Alltag, Elternfragen

Clean eating, zuckerfrei und Co.: Interview mit einer Expertin

Begriffe wie Clean Eating oder der Verzicht auf Zucker tauchen momentan verstärkt auf, doch was steckt eigentlich dahinter und vor allem was bedeutet das für die Ernährung von Kindern: für die Elternfragen habe ich bei der Fitness- und Ernährungstrainerin Ulli nachgefragt. 

 

 

Was versteht man eigentlich unter Clean Eating und warum trendet das grad so? 

 

Clean Eating heißt im Grunde nichts anderes als so nahe an der Natur wie möglich zu essen. Man kauft also nichts, was stark verarbeitet ist – wie ein Großteil aller Produkte im Supermarkt leider ist. Ich denke der Trend kommt daher, dass sich Lebensmittelskandale häufen und immer mehr erforscht wird, wie sich bestimmte Zusatzstoffe oder Verarbeitungsmethoden auf den Körper auswirken.

 

Ein berühmtes Beispiel ist der „High Fructose Corn Syrup“ aus Amerika, der seit letztem Herbst auch in der EU unbeschränkt eingesetzt werden darf (obwohl seine negativen Auswirkungen auf den Menschen bekannt sind). Immer mehr Menschen nehmen ihre Gesundheit selbst in die Hand, nachdem die Industrie natürlich eher auf Gewinne und ihr eigenes Wachstum aus ist.

 

Was macht Zucker mit dem Körper?

 

Zucker ist von Natur aus nicht schädlich und kommt ja auch in natürlicher Form vor (zum Beispiel als Fruktose in Obst und Gemüse). Nicht natürlich hingegen ist das Zufügen von industriellem Zucker zu unseren Speisen und das ist das Problem: der Zuckerkonsum hat sich in den letzten 150-200 Jahren von nahezu 0 auf durchschnittlich 34kg pro Jahr (pro Person!) gesteigert. So schnell konnte sich der Körper nicht anpassen.

 

Grundsätzlich werden alle mit der Nahrung aufgenommenen Kohlenhydrate im Magen-Darm- Trakt gespalten und ins Blut abgegeben. Die Bauchspeicheldrüse misst stetig den Blutzucker. Ist dieser hoch, schüttet sie Insulin aus. Insulin sorgt für die Aufnahme von Zucker in die Körperzellen, hier dient Zucker als wichtiger Energielieferant für verschiedenste Zellprozesse. Ist der Blutzucker niedrig, wird das Hormon Glukagon freigesetzt, dieses mobilisiert Zucker aus den vorhandenen Reserven. Die Zellen der Leber nehmen einen Großteil des Zuckers auf und bauen damit Zuckerspeicher auf. Diese können durch Glukagon wieder abgebaut werden. Darüber hinaus kann die Leber sogar selbst Zucker herstellen, was allerdings heutzutage sehr selten notwendig ist. Zucker wird zwar in den Nieren gefiltert, aber wieder vollständig zurück ins Blut aufgenommen, sodass der Harn normalerweise zuckerfrei ist.

 

Nimmt man nun über einen längeren Zeitraum sehr viel Zucker auf wird dieses System gestört und der Körper gerät aus dem Gleichgewicht. Er kann vom Körper nicht mehr verwertet werden, wird in hohem Maße eingelagert und stört viele natürliche Funktionen im Körper. Der Insulinspiegel im Blut ist permanent erhöht und damit entzündungsfördernd. Auch die Darmflora ist gestört, da sich die falschen Darmbakterien vermehren, sie ernähren sich nämlich auch von Zucker. Nachdem der Darm als sehr großer Teil des Immunsystems gilt, wird somit auch dieses gestört. (Viele Frauen kennen auch das Problem mit dem Scheidenpilz – auch dieser ernährt sich von Zucker, zuckerfreie Ernährung hilft somit auch gegen diesen)

 

Wie gesund sind Erythrit, Xylit und Co. wirklich?

Gesund ist keiner davon. Meistens kommen diese Süßungsmittel ja natürlich in der Natur vor, was an sich super ist. Die Gewinnung ist nur oft kompliziert und teuer, daher werden sie einfach im Labor künstlich hergestellt und dann wird es problematisch. Der Körper kann dann wieder nicht gut damit umgehen, weil ein einziger Stoff so stark konzentriert ist. Es kommt zu Verdauungsproblemen, Blähungen etc.

Birkenzucker zum Beispiel wurde anfangs auf chemischem Weg aus Xylose (Holzzucker) hergestellt. Er kann aber auch aus Glukose erzeugt werden, die bei der Spaltung von Stärke gewonnen wird, z.B. aus gentechnisch verändertem Mais aus China. Das ist billiger, aber nicht unbedingt gesünder. Auch Stevia hat meist nichts mit der Pflanze zu tun, die man selbst züchten kann, sondern kommt aus dem Labor. Die Industrie spielt hier einfach mit dem Konsumentenwunsch weniger Zucker essen und sich natürlicher ernähren zu wollen.

Was hältst Du von zuckerfreier Ernährung bei Kindern?

Ich habe meine Kinder selbst lange zuckerfrei ernährt, leider ist das ab einem gewissen Alter schwierig durchzuführen. Meiner Meinung nach legt man am Anfang die Basis für gesunde Ernährung. Sobald die Kinder mehr mitbekommen werden sie von den verlockenden Angeboten in den Supermärkten, dem was ihre Freunde so bekommen und der älteren Generation ohnehin regelrecht zum Zucker hin gedrängt.

 

Wo immer Kinder hinkommen gibt es Süßes – Schlecker, Zuckerl, Schokolade. Bei uns daheim handhaben wir es so: es gibt zu Hause fast nie Süßigkeiten, sie sind aber nicht grundsätzlich verboten. So dürfen sie gern bei den Großeltern, im Kindergarten oder bei Freunden naschen. Ich hoffe, sie lernen so, dass man alles in Maßen essen kann. Dann sollte man es aber genießen, und nicht unkontrolliert hinein stopfen, wie es für manche ein Problem ist.

 

Spontan fällt mir weißes Mehl ein: Was sind die „bösen Lebensmittel auf die man verzichten sollte und warum?

Ich hab Es schon erwähnt, mein Ansatz ist grundsätzlich „alles in Maßen“. Weißes Mehl ist deswegen so verschrien, weil das Mehl aus geschälten Getreidekörnern hergestellt wird und die meisten Nährstoffe beim Getreide in und knapp unter der Schale zu finden sind. Deswegen ist es hier besser Vollkornmehl zu essen. Ich will hier eigentlich nicht einzelne Lebensmittel verteufeln, so etwas mag ich nicht so gerne.

 

Als Grundregel gilt: je weniger Zutaten das Produkt hat, desto natürlicher ist es (meistens). Außerdem sollte man die Zutaten alle kennen, aussprechen können und auch als Einzelzutat kaufen können. Fängt man einmal damit an beim Einkauf die Etiketten zu lesen fällt einem schnell auf: diese Grundregel schränkt das Angebot dann schon stark ein! Die Clean Eating Basics haben ohnehin alle kein Etikett bzw. nur eine Zutat: Obst und Gemüse, Fleisch, Fisch, Vollkorngetreide, Nüsse, Samen…

Ulli ist Fitness- und Ernährungstrainerin und beschäftigt sich schon seit ihrer Jugend mit gesunder Ernährung und Sport! Seit 2010 schreibt sie auf Fit & Glücklich über gesunde Ernährung, Workouts fürs Wohnzimmer und allerlei Themen rund um ein gesundes Familienleben.

 

Außerdem hat sie 2015 in der ersten Karenz ein Kochbuch über Clean Eating: Pur essen – gesünder leben (GU Diät&Gesundheit) (AmazonAffiliateLink) geschrieben und schreibt mittlerweile auch einige Kolumnen zu den Themen nachhaltige und gesunde Ernährung und ein bewegtes Leben.

Alltag, Kaffeehauskultur

1000 Fragen der Selbstbefragung – Teil 8

Bereits zum achten Mal gibt es diese Woche 20 Fragen, die Johanna ausgehend von der Zeitschrift Flow eine Woche vorher bekannt gegeben hat: Heute sind ein paar Antworten drunter, warum das bei mir eher schwierig werden könnte, mit dem Promi werden. Los geht es. 

 

141. In welche Länder möchtest du noch reisen?

 

Ich mag die Länder in denen ich bisher war. Vielleicht irgendwann mal nach Neuseeland.

 

 

142. Welche übernatürliche Kraft hättest du gerne?

Wäre dann nicht jeder gerne Heilerin?

 

143. Wann wärst du am liebsten im Erdboden versunken?

Als ich der besten Freundin meiner Freundin erklärt habe, dass ich Golf-Fahrer total bescheuert finde: Nicht einmal, sondern tatsächlich über Stunden. Sie war mit dem Auto da und fuhr uns später in die Stadt. Ihr – mir unbekanntes Auto – war ein Golf. War klar, oder? Ist zwar schon 15 Jahre her, aber das konnte irgendwie nichts toppen.

 

144. Welches Lied macht dir immer gute Laune?

Das wechselt: Grundsätzlich bin ich aber tatsächlich nicht so sehr von Musik beeinflussbar wie viele von sich behaupten würden.

 

145. Wie flexibel bist du?

Ich halte mich immer für recht unflexibel, stelle mich dann aber meist doch gut auf neue Situationen ein.

 

146. Gibt es eine ungewöhnliche Kombination beim Essen, die du richtig gerne magst?

Nein. Ich habe eine leichte Aversion gegen viele Gewürze.

147. Was tust du, wenn du in einer Schlange warten musst?

Ich warte.

148. Wo siehst du besser aus: im Spiegel oder auf Fotos?

Im Spiegel.

 

149. Entscheidest du dich eher für weniger Kalorien oder mehr Sport?

Für weniger Kuchen.

 

150. Führst du oft Selbstgespräche?

Ja.

 

151. Wofür wärst du gern berühmt?

Ich träume nicht vom Promi-Status.

 

152. Wie fühlt es sich an, abgewiesen zu werden?

Kommt drauf an.

153. Wen würdest du gern besser kennenlernen?

Würde mir da jetzt spontan jemand einfallen, würde ich wahrscheinlich dran arbeiten.

154. Duftest du immer gut?

Nein, neulich hatte ich das Gefühl das meine Finger drei Tage nach Zwiebel gerochen hatten.

155. Wie viele Bücher liest du pro Jahr?

So im Schnitt denke ich zwei pro Woche, aber ich schreibe nie mit. Wenn ich Bahn fahre sind es mehr, dieses Jahr hänge ich ein bissl hinterher.

156. Googelst du dich selbst?

Natürlich: ständig. Ich schreib beinahe täglich Sachen in dieses Internet. Ich will auch wissen, ob man die findet.

 

157. Welches historische Ereignis hättest du gerne mit eigenen Augen gesehen?

Den Fall der Mauer.

158. Könntest du mit deinen Freundinnen zusammenwohnen?

Nein, ich kann mir nicht mal vorstellen mit einigen auf Urlaub zu fahren: Vielleicht bin ich nicht so der Nähe-Typ.

159. Sprichst du mit Gegenständen?

Nein.

160. Was ist dein größtes Defizit?

„Denk nicht so viel drüber nach“ – funktioniert bei mir einfach nicht: Das ist mitunter nicht immer einfach.

 

Und wie ist das bei Euch so: Was ist Euer größtes Defizit?

Alltag, Familienrollen

Ohne Stillen: „Wir geben alle unser Bestes und der Mutterinstinkt lässt uns das Richtige tun.“

In den Familienrollen gibt es nun erstmal einen Gastbeitrag: Eva-Maria, liebe Leserin und Dreifach-Mutter, hat mir ihre Geschichte erzählt. Es ist die Geschichte des Nicht-Stillens und einer Aufforderung: Vielen Dank für die Offenheit. 

Eva-Maria’s Geschichte: 

 

„Natürlich werde ich stillen. Es steht doch überall, dass es das Beste für das Kind ist, alle erwarten das von mir und Kinder, die nicht gestillt werden, werden oft krank, werden hyperaktiv und dumm, habe ich gelesen.“

So dachte ich kurz vor der Geburt unserer 1. Tochter im April 2014. Es war also soweit, ich durfte meine unglaublich hübsche und perfekte Lotte in den Armen halten. Sie wurde mir auch gleich angelegt und das Saugen funktionierte.

Stillprotokoll aus dem Krankenhaus

Ich bekam ein Stillprotokoll, welches ich führen sollte und sollte Lotte alle zwei Stunden anlegen, damit der Milchfluss angeregt wird. Das Krankenhaus war sehr auf das Stillen bedacht und ließ einen spüren, dass es gar nicht geht, wenn man seine Kinder nicht stillt. Nach zwei Tagen sollten wir entlassen werden, wenn die U2 in Ordnung ist. Das Gewicht von Lotte war gerade noch im Normbereich. Wir durften nach Hause.

 

Zu Hause bekam ich hier und da viele Ratschläge, wie das Stillen funktioniert, ich flößte mir Malzbier ein, trank Literweise Kamillentee und pumpte, um den Milchfluss weiter anzuregen, doch es kam und kam nichts bzw. nur tröpfchenweise und Lotte nahm immer weiter ab. Nach zwei Tagen zu Hause bekam ich eine Wochenbettdepression und weinte sehr viel. Ich wusste nicht warum, es lief einfach so, obwohl ich so glücklich über mein Baby war. Die Hebamme sagte, wir sollen ein bisschen zufüttern, damit Lotte zunimmt.

 

Stillen mit der Milchpumpe

Ich „wollte“ weiter probieren zu stillen, weil es alle von mir erwarteten. Die Brüste wurden immer größer, immer schwerer, immer praller und die damit verbundenen Schmerzen waren für mich unerträglich. Der Duschstrahl auf meiner Brust ließ mir die Tränen über die Wangen laufen, solche Schmerzen hatte ich. „Stillen ist das Schönste, was es gibt!“ Aha, dachte ich. Vielleicht kommt es ja noch. Ich weiß noch, wie ich auf dem Bett saß, die Brüste frei, die Milchpumpe in der Hand und ich Tränen in den Augen hatte, weil ich wusste, dass ich gleich wieder unglaubliche Schmerzen haben werde.

Abstillen

Ich habe so viel geweint, weil ich dachte, ich sei keine gute Mutter, weil ich nicht stillen kann bzw. wenn ich es aufgeben würde.

 

Nach acht Wochen sagte meine Hebamme, dass es mir nicht gut geht und ich abstillen solle, wenn ich es möchte. Mit diesem Gespräch habe ich aufgehört zu weinen und ich war unglaublich glücklich, dass mir diese Last abgenommen wurde. Es ist traurig, es als Last zu betiteln, aber für mich war es eine.

Im September 2015 kam unsere zweite wunderschöne Tochter Tilda zur Welt und ich sagte vorher „Du probierst es wieder, aber machst dich diesmal nicht verrückt, wenn es nicht klappt!“ Ich probierte es also wieder, aber wieder kamen nur Tropfen. Man konnte sie zählen, so wenig war es. Natürlich musste ich mich zusammen reißen, denn ich war ja wieder in dem stillfreundlichen Krankenhaus. Die Schmerzen waren unerträglich. Bei jedem Gedanken, dass ich in drei Stunden wieder Stillen muss, habe ich die Lust auf meine Tochter verloren. Und als ich diesen Gedanken hatte, habe ich gesagt „Nein, das darf nicht sein!“ Nach nur zwei Wochen habe ich abgestillt.

 

Im Mai 2017 kam unser Sohn zur Welt. Vielleicht sollte es ja da klappen mit dem Stillen. Als Emil sein Bauch am zweiten Tag direkt nach dem Stillen grummelte, dachte ich „Ne, also der Bauch meines Sohnes muss nicht vor Hunger grummeln!“ Ich lag in einem anderen Krankenhaus und war in Gedanken aber in dem Krankenhaus der ersten beiden Geburten. Ich rief meinen Freund „heimlich“ an, dass er mir beim nächsten Besuch eine Flasche, Milchpulver und Wasser mitbringen soll. 5 Minuten später kam die Schwester rein und fragte „Und, wie sieht’s mitm Stillen aus? Klappt es?“ Und ich sagte „Ganz ehrlich? Ich würde gerne aufhören, denn es kommt wieder nichts und Emils Bauch grummelt vor Hunger.“ „O.k., wollen Sie eine Abstilltablette?“

 

Flaschenkind

Keine Überredungskünste, keine komischen Sprüche? Ich war glücklich und Emil von da an ein Flaschenkind. Und mir war egal, was andere sagten.
Vielleicht habe ich bei allen drei Kindern zu früh aufgegeben, aber ich war sehr unglücklich und ich konnte das Mama sein erst richtig genießen, als ich abgestillt habe.

Alle drei sind prächtig entwickelt und weder hyperaktiv, noch dumm.

Da man immer liest, dass Stillen das Schönste ist, weiß ich nicht, ob ich etwas falsch gemacht habe, ob sich zu dem Thema nur Mütter melden, bei denen es reibungslos klappt oder ob sich manche Mütter etwas vormachen.

 

Ich würde den werdenden Müttern gerne mitgeben, dass sie auf sich und ihren Körper hören sollen. Wenn sie nicht glücklich sind mit dem, was sie tun, egal mit was, dann sollen sie es nicht tun.

Wir geben alle unser Bestes und der Mutterinstinkt lässt uns das Richtige tun. Wir sind nicht nur eine gute Mutter, wenn wir stillen.

 

Sind hier noch mehr Leserinnen, die auch nicht gestillt haben? Dann erzählt doch davon. 

 

Bei mir war der Part ja umgekehrt: Ich wollte erst gar nicht und wurde dann zur quasi „Langzeitstillerin“. Meine Geschichte habe ich hier aufgeschrieben.

 

Zum Thema Stillen findet Ihr hier auch ein Interview, was das Stillen mit dem Busen macht. Außerdem „Stillmythen und ihr Wahrheitsgehalt„. Zudem ein Interview übers Langzeitstillen bei einem fünfjährigen Mädchen mit Julia.

Elternfragen, Kultur mit Kind

Conni-Erfinderin Liane Schneider im Elternfragen-Interview

Alle Eltern kennen „Conni“: Das Mädchen mit dem Ringelshirt ist bei Kindern ziemlich beliebt, Eltern sind nicht immer so begeistert. Im Elternfragen-Interview verrät Conni-Erfinderin Liane Schneider, wie es zu „Conni“ gekommen ist, warum Connis Mutter so entspannt ist und wie politisch die Kinderbücher eigentlich sein wollen.  

 

 Vor 25 Jahren haben Sie unverlangt die erste Folge Conni zum Verlag geschickt: Wie kam es dazu und wie ging es dann weiter? 

Das erste Buch habe ich geschrieben, als meine Tochter in den Kindergarten kam, weil ich dieses zwar alltägliche, für uns aber besondere Ereignis nicht nur in einem Foto festhalten wollte. Der Carlsen Verlag hat den Text (Conni kommt in den Kindergarten (LESEMAUS, Band 28) zunächst für ein Pixi angenommen und neu illustrieren lassen. Danach kam eine Anfrage aus dem Lektorat, ob ich ein Buch zum Schwimmen lernen( Conni macht das Seepferdchen. Von) schreiben könnte.

 

Da die ersten beiden ersten Geschichten bei den Kindern sehr gut ankamen, entstanden in Zusammenarbeit mit dem Lektorat weitere Titel und allmählich die Conni-Reihe. Später kamen Hörspiele, Buchreihen für ältere Kinder von anderen Autorinnen, Beschäftigungsbücher, Filme und sogar Musicals dazu. Erwartet habe ich nichts von alledem, es überrascht mich immer noch.

 

Conni erlebt viele Alltagssituationen: Was inspiriert Sie und die anderen Autorinnen, die mittlerweile für Conni schreiben?

 

Inspiriert wurde ich am Anfang vor allem von den Erlebnissen meiner eigenen Tochter. Viele der Buchgeschichten haben wir selbst so ähnlich erlebt, zum Beispiel „Conni im Krankenhaus“(Conni im Krankenhaus. Lesemaus). Daneben fließen Beobachtungen, die ich in meiner Umgebung oder bei Kindern von Freunden mache, immer wieder in Geschichten ein. Ich werde also von der Realität inspiriert und ich denke, den anderen Conni-Autorinnen geht es ähnlich. Auch sie haben Kinder und gehen mit offenen Augen durch die Welt.

 

Auf Twitter sehe ich häufig, dass Kinder Conni lieben und Eltern häufig genervt sind von dem Blondschopf. In einem Artikel habe ich gelesen, dass es vielleicht daran liegen kann, dass Connis Mutter immer so entspannt ist. Was ist der pädagogische Anspruch der Conni-Folgen, die es ja mittlerweile für fast alle Altersstufen gibt? 

Wenn die Kinder Conni lieben, habe ich alles richtig gemacht 😉, für sie schreibe ich, sie sind meine Zielgruppe. Dass Eltern manchmal genervt sind von Conni, liegt wohl vor allem daran, dass sie die Geschichten wieder und wieder vorlesen und hören müssen. Kleine Kinder lieben und brauchen Wiederholungen, Erwachsene eher nicht.

 

Aber Conni-Bücher helfen ja auch. Sie nehmen Ängste und bereiten Kinder auf neue Situationen vor, wie den Arztbesuch oder den ersten Schultag.

 

Dass Connis Mutter so gelassen und entspannt im Umgang mit Kindern ist, liegt sicher auch an ihrem Beruf als Kinderärztin, bei dem sie ähnlich viel zu diesem Thema gelernt hat wie ich in meiner Ausbildung und Arbeit als Lehrerin. Obwohl ich da unter anderem auch Pädagogik und Psychologie studierte, will ich mit den Conni-Büchern aber kein bestimmtes Erziehungskonzept vermitteln, es sind keine Erziehungsratgeber für Erwachsene. Das Wichtigste ist wohl, einfach die Kinder zu mögen und zu lieben. Sie stehen in den Conni-Büchern im Mittelpunkt.

 

Conni wächst in liebevoller Geborgenheit auf, mit zugewandten, humorvollen, gelassenen Eltern, die auf die Bedürfnisse ihrer Kinder eingehen und gesprächsbereit sind. Connis Eltern hören ihr zu, gehen auf sie ein, schimpfen nur selten, respektieren ihre Kinder und erziehen gewaltfrei. So erlebe ich es auch immer wieder bei den jungen Eltern in meinem Freundeskreis.

 

Die Bücher sollen den Kindern Sicherheit und Geborgenheit vermitteln, ihnen Mut machen und Selbstvertrauen geben. Ich denke, so eine positive Grundstimmung ist gut für kleine Kinder, gerade auch in Gute-Nacht-Geschichten und auch dann, wenn es zu Hause nicht so gut läuft.

 

Die Leser begleiten Conni bei allen möglichen Alltagsdiskussionen: Allerdings sind mir bisher keine alternativen Familienmodelle begegnet: Habe ich die dazu passenden Folgen noch nicht gefunden, oder kommen bin den Conni-Folgen keine alternativen Familienrollen vor?

Auch in den Conni-Büchern gibt es in Alleinerziehende. Simon zum Beispiel (aus Conni backt Pizza) lebt bei seiner Mama, hat aber auch Papa-Zeiten. Seine Eltern sind geschieden, deshalb ist beim Grillfest in „Conni hilft Papa (Conni-Bilderbücher) auch Simons Vater nicht dabei. Die Mama von Julia, Connis bester Freundin in der Kindergartenzeit, erzieht ihre beiden Kinder ebenfalls weitgehend allein, wie man in dem Buch „Conni übernachtet bei Julia (LESEMAUS, Band 115)“ sehen kann. Diese Familienmodelle werden in den Büchern nicht weiter thematisiert, weil sie für die Kinder genauso normal sind, wie Eltern, die als Ehepaar zusammen leben, wie Connis Eltern.

 

In den Conni-Büchern für Ältere, in denen Conni schon 15 ist, hat sie eine Freundin (Lena) mit einem gleichgeschlechtlichen Elternpaar.

 

Wie politisch und aktuell ist Conni und wird diese in Zukunft sein? 

Conni ist natürlich aktuell, denn auch heute finden sich kleine Kinder in meinen Geschichten wieder. Ich denke, das wird auch in Zukunft so sein. Dafür wird Conni ja auch immer wieder überarbeitet und Veraltetes ersetzt. So spielt der Vater in den neueren Büchern eine prominentere Rolle und ich zeige mehr, dass auch er in die Erziehung-und Hausarbeit involviert ist.

 

Kinder mit Migrationshintergrund gibt es in den Conni-Büchern schon seit sehr vielen Jahren, fast von Anfang an und lange vor der gerade aktuellen Flüchtlingsdebatte. In der Neuauflage von „Conni kommt in den Kindergarten“ Conni kommt in den Kindergarten (LESEMAUS, Band 28)gibt es auch ein Inklusionskind und männliche Erzieher bzw. Praktikanten.

Ich denke aber, dass es auf gerade aktuelle politische Probleme und Zeitfragen nicht in jedem Bilderbuch für Zwei- bis Sechsjährige Antworten geben muss. Daraus resultierende gesellschaftliche Veränderungen finden dann aber durchaus auch in Conni-Büchern statt (siehe oben).

Es ist auch zu bedenken, dass der Vorlauf bei Bilderbüchern von der ersten Idee bis zum fertig illustrierten Buch oft etwa zwei Jahre umfasst und das Buch dann vielleicht viele Jahre im Handel bleibt. Deshalb schreibe ich gerne über Themen, die jüngere Kinder in ihrem Alltag immer wieder beschäftigen und bewegen, wie zum Beispiel zuletzt in Conni ist wütend (Conni-Bilderbücher).

 

Vielen lieben Dank für das Interview.

 

Erzählt doch mal, wie steht Ihr zu Conni?

 

Auf Instagram könnt Ihr aktuell Bücher von Conni für größere Kinder gewinnen.

 

Der Artikel enthält Amazon Affiliate-Links: Das heißt, ich bekomme eine kleine Provision, wenn Ihr darüber bestellt  – teurer wird es dadurch nicht.

 

Ein Conni Paket zum Testen für die Kinder wurde uns vom Carlsen Verlag zur Verfügung gestellt: Herzlichen Dank dafür, die Kinder lieben Conni und auch als Eltern haben wir schon nervigere Gestalten in Büchern getroffen.

 

Die Conni Illustrationen stammen von Janina Görrissen.

Alltag, Kultur mit Kind

Selbstreflexion: 1000 Fragen an mich selbst 7 / Teil 7

Diese Woche geht es um das Verlieben, Gedanken vorm Einschlafen, um den Traumberuf und ums Grundvertrauen. 

 

Zum siebten Mal ist nun schon dieses „1000 Fragen an dich selbst“ dran und ich bin diese Woche etwas spät. Wir waren das Wochenende über in Österreich, deshalb erst jetzt.

 

121. Gibst du der Arbeit manchmal Vorrang vor der Liebe? 

Natürlich nicht. Grundsätzlich plädiere ich aber dafür, dass man seiner Arbeit aber auch ein bissl Liebe aufbringt, sonst wird es schwierig.

 

122. Wofür bist du deinen Eltern dankbar? 

Für ganz viele Dinge: meine schöne Kindheit zum Beispiel.

 

123. Sagst du immer, was du denkst? 

Nicht mehr. Nicht immer ist es die Aufregung wert.

 

124. Läuft dein Fernsehgerät häufig, obwohl du gar nicht schaust? 

Wir schauen immer über den Beamer, das wäre zu umständlich.

 

125. Welchen Schmerz hast du nicht überwunden? 

Da fällt mir spontan nichts ein, was nicht heißen muss, das da nicht irgendwo was schlummert.

 

126. Was kaufst du für deine letzten 10 Euro?

Kekse und Apfelschorle.

 

127. Verliebst du dich schnell?

Nein, aber ich kann mich manchmal für Menschen und Dinge schnell begeistern.

 

128. Woran denkst du, bevor du einschläfst? 

Was war eigentlich heute und was ist denn morgen?

 

129. Welcher Tag der Woche ist dein Lieblingstag? 

Dienstag.

 

 

130. Was würdest du als deinen größten Erfolg bezeichnen?

Dass ich auf Selbstbeweihräucherung in den Social-Media-Kanälen meist verzichte, find ich schon recht gut.

 

131. Mit welcher berühmten Person würdest du gern mal einen Tag verbringen? 

Ich bin zu wenig Fangirl, dass mir da so schnell jemand einfällt.

 

132. Warst du schon mal in eine (unerreichbare) berühmte Person verliebt?

Nein. Und ich kann mir das auch absolut nicht vorstellen und war als Teenie meiner besten Freundin gegenüber sehr intolerant, die war nämlich in Nick Carver verliebt und ich dachte echt lange Zeit, dass sei ein Scherz.

 

133. Was ist dein Traumberuf?

Mein Traumberuf für mich, oder für andere? Hebamme, Ärztin oder andere sehr wichtige Berufe finde ich ziemlich essentiell. Für mich ist es wohl Schreiberin, Bloggerin oder Leserin: lediglich die Entlohnung ist nicht immer so prickelnd. Und ein paar so vage Ideen gibt es da natürlich auch noch.

 

134. Fällt es dir leicht, um Hilfe zu bitten? 

Ich bin großartig darin bei kleinen Dingen, um Hilfen zu bitten. Bei großen Sachen mache ich das allerdings wirklich nur im äußersten Notfall.

 

135. Was kannst du nicht wegwerfen?

Alles mit Nostalgiewert: Das ist nicht wenig.

 

136. Welche Seiten im Internet besuchst du täglich? 

Unterschiedlich. Am liebsten allerdings Twitter.

 

137. Sind die besten Dinge im Leben gratis?

Diese Frage strotzt nur so vor Banalität: denn natürlich kostet die Liebe kein Geld, aber unter der Brücke ist es vielleicht auch nicht so kuschelig.

 

138. Hast du schonmal etwas gestohlen? 

Nein, und immer wenn mir früher jemand gestanden hat, was er gestohlen hat, bin ich recht irritiert.

 

139. Was kochst du, wenn du Gäste hast? 

Immer mal wieder Frittatensuppe: Bisher mein einziges Rezept auf dem Blog.

 

140. In welchem Laden möchtest du am liebsten mal eine Minute lang gratis einkaufen? 

Ich gehe nie länger als fünf Minuten shoppen, denn was mich bis dahin nicht begeistert, wird es auch danach nicht mehr. Aber so richtig hamstern? Bei Lena Hoschek, vielleicht.

 

Und Ihr so? Über Euren Kommentar zu einzelnen Fragen freue ich mich immer.

 

Alltag, Elternfragen

Lesetipps für Schwangere

Ihr seid grad schwanger und wollt Euch auch gedanklich mit der Schwangerschaft befassen? Oder die beste Freundin ist schwanger, hat Geburtstag und Ihr wollt Ihr ein Buch schenken, dass sie zumindest ein bisschen auf die Mutterrolle vorbereitet?

 

Meine fünf Lese-Lieblinge für Schwangere habe ich mal als Elternfragen aufgeschrieben:

1.) Eine Lanz fürs Herz: Das wunderbare Buch von Okka Rohd Völlig fertig und irre glücklich: Meine ersten Jahre als Mutter habe ich kurz nach der Geburt meines Jungens gelesen und kann es wirklich sehr empfehlen. Die Journalistin schreibt über die Liebe, über neue Herausforderungen, neue Gefüge und Rollenfindungen.

 

2.) Eine Lanze für den Humor: Ich bin bekennender Rike Drust Fan: Die Frau ist einfach so lustig und hat mir in einem Interview mal verraten, warum sie mittlerweile auch über ihre Hämorrhoiden schreibt. Im ersten Teil habe ich fast durchgängig gelacht, wie sie ihre ersten Erfahrungen als Mutter beschreibt. So großartig :Muttergefühle. Gesamtausgabe.

 

 

Der zweite Teil nimmt sich auch ein bisschen vor, Müttern das Gefühl zu nehmen, immer perfekt sein zu müssen. Auch sehr lesenswert: Muttergefühle. Zwei: Neues Kind, neues Glück.

 

Wochenbett und Geburt

 

3.) Eine Lanze für die Vorsorge: Es gibt sie ja tatsächlich, die Mütter, die man einen Tag nach der Geburt an der Poststelle trifft. Warum das aber nicht so erstrebenswert ist, hat Hebamme Anja Gaca in Das Wochenbett: Alles über diesen wunderschönen Ausnahmezustand. Für Mütter und Väter ganz gut erklärt, denn grad vor dem ersten Kind, weiß man ja nicht so wirklich, was sich hinter dem Begriff „Wochenbett“ so verbirgt.

 

4.) Eine Lanze für das Grundwissen: In meiner ersten Schwangerschaft habe ich eigentlich nur Bauch-Gefühl: Das Hebammenwissen für Schwangerschaft, Geburt und die erste Zeit mit dem Baby gelesen, was mich dazu gebracht hat mir eine Beleghebamme zu suchen: was eine der besten Entscheidungen war. Erinnern kann ich mich vor allem aber auch  an den Grundtenor: sich einfach nicht so stressen zu lesen.

 

5.) Eine Lanze für Zwillinge: Blogger-Kollegin Anneliese Attersee hat mit  [amazon_textlink asin=’B01E5BLH4M‘ text=’Schwanger mit Zwillingen‘ template=’ProductLink‘ store=’radfamilie-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’f7e70a8d-10bc-11e8-8893-b14d0a72dfa0′] einen Ratgeber für werdende Zwillingsmütter geschrieben. Beantwortet werden Fragen zum Thema Frühgeburt, wie kann man eigentlich Zwillinge stillen und lassen sich zwei Kinder gleichzeitig tragen.

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Welche Bücher waren in Eurer Schwangerschaft unersetzlich für Euch? Kennt Ihr vielleicht sogar schon eines meiner Vorschläge?

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Im Schwangerschafts und Kinderwunsch-Spezial findest Du jede Menge Lesenswertes zum Thema.