Kultur mit Kind, Meinung

Kleine Begegnungen

Mein Sohn ist jetzt anderthalb und ich mache mir Gedanken, wie wir ihm Dinge am besten näher bringen: Wo die Oma vielleicht anders denkt, was ihm der Onkel vermitteln kann und ob die Kita-Erzieherin nicht bei einigen Dingen eine andere Einstellung haben wird.

Beim Einkaufen. 

Doch vor lauter Denkerei hätte ich fast vergessen: Mein Sohn interagiert bereits täglich. Ohne mich. Er scherzt mit dem Obdachlosen in der U-Bahn, mag die Ärztin manchmal nicht, strahlt im Drogeriemarkt eine wildfremde Frau an, winkt einem vorbeikommenden Auto zu oder gluckst in seinem Kindersitz, weil im Nachbarauto ein Mann grad lustige Grimassen schneidet.

Manchmal fängt er auch an zu weinen, weil zwei Kinder streiten und die Stimmung plötzlich kippt. Er lässt sich vom Hund das Gesicht ablecken, lächelt einer Frau im Einkaufszentrum zu und manchmal sprechen mich Menschen, die ich noch gar nicht wahrgenommen habe, was für ein fröhliches Kerlchen er ist. Denn er hat sie bereits wahrgenommen und gewunken oder gelächelt oder mit dem Finger hingedeutet.

Ich finde das ganz wunderbar. Und stelle immer wieder fest, wie viele Menschen ich durch meinen Sohn kennenlerne. Und wie schnell man Bekanntschaften macht.

Viele schreiben von Klugscheißern in der U-Bahn, die ihnen in der Schnullerfrage zur Seite stehen wollen, sowas haben wir noch nicht erlebt und ich hoffe, ich verschreie das hier nicht.

Mir wird nur immer klarer, dass ich nicht jede Begegnung beeinflussen kann. Manche steuert bereits mein Sohn. Und wie viele gute wir dadurch schon  hatten.

Und wie ist das bei Euch? Wie viel Kontakte macht Euer Kind so, ganz ohne Euch?

Kultur mit Kind, Nachgefragt

„Die Ideen waren so zahlreich wie klug und die Stimmung war so energiegeladen, dass man es durch den Laptop hätte spüren können“.

Immer am Dienstag gibt es hier ein Kultur mit Kind – Interview. Aus aktuellem Anlass geht es in den kommenden Wochen darum, wie Eltern ihren Kindern Toleranz beibringen. Petra setzt sich für „Blogger für Flüchtlinge“ ein. Sie erzählt, warum sie das tut und was sie ihrem Sohn mitgeben möchte. 

Stell Dich doch bitte kurz vor.

Ich bin Petra, Bloggerin bei allerlei-themen.de und Social-Media-Marketing-Managerin-irgendwas-Tante. Ich lebe im bergischen Land mit meinem Lausbuben (er wird bald vier und kann es kaum erwarten) und drei Katzen. Alleinerziehend, aber das spielt eigentlich keine große Rolle. Ich bin Familienmensch, handarbeitswillig und mag auch sonst immer Dinge ausprobieren. Und ich freue mich, dass wir so unbürokratisch zusammen gefunden haben: Ganz im Sinne der Aktion.

Du setzt Dich unermüdlich für „Blogger für Flüchtlinge“ ein, was bedeutet das Projekt für Dich? 

Ja. Das Projekt #Blogger für Flüchtlinge. Ich weiß gar nicht, wo ich da anfangen soll. Eben fragte mich noch eine Freundin, ob ich momentan noch etwas anderes tun würde, außer online für die Kommunikation für dieses Projekt zu sorgen. Ehrlich gesagt, nein, tue ich nicht. Außer Bewerbungen schreiben (ich suche eine neue Stelle) und meinen Sohn zu versorgen und zwar anständig selbstverständlich. Der geht immer vor!

Wie kam ich dazu? Der Grund ist eher persönlich (neben der Tatsache, dass ich nicht will, dass sich die Geschichte wiederholt!) Nun letzten Sonntag lud mich Märry Raufuß zur Gruppe ein (wie das alles entstanden ist, mag ich gar nicht erzählen, das ist viel zu kompliziert).

Zeitgleich jedenfalls las ich den Beitrag von Lucie Marshall über die Flüchtlinge und auch über die schwangere Frau, die ihren 3jährigen „verloren“ hat. ER war zu LAUT und wurde über Bord geworfen. Dazu muss man wissen, dass mein Lausbub ebenfalls laut ist und das schon oft unangenehme Situationen hervorgerufen hat.

Ich habe mich postwendend geschämt für jeden Moment, den ich mich je darüber geärgert hatte. Denn: Mein Sohn lebt! Der gleichaltrige Sohn der Schwangeren nicht. Ich war fassungslos. Bin es noch. Albträume stellten sich ein.

Auf der Webseite sagte Daniela Müller am gleichen Sonntagabend, sie würde eine Webseite gestalten wollen. Märry, Anderl und ich meldeten uns sofort zur Hilfe. Währenddessen stürmte der Hashtag #Bloggerfuerfluechtlinge die Twitter Charts. Und wir begannen am selben Abend mit der Umsetzung. Ich kann bis heute nicht ganz glauben, welche Energie da frei gesetzt wurde (und immer noch im Umlauf ist).

In 48 Stunden (inklusive Nachtschicht) setzten wir das Ding um und bestaunten, was dann folgte: Die Gruppe um die Aktion wuchs. Die Ideen waren so zahlreich wie klug und die Stimmung war so energiegeladen, dass man es durch den Laptop hätte spüren können. Woran das liegt? An der unglaublichen Motivation von Paul, dieser Unbürokratie und dieser Art von „machen, statt reden“. Das tut gut!

Die Alpträume sind weniger geworden. Wenngleich ein Artikel heute mir wieder die Luft nahm. Ich lese Erfahrungen leider daher nur noch bedingt.

Wie reagiert Dein Umfeld auf Dein Engagement? 

Seit diesem Sonntag sind jetzt 6 Tage (mittlerweile ein paar mehr) vergangen. Meine Nachbarin (auf meinem Blog kann man unsere regelmäßigen Abendunterhaltungen erahnen) kommt definitiv zu kurz (DANKE J.!), aber meine Familie findet es gut!

Ich habe ihnen davon erzählt und sie staunten nicht schlecht, dass (zum jetzigen Zeitpunkt) 50.000 Euro in 5 Tagen als Spende eingenommen (mittlerweile fast doppelt soviel) wurde und einfach so 750 Postkarten nach Heidenau unterwegs sind.

Bloggen hält jeder, der es nicht kennt, für eine Art Tagebuch mit lustigen Effekten im Internet: Dass es mehr sein kann, glauben sie erstmal nicht.

Was meine Freunde und Follower auf FB, Twitter und Insta dazu sagen. Keine Ahnung. Ihr Lieben, was haltet ihr davon?
Die meisten aus meiner seit der Aktion gewachsenen Bloggersphäre sind selbst in der Gruppe. Allen anderen habe ich gesagt, dass sie mich blocken sollen, wenn es ihnen nicht passt. Das Thema ist mir zu wichtig.
Von einigen Freunden weiß ich aber, dass sie es gut finden, was dort passiert (auch wenn sie mich für verrückt erklärt haben!) 😀
Und im übrigen bin ich konsequent geworden: Wer sich seltsam äußert, dem entfreunde ich, auch real. Abgesehen davon entstehen gerade seeehr viele neue TOLLE Kontakte!

Und: Ich war kurz Zielscheibe einiger Danksagungen 🙂 Ihr Lieben: DANKE, es tut gut, dass ihr es seht. Aber mein Dank gilt denen, die tagtäglich bei den Unterkünften arbeiten und die Geschichten hören. Dabei nicht abzustumpfen ist eine harte Zerreißprobe!

Wie führst Du Deinen Sohn an das Thema Toleranz heran, und wie versuchst Du ihm Deine Werte zu vermitteln?
Mein Vater erzählt mir bis heute, wie er im Bauch meiner Oma als Vertriebener im Eisenbahnwagon transportiert wurde. Ich wurde sehr schonungslos an das Thema herangeführt und so wird es bis heute gehandhabt: Wenn es aus meinem Vater heraus bricht, dann in geballter Ladung. Ich mag das! So vergesse ich es nicht.

Nein, keine Sorge, mein Lausbub wird vier. Dem bringe ich das alles sehr behutsamer als mit dieser Geschichts-Keule nahe. Als ich ihm am Dienstag Morgen erklärte, was ich da gerade am Laptop mache, da wollte er wissen was „Flüslinge“ sind. Ich habe es ihm erklärt. Oft. Den ganzen Morgen bis zur Kita fragte er immer wieder nach, was welches Wort bedeutet. Vor der Kita sah er mich an „Mama, du kannst mich auch erst um 16h (sonst 15h) abholen. Dann hast Du mehr Zeit“. Ja ja, Lobhudelei am Kind und so, aber ich bin versteinert vor Rührung, Entsetzen und Liebe. Dazu hatte ich nichts mehr zu sagen außer einem Nicken.

Kinder begreifen so viel! Auf Twitter liest man immer wieder über solche Kinder-Kommentare. Ich bin also nicht die Einzige, die erklärt und tut und macht. Und immer sind es die Kinder, die die „Bösen“ nicht verstehen und alle „Flüslinge“ lieb haben wollen.
Und ich las auch die Frage, wann genau wir das als Erwachsener eigentlich verlieren (sorry, den Autor weiß ich nicht mehr)?!?

Was mir auffällt, ich habe sehr oft den Satz „es gibt Kinder, die haben gar nichts, stell dich nicht so an“ auf der Zunge. Gott sei Dank habe ich es bisher nur einmal wirklich gesagt, denn der Lausbub kann ja nichts für meine Emotionen momentan und hat ein Recht Spielzeug haben zu wollen. Ich bin allerdings der festen Überzeugung, dass Kinder der Wohlstand etwas relativierter dargestellt werden sollte. DAS ist aber ein anderes Thema.

Lausbubs bester Freund (im Bild) ist im übrigen auch nicht Deutsch. Ihm ist das total egal (mir erst Recht) und sie verteidigen sich beide gegenüber anderen sogar mit Prügeleien. Braucht es mehr?

In den nächsten Wochen werden 300 Flüchtlinge bei uns in Wuppertal erwartet. Dann wird hier wohl noch die ein oder andere Möglichkeit aufkommen, Toleranz zu demonstrieren. Ob mit dem Lausbub? Keine Ahnung.

Gibt es noch etwas, dass Du unbedingt beantworten möchtest, aber in dem Zusammenhang nicht gefragt wurdest?

Ja, die Frage nach der Gewalt, die mich treffen könnte. Denn das ist in der Tat noch etwas, was uns alle (den Admins und Initiatoren) seit Tagen durch den Kopf geht. Damit meine ich nicht die blöden Kommentare, die wir unter Beiträgen finden, denn die ignorieren wir (der Zusammenhalt ist bei uns wirklich groß). Was mich beschäftigt, ist die Angst vieler Gruppenmitglieder vor der Gewalt VOR der eigenen Haustür. Wir wissen alle, das Adressen nicht sicher sind. Ich habe mir oft in den letzten Tagen die Frage gestellt, ob ich mit meinem Sohn verantworten kann, dass ich mich so klar äußere. Und bin zu dem Entschluss gekommen: Ja, kann ich! Nicht, weil ich die Gefahr unterschätze (eher nicht), sondern weil wir Gott sei Dank eine gute Nachbarschaft haben.

Ich würde mir aber wünschen, dass wir hier alle (auch vor Ort) sensibler werden!!!

Danke für das Interview. 

Ihr habt auch ein Kind, dem ihr Toleranz beibringt und wollt darüber reden? Schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Eine Übersicht über die bisher geführten Interviews zum Thema „Kultur mit Kind“ findet Ihr hier.

Alltag, Kultur mit Kind

Ein Beardie- Wochenende / Unser Wochenende in Bildern vom 5. und 6.9.2015

Einmal im Jahr fahren wir in den Süden, nur um Beardies zu treffen und eine Menge lieber Menschen. Dieses Wochenende war es wieder soweit. 
Samstagmorgen erkunden wir kurz die Stadt Waiblingen. 
Aber nur kurz, denn die eigentliche Party findet ein bisschen außerhalb statt. 
Nicht im Bild: eine Unmenge an Kuchen, mindestens fünf davon waren super. 
Dieses Jahr sieht der Beardie-Kuchen tatsächlich ein bisschen aus wie der Schurkenbeardie. 
Weit über 20 Beardies sind da. Auch ein ganz kleiner war dabei. 
Die Gastgeberin, Beardiedame Missy kommt von der Hummelwiese, das hat sich auch auf einer Torte wiedergespiegelt. 
Zwischen den Apfelbäumen ist immer mindestens ein Beardie zu finden. Hier ganz vorne mit dabei: der Schurkenbeardie. 
Als Kind muss man auch mal ausweichen. 
Die Gastgeberin, hinten im Bild, ist mitunter etwas erschöpft. 
Der Ausblick ist großartig. 
Und das Essen. Das Essen ist ein Gedicht. 
Einziger Nachteil der Reise für das Kind: Das Bobbycar kann nicht mit rein.
Aber im Auto kann man zumindest ein
bisschen so tun, als ob.

Wir bedanken uns bei all unseren Beardie-Freunden für dieses tolle Wochenende. Natürlich vor allem bei der lieben Julia. 

Und wie war Euer Wochenende so? 

Mehr Wochenenden in Bildern findet Ihr wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.
Familienrollen, Kultur mit Kind

„Wenn ein Mensch von einem „Schicksalsschlag“ getroffen wird, hat er genau zwei Möglichkeiten“ / Beate in den Familienrollen über ihr Leben mit positiver Einststellung und drei Krankheiten: Diabetes Typ 1, Hashimoto und Multiple Sklerose

Zu Gast in den #familienrollen ist Beate, die gleich drei chronische Krankheiten hat. Sie erzählt, woher sie ihre Kraft zieht und wie der Alltag ihrer Familie aussieht.

Beate


Du schreibst auf Chronischhochdrei von Deinem Leben mit drei Krankheiten. Was hast Du und in wie weit beeinflusst es Dein Leben im Alltag? 

Mich begleiten seit 1985 Diabetes Typ 1, seit 2004 Hashimoto (Schilddrüse) und seit 2007 MS (Multiple Sklerose).

Der Diabetes ist jeden Tag von morgens bis abends sehr präsent, da ich regelmäßig den Blutzucker messe, um zu wissen „wie es mir geht“.
Die Schilddrüse lässt sich mit einer Tablette am Morgen gut in Schach halten und die MS beeinflusst mich aktuell kaum beziehungsweise wesentlich weniger, als noch vor einigen Jahren.

Ich habe festgestellt, dass es mir wesentlich besser geht, seit ich mich selbst nicht mehr so stresse beziehungsweise besonderen Wert auf Auszeiten „für mich“ lege.

Dein Mann ist Sportler: In wie weit kannst Du ihn bei dieser Leidenschaft begleiten?

Mein Mann hat nach der Geburt unseres Kindes mit dem Laufen angefangen, weil er ein Papa sein möchte, der nicht dem Kind „hinterher hechelt“, sondern einfach mithalten kann.

Die beiden machen mittlerweile öfter mal „Run&Bike“, da läuft mein Mann und unser Sohn begleitet ihn auf dem Rad (wenn ich mal nicht zuhause bin) – hier kann man prima das Training und die Kinderbetreuung kombinieren und Spaß dabei haben.

Ansonsten begleiten Sohn und ich ihn aber auch öfter zu Lauf- oder Rennradveranstaltungen (RR kam als Ausgleichssport noch dazu).

Mein Mann trainiert meist zu sehr „familienfreundlichen“ Zeiten oder in Kombination zum Beispiel ein längerer (30km) Lauf zu seinen Eltern + wir laden uns dann Sonntags selbst zum Mittagessen ein 😉  Ich gönne ihm sein Hobby (Ausgleich zur stressigen Arbeit) und komme dadurch manchmal an tolle Orte (aufgrund dort stattfindender Laufveranstaltungen), die ich ansonsten nicht aufgesucht hätte.

Wie sieht der ganz normale Alltag bei Euch aus?
Unser Alltag ist ziemlich klassisch. Ich arbeite Teilzeit bei der Stadtverwaltung, mein Göttergatte Vollzeit im Dienstleistungssektor (ist allerdings beruflich viel unterwegs), Sohnemann besucht den Kindergarten und ist jetzt ab Herbst stolzes Vorschulkind.

Ich selbst leite noch dazu eine Selbsthilfegruppe von an MS-Erkrankten, bin im Elternbeirat des KiGa und ansonsten auch jemand, der gerne und viel hilft. Manchmal auch über meine Kräfte, aber ich habe unterdessen ziemlich gut gelernt, dann doch eine Pause einzulegen.

Meine Familie unterstützt mich sehr gut bei meinen Krankheiten, wobei die aber einfach mit zum Alltag gehören bei uns und keine besondere Stellung eingeräumt bekommen.

Mein kleiner Sohn (5 Jahre) kann diese Krankheiten natürlich noch nicht genau einschätzen, bekommt aber schon mit, wenn zum Beispiel mein Blutzuckerspiegel gerade nicht passt oder auch wenn ich aufgrund der MS bei warmen Temperaturen nicht klar denken kann. Da hilft er mir schon sehr!

Aber je mehr Aufmerksamkeit man einem Thema gibt, umso breiter macht es sich im Leben – daher bremse ich da selbst ein wenig.

Was wünscht Du Dir als jemand, wie Du selbst schreibst, mit drei chronischen Krankheiten, von Deiner Umwelt?

Hm, bezüglich meiner Krankheiten habe ich gar nicht so viele Wünsche an meine Umwelt, ehrlich gesagt. Ich möchte, was das angeht, besonders mit Mitleidsbekundungen („Oh je, Du Arme“) oder dem Gegenteil („Stell Dich nicht so an“) eigentlich in Frieden gelassen werden. Ehrliche Empathie ist mir da sehr viel lieber!

Allerdings ist die Grenze manchmal nur fließend, daher respektiere ich völlig, wenn sich jemand etwas unsicher fühlt und nicht recht weiß, wie er reagieren soll. Ehrlichkeit ist immer am besten!

Daher bin ich sehr für Aufklärung über zum Beispiel die MS, weil sie mit ihren vielen unsichtbaren Symptomen oft schwer einzuschätzen ist. Einen Menschen anzunehmen, wie er ist, ist meiner Meinung nach immer der beste Weg – ohne Vorurteile und Bewertungen!

Du hast mir erzählt, dass Ihr eine ganz normale Familie seid. Bei all unseren Begegnungen auf Facebook und Twitter spüre ich einen Eifer. Woher kommt all Deine Kraft? Wie zum Beispiel auch JuSu von Mama Schulze, die ja auch über ihre MS schreibt,  scheinst Du sehr positiv zu sein.  

Wenn ein Mensch von einem „Schicksalsschlag“ getroffen wird, hat er genau zwei Möglichkeiten: a) daran wachsen oder b) daran zugrunde gehen!

Die Entscheidung war ganz einfach! Ich möchte keine Krankheit oder andere Umstände langfristig über mein Leben entscheiden lassen, sondern es mir so schön wie möglich machen – denn es ist ja MEIN Leben. Ich bin kein Egoist, ich liebe meine Familie, habe tolle Freunde und bin zur Stelle, wenn Hilfe gebraucht wird (soweit es eben für mich passt und es mir möglich ist).

Das musste ich allerdings auch erst lernen, durch viele MS-Schübe, die mir dann einfach gereicht und mich genervt haben – dann kam der Trotz (Dir sch*** Krankheit zeig ichs!) und im Anschluss mehrere Seminare (Achtsamkeit mir selbst gegenüber), Selbsterkenntnisse (womit stresse ich mich selbst, wie kann ich anders / für mich besser mit immer vorkommenden Situationen umgehen usw).

Was kannst Du anderen Menschen auf den Weg geben?

Ich wurde schon oft verurteilt, dass ich doch nicht so einfach sagen könne „Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“ – dazu sage ich aber: Doch, klar kann ich!

MEIN Weg ist für mich aktuell gut, er muss aber nicht der Weg eines anderen sein. Ich fände es selbst anmaßend zu sagen „nimm keine Medis mehr – bei mir klappts super“.

Jeder muss seinen eigenen Weg finden, mit verschiedenen Krankheiten oder eben seinem eigenen Leben umzugehen.
Man kann sich helfen lassen oder sich einfach auch mal andere Sichtweisen einholen, die vielleicht den einen oder anderen Anreiz geben.
Ich wünsche jedem Menschen, dass es ihm / ihr gut geht und er / sie das (für ihn / sie ) Beste aus der jeweiligen Situation machen kann.

Dankeschön.

Die Bilder wurden von Beate zur Verfügung gestellt.

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mal an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind, Meinung

Kindermode

Meine vier Bloggerkolleginnen Alina (Liebling – Ich Blogge, Jetzt), Alu (Grosseköpfe), Bella (familieberlin), Dajana (Mit Kinderaugen) und ich haben das Projekt Bilderfrauen ins Leben gerufen: Jede Woche stellen wir uns Fragen, die uns zu Mode, Beauty und Lifestyle durch den Kopf gehen.
Diese Woche dreht es sich bei den Bilderfrauen um Kindermode, und wie diese interpretiert werden kann? 
Ton in Ton: Beide. Jeweils. 
Gleich vorweg möchte ich gestehen: Ich liebe Kindermode. Schon als ich Kind war. Im zarten Alter von zehn hatte ich einen Petticoat und ein paar andere Lustigkeiten. Außerdem gibt es das Gerücht, dass ich beleidigt war, wenn man mir eine Strumpfhose und ein Unterhemd angezogen hat, und diese farblich nicht harmonierten. 
Diese Superjacke ist übrigens von Zara. 

Die kommenden Jahre hatte ich kaum über Kindermode nachgedacht. Ausnahmen: Jeder in unserem Freundeskreis bekam ein Kind, und wir machten Geschenke. Oder abstruse Bilder von Zweijährigen, die ständig andere Klamotten anhatten, die durchs Netz wanderten: Das war mir dann auch zu viel. Doch dann wurde ich schwanger.

Kurz vor der Geburt meines Sohnes setzten wir uns mit der Kleidung auseinander und waren uns schnell einig: Bio sollte es sein. Wir kauften Wolleseide-Bodys und lernten Marken wie Frugi und Loud and Proud kennen.

Mit der Zeit, weil es recht kostenintensiv ist und weil ich vermute, dass ein Kleinkind nicht mehr ganz so empfindlich ist, wie ein Baby, nahm das ein bisschen ab. Ganz verschwunden ist es aber nicht. Nun hat mein Sohn Klamotten von FinkidTommy Hilfiger und natürlich auch immer wieder H&M.
Denn dort finde ich den Preis in Ordnung, die Farben sind toll und mein Sohn muss keine Polyester-Kluft tragen. Ganz besonders lieben wir auch die Dinge, die meine Freundin immer aus einem schwedischen Warenhaus bringt. Oder die hübschen Oberteile, die den Österreich-Bezug klar machen, die von der Familie kommen. 
Nur eines würde ich niemals machen, meinen Sohn in selbstgenähte Sachen stecken. Weil ich es, schlicht und ergreifend, nicht kann. Und das Gute für ihn: Ich weiß das. Dem gestrickten Pulli von der Oma oder der Mütze der Freundin sind wir dennoch aufgeschlossen. 
Und so ist es bei den anderen Bilderfrauen:
Liebe Betti,
bevor mein kleiner Mann da war, ging ich ganz normal zu H&M, Zara und Co. Habe das gekauft was mir persönlich am besten gefallen hat und mir am besten stand, heute ist das anders. Heute kaufe ich für ihn eigentlich hauptsächlich organic und Baumwolle. Ab und an kaufe ich aber auch ein paar reduzierte Artikel. Gerade bei Bodys oder anderen alltäglichen Dingen, die ich mehrmals sogar am Tag wechsle, achte ich inzwischen hauptsächlich auf den Preis. 
Kleiner Styler

Hosen, Oberteile und Jacken kaufe ich gerne von meinen Lieblingsmarken Frugi.

Ich habe sie irgendwann einmal durch Zufall beim Bummeln entdeckt und nun liebe ich den Stoff dieser tollen Marke. Ab und an kaufe ich auch gerne Kleidung von der Firma People, die immer wieder viel in unserem Alnatura Shop angeboten werden. doch gut und gerne kaufe ich auch im DM ein, da finde ich immer auch preiswerte Bodies, die vom Stoff überzeugen. Matschhosen beziehungsweise generell Funktionskleidung kaufe ich oft im Angebot oder Aktionszeitraum, so wie zum Beispiel nächste Woche bei Tchibo, da werde ich mich ab Dienstag wieder ausreichend mit Regenkleidung einkleiden.

Als Fazit würde ich sagen: Dass ich doch drauf achte, was ich meinen kleinem Mann anziehe und auch stylisch soll es sein. Doch in manchen Dingen mache ich Abstriche, des Geldes wegen. Second Hand kaufe ich wenig, da ich bisher nichts gefunden habe, das einen gravierenden Unterschied zu neu ausmacht. ich finde die Secondhand-Dinge die ich bisher gesehen habe, nicht wirklich günstiger im Vergleich zum Neupreis.

Das war es an dieser Stelle von mir meine liebe Betti. 
Ich hoffe mein Text passt einwenig zu deiner Idee.
Alles Liebe
Deine Alina

Liebe Bettie, mhmm die Frage nach der Mode bei den Kindern ist bei meinen beiden nicht mehr so einfach zu beantworten. K1 sucht sich mit acht Jahren bereits mehr als selbstständig ihre Bekleidung heraus und auch wenn ich manchmal, zwecks der Mischung von Socken und Sandalen, intervenieren muss, so macht sie das bereits sehr gut und mit Pfiff.

K2 hat eigentlich immer zu allem eine feste Meinung, das auch zu Anziehsachen. Er geht jeden Morgen an den Schrank und sucht sich seine passenden Superhelden für den Tag heraus und auch ein T-Shirt.

Nur bei den Hosen, habe ich meist freie Wahl. Ich könnte jedoch sagen, dass ich für das „Riesenkind- also den Ehemann“ manchmal modische Kombis heraussuche, oder auch gezielt einkaufe. Schicke Hemden, tolle Hosen usw. bringe ich ihm gern von meinen Reisen mit und lag bis dato eigentlich auch noch nie daneben.

Wenn du mich fragst, bin ich hier der modischste Mensch von uns Vieren, dabei achte ich auf öko, Fair Trade, 2nd Hand und sich freiwillig anschmiegende Kleidung, ist klar!
Deine Alu
Aktuell modisch nicht, aber stylish muss bei miniberlin sein. 

Als Kind stand ich eine Zeit lang im Schubskreis, weil ich die falschen Klamotten trug. Anstatt einer mega angesagten Levi’s trug ich C&A Kleidung. Das fand ich nicht weiter schlimm- schon damals nicht. Trotzdem war das nicht in und deswegen wurde ich gemobbt. Dabei verstand ich den Beweggrund meiner Mutter sehr gut und heute habe ich dieselbe Meinung: Kinder wachsen, und das nicht zu knapp. Also warum sollte ich teure Sachen kaufen, die im Zweifel in drei Monaten wieder zu klein sind? Mit teuer meine ich Designer-Marken.
Denn ich bin durchaus bereit, Geld für die Kindersachen in die Hand zu nehmen. Mein Kind trägt deswegen keine Sachen aus dem Textil-Discounter, aber es muss eben eine vernünftige Preis-Leistung sein. So halten Sachen von H&M sehr sehr lang, während ich mit den Sachen von name it nicht so zufrieden bin. Schnell eingelaufen, schnell verwaschen.

  
Dagegen liebe ich Sachen von me&imaxomarra und loud&proud. Farbenfroh, tolle Muster und angenehme und haltbare Stoffe. Ich habe auch einige Teile gekauft, die selbstgenäht sind und mitwachsen. 
miniberlin trägt z.B. eine Hose für 40 Euro mittlerweile seit 18 Monaten. Ende offen. Das geschenkte Kleid von Ralph Lauren dagegen war schon vor der angegebenen Altersstufe von sechs Monaten viel zu klein. Stellt euch mal vor, ich hätte dafür 100 Euro ausgegeben.
Dajana von Mit Kinderaugen
Liebe Bettie,
mit der Mode beim Mini Chef handhabe ick es genauso wie mit meinem eigenen Modestil: Es wird getragen was gefällt. Ich gehe nicht nach Marke oder aktueller modischer Beliebtheit. Vor allem das mit der Marke sehe ich bei Kindermode nicht ein. Es kommt hin und wieder vor, dass wir auch ein etwas kostenintensiveres Kleidungsstück besitzen, aber das ist dann mal ein Schuh oder eine Jacke.
No Name, H&M und Me&I: Bei Dajana ist alles vertreten. 

Ich finde, da muss es auch auf Qualität ankommen. Aber bei T-Shirts oder Pullis sehe ich nicht ein, 50€ oder mehr für ein Teil auszugeben. Ich meine es sind Kinderklamotten. Sprich: Die werden entweder befleckt, zerstört oder passen nach drei Wochen nicht mehr. Da würde mir das Geld wirklich leid tun. Ich tendiere also gern zur Auswahl von H&M. Ich mag den Stil der Sachen und finde das Preis-Leistungs-Verhältnis ist echt ok. Ich mag zum Beispiel die Hosen sehr gern. Die sitzen einfach und der Mini Chef fühlt sich wohl. Auch bei Zara gucke ich immer wieder mal rein. Ab und zu, wenn es mal etwas Besonderes sein soll, stöbere ich bei limango. Da kannste ordentlich sparen und hast dann eben auch mal ein besonderes Stück im kindlichen Kleiderschrank. Und was ich auch mag ist me&i. Ich gebe zu, nicht ganz günstig, aber so so so schön. Die Stoffe, die Qualität…einfach alles. Mit diesen Klamotten fällt dein Kind auf und du wirst 100%ig gefragt wo du das Shirt gekauft hast.

Du hast auch nach dem Nähen gefragt. Ich wünschte ich könnte das. Ich mag das so gern, wenn Kinder oder Babys selbstgenähte Teilchen tragen. Die Klamotten von H&M hat natürlich jeder. Selbstgenähte Teile nicht. Und diese Stoffauswahl. Ein Traum. Ich mag es bei mir und auch beim Mini Chef nicht extrem bunt, aber ein cooles, buntes Oberteil oder ein Tuch oder eine Mütze – das sieht einfach cool aus.
Um das mal zusammen zu fassen: Ich kaufe eher in den gängigen Bekleidungshäusern ein, gebe aber für ein besonderes Teil auch mal nen Euro mehr aus und habe dann etwas Besonderes im Kleiderschrank vom Mini Chef hängen. Deine Dajana 

Und wie handhabt Ihr das so mit den Kinderklamotten?

Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Gewinnspiel Freche Freunde

Es gibt sie die Mütter, die eifrig Tupperdosen befüllen und für jede Eventualität etwas dabei haben. Ich gehöre nicht dazu. Meist komme ich relativ spät drauf, dass wir gleich wohin müssen, und ich noch nichts für unterwegs eingepackt habe.

Paket zu gewinnen. 

Zum Glück gibt es „Freche Freunde“. Getrocknete Erdbeeren, die den Friseurbesuch kurzweilig gestaltet haben. Kekse, die ich während einer langwierigen Autofahrt reichen konnte und immer mit dabei: Obstquetschies.

Wir lieben alle diese Dinge. Von daher muss ich auch keines der Produkte testen, die uns die nette Firma aus dem Prenzlauer Berg zur Verfügung gestellt haben. Den wir kennen und lieben sie bereits alle.

Stattdessen verlosen wir nun diese prallgefüllte Box mit den fünf Dingen, die ihr links im Bild seht. Wir behalten nur das Buch, das wir tatsächlich noch nicht kannten.

Und das müsst Ihr tun:

1. Kommentiert diesen Beitrag, direkt im Blog, und hüpft damit in den Lostopf.
2. Für ein weiteres Los im Topf: Werde Fan und Follower vom Frühen Vogerl auf FacebookInstagram (helletage) oder/und Twitter und teile das Gewinnspiel.
3. Und noch ein Los für Euch: Gebt mir Eure Stimme bei Brigitte MOM. Einfach die Nummer Eures Herzchens in Klammern ins Kommentarfeld unten schreiben.
4. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein.
5. Sagt mir, im Kommentar, wofür ihr Euch entschieden habt.

Buch, das nun dem frühen Vogerl gehört.

Das Gewinnspiel endet am 7. September 2015 um 12 Uhr, der Gewinner der Box wird ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es ist keine Barauszahlung möglich. Der Gewinner wird hier auf dieser Seite bekannt gegeben, der Gewinn wird nach Austausch der zugesandt.

Das Gewinnspiel ist bereits beendet. Die Gewinnerin heißt Kristina Dietze. Bitte schreib doch Deine Postadresse an fruehesvogerl@gmail.com, damit ich Dir das Paket zu senden kann.