Familienrollen

Soldatenfrau: „Ich finde regelmäßige Veränderungen spannend und freue mich neue Orte zu erkunden

Sylvia ist mit einem Soldaten verheiratet: Was das für ihre Familie im Alltag bedeutet und wie sie mit häufigen Ortswechseln klar kommt, das erzählt sie in den Familienrollen

 

 

Du bist Soldatenfrau: Auf Deinem Blog schreibst Du, dass Ihr grad in Leipzig seid, sich das aber jederzeit ändern kann. Was bedeutet das im Alltag?

 

Wir sind jetzt seit fünf Jahren in Leipzig. Das ist tatsächlich richtig lange und bisher die längste Verwendung meines Mannes. Eine Versetzung war im letzten Jahr geplant, allerdings hatte mein Mann gesundheitliche Probleme und konnte den neuen Dienstposten nicht fristgerecht antreten. Aktuell ist der Plan, dass wir nun wohl doch noch einige Zeit in Leipzig sein werden. Die Rede ist von zwei bis drei Jahren. Das kann sich aber sehr schnell ändern und ist noch keine ernstzunehmende Aussage, da mein Mann erst im Verlauf des Jahres sein Personalentwicklungsgespräch hat.

 

 

Ein Ortswechsel bedeutet für Deinen Mann eine neue Herausforderung: Was bedeutet er für Dich und die Kinder? 

 

 

Wir sind erst vor fünf Jahren das erste Mal mit ihm umgezogen. Vorher ist er gependelt und war nur am Wochenende zu Hause. Diese zehn Jahre Fernbeziehung, sechs Jahre davon als Eltern, hat dazu geführt, dass ich einfach irgendwann nicht mehr konnte. Auch unsere große Tochter hat in dieser Zeit sehr gelitten. Sie war das erste Kind in ihrer Kindergartengruppe, dass die Wochentage kannte, denn am Freitag kommt der Papa wieder.

 

Sowohl ihre Persönlichkeit als auch ihre Beziehung zu meinem Mann haben sich verändert, seit wir zusammen an einem Ort sind. Sie ist deutlich selbstbewusster geworden und klammert nicht mehr allzu stark an meinem Mann. Auch er kann endlich „richtig“ Vater sein mit allem, was dazugehört: Kinder abholen, Hausaufgaben betreuen und Fahrdienst spielen. Unsere Große ist mittlerweile elf Jahre alt, die Kleine wird bald sechs Jahre und Freundschaften werden immer wichtiger. Sollte eine Versetzung anstehen, dann wird es sicher vor allem für unsere Große sehr schwer werden. Die Kleine ist momentan diesbezüglich sehr aufgeschlossen. Eine mögliche Versetzung und ein damit verbundener Umzug ist hier regelmäßig Thema und die Kinder wissen, dass dies jederzeit kommen kann.

 

Wir reden darüber, dass dies eben zum Soldatenberuf gehört und es eben im Grunde nur zwei Optionen gibt: Gemeinsam umziehen oder den Papa nur am Wochenende sehen. Was meine berufliche Situation betrifft, so haben wir entschieden, dass ich Hausfrau bin, denn auch wenn mein Mann vor Ort ist, ist er beruflich sehr eingespannt und regelmäßig auf Dienstreisen. Mit meinem Lehramtsstudium ist dies aktuell nicht zu vereinbaren, da mir noch das Referendariat fehlt. Um dieses zu absolvieren bräuchte ich aber mehr Unterstützung.

 

Da die Situation sich in den nächsten Jahren nicht ändern wird, habe ich beschlossen einen anderen beruflichen Weg zu gehen. Momentan plane ich eine Weiterbildung zum Social Media Manager im Fernstudium. Aktuell betreue ich bereits zwei kleinere Firmen und versuche in diesem Bereich langfristig einen Fuß in die Tür zu bekommen. Denn in dieser Branche ist auch ein Ortswechsel nicht so gravierend, was im Bildungsbereich bei einem Bundeslandwechsel schon schwieriger wäre.

 

In wie weit ist der Job Deines Mannes für die Kinder überhaupt greifbar?

 

Ich glaube tatsächlich, dass sein Beruf sehr schwer greifbar ist für die Kinder. Hier in Leipzig ist mein Mann im Bereich Lehrgangsmanagement tätig, das heißt, dass es im Grunde eine Bürotätigkeit ist und kein Dienst in der Truppe. Unsere Große kennt dies auch anders und wir haben damals meinen Mann an den verschiedenen Standorten besucht, waren bei feierlichen Gelöbnissen und internationalen Meetings dabei.

 

Dennoch, mögliche Gefahren, ein eventuell irgendwann mal stattfindender Auslandseinsatz o.ä. thematisieren wir hier nicht. Den Mädchen fällt nur auf, dass es schon etwas anderes sein muss, weil Kinder aber auch teilweise Erwachsene schon anderes auf ihn reagieren, wenn sie ihn in Uniform antreffen. Kindergartenkinder (meist Jungs) reagieren meist etwa so: „Bist du ein echter Soldat?“, „Hast du auch eine Waffe?“ oder löchern ihn mit anderen Fragen.

 

Ansonsten sind es gewisse Situationen, die den Kindern im Gedächtnis bleiben, wenn sie mit meinem Mann unterwegs sind und er noch seine Uniform trägt. Da passiert es schon mal, dass jemand meinen Mann neugierig anspricht oder einen militärischen Gruß macht. Ich denke, dass die Kinder dann eine gewisse Art von Stolz empfinden. Darüber hinaus scheint es für sie aber ein Beruf, wie jeder andere zu sein und das ist auch völlig in Ordnung.

 

 

Welche Lebenssituationen hast Du durch den Beruf Deines Mannes schon erlebt, die anders nicht denkbar gewesen wären?

 

Als ich meinen Mann vor 16 Jahren kennenlernte, drückte er mir nach einigen Monaten ein Heft in die Hand. „Stil und Form“ – darin war erklärt, wie man sich verhalten und was man beachten müsste, wenn der Vorgesetzte zu Besuch käme. Zu einer derartigen Situation ist es allerdings nie gekommen, stattdessen war ich bei anderen beruflichen Ereignissen schon dabei.

 

Beruflich tritt mein Mann ganz anders auf, als mir gegenüber. Das finde ich immer wieder erstaunlich und zugleich spannend. Ob direkt am Standort oder bei internationalen Meetings, mein Auftreten muss dann schon ein anderes sein: Eher konservativ und im Hintergrund. Das musste ich jetzt nicht speziell lernen, aber mein Naturell ist eben doch ein wenig anders und ich muss mich dann zurücknehmen.

 

Was das Umziehen angeht, so kommt es mir eher entgegen. Ich finde regelmäßige Veränderungen spannend und freue mich neue Orte zu erkunden. Allerdings sind die Mieten in den letzten Jahren so gravierend gestiegen, dass ich schon Angst hätte, ob wir überhaupt etwas Bezahlbares finden. Manchmal wünschte ich mir auch wieder im Hamburger Raum zu leben, meiner Heimat und in der Nähe meiner Eltern, aber dies wird wohl eher nicht passieren

 

Euer Lebensmittelpunkt kann sich jederzeit ändern:  Was rätst Du anderen denen das vielleicht auch bevorstehen kann?

 

Ich glaube, wenn man motiviert und offen an diese Situation herangeht, dann kann eine solche Situation auch durchaus Vorteile haben. Mir ist es wichtig, den neuen Wohnort vorher schon zu entdecken. Als wir nach Leipzig gezogen sind, waren wir vorher ein paar Mal hier und sind einfach nur durch die Stadt gefahren.

 

Wir schauten nach Ecken, die wir uns zum Wohnen vorstellen konnten. Bei der Wohnungssuche war es mir auch wichtig, die zugeordnete Grundschule anzuschauen und ich wollte einen Park, sowie Bäcker, Apotheke, mindestens einen Supermarkt und eine Tram-Haltestelle in der Nähe haben. Auch bei einer nächsten Versetzung würde ich auf diese Dinge achten. Generell ist es wichtig, gerade wenn Kinder mitumziehen, sich auch frühzeitig um Betreuungsmöglichkeiten zu kümmern.

 

Das war hier in Leipzig tatsächlich eine absolute Katastrophe, denn die ersten zwei Jahre hatten wir nur einen Kindergartenplatz am anderen Ende der Stadt. Ansonsten kann ich nur empfehlen die Chance des Umzugs zu nutzen, um mal wieder ordentlich auszumisten. Das mache ich dann regelmäßig und es erleichtert mich auch irgendwie. Auch was Möbel betrifft kann man einiges beachten.

 

Wenn man sich zum Beispiel Möbel zulegt, die man variantenreich kombinieren kann, muss man nicht ständig neu kaufen, falls der Wohnungsschnitt ein anderer ist. Gerade bei unserer Küche war uns dies wichtig, so können wir sie immer wieder anpassen. Angekommen am neuen Ort sollte man einfach offen sein und ruhig auch mal selbst Menschen ansprechen.

 

Eine meiner heutigen Freundinnen habe ich vor 13 Jahren kennengelernt, als wir gerade nach Jena gezogen waren. Ich erkundigte mich bei ihr nach einer passenden Hausratversicherung und einige Tage später gingen wir einfach gemeinsam Kaffeetrinken. Offenheit gegenüber der neuen Lebenssituation und den Menschen, denen man begegnet hilft, um Kontakte zu knüpfen und sich irgendwann heimisch zu fühlen.

 

Vielen lieben Dank. Mehr über Sylvia und ihre Familie könnt Ihr auf Ihrem Blog nachlesen. 

 

Ihr habt auch eine Familie, die gut in die Familienrollen passen würde? Dann schreibt mir doch eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Dunkelgrün fast schwarz: Lesenswert aus vielerlei Gründen

15 Jahre ist es her, als mich ein Bekannter gefragt hat, ob ich nicht sein Manuskript lesen möchte. Schwer begeistert sagte ich zu und saß einige Nachmittage lang im Kaffeehaus und stöberte mich durch sein Geschreibsel.

 

So angetan war ich von seinem Vertrauen, so schrecklich fand ich seine Prosa. Es war schwülstig, es war unglaubwürdig und ich hab die ganze Zeit überlegt, wie man gerade das nicht sagt. Nie wieder wollte ich deshalb von Freunden Bücher lesen. Weil: Was tun, wenn ich einfach finde, dass es großer Mist ist und ich das aber auf gar keinen Fall sagen will? Tja. Nun.

 

Debüt einer Buchbloggerin

Die Buchbloggerin Mareike Fallwickl hat nun ein Buch geschrieben. „Dunkelgrün fast schwarz“ heißt es und ich wollte es absolut nicht lesen. Weil: Erstens 100te Rezensionen, die ich alle nicht gelesen habe, teasern das Buch als Sensation an. Gehyptes find ich eher gruselig. Zweitens: Ich mag Mareike Fallwickl.

 

Ist das eine Bloggerfreundin von Dir, fragt meine Freundin? Ja. Nein. Ich weiß nicht. Ich hab Mareike Fallwickl nie getroffen. Weiß nicht, ob ihr Lachen laut oder leise ist. Ob sie raucht, oder eine helle Stimme hat. Kann nicht sagen, ob sie viel redet, oder Blicken ausweicht: All das weiß ich nicht, weil ich sie noch nie „in echt“ erlebt habe.

 

Aber: Ich weiß, wie ihre Kinder heißen, wir haben uns schon Weihnachtskarten geschrieben und sie war eine der ersten Menschen, deren Texte auf einem Forum – aus längst vergangener Zeit –  ich mal gelesen habe.

 

Und ich weiß: Ich find sie gut. Ich lese sie gerne, find ihren Humor oft ein bissl arg bissig und manchmal schreiben wir auch miteinander. Aber ich bin neugierig. Und weil Mareike eben nicht meine Freundin ist, dachte ich mir, großer Vorteil: Wenn ich es kacke finde, halte ich einfach die Klappe.

Die Lektüre

Nun habe ich „Dunkelgrün fast schwarz“ gelesen und ich darf reden. Ich liebe es. Mareike schreibt Sätze, die ich behalten will. „Ein Zorn, den man  nicht haben darf, der einem vom anderen aberkannt wird, ist kühl und blau und halbflüssig… „.

 

Sie schafft Charaktere, die so unmöglich sind, dass man sie würgen könnte, oder schubsen und manchmal sogar beides. Aber irgendwie auch wieder nicht, weil weggehen sollen sie doch, bitteschön, erst, wenn die Geschichte sich aufgelöst hat.

 

Sie schreibt so österreischisch, dass ich das Gefühl habe, dass ich das immer wieder sagen muss. Und damit meine ich nicht die paar Austriazismen, die sich da einschmuggeln, und die mir wahrscheinlich nicht mal aufgefallen wären. Sie schreibt über das Leben in einer Kleinstadt und über ein Österreich der 80er, und es ist ein bissl so, als würde man Mareike kennen. Aber eben nur ein bisschen.

 

Lest unbedingt dieses Buch: Dunkelgrün fast schwarz (Debütromane in der FVA) (Amazon-Link: kostet nicht mehr, gibt mir aber ein paar Cent.)

 

Ich für meinen Teil muss jetzt mal nach Hallein und ihr nächstes Buch lese ich ohne jede Angst.

Alltag, Kultur mit Kind, Unterwegs

Ferienwohnung: Der ideale Ort für Hund und Kind – Werbung mit BestFewo

Anzeige. Während wir zwischen Österreich und Norddeutschland hin und herfahren und uns hier und dort mitunter gerne zuhause fühlen, machen wir auch gerne Urlaub. Und das meist in Ferienwohnungen.

Warum eine Ferienwohnung ideal ist für Urlaub mit Kindern und Hund?

 

BestFeWo3

Ein Typ für Ferienwohnungen.

1.) In der Wohnung wohnt die eigene Familie: Und sonst niemand. Natürlich gibt es sie: die wunderbare Nacht in der alle durchschlafen und friedlich träumen. Aber es gibt auch andere Nächte. Nächte in denen der Vater kränkelt und nachts aufsteht, die Mutter nicht einschlafen kann, das kleine Kind wach wird oder große Kind die Nacht früher beendet: Mehr als ein Raum ist da von großem Vorteil, auch wenn der Hund seine Runden dreht.

 

2.) Die Familie frühstückt nach dem Aufstehen:  Wir sind eine bekennende Frühaufsteher-Familie. Das geht mitunter soweit, dass Frühstück um 6 echt nett wäre. Cornflakes und Milch sind durchaus ausreichend, aber auch dafür braucht es eine eigene Küche. Und die öffnet in keinem Hotel das ich bisher kennengelernt habe vor 7 und das ist mitunter für uns schon zu spät.

 

3.) Wir sind nur wir: Niemand Fremdes zu dem man freundlich guten Morgen sagen muss, keine fremden Fragen, die man vielleicht schon morgens beantworten sollte. Diese Intimität vom eigenen Zuhause, die mag ich auch im Urlaub gerne.

 

Auf Rügen gibt es bei BestFeWo.de viele Angebote.

4.) Wir können auch einladen: Dem Internet sei Dank kennen wir Leute in vielen deutschen Städten. Die Vorstellung auch in Freiburg, Hannover, Kiel oder München jemanden in den – wenn auch nur auf Zeit – eigenen vier Wänden einladen zu können, ist wunderbar. Mit Freunden am anderen Ende Deutschlands gemeinsam Nudeln essen zu können, oder zu frühstücken und das immer garantiert kinderfreundlich, finden wir gut.

 

5.) Wir sind mittendrinnen: Zwei Wochen in Hannover, Kiel oder München lassen ein kleines bisschen erahnen, wie eine Stadt tickt. Könnten wir hier leben, wie fühlt sich das an? Ist es schön abends nach dem Biergarten noch mal durch die Stadt zu flanieren? Wie ist es, in der Nähe des Hafens zu wohnen? All diese Dinge können wir mit Hilfe einer Ferienwohnung ganz gut ausprobieren.

Für unseren Sommerurlaub 2018 planen wir unter anderem einen Trip auf die Insel Rügen. Auf BestFewo.de  gibt es für die  Insel Rügen: 8026 Unterkünfte. Bisher war ich erst einmal auf Rügen: Erinnern kann ich mich wunderbar gutes Essen, eine lange Radfahrt und viel Sand.

 

Das Portal Best Fewo fand ich vor allem wegen seiner vielen Suchkriterien ziemlich überzeugend: So kann man zum Beispiel zwischen 16 unterschiedlichen Unterkunftsarten auswählen, und wer zuhause schon nicht der Reihenhaustyp ist, kann das somit auch im Urlaub vermeiden.

Ob die Unterkunft für Raucher oder Nichtraucher ist kann angegeben werden, und – und das habe ich noch nirgends gesehen, auch ob diese seniorengerecht ist. Ich vermute das soll auf eine bestimmte Barrierefreiheit hindeuten, die aber ebenfalls noch mal erläutert wird.

 

Ebenfalls sehr schön – und bisher auch in der Form einzigartig – fand ich die Möglichkeit die Freizeitaktivitäten zu wählen, die in der Nähe erreichbar sind. Und was mich besonders reizt: der Brötchenservice.

 

Sieht zum Beispiel sehr gemütlich aus.

Ich sehe uns schon durch die Räume flanieren, aber ein bisschen Zeit haben wir ja noch, um uns zu entscheiden.

Wie schaut es bei Euch aus: Seid Ihr auch gerne in Ferienwohnungen unterwegs, oder findet man Euch zum Urlauben eher in Hotels oder ganz woanders?

Familienrollen, Nachgefragt

Modernes Heidentum: „Wir waren bei einem Ritual mit Hexen und Druiden.“

Heute geht es erstmalig in den Familienrollen um Religion: Julia erzählt, wie sie mit ihrer Familie ihr Heidentum lebt und verrät, was sich unter dem Begriff  „pagan“ eigentlich  verbirgt. 

 

Du bist pagan: Was genau bedeutet das?

Das Wort „pagan“ kommt aus dem Lateinischen und bedeutet soviel wie „heidnisch“. Heutzutage wird dieses Wort oft benutzt, um Menschen zusammenzufassen, die sich auf irgendeine Weise vorchristlichen, polytheistischen Religionen und/oder Naturspiritualität zuwenden. Die Richtungen sind vielfältig. Hier in Deutschland sind es viele Leute, die sich auf Götter aus dem so genannten germanischen Raum beziehen und aus dem keltischen Raum, aber auch aus anderen polytheistischen Pantheons wie dem hellenistischen, slawischen oder ägyptischen. Auch Wicca spielt eine Rolle.

Eine pagane Religion existiert also nicht und ob sich all diese Menschen gern mit dem Begriff „pagan“ benennen lassen würden, ist auch fraglich. Deshalb lässt sich nicht erfassen, wie viele Menschen in Deutschland dieser Richtung angehören.

 

Es gibt so einige Vereine und andere Organisationen, aber keinerlei Register und keine Möglichkeit der Zählung.

 

Wahrscheinlich hattest Du vorher eine andere Religion oder eben keine: Warst Du auf der Suche und wie bist Du genau dazu gekommen?

 

Vorbereitung auf die Geburt vom zweiten Kind.

Meine Eltern sind Atheisten und eher religionsfeindlich. Mich faszinierte schon als Kind das mystische, magische, die Natur und das Übernatürliche. Mit etwa zehn Jahren entdeckte ich ein Kinderbuch über griechische Mythologie und war ganz verzaubert von diesen Göttinnen und Göttern mit ihren konkreten Aufgaben und Attributen und sie sind mir bis heute im Herzen geblieben. Ich wünschte mir, diesem alten Glauben folgen zu können und fragte mich, ob ich mit diesem Wunsch wohl allein auf der Welt wäre. Von da an war ich tatsächlich auf der Suche nach einer Möglichkeit, diesen Weg zu gehen. Ich begegnete irgendwann dem Satanismus, dann Magie, aber nie hatte ich Menschen zum echten Austausch. Schließlich war aber endlich das Internet soweit herangewachsen, um mir zu helfen und endlich fand ich Gleichgesinnte, damals in Form eines keltischen Ordens. Über diesen kam ich auch mit meinem Mann zusammen.

Seitdem suchen wir immer mal wieder nach Gemeinschaft und stellen auch immer wieder fest: man begegnet sich, lernt voneinander und dann trennt man sich. Vielleicht ist das überall im Leben so, doch es ist manchmal schade, keine feste Gemeinschaft zu haben. Dazu sind die Heiden aber vielleicht einfach zu individualistisch.
Auch spirituell habe ich mich immer wieder entwickelt und versucht, die eine passende Richtung für mich zu finden. Es ist mir nie gelungen. Ich greife mir einfach immer aus verschiedenen Richtungen das für mich Passende.

 

Wie kann man als Familie pagan leben?

Das versuchen wir jetzt herauszufinden und darum geht es auch auf meinem Blog (www.Hausaltar.wordpress.com). Unsere Tochter ist ja erst drei Jahre alt, wir tasten uns also erst noch ran. Wir leben ihr unseren Glauben offen vor, erklären und lassen sie teilhaben, wenn sie möchte. Ein Ritual mit Gesang, Essen und Lagerfeuer ist eigentlich ein ganz guter Platz für Kinder. Allerdings nur, wenn das Kind gerade gute Laune hat, es nicht zu kalt ist oder regnet und nicht zu langweilig ist… Naja, manchmal klappt’s und manchmal nicht!

Ein Hausaltar, auf dem mit Naturmaterialien der Jahreszeit entsprechend geschmückt wird. Zum Heidentum gehört meist eine starke Naturverbundenheit, ein bewusstes Leben mit den Jahreszeiten. Das spielt ja auch bei anderen Familien mit Kindern oder in Kitas oft eine Rolle: schauen, was wächst, Tiere beobachten, dankbar sein für die Geschenke der Natur.

Wie reagiert Euer Umfeld auf Eure Religion?

 

Wir leben in Berlin und hatten hier bisher nie Probleme, denn die Großstadt ist anonym und tolerant. Unser persönliches Umfeld ist nochmal offener in toleranter, glaube ich.

Bald wird aber die Zeit kommen, in der unser Kind außerhalb von zu Hause noch mehr über unseren Alltag erzählen wird. Vielleicht sagt sie dann: „Wir waren bei einem Ritual mit Hexen und Druiden.“ Und dann werden wir sehen, wie Leute aus der Kita oder ihre atheistische Oma reagieren.

 

Was wünscht Du Dir für Deine Tochter für die Zukunft?

Ich wünsche meiner Tochter Glück und Erfüllung auf allen ihren Wegen, auch auf dem spirituellen. Welcher auch immer der ihre sein wird.

Manchmal ist die Vorstellung schön, dass die Kinder die eigenen Interessen teilen – Bücher, Hobbies, Religion. Aber es ist eben auch schön zu sehen, wie Kinder ganz eigenständige Menschen sind. Naja, mal sehen, wie herausfordernd das noch wird! Auf jeden Fall möchte ich, dass mein Kind selbstbewusst und frei ist und seinen eigenen Weg findet.

Darüber hinaus wünsche ich mir natürlich eine Gesellschaft, die offen und tolerant ist und vielleicht ein bisschen was über das moderne Heidentum weiß und diesem mit Respekt begegnet.

 

Vielen lieben Dank für Deine Antworten, Julia. 

 

Für die Familienrollen suche ich immer wieder Interviewpartner, die mir von ihrem Familienleben erzählen: Wenn Ihr glaubt, dass Eure Familie da gut reinpassen würde, dann schreibt mir doch einfach eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.

Elternfragen, Kultur mit Kind

Burn Out bei Müttern? Tipps für die „Rushhour des Lebens“

Achtung, Achtung: am Ende gibt es zwei Bücher zu gewinnen von dem Buch, das am 25. April erscheint.

 

Immer wieder liest man von Müttern, die nahe ans Burn Out kommen: Was man dagegen tun kann, wie vorbeugen und welche Dinge man am besten unterlassen sollte, darüber hat Journalistin Nathalie Klüver ein Buch geschrieben. In den Elternfragen gibt sie Tipps, wie man sich selbst schon früh helfen kann. 

 

Immer wieder hört man von Müttern, die ein Burn Out haben: Warum glaubst Du, dass es so häufig dazu kommt? 

 

Das auf ein paar Sätze herunterzubrechen, ist nicht einfach – denn die Gründe sind vielschichtig. Zum einen hat sich vieles in unserer Gesellschaft verändert: Früher lebten die Großeltern und auch der Rest der Familie in der näheren Umgebung und konnten so den Müttern viel abnehmen. Diese räumliche Nähe ist heute bei vielen nicht mehr so – viele Mütter sind auf sich gestellt.

 

Und statt Tipps von der eigenen Mutter gibt es Unmengen von Tipps im Internet – leider nicht immer erkennbar, ob sie seriösen Quellen stammen oder nicht.

 

Kein Wunder, dass die Mütter von heute verunsichert sind! Die Erziehung scheint ein Minenfeld mit vielen Dogmen zu sein und setzt viele Mütter unter Druck, möglichst perfekt irgendwelchen Idealen zu entsprechen. Und wenn wir schon beim Internet sind: Die scheinbar perfekten Haushalte mit den scheinbar immer aufgeräumten Kinderzimmern und Küchen, dazu die Kinder, die scheinbar nie vollgesabberte Klamotten haben – diese perfekten Welten in den sozialen Medien bauen zusätzlichen Druck auf.

 

Was hat sich Deiner Meinung nach in der klassischen Mutterrolle in den letzten Jahren geändert und was ist dabei mit den Vätern? 

 

Ein weiterer Grund ist die Tatsache, dass sich das Kinderbekommen immer weiter nach hinten verschoben hat. Früher bekam man die Kinder in den 20ern, heute ist man oft Ende 30. Da fällt das Kinderkriegen genau in die Lebensphase, in der man auch beruflich Karriere macht, ein Haus bauen und abbezahlen will – und nicht wenige Eltern müssen dazu auch noch die eigenen Eltern pflegen. Man nennt das auch „Rushhour des Lebens“.
Und nicht zuletzt sind immer mehr Mütter berufstätig und haben zur Kindererziehung noch den Beruf an der Backe. Aber leider hat das nicht zur Folge, dass die Hausarbeit partnerschaftlich aufgeteilt wird. Es nehmen sich die meisten Paare vor der Geburt ihres ersten Kindes vor, die Hausarbeit partnerschaftlich aufzuteilen. Doch kaum ist das Kind da, gibt es einen Rückfall in alte Rollenmodelle.

 

Wir Frauen haben heutzutage mehr Wahlmöglichkeiten als unsere Mütter – aber die machen es nicht gerade einfacher und setzen uns unter Entscheidungsdruck. Früher hatte der Kindergarten zum Beispiel nun mal nur bis 1 Uhr auf, da konnte man nur halbtags arbeiten und musste sich dann auch nicht rechtfertigen, wieso man keine Karriere macht. Und meistens gab es auch erst einen Platz ab 3 Jahren, was einem die Entscheidung abnahm, ob es gut ist, ein Kind mit 1 in die Krippe zu schicken. Diese vielen Entscheidungen kosten einfach Energie.

 

Du hast „Die Kunst, keine perfekte Mutter zu sein: Das Selbsthilfebuch für gerade noch nicht ausgebrannte Mütter„(Amazon Link: zum Vorbestellen) geschrieben: Warum glaubst Du ist so ein Buch notwendig?

 

Durch meinen Blog ganznormalemama.com treibe ich mich viel in den sozialen Medien rum und stellte einen in den letzten Jahren immer härteren Ton unter Müttern fest. Da giften sich Mütter an, dass man mit Wegwerfwindeln statt mit Stoffwindeln wickelt oder Plastikspielzeug für sein Kind kauft. Andere streiten über die richtige Form der Beikost und darum, ob man sein Kind nun mit 1 oder 3 oder gar nicht in den Kindergarten schicken soll. Man kann es als Mutter einfach niemanden recht machen, wie man es macht, macht man es falsch. Ich hab da für mich persönlich draus abgeleitet: Dann sollte man es einfach gar nicht erst versuchen, allen recht zu machen sondern sein eigenes Ding drehen. Ich habe nun drei Kinder und arbeite nebenher in der Elternzeit als Journalistin und Autorin – das geht nur, in dem ich Prioritäten setze. Und unperfekt bin.

 

Mein Buch, das Ende April erscheint und jetzt schon vorbestellt werden kann, setzt sich mit der Frage auseinander, wieso Frauen so unter Druck stehen und es gibt ganz praktische Tipps, wie man kleine Auszeiten in den Alltag integrieren kann. Denn ich habe festgestellt, dass man keine großen Auszeiten braucht, um wieder Energie zu tanken. Es geht um die vielen kleinen Auszeiten, die man sich einfach in Tagesablauf einbauen kann.

 

Bei Überforderung wird Müttern oft geraten, dass sie sich mal Zeit für sich nehmen. Für manch alleinerziehende Mutter mit drei Kindern oder anderweitig volleingespannte Frau mag das wie blanker Hohn klingen: Welche drei schnell umsetzbare Tipps bei Überforderung hast Du? 

 

Zwei Dinge müssen wir als erstes lernen: Egoistisch sein. Und nein sagen. Und dann: Hilfe anderer annehmen. Wir müssen auch an uns denken. Denn keinem hilft es, wenn wir zusammenbrechen. Uns nicht, den Kindern nicht und auch unserem Chef nicht. Deshalb kann man auch ohne schlechtes Gewissen nein sagen. Nein, ich kann das heute nicht mehr erledigen – denn ich will pünktlich Feierabend machen, um vor dem Kinder abholen noch ganz in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Nein, ich kann beim Kindergartenfest keinen Kuchen packen. Und nein, auch nicht beim Aufbauen helfen.

Kleine Auszeiten muss man sich suchen. Und die Lücken im Alltag erkennen. Die in Ruhe getrunkene Tasse Kaffee zum Feierabend vorm Kinderabholen ist so ein Ritual zum Kraft tanken, durchatmen und umswitchen vom Arbeitsmodus zum Mamamodus. Oder ohne schlechtes Gewissen an einem Tag in der Woche die Kinder eine Stunde länger in der Betreuung lassen und stattdessen zum Sport gehen. Yoga oder Auspowern, je nach Typ. Wie wäre es auch damit, Netzwerke ins Leben zu rufen? Freundinnen mal die Kinder abholen zu lassen und einfach mal in Ruhe shoppen gehen. Und ja, es ist auch völlig legitim, die Kinder mal eine halbe Stunde vorm Fernseher zu parken und in Ruhe eine Zeitschrift zu lesen. Ohne schlechtes Gewissen. Daran geht kein Kind zugrunde. Ich meine damit nicht, das Kind 5 Stunden am Fernseher sitzen zu lassen – aber mein Gott, eine halbe Stunde Sesamstraße oder so? ! Das darf ja wohl mal drin sein.

 

Und einer meiner Lieblingstipps ist die Verlangsamung von allem, was man tut. Da geht der Puls sofort runter. Einfach alles mit Bedacht machen. Auch und gerade, wenn es stressig ist! Statt Multitasking, was eh kontraproduktiv ist, sich auf das konzentrieren, was man gerade macht. Das Telefon bewusst viermal klingeln lassen, bevor man abhebt. Den Tee nicht nebenbei trinken sondern ganz bewusst, das Mittagessen bewusst essen und nicht nebenher weiterarbeiten. Wenn man im Supermarkt mal wieder länger warten muss, nicht hektisch nach der kürzesten Schlange suchen oder sinnlos aufs Handy zu starren, sich einfach zu freuen, dass man grad nichts tun muss. Einfach nur dastehen und nichts tun. Ist doch herrlich! Einfach mal das Tempo rausnehmen und nicht alles gleichzeitig machen zu wollen, hilft, runterzukommen und sich weniger gestresst zu fühlen.

Und noch was: Setzt Prioritäten. Fragt Euch, was wirklich wichtig ist. Bei mir ist der Haushalt am unteren Ende der Prioritätenliste. Denn ganz ehrlich: An was möchtet Ihr Euch mit 80 erinnern? An den blitzsauberen Fußboden oder an die schönen Stunden mit Euren Liebsten?! An den perfekt gedeckten Frühstückstisch oder an das gemütlich vertrödelte Frühstück im Schlafanzug?

 

Nicht perfekt sein zu müssen, klingt so einfach und ist doch oft so schwer: Welches einfach Mantra hilft Dir?

 

Es gibt zwei Sätze, die ich mir immer wieder sage. Zum einen das oben erwähnte:

Man kann es eh nie allen recht machen ,also sollte man es gar nicht versuchen,  sondern sein eigenes Ding drehen. Schaut weniger nach links und rechts, sondern in Euch rein!

 

Und zum anderen hilft es ganz oft einfach abzuwarten. Denn viele Probleme lösen sich ganz von allein und man stellt fest, dass man sich all die Gedanken umsonst gemacht hat. Deshalb ist es manchmal tatsächlich die beste Lösung, nichts zu tun. Und, was man sich immer vor Augen halten sollte: Perfekt sein ist auch keine Lösung!Gut genug reicht. Und was gut genug ist, bestimme ich selbst!

 

Vielen lieben Dank, Nathalie.

 

Und Ihr: Gebt Ihr schon immer gut auf Euch Acht, oder ist da noch Spielraum?

 

Beantwortet die Frage – direkt am Blog oder auf Facebook – und gewinnt eins von zwei Exemplaren von Nathalie Klüvers Buch. Die Gewinner werden am 20. April um 18 Uhr gezogen. 

Alltag, Elternfragen

Selbstständigkeit als Mutter: ein Weg aus dem Vereinbarkeitsdilemma? Ein Experteninterview

Heute dreht sich in den Elternfragen alles um das Thema Selbstständigkeit. Fünf Fragen, welche  sich Mütter vor dem Schritt in die neue Art der Vereinbarkeit stellen sollen und wo man Antworten finden kann, das erzählt Jasmin von Mama gründet.

 

Viele Frauen denken nach der Geburt eines Kindes über die Selbstständigkeit nach: Warum ist dieses Modell grad in dieser Phase des Lebens so reizvoll? 

 

Die Geburt eines Kindes ist vermutlich die größte Veränderung im Leben einer Frau. Während vor der Geburt sehr oft die Karriere im Vordergrund stand, stellen Mütter diese nach der Geburt eines Kindes sehr oft infrage. Die Sinnfrage wird gestellt. Biografisch finde ich es daher total nachvollziehbar, dass Frauen genau in dieser Lebensphase über eine Selbstständigkeit nachdenken.

 

Die Mehrheit der Mütter kann nach der Geburt eines Kindes auch nicht mehr nahtlos an die eigene berufliche Karriere anschließen. Die festgelegten Strukturen von Unternehmen sind oft zu unflexibel, um sich mit den Bedürfnissen der eigenen Familie kombinieren zu lassen. Und so landen viele Mütter auf Teilzeitstellen, die sie nicht ausfüllen und keine berufliche Entwicklung ermöglichen.

 

Auch mir erging bzw. ergeht es so. Denn ich bin nach wie vor fest angestellt in Teilzeit tätig. Ich mag mein Unternehmen und ich mag meine Aufgaben. Aber mein Unternehmen ist stark dienstleistungsorientiert. Das heißt ich arbeite zu einem hohen Grad fremd bestimmt, was immer wieder zu Vereinbarkeitsschwierigkeiten führt.

 

Und dann gibt es noch die Mütter, die sich aus der reinen Not heraus selbstständig machen, weil sie einfach keine Anstellung finden, die sich mit den Bedürfnissen der Familie vereinbaren lassen.

 

Eine Selbstständigkeit, basierend auf einem familienfreundlichen Geschäftsmodell, ermöglicht ein sehr viel selbstbestimmteres Arbeiten und lässt außerdem einen sehr flexiblen Umgang mit der eigenen Arbeitszeit zu. Beides ist immens wichtig, für Mütter.

 

 

Welche großen Fragen sollte sich eine Frau die übers Gründen nachdenkt auf jeden Fall stellen?

Top 1: Warum und wozu will ich mich selbstständig machen? Eine Antwort darauf gibt Motivation und stärkt für anstrengende Durststrecken.

 

Top 2: Wie sehen deine Rahmenbedingungen aus? Wie viel Zeit steht mir für die Gründung und die spätere Tätigkeit zur Verfügung? Wie viel Geld muss/will ich mit meiner Selbstständigkeit verdienen.

 

Top3 Lässt sich meine Gründungsidee mit meinen Rahmenbedingungen realisieren?

 

Top 4 Wie kann ich meine Selbstständigkeit mit möglichst einfachen Prozessen realisieren? Wir Mütter haben wenig Zeit, deshalb ist es wichtig, immer wieder die eigenen Prozesse anzuschauen. Was ist mein Kerngeschäft und wird von mir selbst ausgeführt? Was kann ich automatisieren? Was kann ich auslagern?

 

Top 5: Ermöglicht mir mein Geschäftsmodell Wachstum? Kinder werden groß und irgendwann tritt die berufliche Weiterentwicklung wieder stärker in den Vordergrund. Das wäre doch ziemlich blöd, wenn ich dann mit meiner Selbstständigkeit an Wachstumsgrenzen stoße.

Welches Angebot offerierst Du mit „mama gründet“ genau?

Ich helfe Müttern die raus aus ihrem Vereinbarkeitsdilemma wollen und in der Selbstständigkeit eine Möglichkeit dazu sehen.

 

Ein funktionierendes Geschäftsmodell ist die Basis jeder Existenzgründung. Ich unterstütze Mütter dabei ihr familienfreundliches Geschäftsmodell zu entwickeln, d. h. ein Geschäftsmodell, das zur Gründerin, den Anforderungen der Familie und zu den Bedürfnissen der Kunden passt.

Derzeit arbeite ich mit den Müttern im 1:1 Coaching. Aber ich entwickle auch andere Angebote und bin da selbst noch am Ausprobieren. Ich habe gerade eine kostenlose Geschäftsidee – Finder Challenge durchgeführt. Außerdem habe ich große Lust mal Online Halbtages Workshops zu erproben.

 

Wo kann man sich in Deutschland in der Gründungsphase gut beraten?

Die Gründungsberatungen bei den örtlichen Industrie- und Handelskammern und bei den Handwerkskammern sind größtenteils kostenlos. Auf den ersten Blick wirken diese Beratungsformen oft einschüchternd, denn Mütter sind oft Einzelgründerinnen und gründen mehrheitlich im Nebenerwerb. Aber davon sollte man sich nicht abschrecken lassen. Bei den Kammern können Mütter erste gute Infos und Kontaktadressen zu anderen Anlaufstellen für Gründerinnen erhalten.

Beraten lassen kann man sich aber natürlich auch bei mir 😊

 

Wo finden Gründerinnen Gleichgesinnte oder Mitstreiter: Wo kann man sich gut austauschen?

Das größte Online-Community sind sicherlich die Mompreneurs. Hier trifft man auch auf Frauen, die die Gründung bereits hinter sich haben.

 

Ich selbst baue gerade die Mama gründet Community auf und richte mich dazu an Mütter, die die Gründung noch vor sich haben oder mitten drin stecken.

 

Ich selbst wohne in Berlin und kann euch die Gründerinnenzentrale ans Herz legen. Dort gibt es Stammtische, Themenabende und Vernetzungsveranstaltungen.

 

Ganz wichtig ist natürlich auch der Verband der Gründer und Selbstständigen in Deutschland e.V. . Der Verband vertritt die Interessen von Gründer/-innen und Selbstständigen sowie kleinen Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Das schließt natürlich auch Freiberufler/-innen und Teilzeit-Selbstständige ein! Der Verband hat Regionalgruppen, die sich regelmäßig treffen und bietet Telkos zu verschiedenen Themen.

 

Zu Jasmins eigener Motivation:  Mutter eines dreijährigen Sohnes und alleinerziehend und mein Motto ist: „Dann schaffe ich mir meinen familienfreundlichen Job einfach selbst“. Mein harter Aufprall in der Realität der Arbeitswelt nach der Elternzeit hat mir gezeigt, nicht mein Familienalltag muss sich an meine Arbeit anpassen, sondern meine Arbeit an meinen Familienalltag. Und genau daran arbeite ich mit meinen Kundinnen. Denn ich möchte in einer Welt leben, in der es ganz normal ist, dass Eltern Zeit für ihre Kinder haben UND sich beruflich verwirklichen können.“

Nach wie vor arbeite ich fest angestellt in Teilzeit und baue mir nebenher meine Existenzgründungsberatung für Mütter auf. Außerdem bin ich Betriebswirtin und Erwachsenenpädagogin. In Form von Seminaren, Trainings und Einzelberatungen habe ich schon viele Existenzgründungen mitbegleitet.

 

 

Habt Ihr vielleicht auch den Gedanken Euch selbstständig zu machen, oder seid vielleicht sogar schon mittendrinnen: Welche Probleme und Ideen begleiten Euch?