Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Gewinnspiel für Erwachsene / Weleda

Beim Aussuchen von Kosmetik-Produkten habe ich meist zwei Probleme: Vieles vertrag ich nicht, vor den meisten Gerüchen wird mir übel. Und das immer. In meiner Schwangerschaft habe ich Weleda entdeckt. Zwar gibt es da geruchlich auch einiges, was ich nie im Leben verwenden würde. (Lavendel sollte doch auf der Wiese bleiben), aber eben auch viel Gutes.

Mein Lieblingsprodukt ist die Granatapfel Schönheitsdusche.:Vor allem auch wegen diesem unglaublich guten Duft.

Diese darf ich nun – großer Dank an Weleda – gemeinsam mit einer Tagescreme gleich zwei Mal verlosen.

Und das müsst Ihr tun:

1. Kommentiert diesen Beitrag, direkt im Blog, und hüpft damit in den Lostopf.
2. Für ein weiteres Los im Topf: Werde Fan und Follower vom Frühen Vogerl auf FacebookInstagram (helletage) oder/und Twitter und teile das Gewinnspiel.
3. Und noch ein Los für Euch: Gebt mir Eure Stimme bei Brigitte MOM. Einfach die Nummer Eures Herzchens in Klammern ins Kommentarfeld unten schreiben.
4. Ihr müsst mindestens 18 Jahre alt sein.
5. Sagt mir, im Kommentar, wofür ihr Euch entschieden habt.

Das Gewinnspiel endet am 27. September 2015 um 12 Uhr, die zwei Gewinner des Sets (bestehend aus Dusch- und Tagescreme) werden ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, es ist keine Barauszahlung möglich. Der Gewinner wird hier auf dieser Seite bekannt gegeben, der Gewinn wird nach Austausch der Daten direkt von Weleda zugesandt.

Die beiden Gewinnerinnen heißen Sarah Jane Treu und Claudi Hoffmann. Bitte schreibt mir eine Mal an fruehesvogerl@gmail.com.

Kultur mit Kind, Nachgefragt

Miniparade zum Langzeitstillen

Kommende Woche ist Welt-Still-Woche. Da, meiner Meinung nach, Stillen in Theorie und Praxis nicht unbedingt zusammen gehen, interessieren mich die Frauen, die lange gestillt haben. Und mit lange, meine ich, länger als geplant. Länger als das Umfeld das vielleicht erwartet hatte.
Und natürlich auch die, die richtig lange gestillt haben. Über Jahre. Auch noch als das zweite Kind da war.

Wer sich angesprochen fühlt, würde mir eine große Freude machen, wenn er mir fünf Fragen beantworten würde.

Wie lange hast Du gestillt?
Wie hat Dein Umfeld drauf reagiert?
Wie schwer fiel Dir das Abstillen?
Was mochtest Du besonders am Stillen?
Was hast Du als stillende Mutter vermisst?

Die Antworten bitte bis zum Freitag, 25. September 2015 19 Uhr, an fruehesvogerl@gmail.com. Und bitte schreibt dazu, ob ich Euren Blog bei einer Zusammenfassung verlinken darf, oder ob ihr lieber anonym bleibt.

Die Interviews erscheinen im Anschluss vollständig. Wenn Ihr als ein Bild dazu habt: Logo, Symbol, Foto, was auch immer: Gerne mit schicken.

Diese Idee einer Miniparade habe ich mir von Frau Chamailion gemopst. Ich danke für die Inspiration.

Kultur mit Kind, Nachgefragt

„Für meine Söhne wünsche ich mir aus tiefstem Herzen, dass sie in einer Welt aufwachsen in der nicht mehr übe Toleranz gesprochen werden muss.“ / Bella über Flüchtlinge, Toleranz und Ehrenamt im Kultur mit Kind Interview

Jede Woche gibt es ein Kultur mit Kind – Interview. Aktuell dreht sich alles um den Schwerpunkt „Kindern Toleranz beibringen“. Bella vom Blog FreiRaumKind kümmert sich um eine Flüchtlingsfamilie. Sie erzählt, wie sie ihre Kinder dabei involviert und was sie sich für ihre beiden Söhne wünscht. 

Stell Dich doch bitte kurz vor.

Mein Name ist Bella, ich bin 29 Jahre alt und wohne mit meinen beiden Söhnen (Nov 2012 und Jan 2015) und dem weltbesten Papa in einem schönen Haus mit Garten in Weinheim an der wunderschönen Bergstraße. Wenn ich nicht in Elternzeit bin, arbeite ich als Management Assistentin in einem familienfreundlichen Großkonzern.

Wie nimmst Du in Deiner Stadt Ausländerfeindlichkeit wahr, und was tust Du dagegen? 

Ich selbst nehme bei uns kaum Ausländerfeindlichkeit wahr, zumindest nicht in unserem direkten Umfeld. Zwar hatten wir in den letzten Wochen auf einigen Festen auf denen wir waren auch immer mal Leute um uns, die zu den „Ich bin ja kein Nazi, ABER…..“-Menschen gehören, aber ich durfte feststellen, dass man (zumindest) einige von denen mit guten Argumenten und vor allem mit Fakten und Zahlen überzeugen konnte. Ich weiß nicht ob es Desinteresse ist oder es die Leute eben gerne einfach haben, nicht selbst denken wollen. Dann ist tatsächlich das nachplappern, was sie an irgendeinem Stammtisch aufgeschnappt haben, soviel bequemer und einfacher: Denken und eine eigene Meinung haben ist für viele offensichtlich zu anstrengend.

Wie engagierst Du Dich?

Ich kümmere mich um eine Familie (Mutter, Vater, Kind: fünf Monate alt). Ich begleite sie zum Arzt, vereinbare Termine, helfe bei Behördengängen und habe immer ein offenes Ohr für Ihre Anliegen. Oft reden wir auch einfach nur miteinander oder kochen zusammen. Ich versuche Ängste zu nehmen und Ihnen zu zeigen, wie was hier funktioniert und abläuft. Mittlerweile vertrauen wir uns und sind schon sehr eingespielt. Letzte Woche nahm ich die Frau mit zu meinem „Mädelsabend“. Sie fand es toll und hat sich zig mal bei mir bedankt. Wir lernen von einander und ich bewundere sie sehr für ihren Mut und ihre Stärke. Neben der Familie kümmere ich mich noch um alles was Babys und Kleinkinder betrifft. Ich stehe den Müttern zur Seite wenn sie Fragen haben und helfe beim organisieren.

Ich sammle alles ein von dem ich weiß, dass es aktuell oder in den nächsten Wochen benötigt wird. Die Bewohner und Sozialarbeiter kennen mich mittlerweile und so gibt es immer jemanden der gerade meine Hilfe benötigt oder Fragen hat. Wir werden hier bei uns in den nächsten Wochen weitere 500 Flüchtlinge bekommen. Die Arbeit der vielen Ehrenamtlichen wird somit immer wichtiger und auch die Abläufe.

Wie geht es Dir damit?

Es gibt Tage da würde ich am liebsten alles hinschmeißen, weil es so anstrengend ist. Aber hinschmeißen ist keine Option. Niemals. Ich habe in den letzten Wochen unfassbar viel gelernt und habe neue Freunde gefunden, Menschen die einen Platz in meinem Herzen haben.

Menschen die sich auf mich verlassen. Mein Schwiegervater ist bereits seit Jahren „Integrationslotse“, ehrenamtlich versteht sich, und konnte mir schon einige Male mit seinem Wissen und seinen Erfahrungen weiterhelfen! Ich möchte für das was wir, die die Tag für Tag in den Unterkünften helfen, organisieren, die rund um die Uhr im Einsatz sind, keinen Lob oder große Anerkennung. Ich wünsche mir nur ein bisschen mehr Respekt: Respekt gegenüber den Menschen.

Der Blog FreiRaumKind

Was gibst Du Deinen Söhnen mit, damit Sie von Deiner Offenheit profitieren? 

Unsere Kinder werden so erzogen wie wir es auch wurden. Mit viel Nächstenliebe und Toleranz. Kinder lernen so viel von uns, gucken sich Dinge ab. Am besten ist es wenn wir uns so benehmen wie wir es uns von und für die Kids wünschen.

Was Flüchtlinge sind, und um was es bei diesem Thema in etwa geht, weiß der Große. Wir haben es ihm erklärt und er sieht es ja oft genug, wenn ich ihn mitnehme in die Unterkunft unserer Stadt.

Vor einigen Wochen wurden wir von einer Frau ganz entsetzt angeguckt, als ich ihr sagte, dass ich ihn mitnehme, wenn ich vor Ort helfe und er dann mit den Kindern dort spielt. Sie fragte unseren Sohn wir er sich denn mit den Flüchtlingskindern unterhalten wolle und er antwortet:“Meine Mama sagt mit dem Herzen“.

Ich war wirklich baff, als ich das aus seinem Mund hörte und danach war ich wirklich stolz. Gerade von unseren Kindern können wir so viel lernen, was den Umgang mit „Fremden“ betrifft. Der Große fragt mittlerweile ganz aktiv, wann er das nächste Mal mitgehen darf, wenn „Mama wieder den Menschen helfe“.

Was wünscht Du Dir für Deine Söhne?

Für meine Söhne wünsche ich mir aus tiefstem Herzen, dass sie in einer Welt aufwachsen in der nicht mehr übe Toleranz gesprochen werden muss, sondern es Tag für Tag, in jedem Land dieser Erde, gelebt und gefühlt wird!

Was rätst Du anderen Eltern, die mitkriegen, dass Ihre Kinder mit Intoleranz konfrontiert werden? 

Es fällt mir grundsätzlich sehr schwer jemandem einen Rat zu geben. Sehr wichtig ist, dass man die Kinder ernst nimmt und ihnen signalisiert das man sie versteht.

Intoleranz ist etwas Hässliches und auch mich macht es oft traurig. Gerade in den letzten Tagen haben wir einiges erlebt/gehört was richtig unschön war, aber wir können die Welt nicht ändern, wir können aber versuchen sie vor unserer Haustür ein bisschen besser zu machen. Dazu gehört auch, dass eigene Kind so stark zu machen, dass es über gewisse Dinge hinwegsehen kann oder aber den Mut hat seine Stimme zu nutzen.

Vielen lieben Dank für das Interview, Bella.

Die Bilder wurden freundlicherweise von Bella zur Verfügung gestellt.

Ihr habt auch ein Kind, dem ihr Toleranz beibringt und wollt darüber reden? Schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com. 

Eine Übersicht über einen Großteil der bisher geführten Interviews zum Thema „Kultur mit Kind“ findet Ihr hier.

Alltag, Kaffeehauskultur, Kultur mit Kind

Bloggertreffen und Berliner Kaffeehaus testen / Unser Wochenende in Bildern vom 18. – 20. September

Dieses Wochenende hatten viel vor. 
Freitagnachmittag fahren ins Kaffeehaus Panke und Meer nach Berlin Buch, das uns bereits mehrere Leute empfohlen hatten. 
Es ist ein wunderbares Kaffeehaus: Allerdings nur bedingt Kleinkind-geeignet. Die vielen Ebenen machen alleinige Spaziergänge für das frühe Vogerl mitunter schwierig. 
Allerdings ist der Garten eine Wucht. Und das Essen auch. 
Das Lätzchen haben wir schon länger. Da wir keine Fans der BILD sind, können wir das dieses Wochenende besonders gut zeigen. 
Am Samstagmorgen beginnt das Oktoberfest. Wir fahren da dieses Jahr nicht hin, aber ich probiere mal wieder mein Dirndl. Nach drei Jahren passt es nun wieder. 
Am Nachmittag bekommen wir Familienbesuch, der mit viel Obst aus dem eigenen Garten ankommt. 
Am späten Nachmittag fahren wir nach Mitte: Dort gibt es auch echte Scheußlichkeiten. 
Und gutes Essen. 
Von dort mache ich mich auf nach Wannsee zum Bloggertreffen #blomm. 
Während der Vorträge sammle ich Gummibären ein: Danke noch mal an Christian vom Familienbetrieb
Hier rechts im Bild ist Teresa Bücher, von Edition F, die das Projekt vorstellt und erzählt, wie wichtig die Community ist. 
Béa von Tollabea erklärt uns, wie der eigene Blog zur Marke wird. Für alle Blogger, die nicht da waren: Sie hat eine Zusammenfassung versprochen. 
In meiner Nähe sitzt ein netter Mann, der sich später als Promi outet. Ich kannte ihn nicht. Und Ihr?
Der Bahnhof in Wannsee ist sehr schön, und auch auf den Zug muss ich nicht lange warten. 
Sonntag packe ich ein ungeöffnetes Buch in den Flur und es wird so gleich zweckentfremdet. 
Wir bringen es einer Freundin, mit der wir in Friedrichshain verabredet sind. 
Leider hat es mein Sohn nicht so mit russischer Küche. 
Also sind wir ein bisschen Selbstversorger. 
Am Boxhagener Platz hat ein Musiker eine nette Tanzgruppe von Dreijährigen: Aus Datenschutzgründen sind diese nicht im Bild. 
So schön es unterwegs ist: Mit der häuslichen Gemütlichkeit kann es wenig aufnehmen.

Und ward Ihr auch so viel unterwegs wie wir an diesem Wochenende?

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.
Familienrollen, Kultur mit Kind

„Wir sind wirklich sehr verschieden und haben zwei absolut verschiedene Weltbilder.“ / Schwanger von einem Freund: Janina in den Familienrollen

Immer am Freitag gibt es die #familienrollen. Dieses Mal erzählt Janina, wie es ist gemeinsam mit einem Freund ein Kind zu bekommen, wie ihre andere Form der Familie funktioniert und an welchen Stellen manchmal Probleme auftreten. 

Die Perlen

Als Du Dich für die #familienrollen gemeldet hast, hast Du mir erzählt, dass Ihr eine Familie seid, die nicht dem klassischen Familienrollenbild entspricht. Wie kam es zu Eurer Elternschaft der getrennt Erziehenden? 

Der Perlenpapa und ich kennen uns noch von früher, wir sind miteinander aufgewachsen. Mit 18 verließ ich meine Heimatstadt und lebte für eine Weile in Amerika und dann in den Niederlanden. Während dieser Zeit hatten wir sporadisch Kontakt und man sah sich wenn ich mal auf Heimaturlaub war. In 2011 war ich dann mal wieder öfter zu Hause und so kam es, dass wir beide (beide zu der Zeit Single) auf einem Geburtstag eines gemeinsamen Freundes eingeladen waren.

Ab diesem feuchtfröhlichen Abend entwickelte sich eine etwas intimere Beziehung, obwohl von Anfang an fest stand, dass wir partnertechnisch nicht zusammen passen. Wir sind wirklich sehr verschieden und haben zwei absolut verschiedene Weltbilder und sehr unterschiedliche Ansichten von einem erfüllten Leben. Naja, eines Monats blieben dann meine Tage aus und ich fand heraus, dass ich schwanger war. Erstmal war das natürlich ein Schock. Für Beide. Aber ich arrangierte mich sehr schnell mit dem Gedanken und freute mich auf meine Rolle als Mutter.

Er brauchte dafür etwas länger, aber es stand für ihn fest, dass er als Papa involviert sein wollte. Und da begann unsere Reise als Getrennt-erziehendes nicht-Pärchen-Eltern-Team.

Wie funktioniert Euer gemeinsames Erziehungsmodell im Alltag? 

Wasserspielchen

Unser Start war etwas holprig. Als die Perle auf die Welt kam, warf sie vieles durcheinander und wir mussten uns erst in unseren neuen Rollen zurechtfinden. Aus Freunden wurden Eltern und der Übergang war wirklich mehr als schwierig.

So kam es, dass er nach der Geburt erstmal den Kontakt gänzlich abbrach, weil er einfach nicht wusste, wie er seiner neuen Rolle gerecht werden sollte. Das stieß bei mir auf sehr viel Unverständnis und ich fühlte mich ganz schön im Stich gelassen. Nach einem sehr schwierigen ersten Jahr, wurde es dann langsam besser. Wir fanden unseren Groove, begannen die Dinge in Frieden auszudiskutieren statt zu streiten und besannen uns darauf, dass es ja eigentlich um die Perle ging und ließen unseren eigenen Stolz lieber außen vor. Seither agieren wir als Team.

Da wir sehr verschieden sind geben wir unserer Tochter auch ganz verschiedene Normen und Werte mit auf den Weg, die aber nicht unbedingt gegensätzlich sind. Das ist sehr wichtig. In den großen Angelegenheiten haben wir gelernt an einem Strang zu ziehen, während jeder seine Zeit mit ihr selbst organisieren kann. Das gibt einem jeden von uns sehr viele Freiheiten, ohne dass sich jemand alleine fühlen muss. Und im Vordergrund steht einfach immer die Perle und was das Beste für sie ist, ohne dass die Bedürfnisse von ihm oder mir dabei vergessen oder ignoriert werden. Das ist sehr wichtig und funktioniert auch sehr gut.

So haben wir zum Beispiel einen festen Plan für’s Jahr an dem alle Mama- bzw. Papa-Wochenenden eingetragen sind. Bei besonderen Events tauschen wir dann mal oder die Perle schläft bei Oma und Opa. So kann jeder planen und sich seine Dinge so einrichten wie er will und jeder weiß woran er ist. Außerdem hat die Perle eine bestimmte Regelmäßigkeit, auf die sich sich verlassen kann.

Die Perle lebt bei mir, ist aber jedes zweite Wochenende von Freitag Mittags bis Sonntags Abends beim Papa. Er holt sie ab und bringt sie wieder zurück. Da wir aber Ende Oktober wieder näher zum Perlenpapa ziehen, hat er schon angemeldet, dass er sie dann gerne auch einen Tag unter der Woche bei sich hätte. Da habe ich theoretisch natürlich gar nichts gegen, wie genau wir das dann aber praktisch organisieren, müssen wir noch gucken.

Wie erklärt Ihr Eurer Perle die andere Art der Familie und wie nimmt diese die bereits wahr? 

Schaukeln

Die Perle ist jetzt 3 1/2 Jahre alt und kennt es einfach nicht anders. Für sie ist dieses Arrangement das einzige, was sie kennt und sie kommt sehr gut damit klar. Nur ganz selten gibt es mal Abschiedsschmerz, oder sie sagt mal, dass sie einen von uns vermisst während sie beim anderen ist, aber das hält nie lange an. Außerdem kann sie schon länger sehr gut telefonieren und steht somit ständig mit uns beiden in Kontakt. Wenn sie bei mir ist, ruft sie jeden Abend vor dem Schlafen gehen den Papa an und wenn sie bei ihm ist wird die Mama angerufen. Das ist Routine und beugt dem großen Vermissen vor. Außerdem weiß sie so zu jeder Zeit, dass sie von Mama und Papa gleichermaßen geliebt wird.

So werden auch alle kleinen und großen Neuigkeiten direkt und ungezwungen ausgetauscht und jeder weiß immer was gerade so los ist.
Unser Umfeld war anfangs sehr skeptisch und als dann alles auch noch so schwierig war am Anfang stießen wir auf der einen Seite zwar auf sehr viel Rückhalt bei Freunden, aber so wirklich zwischen uns vermitteln vermochte so keiner. Es war einfach zu verworren, die Fronten zeitweise so verhärtet, und keiner konnte sich so wirklich vorstellen WIE das denn klappen sollte. Mittlerweile bekommen wir aber sehr viel positives Feedback von außen weil wir das wirklich super hinbekommen. Und die meisten wissen halt noch wie es am Anfang war und sind froh, dass nun Frieden eingekehrt ist.

Ihr ward nie zusammen, seht Euch aber trotzdem als Familie. Wie reagieren potenzielle Partner von Dir oder dem Perlenpapa darauf? 

Ja, das ist so eine Sache. Einer der Hauptgründe dafür, dass es am Anfang bei uns nicht wirklich rund lief, war die damalige Partnerin des Perlenpapas. Die war sehr bedacht darauf, dass wir niemals den Anschein, oder das Gefühl, einer Familie oder eines Teams machten/hatten. Sie war einfach sehr eifersüchtig und torpedierte/manipulierte mit allen Mitteln unsere „Beziehung“. Das war wirklich sehr schwer. Und ich habe es auch nicht wirklich verstanden, denn wir waren ja nie ein Paar. Warum dann die ganze Eifersucht? Sie hat uns wirklich viel kaputt gemacht und ich war froh, als die beiden sich dann irgendwann trennten. Und ziemlich genau ab jener Trennung ging es dann bei uns bergauf.

Die neue Partnerin des Perlenpapas hingegen ist ein Goldstück. Sie kommt super mit der Situation aus und wir verstehen uns blendend. Sie bringt sich auch mit der Perle super ein und die Beiden sind ein Herz und eine Seele. Das freut mich sehr, zum einen für den Perlenpapa und zum anderen für uns als Team. Ich hingegen tue mich bei der Partnersuche etwas schwerer, ich weiß nicht so ganz woran das liegt. Aber was nicht ist kann ja noch werden 😉

Welchen Tipp hast Du für Frauen, die in einer Konstellation wie Du schwanger werden und die Euch im Alltag immer helfen?

Also uns hat es sehr geholfen, dass wir unseren kleinen persönlichen Kleinkrieg und die ganzen verletzten Gefühle (besonders mein verletzter Stolz) außen vor lassen. Solange man selber Wut hat oder verletzt ist kann das nichts geben.

Man muss sich immer wieder in Gedanken daran erinnern um was es hier gerade geht: Nämlich um’s Kind. Ich hatte während des ersten Jahres so oft das Bedürfnis einfach zu zu machen und zu sagen „es reicht, das war deine letzte Chance!“. Doch meiner Tochter zuliebe bin ich dran geblieben und habe dem Perlenpapa eine Chance nach der anderen gegeben sich seiner Rolle als Papa zu besinnen.

Denkt dran, Männer brauchen dafür manchmal etwas länger (besonders wenn sie Partnerinnen haben, die sie vor Ultimaten stellen und anderen kindischen kram anstellen). Lasst ihnen die Zeit. Auch wenn es schwer fällt. Macht nie die Türe komplett zu. Es ist soviel wert Teil eines Teams zu sein, wenn es darum geht ein Kind zu erziehen.

Ein weiterer Tip ist es über alles zu reden, auch über die eigenen Bedürfnisse. Eine solche Konstellation erfordert kontinuierliche Arbeit. Geht Kompromisse ein und vergesst mal euren eigenen Stolz. Jeder hat ein Recht darauf planen zu können und sein eigenes Leben so zu gestalten wie er möchte. Die Freiheit sollte sich ein jeder nehmen dürfen. Macht euch einen festen Plan auf den sich jeder verlassen kann. Regelmäßigkeit ist hier das Schlüsselwort. Und was das Finanzielle betrifft: Holt euch Unterstützung vom Jugendamt. Damit alles fair zugeht und sich keiner über den Tisch gezogen fühlen muss haben wir alles, was gezahlt werden muss, vom Amt ausrechnen lassen. Über Geld streitet es sich ja nunmal am leichtesten.

Vielen Dank für die tollen Antworten und die Bilder, Janina. 

Hier geht es zu Janinas Blog. Dort schreibt sie auch unter anderem manchmal über ihr Konstrukt und die kleinen und großen Freuden und Problemchen, die sie so erleben. Außerdem ist sie noch auf facebook, twitter und instagram, jeweils als Perlenmama, zu finden.

Sie ist absolut offen für jeden, der in der gleichen oder einer ähnlichen Situation steckt und sich austauschen möchte oder Rat und Tips braucht.

Ihr habt auch eine außergewöhnliche Familiengeschichte? Oder eine Idee, welches Thema unbedingt mal in den Familienrollen vorkommen sollte? Dann schreibt mir eine Mal an fruehesvogerl@gmail.com. 

Kultur mit Kind, Nachgefragt

Sich selbst verzeihen / Gastbeitrag von Dani über eine Vergewaltigung

Die liebe Dani von Glucke und So hat etwas Schlimmes erlebt. Als Gastautorin erzählt sie, wie sie mit einem Teil ihrer Vergangenheit Frieden schließt. 

Als Ich Bettie fragte, ob Sie mir Ihren Blog, für einen Teil meiner Vergangenheit, zur Verfügung stellt und sie ja sagte, daa wusste ich, es ist der richtige Zeitpunkt darüber zu reden. Der Glaube daran kam zurück: Sich selbst zu verzeihen.

Ich war 18 Jahre jung, steckte in meiner Ausbildung und war Single. Ich ging viel aus und liebte Billiard und Dart. Eines Abends, nach einem langen Arbeitstag, ging ich mit einer Freundin Billiard spielen. Dort waren immer viele süße Jungs aber auch wenn es mir vielleicht keiner glaubt, ich war sowas von schüchtern, dass ich niemals jemanden ansprechen würde.

Auf einmal stand ein wirklich gutaussender Junge vor mir. Mein Herz klopfte wie wild und er sprach tatsächlich mich an. Er sagte, dass er mich schon den ganzen Abend beobachte und er wollte fragen, ob wir zusammen ausgehen wollen. Ähmmm, stammelte ich und sagte dann ja.

Es gab schon Handys und wir tauschten die Nummern und verabredeten uns fürs Kino ein paar Tage später. Ich war ziemlich aufgeregt. Er war sehr süß und forsch und das gefiel mir. Der Tag des Dates stand an. Wir trafen uns vor dem Kino und gingen Eis essen. Er nahm meine Hand und sagte, wie schön ich aussehe und das er gar nicht glauben kann, dass ich Single bin.

Ich war peinlich berührt, aber auch beeindruckt. Er wusste, was er wollte und anscheinend war ich das. Es fühlte sich aber auch merkwürdig an. Ich konnte das alles schlecht deuten. Wir gingen ins Kino. Er hielt meine Hand, versuchte aber nichts anderes.

Auf dem Heimweg küsste er mich und fragte, wann wir uns wieder sehen. Wir trafen uns eine Weile und nach drei Wochen fragte er, ob ich bei ihm übernachten möchte. Meine ambivalenten Gefühle waren noch immer da. Irgendwas sagte mir, mit dem stimmt was nicht. Er wollte immer wissen wo ich bin, was ich mache und mich am liebsten jeden Tag sehen. Das war toll, aber auch ein bisschen unheimlich. Ich stimmte dennoch zu, denn ich mochte ihn.

Wir wollten eine DVD- Abend bei ihm machen und Pizza bestellen. Der Abend fing sehr romantisch an. Wir schauten DVDs, kuschelten und redeten, und es war sehr gemütlich und ich fühlte mich wohl. Er nahm dann meine Hand und führte mich in sein Schlafzimmer. Ich wusste, was er möchte und es war ok für mich. Ich hatte bis dahin noch nicht viel Erfahrung, aber es fühlte sich nicht falsch an. Das änderte sich aber kurze Zeit später.

Er zog mich und sich langsam aus, und es war alles sehr sanft. Urplötzlich packte er meine Arme und drückte sie über meinen Kopf, und meinte sehr laut und angsteinflößend, dass ich mich jetzt nicht mehr bewegen soll. Ich meinte, ich möchte das nicht. Er sagte, das ist ihm egal, ich gehöre ihm und mache das, was er sage.

Ich spürte urplötzlich, dass das hier kein Spaß mehr ist. Ich bat ihn, mich loszulassen. Er schrie, ich soll ruhig sein. Deswegen bin ich doch mit ihm hier, ich will es doch genauso wie er. Ich weinte und versuchte von ihm wegzukommen. Ich schrie nach Hilfe. Er schrie, ich soll ruhig sein. Er drang mit voller Wucht in mich ein. Ich dachte, ich muss sterben. Es tat so höllisch weh, ich schrie und wehrte mich, ich versuchte mich zu drehen. Er drückte meinen Kopf nach unten. Dieser süße Mann hatte so unglaublich viel Kraft. Umso mehr ich mich wehrte, umso stärker wurde er.

Er verging sich an mir, zwei Mal. Er schrie und stöhnte und schwitzte, und ich wimmerte und hoffte aus diesem Raum lebend rauszukommen. Als er fertig war, sackte er auf mir zusammen und sagte er liebte mich, und dass es doch wunderschön war. Ich zitterte am ganzen Leib und weinte leise vor mich hin. Er legte sich neben mich und schlief ein.

Ich zitterte nach wie vor und versuchte bei Verstand zu bleiben. Er schlief wirklich. Ich stieg so leise es ging aus dem Bett und suchte meine Sachen. Im Flur zog ich mich an, packte alles ein was ich greifen konnte und rannte los. Es war Nacht. Ich rief meine Freundin an und konnte zu ihr kommen.

Ich blieb die restliche Nacht dort. Sie wollte ihn töten. Wirklich, Sie telefonierte rum und ihr Freund kam vorbei. Er wollte wissen, wo er wohnt. Ich konnte nichts sagen, ich könnte nicht mal glauben, dass das gerade passiert ist.

Ich schlief irgendwann, trotz starker Schmerzen ein. Am nächsten Morgen ging ich zu meiner Frauenärztin, da ich kaum laufen konnte. Ich hatte so unglaublich starke Schmerzen und auch Blutungen. Meine Ärztin war auch die Ärztin meiner Mutter aber ich sagte ihr, dass Sie nichts sagen darf. Ich erzählte unter Tränen alles und sie untersuchte mich. Ich hatte einige Verletzungen im Intimbereich, auch an den Armen und Innenschenkeln aber ich lebte. Sie sprach mit mir und versuchte mir klar zu machen, dass ich Anzeige erstatten soll.

Ich konnte das nicht. Ich gab mir die Schuld. Wie konnte ich nur so blöd sein und die Anzeichen nicht bemerken. Wie konnte ich nur? Niemand würde mir glauben. Er war mein Freund, wir waren zusammen und es war bei ihm zu Hause. Er würde sagen, ich wollte das. Meine Ärztin sagte, dass die Verletzungen eindeutig wären, aber „wilder Sex“ kann auch einvernehmlich sein. Sie versuchte mich auf ein Gespräch bei der Polizei vorzubereiten und ich entschied mich dagegen.

Sie hätten mir nicht geglaubt und selbst wenn, was wäre dann passiert? Er wusste, wo wir wohnen. Ich hatte solch unglaubliche Angst. Ich ging im Laufe des Tages nach Hause. Meine Mutter fragte, wie es war und ich meinte es ist vorbei. Ich erzählte es ihr nicht. Sie mochte ihn nicht und ich hätte auf sie hören sollen.

Ich ging zur Arbeit und versuchte mich abzulenken. Ich sprach einige Tage später mit meiner besten Freundin. Ich musste es noch jemandem anvertrauen. Sie glaubte mir. Sie tröstete mich.

Meine Sexualität war ab diesem Moment gestört und es dauerte viele Jahre, bis ich wieder vollständig Spaß dabei empfand und nicht jedes Mal dachte, gleich werde ich wieder vergewaltigt. Das Vertrauen in Männer habe ich langsam wieder aufgebaut.
Ich sah ihn nie wieder und weiß auch nicht was aus ihm geworden ist. Ich habe bis heute keine Anzeige erstattet, zu beschämend war die Situation für mich.

Heute weiß ich, dass es falsch war. Ich hätte dieses Schwein anzeigen sollen. Ich hätte verhindern können, dass er es vielleicht nochmal tut. Ich hätte zeigen können, dass er so etwas mit einem Menschen nicht machen darf. Ich hätte stark sein müssen für mich und andere Frauen.

Ich habe mich für mich selber geschämt. Ich habe mich selber gehasst, dass ich nicht stark genug war, das Richtige zu tun.

Aber ich habe mir verziehen. Ich bin nicht mehr böse auf mich denn ich in dieser Situation gibt es kein Falsch. Ich habe das überlebt. Meine Psyche hat das überlebt. Ich kann wieder lieben und vertrauen. Ich habe es überstanden.

Wieso erzähle ich das. Meine Vergangenheit aufzuarbeiten ist mein größtes Ziel. Das Bloggen hat mir die Kraft zurückgegeben, Dinge einen Namen zu geben. Dinge nicht totzuschweigen. Das Aufarbeiten gehört zu meiner Therapie und wieso ich es öffentlich mache, statt in ein Tagebuch zu schreiben?

Vergewaltigungen, häusliche Gewalt und Misshandlungen sind immer noch Tabuthemen. Es sind sehr komplexe Themen und es gibt immer zwei Seiten. Die Wahrheit rauszufinden ist oft wie die Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Die Opfer werden meist zu Tätern gemacht. Leider gibt es auch Fälle, bei denen genau das korrekt ist. Jahrelang dachte ich, dass mir niemand glauben würde, das mir niemand helfen würde und ganz besonders, das es mir nicht helfen würde es öffentlich zu machen, in dem ich Anzeige erstatte.

Doch, das öffentlich machen und dem ein Gesicht zu geben hilft mir. Es befreit mich. Ich habe mir verziehen. Ich bin im Reinen mit mir und kann diesen Punkt meiner Vergangenheit als verarbeitet betrachten.

Ich danke Dir Bettie, für dein Vertrauen in mich und meine Geschichte.

Ich danke Dir, Dani, für Deine Offenheit.