Alltag, Kultur mit Kind

Der Prenzlauerbergsche Herbst in Berlin/ Unser Wochenende in Bildern vom 24. und 25. Oktober 2015

Dieses Wochenende haben wir Besuch aus Österreich. 
Der Besuch kommt am Samstagmorgen mit Croissants. 
Wir fahren in Richtung Prenzlauer Berg. 
Da gibt es echt eklige Dinge, die ich nicht nutzen würde. Jede Menge Füße waren auch zu sehen. 
Wir brauchen eine Winterjacke. 
Das frühe Vogerl wählt die pinke Sitzmöglichkeit. 
Wir sind in Mitte. 
In unserem Lieblingskulturkaufhaus. 
Es ist schon herbstlich. 
Alles raschelt so schön. 
Hutanprobe. 
Zuhause wartet ein Paket von Glucke und So
Und ein wichtiger Punkt für den Ausflug: Sushi. 
Der Sonntagmorgen beginnt mit Spielen. 
Und Lesen. 
Und dann ist plötzlich einer futsch. 
Wir wollten in ein Kaffeehaus, aber die Menschenmassen machten klar: Kuchen gibt es zuhause. 
Tante und Neffe spielen mit dem Mobile. 
Essen blieb über. 
Und Joghurt schließt den Magen. 

Und wie war Euer Wochenende so?
Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Geborgen Wachsen
Familienrollen, Kultur mit Kind

„Wo sind die Männer, die darüber berichten, wie sie mit ihren Frauen mit Kinderwunsch umgehen?“ / Familienrollen-Interview mit Helge

In den #familienrollen erzählt Helge (bloggt auf vaterwunsch.de) von seinen beiden Sternenkindern, wie er als Mann den unerfüllten Kinderwunsch wahrnimmt und welche Pläne er hat, wenn es nicht klappt mit eigenen Kindern. 

Wir kamen ins Gespräch, weil Du das Interview von Eni in den Familienrollen gelesen hast. Eni ist ungewollt kinderlos. Du auch. Welche Wege seid ihr bisher gegangen? 

Helge – Herzensvater

Ja stimmt, das Interview mit Eni hat mich wirklich beeindruckt. Unseren Weg beschreiten wir nun seit sechs Jahren. Es war eine ganz bewusste Entscheidung ein Kind bekommen zu wollen, so dass Rieke, damals noch meine Freundin, zu ihrer Gynäkologin ging, um den Rötelschutz etc. testen zu lassen. Die Frauenärztin riet ihr dann auch gleich noch ein Ultraschall zu machen, was bei einer Vorsorgeuntersuchung ja eigentlich nicht üblich ist. Dabei sah sie eine Wasseransammlung, die vermuten ließ, dass einer der Eileiter verschlossen und mit Flüssigkeit gefüllt ist.

Sie ermunterte Rieke, man könne auch mit einem Eileiter schwanger werden. Wir sollten es zunächst auf die klassische Methode mit ungeschütztem Sex versuchen. Ein Jahr nach der „Diagnose“ haben wir aber dann eine Kinderwunsch-Klinik aufgesucht. Die Diagnose wurde auch dort bestätigt, aber die Behandlung hat uns abgeschreckt. Die Ärzte beabsichtigten eine Bauchspiegelung durchzuführen und gegebenenfalls die Eileiter zu entfernen. Ein Schritt, den wir nicht bereit waren zu gehen.

Stattdessen begaben wir uns in heilpraktische Behandlung, stellten die Ernährung um, erhöhten unsere sportlichen Aktivitäten und konnten vor zwei Jahren einen Erfolg erzielen; Rieke wurde schwanger. Ein Gefühl übermannte mich, auf das ich nicht vorbereitet war. Mit mir gingen die Pferde durch, ich wurde von Glück überrollt. Unglaublich. Doch schon in der siebten Woche mussten wir unser Kind in den Himmel steigen und seitdem als Sternenkind dort leuchten lassen.

Vor einem Jahr haben wir dann wieder den Schritt in die Kinderwunsch-Klinik gewagt und dort eine Behandlung angefangen. Wir hatten das Gefühl, dass doch mehr Hilfe nötig war. Es folgten eine Bauchspiegelung bei der nur Verklebungen und ein Zyste, nicht aber der Eileiter entfernt werden musste. Das Ultraschall ist dann doch zu ungenau gewesen. Die Eileiter waren zwar verändert, aber direkt durchlässig. Anschließend kam nach zwei Anläufen eine IUI, eine Behandlungspause und – welch Wunder, genau in dieser Pause – die zweite Schwangerschaft!

Wieder rannte eine riesige Gefühlswelle auf mich zu, aber ich hatte mir schon vorsorglich ein Haus auf Stelzen gebaut. Leider waren die Stelzen nicht hoch genug und die Welle erreichte mich nur wenige Stunden bevor wir wieder einen Stern in den Himmel steigen lassen mussten. Eine Situation, die ich schon kannte… Pustekuchen. Mit brachialer Gewalt wurde ich in eine Schlucht gerissen und musste tagelang beim Pendeln mit dem Bus zur Arbeit meine Tränen laufenlassen, bis wir dann irgendwann wieder Boden unter die Füße bekamen.

Jetzt steht mittlerweile die dritte IUI an, bevor wir dann auch unsere erste ICSI angehen werden.

Ich kenne einige Frauen, die über ihren unerfüllten Kinderwunsch sprechen. Du bist der einzige Blogger, den ich bisher kenne, der dieses Thema behandelt. Nun ist es ja immer schwierig von einer männlichen und weiblichen Perspektive auszugehen. Aber in wie weit unterscheiden sich zum Beispiel die Probleme damit, von Dir und Deiner Partnerin?

Dieses nette Bild schickt Helge mit der Unterschrift: „Helge und frühes Vogerl“

Genau diesen Eindruck hatte ich anfangs auch. Wo sind bloß die ganzen Männer, die ungewollt kinderlos sind? Oder wenigstens: Wo sind die Männer, die darüber berichten, wie sie mit ihren Frauen mit Kinderwunsch umgehen?

Mittlerweile habe ich sage und schreibe zwei weitere Männer im deutschen Sprachraum entdeckt, die ebenfalls (aber auch sehr unterschiedlich) öffentlich über ihren Kinderwunsch berichten. Die Ursachen der Kinderlosigkeit sind sehr unterschiedlich, aber ein bisschen Zusammengehörigkeitsgefühl habe ich schon gespürt. In meinem privaten Umfeld musste ich ein ähnliches Bild beobachten. Der Mann einer Freundin hat große Vorbehalte, über das Thema zu sprechen. Selbst sich selbst gegenüber kann er kaum ehrlich sein. Teilweise herrscht er seine Frau an, das Thema nicht anzusprechen. Es wird schon alles klappen. Die Angst, selber an der Kinderlosigkeit „schuld“ zu sein, ist wohl zu mächtig. Einem Mann darf NIEMALS seine Männlichkeit abgesprochen werden. So erkläre ich mir jedenfalls die Verweigerungshaltung.

Du sprichst die unterschiedlichen Perspektiven an. Ich finde sie doch SEHR unterschiedlich. Männer entwickeln ihren Kinderwunsch laut Studien deutlich später als Frauen und daher kommt es in den einigen Beziehungen zur Ungleichgewichtungen. Die Frau möchte Kinder, der Mann hat, überspitzt gesagt, einfach nichts dagegen.

Dass daher überwiegend Bloggerinnen über ihren Kinderwunsch schreiben, ist somit recht verständlich. Aber, wenn der Kinderwunsch auch beim Mann ausbricht, sind die Gefühle – meiner Meinung nach – sehr ähnlich. Ein Unterschied zwischen den Geschlechtern bleibt aber trotzdem noch beim Umgang mit den eigenen Gefühlen.

Gerade heute habe ich mich auf die Suche nach Kinderwunsch-Blogs begeben und war irgendwann ganz wuschig, vor lauter „Gefühlsduselei“. Na gut, so böse ist es natürlich nicht gemeint. Wenn man jedoch diese paar Männer-Blogs mit den Frauen-Blogs vergleicht, geht es bei den Kerlen doch deutlich sachlicher (man könnte auch sagen, langweiliger) zu. Ich lese beide Formen gerne und versuche auch bei mir diese beiden Bereiche, den sachlichen und den emotionalen, zu präsentieren.
Grundsätzlich muss ich aber immer noch feststellen, dass der Austausch mit anderen Männern zu den sehr seltenen Momenten gehört. Frauen sind hier viel offener und gesprächsbereiter.

Du schreibst unter Pseudonym: Wie offen geht Ihr im Privatbereich mit dem Kinderwunsch und er Nichterfüllung um? 

Wir haben früh erkannt, dass es hilft, wenn man über die eigenen Probleme sprechen kann und dabei oft auf ähnliche Schicksale stößt. Man ist nicht alleine. Das hilft schon sehr.
In unserem Bekannten-, Freundes- und Familienkreis ist eigentlich jeder eingeweiht. In meinem Fall wissen sogar die Kollegen/innen und der Chef Bescheid. Rieke muss da noch etwas vorsichtiger vorgehen, da ihr sonst Benachteiligungen und Repressalien drohen könnten. Mit unserer Offenheit stehen wir allerdings in unseren Umfeld sehr alleine da.

Da wir aber ungern von Geschäftskunden oder anderen, emotional entfernten Menschen auf ein, für uns dann doch auch privates Thema angesprochen werden möchten, schreibe ich unter einem Pseudonym.

Als Du Dich bereit erklärt hast, mir ein paar Fragen zu beantworten, hast Du gesagt, Du steht zwischen Kinderwunsch und der Verabschiedung davon. Habt Ihr Euch eine Grenze gesetzt und ist Adoption zum Beispiel ein Thema?

Oh ja, ein schwieriger, turbulenter und auch sehr nachdenklicher Abschnitt. Seit Kindestagen war eine eigene Familie mit 1-3 Kindern immer der standardmäßige Lebensentwurf von uns beiden. Beim Beruf, dem Bildungsstand oder der  Haarfarbe meiner Frau war ich nie so „engstirnig“, aber die eigenen Kinder waren immer gesetzt.

Nun kommt aber nach sechs Jahren unerfülltem Kinderwunsch und schon nah am Ende unserer Möglichkeiten nach 30 Jahren langsam die Erkenntnis durch, dass mein Leben vielleicht ganz anders verlaufen wird. Ein erst durchaus beunruhigender Gedanke.

Vor knapp einem Jahr habe ich dann aber auf Twitter und über einige Blogs Menschen kennengelernt, die offen über den nicht erfolgreich abgeschlossenen Kinderwunsch geschrieben und getwittert haben. Sie haben mir Alternativen aufgezeigt, deutlich gemacht, dass es auch noch andere Inhalte im Leben geben kann, dass vieles möglich wird, wenn man sich vom Leben mit eigenen Kindern verabschiedet. Ich habe viel mit dem Gedanken gespielt, wie es für mich ist, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt. Für immer.

Wir haben viel darüber gesprochen, was schon jetzt gut ist in unserem Leben, was uns glücklich macht und auch darüber welches „Projekt“ es geben könnte, für das wir beide die nächsten Jahre stattdessen brennen könnten. Meine Angst konnte ich gut damit bezwingen, noch habe ich den Wunsch nach eigenen Kindern aber nicht aufgegeben. Das wird man sicher auch nie ganz ablegen können. Noch stehen uns eine IUI und danach bis zu drei ICSI bevor, ehe wir unsere Behandlung ganz beenden werden. Ein Ende muss absehbar sein, ansonsten habe ich das Gefühl mich zu verlieren. Es bleibt aber dabei: Sag niemals nie!

Du hast die Möglichkeit einer Adoption angesprochen. Mir kommt es immer etwas absurd vor, wenn Adoption die naheliegende Alternative zur künstlichen Befruchtung sein soll. Ich finde, es sind vollkommen unterschiedliche Dinge. Ich möchte eigene Kinder. Aber wenn das nicht möglich ist, werde ich meine Liebe und Aufmerksamkeit den vielen Kindern um mich herum widmen. Wir sind schon jetzt stolze Pateneltern.

Davon ab, habe ich sehr großen Respekt vor den Strapazen, die eine Adoption mit sich bringt. Grundsätzlich habe ich aber nichts gegen Adoption, das muss jedes Paar selbst entscheiden.

Kürzlich hast Du einen Artikel darüber geschrieben, wie Eltern Kinderlose diskriminieren. Ich gebe Dir in vielen Punkten Recht. Trotzdem glaube ich, dass es Ausnahmen gibt. Über Wickeltechniken oder die Frage nach der Sechsfachimpfung haben mich mich vor meinem Sohn nie interessiert. Wie kommst Du mit solchen Themen in Berührung? 

Oha, der Artikel hat mir viel Ärger bereitet 😉 Natürlich gibt es Ausnahmen. Verallgemeinerungen sind zwar ein wirkungsvolles, stilistisches Mitteln, aber in der Regel nicht sehr realitätsnah. Durch den sehr engen Kontakt zu Eltern mit Kindern in allen Altersklassen, kommen wir immer wieder mit den Themen Impfung, Windeln, Schule, KiTa, Ernährung, Hygiene, Selbstbestimmung etc. in Berührung und dürfen sogar oft selbst ran, machen also reale Erfahrungen.

Wir halten uns dann (leider) auch nicht zurück und diskutieren heiß mit. Obwohl wir keine eigenen Kinder haben, kommt es vor, dass wir so interessiert sind, dass wir selber die Themen recherchieren, oder wenigstens aufmerksam die Ohren spitzen, wenn wir fremde Leute in der Fußgängerzone darüber diskutieren hören.

Was wünscht Du Dir für die Zukunft?

Es kann mir nichts Besseres passieren, als dass meine Frau mir lang erhalten bleibt, wir gemeinsam ein langes Leben führen dürfen und weiterhin so liebe Menschen um uns herum haben. Das klingt nach einer Plattitüde, ist aber durchaus so gemeint.

Sollten unsere weiteren Behandlungen erfolglos bleiben, wollen wir unsere Energie in ein Haus stecken, das dann all den Kindern in unserem Umfeld geöffnet werden soll. Wir wollen der Onkel, die Tante sein, die immer ein offenes Ohr, Zeit und Aufmerksamkeit für ihre Paten, Nichten, Neffen und Freundeskinder haben, wann immer sie es sich wünschen.

Wir sind aber auch jetzt schon glücklich mit unserem Leben und versuchen das bei der ganzen Kinderwunschgeschichte nicht zu vergessen.

Danke für die Antworten und die Bilder, Helge. 

Nächste Woche in den Familienrollen: Zwei Mädchen erzählen, wie ihr Alltag in einem SOS-Kinderdorf aussieht. 

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mal an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind, Nachgefragt

Miniparade zum DIY-Advent(s)kalender

Unsere Kalender.

In Berlin ist es dermaßen kalt, dass ich schon ganz stark mit der Weihnachtsdeko liebäugle. Ein bisschen darf sie noch auf dem Dachboden bleiben. Aber wir haben am Wochenende Adventkalender (in Österreich brauchen die kein s) gekauft.

Die Auswahl in den Supermärkten ist riesig, als Kind mochte ich ja die „Selbstgefüllten“ am liebsten. Da ich vermute, dass viele von Euch da draußen eher basteln als kaufen, wäre ich total gespannt auf die Vorschläge, die ich nächstes Jahr dann selber umsetzen kann. Und über die sich auch bestimmt dieses Jahr schon jemand freut.

Wenn ihr mir verraten wollt, was Ihr in den Kalender reinpackt und vor allem, wie Eure 24. Türchen aussehen, würde ich mich total freuen. Und natürlich gerne vom letzten Jahr.

Ich rufe zu einer Mini-Blogparade auf: Bis zum 6. November um 19 Uhr freue ich mich, wenn Ihr mir Eure Beiträge an fruehesvogerl@gmail.com schickt. Bitte nicht mehr als fünf Sätze, gerne eine Verlinkung zu einem Artikel und ein Bild. Ich freue mich auf Eure Beiträge. 

Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Ein Rucksack für die Kleinen / Gewinnspiel

Eine Menge Taschen hängen bei uns gut gefüllt im Flur.

Da gibt es den Stoffbeutel (neuerdings von der Band WANDA) in dem ich Dinge verstaue, wenn ich alleine unterwegs bin: ein Buch, Zettelzeugs und meist noch ein bisschen undefinierbare Dinge. Drei bis vier bunte Stoffbeutel für mich und das Kind: Obstquetschies, Wechselklamotten, Feuchttücher und Spielzeugkrams. Der blaue Rucksack meines Mannes: Keine Ahnung, was da wirklich drinnen ist.

Und – seit Neuestem – der KITA-Rucksack vom frühen Vogerl. Denn er hat nun erstmalig sein eigenes Täschchen. Ich bin immer etwas gerührt, wenn ich das kleine Rucksäckchen da so hängen sehe.

Bei der tollen Blogger-Veranstaltung von Schwanger in meiner Stadt anlässlich der Weltstillwoche gab es auch etwas für die Teilnehmer. Zum Beispiel den niedlichen Kinderrucksack von Step by Step. Da wir da ja schon gut versorgt sind, verlose ich den.

Und das müsst Ihr tun: Erzählt mir bei welchen Wegen Euer Kind den Rucksack benutzen würde.
1. Kommentiert diesen Beitrag, direkt im Blog, und hüpft damit in den Lostopf.
2. Für ein weiteres Los im Topf: Werde Fan und Follower vom Frühen Vogerl auf FacebookInstagram oder/und Twitter und teile das Gewinnspiel.
3. Und noch ein Los für Euch: Gebt mir Eure Stimme bei Brigitte MOM. Einfach die Nummer Eures Herzchens in Klammern ins Kommentarfeld unten schreiben.
4. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein.
5. Sagt mir, im Kommentar, wofür ihr Euch entschieden habt.

Das Gewinnspiel endet am 24. Oktober 2015 um 12 Uhr, der Gewinner  wird ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es ist keine Barauszahlung möglich. Der Gewinner wird hier auf dieser Seite bekannt gegeben und nach Austausch der Kontaktdaten von mir zugesandt.

Kultur mit Kind, Nachgefragt

Südkorea: „Natürlich fehlen sie (Freunde und Familie) sehr und ich wünschte, sie könnten doch alle hier leben.“

Dieses Mal geht es mit der Kultur mit Kind – Interview Reihe nach Seoul zu Johanna (Blog MAMALOGIK & more). Mit ihrer vierköpfigen Familie lebt sie seit einem halben Jahr in Südkorea und berichtet von ihrem Alltag. Außerdem hat sie zwei Tipps, die Eltern, die auswandern wollen, beachten sollen. 

Seit Mai lebt Ihr für absehbare Zeit in Südkorea. Wie ist es dazu gekommen und wie habt Ihr Euch darauf vorbereitet? 

Ja, das ist richtig, wir leben jetzt seit knapp einem halben Jahr in Südkorea. Mein Mann ist Ingenieur und ihm wurde von seinem Arbeitgeber eine Stelle in Seoul angeboten. Wir haben uns nach kurzem Überlegen gedacht: Warum eigentlich nicht auch mal über den Tellerrand schauen?

Für uns als Familie ist es unser erster langer Aufenthalt im Ausland. Unsere Situation war und ist unserer Meinung nach perfekt für einen solchen Schritt. Unsere älteste Tochter ist 3 Jahre alt. Die Kleine war bei Abreise aus Deutschland gerade acht Monate alt. Mein Label Mom’s Accessories und meinen Blog Mamalogik & more kann ich von jedem Ort dieser Welt aus betreuen.

Insofern waren die Rahmenbedingungen unsererseits perfekt und einem mutigen ‚Ja‘ stand nichts mehr im Wege. Da wir als Expat-Familie nach Seoul gingen, wurden die meistens bürokratischen Angelegenheiten von der Firma meines Mannes erledigt. Auch die Organisation des Umzuges durften wir getrost aus der Hand geben. Die Vorbereitung war für die Tatsache, dass wir so weit weg von Deutschland ziehen, relativ unkompliziert und sehr schnell erledigt.

Wie sieht Euer Alltag dort aus?

Glücklicherweise haben wir sehr schnell nach unserer Ankunft in unserer Wohngegend Anschluss gefunden. Hier leben sehr viele Expat-Familien und es ist eine tolle Community, in die man sofort herzlich aufgenommen wird. Dafür war ich sehr dankbar, denn mein Mann fing direkt nach unserer Ankunft an zu arbeiten.

Ich war somit auf mich alleine gestellt und es lag an mir, wie sich unser Alltag mit zwei Kleinkindern nun also gestalten würde. Durch den Anschluss an die anderen Mütter wird man direkt in einen Sog von Playdates, Spielplatz-Treffs, Lunchdates und Kaffeklatsch-Treffen gezogen. Unser Alltag besteht also zu einem großen Teil daraus, am Community-Leben teilzunehmen, Einkäufe zu erledigen (und das ist mit Kind(ern) in einer Metropole wie Seoul nicht gerade mal so getan) und natürlich auch die Stadt und das Leben hier  kennenzulernen.

Meine Große besucht mittlerweile einen internationalen Kindergarten. Zu Beginn hatte ich ein wenig Sorge, dass sie aufgrund der Sprachbarriere nicht so schnell Anschluss finden würde. Das bestätigte sich zum Glück überhaupt nicht. Kinder in diesem Alter sind sehr sensibel für Neues und extrem aufnahmefähig. Ich bewundere ihre kindliche Fähigkeit, den hiesigen Gegebenheiten vorurteilslos und offen zu begegnen. Da wir uns größtenteils im englischsprachigen Umfeld bewegen, gibt es mittlerweile also für keinen von uns die Sprache betreffend Schwierigkeiten.

Wie bringt Ihr den Kindern die fremde Kultur näher? 

Tochter Emi mit einem koreanischen Mädchen

Bedauernswerterweise muss ich gestehen, dass wir mit der koreanischen Kultur relativ wenige Berührungspunkte haben. Wir kennen sehr wenige Koreaner, unsere Freunde und Bekannte sind gemischt international. Es ist auch schwierig zu sagen, dieses oder jenes, das uns im Alltag und auf der Straße begegnet, ist jetzt typisch koreanische Kultur.

Wirklich Kultur erleben kann man, so denke ich, nur wenn man Einblicke in die Familien bekommt – das sei aber wohl hier in Korea sehr schwierig.

Letzten Endes ist hier vieles genauso, wie es auch in Deutschland oder Europa ist. Südkorea ist ein hoch-technologisiertes, über alle Maßen modernes Land, dessen Menschen Konsum, Schönheit und Kimchi über alles lieben. Kimchi ist das traditionelle koreanische Gericht, das Essen schlechthin – Fermentiertes Gemüse, sehr scharf und sauer -sehr gesund.

Als Österreicherin, die in Berlin lebt, zieht es mich alle paar Monate in meine alte Heimat: Die Familie und auch Teile der Kultur. Wie geht es Dir da mit Deutschland?

Ich will ganz ehrlich sein, mich zieht es im Moment (noch nicht) wieder zurück nach Deutschland. Ich bin ein großer Fan von Frankfurt, denn da kommen wir ursprünglich her. Frankfurt war für mich die Großstadt schlechthin, mein Mainhattan, aber leider muss ich sagen, kann ich das so nicht mehr unterschreiben.

Sicherlich hat meine Heimatstadt und auch mein Heimatland vieles zu bieten und ist ein schöner Fleck auf unserer Erde, doch für den Moment bin ich ganz hier, in Asien, in Seoul und fühle mich wohl, ohne etwas zu vermissen. Familie und Freunde sehe ich hierbei ortsunabhängig. Natürlich fehlen sie sehr und ich wünschte, sie könnten doch alle hier leben.

Was empfiehlst Du anderen Familien, die für unbestimmte Zeit ins Ausland gehen?

Yeouido Han River

Ich werde das sehr oft gefragt und ich gebe immer wieder die gleichen zwei Antworten, denn letztlich steht und fällt meiner Meinung nach ein solches Abenteuer genau damit:

• Lasst euch vollkommen darauf ein! Je unvoreingenommener und je offener ihr allem gegenüber seid, was euch in der Fremde an Neuem erwartet, umso leichter wird es euch fallen, euch dort zurecht zu finden und vor allem wohl zu fühlen. Ich denke, dass es ganz wichtig ist, das Neue nicht mit dem Alten zu vergleichen, zu messen oder zu denken, dass nur das gut ist, was man bisher kannte. Dann wird ein solches Abenteuer nicht funktionieren. Seid offen und freut euch, dass ihr die Möglichkeit bekommt, euer Leben für einen Moment an einem anderen Flecken dieser wunderschönen Erde führen zu dürfen.

• Knüpft schnell Kontakte und nehmt am ‚social life‘ teil. Geht raus, sprecht Leute an, lasst euch ansprechen, lasst euch helfen und findet eine Community. Je eher ihr Leute, um euch habt, umso eher kommt ihr über Heimweh hinweg, umso mehr könnt ihr von anderen lernen und umso schnellen in eurer neuen Heimat ankommen.

Nun seid Ihr schon ein paar Monate da: Was hast Du gelernt?

Ich habe mir diese Frage vor kurzem selbst gestellt und ich denke, dass dieser Schritt, gerade mit zwei kleinen Kindern, mich sogar bis jetzt schon einiges gelehrt hat. Zunächst einmal natürlich das Handling zweier Kleinkinder in einem vollkommen fremden Land, auf einem anderen Kontinent, tausende Kilometer von der Heimat entfernt – das macht robust, härtet ab und hat mein Selbstvertrauen in mich und das, was ich so alles alleine handhaben kann, sehr gestärkt.

Eine wichtige Erkenntnis für mich persönlich ist auch, dass Anders-sein, etwas anders-machen nicht zwangsläufig falsch-sein oder falsch-machen bedeutet. Dass das Akzeptieren von Anderem oder von Andersartigkeit (und ich sage hier bewusst nicht Toleranz!) und das bewusste Wertschätzen und Befürworten von Vielfalt, das Leben so viel schöner und bunter machen kann, ist ein super Erkenntnisgewinn für mich persönlich, den ich auch meinen Kindern in keinem Fall vorenthalten möchte.

Vielen lieben Dank für das Interview, Johanna.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Johanna zur Verfügung gestellt.

Alltag, Kultur mit Kind

Unterwegs im Berliner Herbst: Vorsicht wenig Natur / Unser Wochenende in Bildern vom 16.-18.Oktober 2014

Wir haben Herbst, um nicht zu sagen, fast schon in Winter, in Berlin. Einige der Aktivitäten verlagern sich dadurch nach Innen. Aber nicht alle. 
Am Freitagabend fahren wir ins Zentrum. 
Denn es ist Festival of Lights in der Stadt. 
Der Dom ist hell erleuchtet. 
Und auch die Siegessäule erstrahlt. 
Samstag morgen geht es shoppen. 
Wo wir sind ist nicht schwer zu erraten: Wir haben Glück und haben DEN Wagen ergattert. 
Einer will nun selber einkaufen. 
Darf er auch. Aber erst im nächsten Laden. 
Samstagnachmittag übe ich mich im Gärtnern: Das Grün muss ab. 
Und wir brauchen Herbst vor der Tür. Die Erde ist mittlerweile auch weg. 
Dann gibt es Kaffee und gekaufte Zimtsternchen. 
Einer verlässt das Haus: Zwei sind ungläubig. 
Der Sonntagmorgen beginnt mit Kaffee. 
Und ein Spaziergang mit etwas zweckentfremdetem Kinderwagen. 
Wer dafür wohl verantwortlich ist?
Ich mache mich auf zum Elternbloggercafé nach Charlottenburg. Der Grund meines grantigen Gesichtsausdrucks: Schienenersatzverkehr. 
Unterwegs sehe ich Plakate von Veranstaltungen, die ich sicher nicht besuchen werde. 
Und lande recht spät beim schönsten S-Bahnhof Berlins, dem Savignyplatz. 
Das Buffet ist großartig. 
Ich bin vor allem wegen der angekündigten Veranstaltung zu den Blogger Relations hier. Die Bloggerin Katharina Flick erklärt ausführlich, wie viel Blogger – und auch Leser, durch Kooperationen profitieren können. 

Außerdem sehr lehrreich: Was muss eigentlich in so ein Mediakit rein?
Im Anschluss ist es recht leer, alle sind bei der Windelolympiade: Nicht so ganz mein Thema.
Die Toilette find ich in Anbetracht der vielen anwesenden Mamablogger wirklich sehr, sehr lustig. 

Ich mag ja Stehcafés. Was ich bisher noch nicht wusste, in Berlin gibt es auch Außen-Steh-Bars.
Wer sagt eigentlich, dass so ein Lauflernwagen nur etwas für Zuhause ist?
Vom Elternbloggercafé bringe ich ein Souvenir mit: Wir sind eher so Fraktion Holzspielzeug, deshalb große Begeisterung. Vor allem beim Vater. 

Und wie war Euer Wochenende so?

Mehr Bilder gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen