Alltag, Kultur mit Kind

Gartenrennen, grillen und genmutierter Salat / Wochenende vom 4. und 5. Juli 2015

Schweinehitze, Bullenhitze – bei uns in Berlin ist es auf alle Fälle tierisch warm. 
Samstagmorgen beginnt mit einem Baby-Milch-Macchiato. 
Das liebste Spielzeug gehört eigentlich jemand anderen. 
Am Vormittag ist Rasenmähen temperaturmässig noch im Tascherl möglich. 
In der Zwischenzeit schreibe ich einen Text über die Post und versteige mich in der These, dass die Post eine Kampagne für den lokalen Handel aufgezogen hat. Da weiß ich noch nicht, dass die Einigung naht. 
Der Schurkenbeardie ist von der Hitze überwältigt. 
Ich mach ein Hitze-Selfie. 
Wir haben netten Grillebesuch. Es gibt was für Vegetarier, und auch Geschnürtes für die anderen. 
Im Anschluss gibt es Erdbeeren. 
Für die Kinder gibt es Gartenturnereien und ein Wasserbecken, nicht im Bild. 
Abends sitzen wir noch zu Zweit auf der Terasse. Endlich ist die Hitze ertragbar. 

Ich esse noch eine Spätmahlzeit. 
Am Sonntag ist für den Lauflernwagen brandgefährlich. 
Mittags gibt es Jause. 
Meine drei Männer sind im Garten. 
Und stellen einen Parcours auf. 
Da wird fröhlich drüber geflitzt. 
Wir haben nun einen neuen Baum. Einen Salat-Baum. 

Abends gibt es Bauernomlette. Im Bild: Zwiebeln. 

Und wie war Euer Wochenende so?
Mehr Bilder gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen
Kultur mit Kind, Meinung

Die Post und der Handel und der Streik

Shoppingbegeistert war ich noch nie. Und seit dem mein Sohn mich dabei regelmässig begleitet, ist das noch ein bisschen unlustiger geworden. Wie gut, dass es Online-Shopping gibt. Kleine weiche Päckchen mit Baby-Bodies oder große Kartons, die ich, bei Bedarf,  zurückschicken kann: Unser Postmann brachte vieles.

Sendungsverfolgung. 

Brachte. Denn: Seit langen Wochen habe ich ihn nun schon nicht mehr gesehen. Den Mann mit der gegerbten Haut, der immer den Inhalt des Gebrachten errät und den der Hund nicht mag. Und der eigentlich sehr nett ist und grad nicht arbeitet. Denn: Die Post streikt. Berechtigterweise: Sollten die Zusteller denn nun 20 Prozent weniger Geld kriegen.

Ich verstehe die Wut der Leute. Aber dennoch: Es nervt.  Ausständig ist bei uns: ein Fahrrad (schmerzlich vermisst von meinem Mann), ein Fahrradsitz (vermisst von allen, noch unwissentlich vom Kind), eine Marmelade (selbst gemacht von meiner Cousine) und täglich wird es mehr. Der Ort, wo die Berliner Päckchen grad alle wohnen heißt Börnicke und es ist unklar, wann wir die Sachen sehen.

Kürzlich brauchten wir Sommersandalen und kurze Hosen fürs Kind. Ein Klick weiter – so wie früher –  wären wir wahrscheinlich im Herbst gelandet. Also haben wir ein paar nette Läden entdeckt. In Berlin Friedrichshain. Mit freundlichen und unfreundlichen Verkäufern. Zu einer Dame haben wir sogar gesagt, dass wir wiederkommen. Seit dem frage ich mich, ob die Post vielleicht in Wahrheit eine Kampagne für den lokalen Handel gestartet hat. Eine ziemlich erfolgreiche sogar. Den Kindersitz hätte ich trotzdem gerne.

Und wie geht es Euch so mit der Post, betrifft Euch der Streik?

Kultur mit Kind, Meinung

Ich bin nicht die Mutter der Kassiererin / Mama, Mutti und Mami

Es ist schon ein paar Jahre her, da waren wir zu Gast bei einer jungen Familie. Das Kind hielt Mittagsschlaf. Die Eltern saßen nebeneinander auf dem Sofa. Da sagte der Mann zur Frau:“Mama, gib mir mal die Milch.“

Ich, damals noch kinderlos, schritt ein und fand, dass doch der Mann die Frau nach wie vor bei ihrem Namen nennen sollte. Und nicht Mama, bitte. Das sei doch blöd für die Frau und überhaupt. Sie war verwundert, was ich denn daran komisch fände. Sie sei jetzt die Mama.

Symbolbild. 

Mama, Mami oder Mutti – wie das Kind die Mutter nennen mag ist mannigfaltig. Ich bleib dabei: nur das Kind. Mehrmals habe ich seit dem Gespräche geführt mit einer Krankenschwester, was „die Mama“ den essen mag. Mit einer Kassiererin, ob „die Mutti“ denn das Richtige gewählt hat und mit fremden Menschen, denen ich noch nie begegnet bin, bin ich ungern auf „Mutter und Kind“.  Ich lese häufig Texte in denen „Mama“ nun müde ist, oder „Mutti“ genervt und bin etwas irritiert. Jeder wie er möchte. Ich mag es nicht so gerne, wenn fremde Menschen in der dritten Person von mir mit mir reden.

Versteht mich nicht falsch, mir ist schon klar, dass ein Vater zum Kind sagt:“Geh zur Mami/Mama/Mutti?“ Aber warum nennt ein Mann seine Frau so? Eine Mutter sich selbst? Kommt da nicht eine Verschmelzung mit der Rolle gleich, die ein bisschen eigene Identität mit nimmt? Ich bin gerne Mutter meines Sohnes, Ehefrau meines Mannes, Frauchen meines Hundes und Träger bestimmter Kosenamen, nur Schatz möchte ich keiner sein, aber ich trage auch immer noch einen Namen und das ist gut so.

Die Diskussion auf dem Sofa habe ich übrigens nicht mehr weiter entfacht. Und meine Gedanken in welchen Situationen der Mann seine Frau vielleicht noch Mama nennen könnte, und das ich das jetzt echt komisch fände, habe ich nicht geteilt. Jeder wie er möchte. Und wie ist es bei Euch so? Wie kommt ihr mit der Mamaisiserung klar?

Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Männliche Puppe von HABA zu gewinnen

Mein Sohn liebt Puppen. Dass ich ihm kein kulleräugiges Wesen mit Glatzkopf und schlaffem Körper geschenkt habe, liegt weniger an meinem nicht vorhandenen Gender-Bewusstsein, doch Tatsache ist: Ich finde diese Puppen einfach furchtbar hässlich.

Wenn man sie in ein Kleidchen steckt, macht es sie angezogener. Hübscher meist nicht. Also habe ich mich auf die Suche nach einer Puppe gemacht. Und wenn man schon sucht, kann die Puppe auch gleich cool sein, dachte ich mir. Gefunden habe ich „Matze„, einen coolen Puppenjungen.

Matze hängt ab

Matze ist aus Stoff, trägt eine Latzhose, einen breiten Gürtel, hat wuschelige Haare, ein Halstuch und lässt sich sogar ausziehen. Er ist Teil einer Freundesgruppe, exakt so groß wie ein Schullineal und kommt aus dem Hause Haba. Dort hat man mir netterweise erlaubt einen Matze – natürlich nicht den, der uns in Friedrichshain in den Wagen gesprungen ist – an Euch zu verlosen.

1. Kommentiert diesen Beitrag, direkt im Blog, und hüpft damit in den Lostopf.
2. Für ein weiteres Los im Topf: Werde Fan und Follower vom Frühen Vogerl auf Facebook, Instagram (helletage) oder/und Twitter und teile das Gewinnspiel.
3. Und noch ein Los für Euch: Gebt mir Eure Stimme bei Brigitte MOM. Einfach die Nummer Eures Herzchens in Klammern ins Kommentarfeld unten schreiben.
4. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein.
5. Sagt mir, im Kommentar, wofür ihr Euch entschieden habt.

Das Gewinnspiel endet am 5. Juli 2015 um 12 Uhr, der Püppchen-Gewinner wird ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es ist keine Barauszahlung möglich. Der Gewinner wird hier auf dieser Seite bekannt gegeben, der Gewinn wird nach Austausch der Kontaktdaten direkt von der Firma Haba zugesandt.

Der Gewinner wurde ermittelt. Über das Püppchen freuen kann sich die Nutzerin mutterundsoehnchen.com. Bitte sende uns Deine Kontaktdaten an fruehesvogerl@googlemail.com. Allen anderen danken wir für die Teilnahme.

Kultur mit Kind, Nachgefragt

„Ich mag die Frontbeschallung für meine Kinder nicht“. / Sarah von Mamaskind über das Zocken

Über ihr Leben als Mutter und Suchmaschinenoptimiererin bloggt Sarah seit fast fünf Jahren auf mamaskind.de. Was sie an ihrem Job mag, über ihre Zockerleidenschaft und wo sie in Berlin gerne hin geht, darüber haben wir im“Kultur mit Kind“-Interview gesprochen. 

Stell Dich bitte kurz vor. 

Sarah mit Kopfhörern

Ich bin Sarah, 28, seit drei Jahren Berlinerin und habe zwei Söhne (5 und 1). Ich bin SEO (deutsch Suchmaschinenoptimiererin) und sorge dafür, dass unser Shop (Kleine Fabriek) ein gutes Ranking bei Suchmaschinen wie Google erzielt. Dafür benötigt man einen großen Wissensdurst und den Willen, sich stets weiterzubilden. Die teilweise täglichen Neuerungen dürfen nicht abschrecken, sondern sollten motivieren, diese auch praktisch umzusetzen. Optimierung endet nie und das liebe ich an meinem Job! Auch habe ich niemandem, der mir eine Aufgabenliste erteilt. Ich muss alles selbst koordinieren, durchführen und Maßnahmen beschließen, die uns an das große Ziel 1. Platz bei Google heranführen. Diese Selbstständigkeit und Freiheit mag ich zudem sehr.

Auf Deinem Blog mamaskind.de schreibst Du über Dein Leben als Mutter, Deinen Beruf als SEO und immer wieder auch über Deine Leidenschaft fürs Zocken. Was hat es mit Letzterem auf sich? 
Als ich sieben Jahre alt war, kaufte mein Papa einen Computer. Ich spielte darauf Memory, Magic Maze, Soko-Ban und andere DOS-Spiele. Bei meinem älteren Cousin lernte ich später Kampfspiele (Mortal Kombat) und Shooter (heute indiziert) kennen aber auch mein geliebtes Heroes of Might and Magic (1994). Mit elf (1998) Jahren bekam ich einen eigenen Pc ins Kinderzimmer, der erst mit DOS, später mit Windows lief und kontinuierlich aufgerüstet wurde. Bis heute spiele ich regelmäßig, durch den Zeitmangel aber nur noch die großen Titel (Fallout, The Elder Scrolls, Heroes of Might and Magic, Diablo, Anno). Zwischendurch und abends auf der Couch zocke ich gerne Hearthstone auf dem iPhone, ein Sammelkartenspiel, das auch mit Freunden Spaß macht. Freunde ist ein gutes Stichwort: manchmal holen wir die XBOX- oder Wii U-Controller raus und spielen gemeinsam Autorennen oder Koop-Spiele. Bei Autorennen darf der große Sohn schon zusehen oder mitfahren.

Du bist eifrige Bloggerin und bekennende Zockerin: Wie führst Du Deine Kinder an diese Medien heran? 
Mein Sohn durfte schon mit zwei oder drei Jahren auf unseren Telefonen bzw. dem iPod rumdrücken. Schnell entdeckten wir auch Kinderbücher-Apps, die er sich gerne ansah. Auch kleinere Spiele durfte er ab und zu ausprobieren. Heute spiele ich mit dem 5-Jährigen zusammen ein Computerspiel (Book of Unwritten Tales) in dem man in Sherlock Holmes Manier mit verschiedenen Figuren durch eine Geschichte geführt wird und Rätsel löst. Er hat die besten Einfälle!
Auf dem iPad spielt er sehr gerne die Toca Boca Reihe, guckt sich verschiedene Märchen- und Kinderbücher an, spielt Frisör oder baut etwas auf. Es gibt so viele Spiele, die die Kreativität fördern. Mir ist es lieber, er spielt 20 min auf dem iPad, als dass er vor dem Fernseher hockt. Ich mag die Frontbeschallung für meine Kinder nicht. Mein Sohn versinkt sehr im Film – da ist es mir lieber, er gestaltet etwas aktiv.

Täglich darf er das Sandmännchen schauen, am Wochenende auch mal iPad spielen oder einen (halben bis ganzen) Film schauen. Mein zweiter Sohn wächst viel medienlastiger auf. Er darf sogar schon im Babyalter den Sandmann sehen, das lässt sich nicht vermeiden, und drückt freudestrahlend auf unseren bunten Telefonen rum. Der erste Sohn kannte Fernsehen in den ersten Jahren nicht.

Sarah mit ihren Söhnen

Weniger leidenschaftlich bist Du Deiner Wahlheimat Berlin verbunden. Kannst Du vielleicht trotzdem ein paar Dinge nennen, die Du jungen Familien hier gut empfehlen kannst? 
Wir sind große Fans von Karl’s Erlebnishof (Wustermark) und dem Dinopark Germendorf (nähe Oranienburg). Auch den Kletterpark in Klaistow mag ich sehr, da auch schon kleinere Kinder den Parcours nehmen können. Wie man sieht, sind diese Ausflugsziele außerhalb von Berlin. In Berlin mag ich vor allem das Angebot an Wasserspielplätzen z. B. am Stuttgarter Platz, im Britzer Park, im Volkspark Wilmersdorf (wird hoffentlich wieder eingerichtet).
Ein Ausflug in die Parks lohnt sich zudem. Bepackt mit Picknickzubehör macht der Besuch des Schöneberger Südgeländes sehr viel Spaß!

Und meine Lieblingsfrage: Wie entspannst Du?
Wenn ich so richtig frei habe, setze ich mich mit meinem Laptop vor den Fernseher und versuche, zwei Dinge gleichzeitig hinzubekommen. Serie schauen allein reicht mir oft nicht aus, sodass ich nebenbei noch meine Leseliste (andere Elternblogs oder SEO-Seiten) abarbeite. Multitasking rockt! Danach darf ich gerne wieder mit unzähligen Mama-Rufen belagert werden.
Unser tägliches Ritual ist derzeit das gemeinsame abendliche Serienschauen. Dazu gehört ein Snackteller (der manchmal sogar gesund ist) und Gespräche zwischendurch, weil einem von uns immer was einfällt. Zu fortgeschrittener Abendstunde geht es für uns beide mit Kindle ins Bett. Noch ein paar Seiten lesen ist Pflicht und hilft, runter zu schalten.

Dankeschön.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Sarah zur Verfügung gestellt.

Ihr habt auch ein Kind, interessiert Euch für Kultur und möchtet darüber reden? Schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 


Eine Übersicht aller bisher geführten Interviews findet Ihr hier.

Alltag, Kultur mit Kind

Das Zuhause-Wochenende / Wochenende in Bildern vom 27.-28.06.2015

Kürzlich hieß es, dass wir viel unterwegs seien. Dieses Wochenende ist ein Gegenbeispiel. Ruhig und etwas regnerisch ist es in unserem Zuhause sehr schön. 
Der Samstag beginnt mit einem niedlichen Kalenderblatt. 
Mann und Hund verabschieden sich für zwei Tage zu einer Familienfeier an die Küste. Wir anderen beiden bleiben wegen Erkältung daheim. 
Am Nachmittag bekommen wir ein Foto das zeigt: Der Hund vergnügt sich. 
Wir testen die neuen Farbstifte. 
Abends gibt es Zwergenaufstrich. Ein Verlegenheitseinkauf, den ich mit Alu von Grosseköpfe getätigt habe, als wir die Tage frierend in Mitte waren. In Berlin ist das Wetter nun schon eine ganze Weile schlecht. 
Und noch ein Bild von der Küste kommt nach Berlin: Dem Schurkenbeardie scheint es an nichts zu fehlen. 
Bei uns passiert nicht mehr viel. 
Sonntagmorgen schreibe ich einen Text über die persönlichen Grenzen im Internet und hoffe auf Feedback. 
Beim Kaffeetrinken denke ich drüber nach, wer diese Postkarten bekommt. 
Aus dem Norden kommt noch ein Foto. Die Familienzusammenführung dauert noch. Stau. Die Gründe: Ostsee-Urlauber und Fusionisten. 

Zuhause wird in der Zwischenzeit musiziert. 

Dani von Glucke und So erzählt mir von ihren Muffins. Ich will jetzt auch Kuchen und backe. Leider ist in der Zwetschken-Marmelade Zimt drinnen und das Ergebnis schmeckt unpassend nach Weihnachten. 
Der Hund ist von der Reise völlig erledigt. 
Vater und Sohn freuen sich über das Wiedersehen. 

Wir führen die immer wieder kehrende Diskussion: Kann man die Sendung mit Jan Böhmermann und Olli Schulz ertragen? Ich bin für „Nein“. 
Die Blumen von vergangener Woche möchten in den Kompost. 
Sonst passiert heute nicht mehr viel. Vielleicht werde ich noch ein in dem Buch von Fräulein Julia bisschen lesen.

Und wie war Euer Wochenende so? Mehr Bildergalerien gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.