Was ist eigentlich ein Schwangerschafts-Concierge und welchen fünf Fragen sollte sich jede Schwangere stellen: Ulrike von maternita gibt in den Elternfragen Antwort. 

 

 

Du bist Gründerin von maternita einem sogenannten “Schwangerschafts-Concierge”: Wie bist Du auf die Idee gekommen, dass Schwangere einen Concierge brauchen?

 

Die Idee kam aus der eigenen Not heraus. Als ich schwanger mit meiner Tochter war, dachte ich, dass ich das easy hinbekomme. Ich hatte Erfahrung mit Kindern, hatte viel gebabysittet und war Aupair. Aber was alles zum Mutterwerden dazu gehört, das habe ich total unterschätzt.

 

Es gab so viele Möglichkeiten und ich wusste weder worauf ich beim Elterngeldantrag noch bei der Wahl des Geburtsortes achten muss, dass Stillen nicht immer einfach ist, oder dass so eine Geburt (und ihre Folgen) viel wichtiger und prägender sind, als die Wahl des Kinderwagens.

 

Und als ich gemerkt habe, dass es nicht nur mir so erging wollte ich ein Unternehmen gründen, dass dieses Problem löst und sich eben in der Qualität der Inhalte und Empfehlungen von den gut gemeinten Ratschlägen von anderen Müttern unterscheidet. Mit dieser Idee bzw. Vision haben Inga und ich dann 2013 Maternita gegründet. Wir wollten und wollen noch immer die Eltern da abholen, wo sie mit ihrer Familie stehen und sie über alle Optionen aufklären, die es für ihre individuelle Situation gibt.

 

Mit welchen Problemen kommen Klienten zu Euch?

Bei uns dreht sich viel um internationale Klienten, die aus einem anderen Land nach Deutschland ziehen und gar nicht wissen, wie unser System funktioniert. Für die Expats/Internationals  sind Lorna, die aus England kommt, und Elody, die aus Frankreich kommt, zuständig.

Dann haben wir viele Familien, die mit großen Fragezeichen zu Anträgen und Behördenkram zu uns kommen

. Inga ist spezialisiert im Bereich Mehrlinge und dann haben wir endlich auch immer mehr Familien die das sich von uns durch die ganze Schwangerschaft navigieren lassen. Da kommen dann im Laufe der Zeit immer neue Fragen auf. Seit Sommer 2017 haben wir eine eigene Kita-Such Agentur ausgegründet, weil uns die Familien mit Kitasuchanfragen überrannt haben. Das versuchen wir gerade von maternita auszulagern.

 

Nach Deiner Erfahrung: Welchen fünf Fragen sollte sich eine Schwangere unbedingt bald stellen?

1. Wie möchte ich mein Kind auf die Welt bringen und mit welcher Betreuung? – eine gute Betreuung rund im die Geburt ist Gold Wert und so unendlich wichtig

2. Wer kümmert sich um uns als neue Familie und um mich als frische Mama? – Wir sollten das Wochenbett nicht unterschätzen und die Selbstfürsorge nicht aus den Augen verlieren

3. Welche Elterngeld/Elternzeit Kombi passt zu uns und gibt uns den finanziellen/zeitlichen Raum, um als Familie anzukommen? – man kann so viel mehr aus diesen Modellen rausholen, um die Familie sicher aufzufangen, als man denkt.

4. Brauch ich das wirklich alles? Auch bei der Kinderausstattung kann es oft weniger dafür aber wertvoll sein.

5. Fühlt sich das so, wie ich es mache, richtig an? – Wir sollten unbedingt mehr auf unseren Bauch und weniger auf die vielen Meinungen andere hören, denn jede Familie hat so ein individuelles Set an Ressourcen, dass eben nicht one fits all funktioniert.

 

Welche Tipps kannst Du einer Schwangeren geben? 

Tolle Anlaufstellen für frischgebackene Familie sind:

http://www.wellcome-online.de/
http://www.familien-wegweiser.de/

Services die wir gut finden sind:

https://www.notfallmamas.de – Notfallbetreuung wenn das Kind krank ist
https://www.gesundundmutter.de/ – Leckere Gerichte fürs Wochenbett, geliefert frei Haus
https://www.milchwiese.de – endlich ein online Milchpumpenverleih
http://www.minino-online.de/ oder https://mami-poppins.de – Babyaustattung leihen statt verkaufen
http://kinderarztruf.com/wir-ueber-uns/ – privater Kinderarztruf (leider nur in Berlin)
https://call-a-midwife.de/en/ – Hebammenunterstützung online

 

weitere Blogs/Websites die gut für die Schwangerschaft und erste Zeit mit Baby sind:

 

Richtig schwanger
http://www.hebammenwissen.info/
http://www.vonguteneltern.de/
http://www.kinder-verstehen.de/
https://www.hebammenblog.de/

– das sind vor Allem Blogs/Websites die viele fachlich gut aufbereiteten Infos haben. Wenn es persönlich wird, muss jeder mal schauen was ihm so zusagt.

Als App können wir Embryotox – Hier findet man heraus was für Medikamente man in der SSW und Stillzeit nehmen darf

Keelya – testen wir gerade selber und ist eine schöne Begleitung mit Yogaübungen einem Magazin und Gerichten durch die Schwangerschaft.

 

Was hättest Du gerne schon selbst in der Schwangerschaft gewusst?

 

Ich hätte so gern vorher gewusst, was für ein Unterschied es macht, vor während und nach der Geburt gut betreut zu sein. Es nicht egal, wie wir unsere Kinder auf die Welt bringen – nicht für uns Mütter und eben auch nicht für die Kinder. Eine gute 1:1 Betreuung macht einen riesen Unterschied und sollte etwas sein, wofür es sich immer zu kämpfen lohnt.

 

Vielen lieben Dank für das Interview, Ulrike.

 

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