen?“

 

Nein, es sind keine Zwillinge und ja, ich werde immer dicker. Denn immer, wenn ich schwanger bin, passiert etwas mit mir, dass ich kaum kenne: Ich habe einen unglaublichen Hunger. Obst, Fast Food, Joghurt, Pudding: Die Möglichkeiten sind mannigfaltig und Bedürfnisbefriedigung ist etwas Schönes. Und außerdem, wie ein sehr schlauer und sehr lieber Mensch, neulich meinte: Da wächst jemand in mir, das ist nur logisch, dass der Bauch da größer wird.

 

Wenn das die Leute irritiert, nehme ich das also nicht persönlich. Da käme ich ja zu nichts mehr.

 

Heute ist es wieder passiert. „Hast Du zuviel Schokolade gegessen?“ sagt sie und deutet auf meinen Mantel, der sich um die Hüften spannt. Sie ist fünf und eine Kita-Freundin meines Sohnes. „Baby“ sagt mein Sohn und lacht. Ich freue mich. Und das ist gut so. Am Nachmittag verliere ich den Knopf, der so gespannt hat. Es ist gut, dass der Sommer kommt.
Und wie ist das bei Euch? Seid Ihr dezent schwanger, oder eher ausladend? Und könnt Ihr damit umgehen, wenn man Euch auf Euer Gewicht aufmerksam macht?
Alltag, Kultur mit Kind

Das Meer, der Zoo in Rostock und dann gab es noch Pizza / Unser Wochenende in Bildern vom 02.+03.03.2016

In diese Postkarten-Idylle hat es uns am Wochenende verschlagen.

Am Osterwochenende hatten wir ja den Plan an die Ostsee zu fahren, hatten das aber staubedingt verschoben. Da wir Familie dort haben, können wir das recht flexibel gestalten.

Am Samstag geht es los. Je dicker der Bauch wird, umso ungemütlicher wird das Autofahren. Mit ausreichend Platz geht es aber.
Unsere erste Station ist der Rostocker Zoo: Hier Vater und Sohn beim Baggern.
Auch Vierbeiner dürfen mit rein.
Der Zoo ist wirklich außergewöhnlich schön. Nicht nur wegen des Geländes, und natürlich der Tiere, sondern vor allem wegen der vielen kleinen Dinge, die es für Kinder zu entdecken gibt: Wie zum Beispiel Wasserspiele.

 

Oder Spielplätze.
Auch einige Grundschulen dürfen sich im Rostocker Zoo austoben.

 

Im Affenhaus war ich nur kurz mit: Interessant, aber doch etwas eng.
Am Samstagabend habe ich mich – suchtbedingt – ein bisschen verkrümelt: Ich musste unbedingt Teil 3 von Kudamm 56 zu Ende schauen. Das war toll.
Beim Frühstück haben wir auf die Bilder vergessen, aber erkennt Ihr, wo die drei sind? Richtig, in Warnemünde.
Dem Hund gefällt es auch.
Obwohl wir öfter in der Gegend sind, waren wir lange nicht am Strand.
Fast hätte ich vergessen, wie schön es dort eigentlich ist.

 

Leuchtturme find ich – vor allem von unten – total toll.
Schwangerschaftsbedingt darf ich ja grad keinen Räucherfisch essen, aber ich habe eine Alternative gefunden.
Die zwei Männer teilen sich ein Eis.
Auf der Heimfahrt holen wir Kaffee.
Den Kuchen haben wir von der Ostsee mitgebracht.
Und auch das gute Wetter ist in Berlin angekommen.
Am Sonntagabend machen wir noch einen kleinen Ausflug in den Prenzlauer Berg.
In eine sehr kinderfreundliche Pizzeria.
Beim Warten schieße ich ein Sonntags-Selfie und treffe jemanden aus dem Geburtsvorbereitungskurs wieder. Spannend, erkannt habe ich sie am Wiener Dialekt.
Das Essen schmeckt gut.
Die Jungs essen noch was Süßes.

 

Mag sein, dass ich ein bisschen zu viel auf den Beinen war. Mag sein, dass das einfach dazu gehört. Fakt ist: Ich hab unglaubliche Rückenschmerzen mit Hexenschuss-Tendenz. Sollte also jemand ein Geheimrezept haben, wie ich das zumindest lindern kann: Raus damit.
 
Mehr Wochenenden in Bilden gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen
Familienrollen, Kultur mit Kind

„Das Kind muss glücklich sein. Das muss das oberste Gebot sein.“ – Familienrollen mit Leonie von MiniMenschlein über Patchwork

Wie eine Patchwork-Familie funktionieren kann, welche Regeln ihrer Familie helfen und wie sie vor allem ihrer Tochter einige Dinge erklärt hat, davon erzählt Leonie vom Blog MiniMenschlein in den Familienrollen

Kürzlich hast Du auf Deinem eigenen Blog einen Text veröffentlicht, der davon erzählt, wie Patchwork in Eurer Familie funktioniert: Magst Du von Eurer Grundkonstellation berichten?

Leonie. 

Unsere Grundkonstellation hat sich erst in den vergangenen Jahren gefestigt. Das war natürlich nicht von Anfang an so. Denn am Anfang jeder Trennung steht in der Regel, dass man allein ist – jeder für sich.

Sehr früh aber haben wir die Papa-Wochenenden eingeführt und die finden bis heute alle 14 Tage statt. Sie sind ein fester Bestandteil und dennoch „nur“ ein Richtwert. Der Papa und ich, wir arbeiten beide seit Jahren freiberuflich. Entsprechend flexibel oder auch mal unflexibel sind wir. Daher weichen wir die Regelung auch gerne spontan auf.

Wir wohnen so, dass unsere Tochter theoretisch immer zu allen gehen kann. Und bei Feiertagen wie Weihnachten, Ostern oder auch Geburtstagen sprechen wir uns immer wieder aufs Neue ab, mittlerweile spricht unsere Tochter da natürlich mit. Und am Ende haben wir dann immer eine Lösung, die für alle gut ist. Unser Patchwork-Leben läuft sehr entspannt.

Gibt es klare Regeln, die Euch dabei helfen den Alltag von zwei Familien zu strukturieren? 

Tatsächlich kommunizieren wir zwar sehr strukturiert aber nicht permanent. Langfristige Absprachen wie Wochenenden, Feiertage und Urlaube besprechen wir sehr früh. Oftmals in einem Halbjahresplan. Den werfen wir natürlich auch mal um, aber so hat jede Familie generell die Chance, für sich zu planen. Je länger wir Patchwork leben desto mehr spontane Dinge kommen hinzu. Das ist und war ein Findungsprozess. Wenn man ihn ohne Groll und mit einem guten Gefühl für die Sache führt, wird man auch belohnt. Ich bin sicher, wenn es einem von uns nicht gut geht, wenn wir Hilfe brauchen oder oder oder – springen die anderen ein.


Deine Tochter Lilly ist mittlerweile 12: Seit wann leben Ihre Eltern in zwei Familien und hat es von Beginn an für alle Beteiligten so gut funktioniert?

Lilly.

Ich bin seit fast zehn Jahren von Lillys leiblichem Vater getrennt. Und natürlich war das anfangs alles nicht so easy, wie es jetzt ist.
Das ist ganz klar und ich würde lügen, wenn ich sage, eine Trennung ist immer Heititai-Sonnenschein, wenn du verstehst, was ich meine.

Am Anfang ist für alle die Situation neu und komisch. Aber eben vor allem fürs Kind, das darf man nie vergessen. Ich kann nur raten, die eigenen Gefühle zur Trennung vor dem Kind zurück zu stellen, und einfach da zu sein.

Für Sorgen, Verlustängste, und ja – auch Trauergefühle. Denn die kommen bei Trennungskindern auf, da bin ich überzeugt. Man kann das als Eltern auffangen. Es ist nicht immer einfach, aber es geht.

Auf einem Bild (auf Deinem Blog) sieht man Dich und die Partnerin Deines ehemaligen Partners: Ihr seht aus, als könntet Ihr Freunde sein. Ist der Eindruck richtig?

Absolut! Ich würde sagen, wir sind auch Freunde! Wir besprechen viel Persönliches, nicht alles, wie mit der besten Freundin, aber doch einiges. Das schätze ich sehr.

Freundschaft ist ein starkes Wort, aber was sie ja am Ende ausmacht ist doch, das man im Fall der Fälle für den anderen da wäre, mitfühlt, mitfiebert, und sich einfach schätzt und respektiert.  Und so ist es!

Hast Du einen Tipp für andere Mütter, die Schwierigkeiten haben in eine Patchwork-Rolle reinzufinden?

Das Kind muss glücklich sein! Das muss das oberste Gebot sein, finde ich. Und es ist an den Erwachsenen, dem Kind einfach Kindheit zu ermöglichen, auch wenn es Momente der Trauer und des Schmerzes gegeben hat.

Es gibt viele Wege, dies zu leben. Alle aber setzen voraus, dass man dem eigenen Kind nahe ist und es sich nicht verschließt. Und selbst wenn es sich mal verschließt, heißt das nicht, das es sich nicht wieder öffnet.

Eltern fühlen, wie es ihren Kindern geht, wenn sie in sich hineinhorchen. Und für jeden gibt es dann die Möglichkeit, zu reagieren. Das muss man tun. Das ist unsere Verantwortung als Eltern. Ich habe meiner Tochter in der Trennungszeit und viele Jahre danach fiktive Geschichten eines Hasen erzählt. Wir nennen ihn den „HASE HOPPEL“ und eigentlich waren das immer witzige Gute-Nacht-Geschichten. Aber: Mit einem wahren Kern.

Hase Hoppel hat das erlebt, was mein damals noch kleines Töchterlein erlebt hat. Er hatte mal keine Lust auf Zähne putzen, mal zu viele Süßigkeiten gegessen, mal den Papa ganz ganz doll vermisst und mal ganz schlimme Angst.

Immerzu hatten diese Geschichten aber ein positives Ende.

Ich hatte das in meinem eigenen Blogpost zum Thema schon angemerkt: Meine Tochter hat sich darauf hin ganz anders geöffnet und sagte mir eines Tages: „Mama, dem Hase Hoppel geht es ja wie mir!“

Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass es gut war, „Hase Hoppel“ weiter zu führen – jeden Tag mit einer anderen Geschichte. Mal fröhlich und lustig, mal tiefsinnig und nah. Immer aber mit einem positiven Ende.

Der kleine Hase Hoppel, dieser Schlauberger, hat nämlich eines Tages festgestellt: Wenn man über Sorgen spricht – und die sitzen ja meist im Kopf und im Bauch – dann gehen die raus. Die verlassen sozusagen beim Sprechen den Körper! Und dann sind die Sorgen WEG! 🙂


Blog-Logo.

Was wünscht Du Dir für Deine Familie für die Zukunft?

Ich wünsche mir, dass alles so bleibt wie es ist. Dass wir gesund bleiben und viel Freude mit- und aneinander haben!

Danke Dir für Deine Antworten und die Bilder, liebe Leonie. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.