Familienrollen, Kultur mit Kind

„Mein Vater versuchte, die Mutterrolle einzunehmen, aber dagegen rebellierte ich.“ / Interview mit A. über das Leben bei einem alleinerziehenden Vater

Bei einem alleinerziehenden Vater im Österreich der 1980er aufzuwachsen: Wie das so war, was sie sich gewünscht hätte und was sie an ihre eigene Tochter weitergibt, das erzählt A. heute in den  Familienrollen. Sie selbst ist 40 Jahre alt, verlobt, Mutter einer neun-Monate-alten Tochter und lebt in Wien. 


Als Kind hast Du Deine Mutter früh verloren, und bist von Deinem Vater alleine aufgezogen wurden: Was sind Deine prägendsten Erinnerungen an Deine Kindheit? 

Ich kann mich sehr wenig daran erinnern, wie meine Kindheit vor dem Tod meiner Mutter war. Wahrscheinlich ist das ein unbewusster Verdrängungs- bzw. Schutzmechanismus des Gehirns. Einer Freundin, die auch früh ihre Mutter verloren hat, geht es übrigens genauso. An meine Mutter selbst, bzw. wie sie oder unser Verhältnis war, kann ich mich auch kaum erinnern. Dazu muss ich sagen, dass ich knapp neun Jahre bei ihrem Tod war, sie aber bereits vier-fünf Jahre davor sehr oft krank und im Krankenhaus war. Die Beziehung zu meinem Vater hat sich nach dem Tod meiner Mutter komplett gewandelt. Davor war meine Mutter immer die „starke und strenge“, und mein Vater der „liebe, der alles erlaubte“.

Ich denke, er kam damit nicht zurecht, dass er nach ihrem Tod auch auf gewisse Weise eine starke und strenge Rolle einnehmen musste, weil dies absolut nicht seinem Charakter entsprach. Ich habe ihn nach ihrem Tod als sehr depressiv in Erinnerung, und er sprach auch einige Male in meiner Gegenwart davon, nicht mehr leben zu wollen, was mir natürlich große Angst einjagte. Dies sorgte in mir für ein Gefühl der Distanziertheit gepaart mit dem Wunsch, mich möglichst schnell zu emanzipieren.

Du bist in den 80ern in Österreich großgeworden: Wie hast Du Dein Umfeld damals in Deiner Situation wahrgenommen?

In den Augen meiner Umwelt waren ich und er immer die Armen. Das habe ich anfänglich etwas ausgenutzt, aber später hat es mich gestört. Am meisten gestört hat mich, dass ich mir aufgrund meiner speziellen Familiensituation immer wie eine Außenseiterin vorkam. Ich hatte niemanden (wirklich niemanden), der in derselben Situation wie ich war.

Ich kannte Kinder mit allleinerziehenden Müttern, aber diese waren einerseits nicht verwitwet, sondern getrennt, und der Vater spielte meist noch eine gewisse Rolle in deren Leben. Außerdem hatten alle zumindest einen Bruder oder eine Schwester. Allein mit nur einem Vater gab es niemanden in meinem Umfeld, zumindest nicht, bis ich ein Teenager war.

Ich fühlte mich wirklich sehr alienmäßig und ganz allein.

Gab es später jemanden, der eine Frauenrolle in Eurer Familie übernommen hat? Sei es bei Liebeskummer, Rollenfindung, oder Alltäglichkeiten wie erste Regel. Wenn nein, wie gingt Ihr damit um? 

Es gab die kinderlose Schwester meiner Mutter, die sich mit ihrem Ehemann aber aufgrund ihrer Kinderlosigkeit ein ganz anderes Leben aufgebaut hatte. Sie und mein Onkel fuhren sehr häufig in Urlaub und gingen viel aus. Mit mir allein unternahmen sie bzw. meine Tante jedoch leider nichts, obwohl ich mir das immer sehr gewünscht hatte.

Sonntags war ich immer bei meiner Oma, die bis zu ihrem Tod immer sehr wichtig für mich war. Sie war eine einfache Frau, die am Land lebte, aber ihre Liebe spürte ich immer. Diese Sonntage bei ihr (und oft waren auch meine Tante und mein Onkel anwesend) waren für mich quasi die Rettung, an die ich mich die ganze Woche klammerte und mich auf die Sonntage freute.

Den Rest der Woche, also Samstags und abends unter der Woche, verbrachte ich immer mit meinem Vater allein zu Hause. Ich habe mir sehr viel mit mir selbst bzw. teilweise manchmal mit Freundinnen ausgemacht, und habe sehr viel gelesen.

Wie hat sich das Verhältnis zu Deinem Vater später entwickelt? 

Mein Vater versuchte, die Mutterrolle einzunehmen, aber dagegen rebellierte ich. Ich wollte gerne einen Vater und eine Mutter, aber getrennt voneinander. Ich wünschte mir auch immer, dass mein Vater eine neue Frau findet, und ich vielleicht sogar auch Geschwister dazu bekomme, aber leider passierte dies nicht. Ich muss dazu sagen, dass mein Vater ein sehr schüchterner und zurückgezogener Mann war, der auch keine Freunde hatte. Wir hatten nie Besuch zu Hause und besuchten auch nie jemanden, außer meine Oma am Sonntag. Das war, denke ich, auch sehr hart für mich. Ich begann meinen Vater in meiner Pubertät für seine Zurückgezogenheit etwas zu verachten und versuchte, mir ein gegenteiliges Leben mit vielen Freunden aufzubauen.

Mein Vater starb vor 3 Jahren. Die Jahre davor litt er an Depressionen und ließ leider niemanden mehr an sich heran, auch mich nicht.

Hat es Dein Männerbild geprägt, dass Du von einem alleinerziehenden Vater großgezogen wurden, oder ist das ein blödes Klischee, das mir da in den Sinn gekommen ist? 

Ich denke, insofern ja, als ich Schwäche bei Männern nicht gut akzeptieren kann. Gleichzeitig ist es mir immens wichtig, dass mein Mann und ich neben unserer Beziehung auch eigene Hobbies und Interessen haben und nicht aufeinander und unsere Beziehung fixiert sind. Mich hat sicher geprägt, dass sich mein Vater nach dem Tod meiner Mutter extrem auf mich fixiert hat und mich auch öfters als Ausrede benutzt hat, dass er keine neue Frau kennenlernen kann.

Was aus Deiner Kindheit möchtest Du in Deiner eigenen Familie weiterleben lassen, und was auf keinen Fall?

Ich denke, dass mich mein Vater auf seine Art sehr geliebt hat. Bedingungslose Liebe und das Gefühl, immer geliebt zu werden, möchte ich meiner Tochter jedenfalls mitgeben. Auf keinen Fall möchte ich meine Tochter in einer ziemlichen Isolation groß werden lassen, wie es bei mir der Fall war. Es ist mir wichtig, dass sie viel Kontakt zu anderen Menschen und Freunden hat und wir mit ihr gemeinsam als Familie spannende Dinge unternehmen.

Danke Dir für Deine Offenheit, liebe A. und alles Gute für die Zukunft. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Alltag, Kultur mit Kind

Nestbau, Kreislauf und der liebe Sommer / Unser Wochenende in Bildern vom vom 27. bis 29. Mai 2016

Es wird wieder warm in Berlin. Mein Kreislauf ist davon nur halb so begeistert, wie meine Familie und dann meldet sich langsam auch noch der Nestbautrieb. 
Freitagabend fahren wir zu Ikea. Lustigerweise ist kaum eine Frau dort, die nicht schwanger ist. So schleichen wir gemeinschaftlich durch die Gänge. 
Meine aktuelle Leidenschaft heißt immer noch Brause. Auch die Jungs trinken was Süßes. 
Wir kommen spät und sehr vollbeladen zuhause an. 
Am Samstagmorgen kommt mein Ehering ab. Zu groß ist die Gefahr, dass das bald nur noch mit Gewalt möglich ist. 
Samstagnachmittag sind die Jungs unterwegs. Und ich liege: Das Wetter macht mir sehr zu schaffen. Meine halbe Schwangerschaft lese ich Charlotte-Link-Bücher an deren Ende ich mich praktischerweise immer nicht mehr erinnern kann. 
Abends lebt unser Sohn seine deutschen Wurzeln aus: Er isst rote Grütze. 
Sonntagmorgen beginnt mit Heimwerken für zwei von uns. 
Ich schnipsle einstweilen. 
Bei dem Wetter gibt es bei uns häufig Salat. 
Das Kinderzimmer hat eine neue Ecke bekommen und zumindest ich bin schon schwer begeistert. 
Zur Stärkung gibt es nach dem Mittagsschlaf Eis. 
Und für mich Schokolade und Kaffee. 
Nach dem verschönerten Kinderzimmer, den Babyecken und einigen Verräumaktionen lautet das Abendprogramm: Pizza.
Für fast alle. 

Und wie war Euer Wochenende so? Seid Ihr auch kreislaufgeplagt vom Wetter, oder gehört Ihr zur Fraktion „Nicht-rumjammern-endlich-ist-Sommer?

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen. 
Familienrollen, Kultur mit Kind

Zwillinge: „Nach der Geburt des ersten Babies habe darauf vertraut, dass mein Mann gut nach ihm guckt, denn zum Anschauen war ja keine Zeit.“

Lamasus (bloggt auf fünf kleine Lamas)  hat ihre Zwillinge natürlich geboren. Davon, was sich verändert hat, seit dem sie Mehrlingsmutter ist und noch von ein paar anderen Dingen berichtet sie in den  Familienrollen

Du bist Mutter von drei Kindern. Nach dem Du 27 Monate Mutter eines Kindes warst, bekamst Du Zwillinge: Hat Euch das Doppelpack überrascht?

Ehrlich gesagt: Nein, so richtig überrascht hat es uns nicht, dass wir gleich zwei Kinder bekommen. Aber gefreut wie verrückt und wir haben auch ein bisschen irre gelacht. Warum? Außer und – da krame ich mal ordentlich in der Mottenkiste der Geschichte – meinem Urgroßvater gab es weder in der Familie meines Mannes noch in meiner Zwillinge.

Ich bin aber mein Leben lang sehr zwillingsaffin gewesen und konnte mich schon als Jugendliche von Herzen mit Zwillingseltern mitfreuen und als Erwachsene habe ich wenn ich Zwillinge gesehen bekam ich immer so ein „will-ich-auch-haben-Gefühl“.

Als bei uns das zweite Kind geplant war habe ich nach dem zweiten erfolglosen Übungszyklus im (Galgenhumor-)Scherz zu meinem Mann gesagt: „Das konnte dieses Mal nichts werden, es waren ja keine Zwillinge.“ Das wurde ein geflügeltes Wort bei uns beiden. Beim ersten Ultraschall nach dem positiven Schwangerschaftstest, sagte der Arzt noch nichts von zwei Embryonen, obwohl ich als Laie schon den Eindruck hatte, zwei erkennen zu können.

Als ich dann zum nächsten Mal etwa in der 10. Woche zur Untersuchung kam, war ich sehr aufgeregt, dass kein Herzchen schlagen würde. Das erste Trimester über hatte ich bei meinen beiden Schwangerschaften Male große Angst, dass was schiefläuft, weil es in meinem Umfeld einfach so viele Sternchen gibt. Das habe ich dem Arzt auch vor der Untersuchung gesagt. Und dann kam er raus mit der Neuigkeit: „Ich sehe zwei Herzchen schlagen. Das hätten Sie nicht erwartet, oder?“

Ich dachte erst „Wusste ich doch schon längst“ und fühlte mich bestätigt, habe aber dann – mehr als untypisch für mich – vor Rührung geweint als ich die beiden zum ersten Mal gesehen habe.

Zuerst ein Kind, dann plötzlich drei: Wie ging es Euch in der ersten Zeit als fünfköpfige Familie? 

Ich muss gestehen, dass ich vieles nicht mehr so genau erinnere aus den ersten Lebensmonaten der Kinder. Ich hatte sehr schnell der Eindruck, dass die Zwillinge schon immer bei uns waren. Minilama, mein großes Kind, fragt auch immer: „Wo waren wir da“?, wenn es um Ereignisse geht, die vor deren Geburt stattfanden und trifft damit den Nagel auf den Kopf.

Minilama, als großes Geschwisterchen, hat die Babies interessiert angenommen, macht aber nach wie vor überwiegend „sein Ding“; unabhängig von den Zwillingen. Parallelspiel eben.

Richtige Eifersucht oder dauerhafte Ablehnung gibt es bisher keine, ich achte aber auch peinlich genau darauf, dass Minilama genügend exklusive Mama- und Papazeit bekommt und es sich nicht abgeschoben fühlt.

Jetzt, wo die Babies mobiler werden, reagiert Minilama öfters mal gestört auf die Annäherungsversuche der Geschwister und erlebt deren Interesse als Versuch, seine Sachen kaputt zu machen. Wir haben manchmal unsere liebe Not, ihm klarzumachen, dass die Babies nichts zerstören oder es gar ärgern wollen, sondern entdecken und vor allem bei ihm sein möchten.

Heute mag es den einen Zwilling lieber, morgen den anderen, aber hergeben würde es definitiv keinen. Im Gegenteil: Wenn andere Menschen den Geschwistern zu nahe kommen, weiß es wortgewaltig Grenzen zu setzen, mein wunderbares Kind.  Freunde, die „nur“ ein Geschwisterchen haben, fragt es immer: „Wo ist denn das zweite?“

Du hast alle drei Kinder spontan geboren, von einer spontanen Zwillingsgeburt habe ich noch nie etwas gehört: Ist das wirklich so ungewöhnlich? 

So selten, wie man sich denkt, scheinen die spontanen Zwillingsgeburten nicht zu sein, wenn man im Netz stöbert. Aber ich kenne persönlich auch niemanden, der außer mir das Glück hatte.

Es müssen sehr viele Faktoren stimmen, damit man es überhaupt versuchen kann. Und dann muss auch alles klappen mit den beiden Geburten. Doof ist dann die Kombination: Natürliche Geburt bei Baby 1 und Notkaiserschnitt bei Baby 2. Mamas, denen es so ergangen ist, kenne ich wiederum einige.

Die Klinik, in der ich entbunden habe, hat mir von Anfang an deutlich gemacht, dass sie mir gern eine natürliche Geburt ermöglichen wollen, da sie jeden Kaiserschnitt, der nicht unbedingt nötig ist, vermeiden. Das hat mir gut gefallen. Auch mein Frauenarzt hat schon früh von einer natürlichen Geburt gesprochen, als ich selbst noch dachte, Zwillinge bekommen bedeutet immer Kaiserschnitt.

Ich musste mich selbst an den Gedanken gewöhnen, dass ich eventuell eine solche Geburt durchstehen würde und hatte großen Respekt davor. Eine Geburt ist auch viel Kopfsache.
Meine Zwillinge wurden am Termin eingeleitet – nachdem vorher wochenlang das Damoklesschwert „Frühgeburt“ über uns geschwebt hatte. Eine völlig surreale Situation. Die Einleitung selbst dauerte zwei Tage. Zwischen der manuellen Öffnung der unteren Fruchtblase bis zur Geburt des ersten Zwillings lagen allerdings nur drei Stunden. Am schwersten war es für mich, die Geburt auch zuzulassen, nachdem ich vorher so sehr um jeden Tag im Bauch gekämpft hatte.

Danach lief alles gut. Nach der Geburt des ersten Babies habe darauf vertraut, dass mein Mann gut nach ihm guckt, denn zum Anschauen war ja keine Zeit. Ich habe ein Stoßgebet gen Himmel geschickt, dass auch mein jüngstes Kind eine rasche und komplikationsfreie Geburt haben darf. Eine junge Ärztin hat das Baby von außen am Drehen gehindert, dann wurde die Fruchtblase geöffnet. Fünf Minuten später war mein zweites Kind geboren, das ich dann direkt zum Bestaunen in den Arm bekommen habe.

Obwohl viele Menschen dabei waren und sicherlich nochmal so viele vor der Tür bereit standen, um uns im Notfall zu helfen, war die Geburt sehr ruhig, sehr privat und einfach schön. Ich habe mich gut aufgehoben gefühlt.

Oft hört man von Zwillingsmüttern (zum Beispiel auch bei Einerschreitimmer), die immer wieder die gleichen Fragen beantworten müssen: Hast Du da auch so ein Repertoire?

Oh ja, das habe ich. Und ich schreibe mit Freuden in meinem Blog darüber. Weil es so skurril ist. Von „Sind da zwei Babies im Wagen“?, über „Sind das Zwillinge?“ hin zu „Da haben Sie aber sicher viel Arbeit“. – ich hatte die gängigen Sprüche alle schon mehrmals. Am häufigsten witzigerweise im örtlichen Edeka, ich weiß auch nicht, warum.

Schön ist auch „Ich habe auch Zwillinge, die sind aber schon x Jahre alt.“ Mehr kommt dann nicht. Oder auch „Es wird besser“. – ohne dass ich mich beklagt hätte.

Das Beste und Skurrilste war aber ein Spruch über meine drei Kinder. Da sagte ein Mann zu mir, als ich im Dorf mit Doppelwagen und Buggyboard unterwegs war: “Wenn Sie noch eins bekommen, dann haben Sie nicht mehr genug Hände.“

Wirklich nervig sind aber Omas, die ihre Enkel anhalten, stehenzubleiben und die Zwillinge anzugucken – als seien die beiden ein  seltenes Tier im Zoo. Das wird nur getoppt von Leuten, die „mal kurz“ anfassen wollen.

Was wusstest Du wirklich nicht, bevor Du Zwillingsmutter wurdest?

Ich habe länger überlegt, was ich an Wissen über Kinder gewonnen habe, seit ich auch Zwillinge habe, aber mir fällt nichts ein. Wenn man schon ein Baby hatte, weiß man, glaube ich, die wesentlichen Sachen und kennt sich auch in starken Belastungssitutionen wie Schlafentzug und Dauerlärm.

Was ich als Einlingsmama aber wirklich nur erahnen konnte, ist, wie es ist mehrere Kinder zu haben und jedes ganz individuell für den wunderbarsten Menschen der Welt zu halten. Dass da so viel Platz im Herzen ist, habe ich nicht gedacht. Das wächst einfach mit, wenn die Familie größer wird.

Was wünscht Du Dir für Dich und Deine Familie für die Zukunft?

Dass Gott seine schützende Hand auch weiterhin über uns hält. Dann wird alles gut.

Danke Dir für Deine Offenheit, liebe Lamasus und alles Gute für die Zukunft. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind, Meinung

Keine Gruselgeschichten für Schwangere, bitte!

Mit Bauchgefühl reden.

Kurz bevor mein Sohn geboren wurde, traf ich eine Menge Frauen. Frauen, die auch schon mal ein Kind zur Welt gebracht hatten. Frauen, die dabei Erfahrungen gemacht hatten, die nicht so schön waren. Geburten, die drei Tage lang dauerten. Mädels, deren Männer bei der Geburt dabei waren, und die hinterher nie wieder Lust auf Sex hatten. Zumindest nicht mehr mit der Mutter des Kindes.

Ich unterhielt mich mit einem Mädchen, deren Sohn von einem Arzt herausgepresst wurde. Eine sehr entfernte Bekannte berichtete mir von einer sehr langsamen Wundheilung und auch sonst gab es einige Gruselgeschichten. All diese Dinge erzählten mir Menschen, die ich kaum kannte. Nachgefragt hatte ich nie.

Ich höre wirklich gerne Geschichten: Nur keine unvermittelten  Gruselanekdoten

Versteht mich nicht falsch. Kein Mensch muss Berichte schönen. Ich lese gerne von Erfahrungen anderer. Ich fühle mich geschmeichelt, wenn mich eine Freundin ins Vertrauen zieht und auch sonst finde ich Erfahrungsaustausch oft gut.

Aber warum man mir Menschen geballt ihre schlechten Erfahrungen erzählt haben, das war mir nicht klar. Wenige der Leute kannte ich wirklich gut. Und, was außer Angst machen, sollte das Ziel dieser Geschichten sein?  Zwei Tage vor dem Entbindungstermin weiß man schon, dass eine Geburt manchmal dauern kann, wie „unfassbar schrecklich“ das für die Freundin der Freundin war, muss man nicht zwingend auch noch wissen.

 
Erneute Schwangerschaft
Nun bin ich wieder schwanger. Geburtsberichte habe ich die letzten Jahre viele gehört. Hab von traumhaften Geburten gehört, von durchschnittlichen gelesen, von Freundinnen sehr persönliche berichtet bekommen und mit Hilfe meiner Hebamme auch selbst eine gute erlebt.
Da ich weder einen Geburtsvorbereitungskurs besuche, und anscheinend nicht mehr den Eindruck erwecke, als möchte ich ungefragt allzu Persönliches hören, hält sich das mit den Geburtsberichten dieses Mal im Rahmen. Aber da tut sich nun etwas anderes auf.
Zweite Kind

Dass ihr zweites Kind monatelang nur geschrien hat, und sie kurz vor dem Rande des Nervenzusammenbruchs war, erzählt mir die Tage eine Frau, die ich nur selten sehe. Dass die Große furchtbar traurig war, dass sie die Mutter nun teilen musste: Das berichtet mir jemand, den ich lange nicht getroffen habe. Das tut mir leid, und natürlich kommt Eifersucht vor. Und dem lässt sich nur bedingt vorbeugen: Das verstehe ich schon. Und auch schwierige Geburten sind natürlich eine Tatsache, aber warum man jemanden komprimiert Warnungen geben muss, verstehe ich nicht. Nach so einem Gespräch fühlt sich doch, so vermute ich, keiner besser.

Lieber mag ich die Gespräche, die sich auf das Positive konzentrieren. Wie zum Beispiel Susanne Mierau, die berichtet, wie sie – nach abgebrochener Hausgeburt – geborgen im Krankenhaus entbindet und damit sicher vielen Mut macht. Und ich mag Menschen, die merken, dass gruseln niemanden hilft.

Und wie geht es Euch da so? Hat man in Eurer Schwangerschaft auch Gruselgeschichten an Euch herangetragen, oder macht Ihr das vielleicht sogar selbst und denkt Euch nicht viel dabei?
Alltag, Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Österreich-Heim-Reise, Berlin-Wieder-Kehr und Österreich-Wahl-Krimi / Unser Wochenende in Bildern vom 21. bis 22. Mai 2016

Fast zwei Wochen waren wir in Österreich und haben viele schöne Dinge erlebt. Dieses Wochenenende stand im Zeichen der Heimreise.

Mein Kreislauf ist nicht der fitteste, drum gibt es mitunter sogar Tee.
700 km Autofahrten lohnen sich natürlich wegen der Leute, wegen schöner Erlebnisse und weil es nicht wirklich anders geht. Aber diese Art von Reisen sind sehr anstrengend für eine Schwangere, zumindest empfinde ich das so.
Auf bayrischen Autobahnen konnte man früher Tampons kaufen, neuerdings scheint das Sortiment geändert.
In der Raststätte trägt jeder Rot. Die Kellnerinnen, die Gäste und ich, ich natürlich, auch.
Samstagabend kommen wir wieder in Berlin an. Packen aus und freuen uns.
Es gibt Salat.
Und Buchpost für mich.
Sonntag macht mein Kreislauf nicht so ganz mit, deshalb mache ich das erste Foto erst am Nachmittag im Auto. Es handelt sich um mich, vorne sitzend.
Wir hören neuerdings Udo Lindenberg. Der Sohn liebt es.
Wir sind auf einer großen Gartenparty bei Freunden. Einem fällt die Trennung vom Traktor besonders schwer.
Abends grillen wir.
Und ich schau alle fünf Minuten bei Twitter, ob sich denn schon etwas Neues getan hat. Heute war in Österreich Bundespräsidentenwahl und ich habe vergessen mir eine Wahlkarte zu besorgen. Kann also zwar bangen, so richtig viel beigetragen habe ich aber nicht.
Während die Männer oben werkeln und mindestens schon einer schläft, gehe ich meiner Brauseleidenschaft nach.

Und wie war Euer Wochenende so? Oder habt Ihr vielleicht sogar eine Meinung zur Bundespräsidentenwahl in Österreich, die zumindest jetzt noch offen ist?

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.
Alltag, Kultur mit Kind

Kalt, aber schön: Unser Wochenende in Österreich in Bildern (13.-15.Mai 2016)

Dieses Wochenende war es endlich mal wieder soweit: Wir waren in Österreich. Wenn auch bei saukaltem Wetter. Eine Feier und jede Menge Besuch standen auf dem Programm. 
Wir waren in einem Hotel untergebracht. Freitagabend gibt es für mich etwas Nobles: teure Nüsschen und Apfelsaft aus der Minibar. 
Und die Malseife – ein Mitbringsel von der Blogfamilia – hatten wir auch im Gepäck: Schade nur, dass diese so intentsiv riecht. 
Samstagmorgen gibt es Hotelfrühstück mit Mini-Gebäck: Ich liebe das.

Wir sind bei einer Feier und ich vergesse zu fotografieren, aber trage einen Dutt: Dem Friseur sei Dank. 
Das Essen schmeckt hervorragend. 
Schokoladen oder Karottenkuchen: Nicht immer muss man sich entscheiden. 
Am Sonntag sind wir in Salzburg: Das Wetter ist bescheiden. 
Aus dem Auto entdecken wir Kunst. 
Am Abend gibt es Pizza. 

Und wie verlief Euer Pfingstwochenende bisher so? 

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