Familienrollen

Zwischen den Kulturen: „Ich bin sowas wie ein „‚Chamäleon'“.

Immer am Donnerstag gibt es die Familienrollen: Heute erzählt Natalie, wie es ist zwischen den Kulturen aufzuwachsen, in wie weit sie das Frauenbild ihrer Mutter übernehmen möchte und was sie sich für ihre Tochter wünscht. 

 

Während Deiner Kindheit hast Du in drei verschiedenen Ländern gewohnt: Wie war das für Dich? 

 

Ich habe die ersten vier Jahre meines Lebens in Polen verbracht, in der Nähe der Familie meiner Mutter. Wir hatten ein großes Haus mit Garten, und sogar eine Nanny, die auf mich aufpasste und für uns putzte und kochte. Oma, Opa, Onkel und Tanten kamen immer wieder vorbei und spielten mit mir. Es fehlte an nichts und ich durfte eine sehr schöne Kindheit erleben – bis ich aus der Idylle herausgerissen worden bin.

 

Mein Vater arbeitete damals an der österreichischen Botschaft in Warschau und die Zeit war um – wir mussten nach vier Jahren wieder zurück nach Österreich. Dort bin ich dann in den Kindergarten gekommen, ohne ein Wort deutsch zu sprechen. Ich kann mich an diese Zeit nur dunkel erinnern, aber ich ging überhaupt nicht gerne hin. Überhaupt war alles eine ziemliche Umstellung: statt eines Hauses mit Garten wohnten wir in einer kleinen Wohnung in Wien, statt der Großfamilie waren nur mehr Mama, Papa und ich. Es wurde mir der Zeit besser, als ich in die Volksschule kam, da lernte ich ein paar neue Freunde kennen.

 

Doch nach ein, zwei Jahren mussten wir wegen des Berufes meines Vaters schon wieder nach Polen zurück. Meine Mama unterrichtete mich damals das ganze Jahr über zuhause. Als wir nach diesem Jahr wieder nach Österreich zurückkamen, verfiel ich in eine Apathie. Ich war ein sensibles, wahrscheinlich hochsensibles Kind, und der Wechsel fiel mir überhaupt nicht leicht.
Ich klammerte mich sehr an meine Mutter, sie verbrachte ihre gesamte Zeit mit mir, hatte null Unterstützung. Damals in den 90er Jahren war es in meinem Umfeld unüblich, dass Mütter arbeiteten und Väter bei der Kinderbetreuung mithalfen. Dafür unterstützten sich Mütter gegenseitig viel mehr: nach der Schule war ich oft bei Freundinnen und sie bei mir.

 

Als ich so um die 14 Jahre alt war, bekam mein Vater einen Posten an der österreichischen Botschaft in Slowenien. Schon wieder wurde ich aus meiner gewohnten Umgebung gerissen, musste alle meine Freunde zurücklassen. Ich kam in eine englischsprachige Privatschule, obwohl ich Englisch gar nicht richtig konnte. Und Slowenisch schon überhaupt nicht! Ich war todunglücklich, vermisste Wien, meine Freunde, einfach alles. Wir lebten 5 Jahre in Ljubljana, das ist eine sehr kleine Stadt im Vergleich zu Wien, ich fühlte mich da so „eingesperrt“. Es dauerte ein Jahr, bis ich mich eingelebt hatte. So lange hatte ich nämlich gebraucht, um mich auf Slowenisch einigermaßen verständigen zu können.

 

Es war richtig hart für mich, ich musste früh lernen, loszulassen. Ich hatte keine andere Wahl, wurde ins kalte Wasser geschmissen. Das hat aber auch seine Vorteile: ich spreche fünf Sprachen (Deutsch, Polnisch, Slowenisch, Englisch und Italienisch). Und ich habe gelernt, mich anzupassen an die neue Kultur, habe recht rasch die Spielregeln begriffen.

 

Ich bin sowas wie ein „Chamäleon“. Noch heute tue ich mir leicht, neue Bekanntschaften zu schließen. Smalltalk finde ich super – sogar auf Spielplätzen! Ja, ich bin sogar so verrückt und gehe auf andere Mamas zu.

 

Das Eintauchen in eine fremde Kultur erweitert den Horizont ungemein. Ich durfte vor allem in Slowenien so tolle Menschen kennenlernen, mit denen ich auch heute noch befreundet bin. Rückblickend betrachtet war es eine wunderschöne Zeit. Auch wenn der Anfang alles andere als rosig war.
Mit 18 bist Du nach Wien gezogen, und seither – scheinbar- an einem festen Ort: Willst Du hier nun bleiben? 
Solange die Kinder (ich glaube, wir werden mehrere haben) noch klein sind, will ich definitiv in Wien bleiben. Ich kann mir ein Familienleben ohne die Unterstützung und Nähe meiner Eltern nicht vorstellen. Wien ist eine angenehme Stadt zum Leben. Was mir fehlt, ist das Meer und die Nähe zu Italien (Ljubljana ist nur 1h Autofahrt von der Adria entfernt). Und eine gewisse Herzlichkeit, Lockerheit, Lebenslust. Hier ist alles so geordnet, in Slowenien herrscht ein kreativer, fast schon durchgeknallter Geist. Was ich an Polen vermisse? Die Salzgurken. Und die Familie meiner Mama.
Wo fühlst Du Dich zuhause?

 

Meine Mama kommt aus Warschau und mein Papa aus Oberösterreich, mein Mann aus dem Westen Österreichs, er ist an der Grenze zur Schweiz aufgewachsen. Dadurch, dass meine Eltern hier sind, sehe ich Wien als mein Zuhause an, aber Warschau kommt – familienbedingt – gleich an zweiter Stelle. Ich erziehe meine Tochter zweisprachig, damit sie sich auch mit den polnischen Verwandten verständigen kann. Was das Wohlfühlen angeht, so könnte ich es mir aber durchaus vorstellen, auch mal wieder ins Ausland zu gehen. Irgendwie fühlt man sich dort wohl, wo man sich ein angenehmes Lebensumfeld mit lieben Leuten geschaffen hat. Und das geht nahezu überall auf der Welt, man braucht nur etwas Zeit und einen langen Atem.

 

 

 

Deine Mutter war nicht werktätig und Deine ganze Kindheit über bei Dir zuhause. Wie war es, als Du plötzlich weg warst?

 

Ich habe eine sehr enge Bindung zu meiner Mutter. Sie ist fast schon wie eine Schwester für mich, die ich ja als Einzelkind nie hatte. Ich konnte ihr immer alles erzählen, das ist noch bis heute so. Als ich mit 18 von zuhause weggezogen bin, waren meine Eltern noch in Ljubljana. Für meine Mama war es eine der schwersten Zeiten in ihrem Leben. Sie konnte sich lange nicht damit abfinden, dass ich plötzlich weg war, sie vermisste mich ganz stark.

 

Ich konnte das damals gar nicht nachvollziehen, denn für mich war es gar nicht schlimm, von zuhause weg zu sein, ganz im Gegenteil! Ich war endlich wieder in einer Großstadt, alles war so aufregend – die Uni, neue Freunde. In der Zeit lernte ich auch meinen Mann kennen. Ich war verliebt und frei wie ein Vogel. Meine Mama hingegen fühlte sich sehr einsam. Ich war ja immer ihr Lebensmittelpunkt gewesen, der plötzlich, von einem Tag auf den anderen, weg war. Mein Vater arbeitete damals viel, auch am Abend. Sie durfte als Frau eines Diplomaten nicht arbeiten, denn sie musste für Empfänge bereitstehen, also Gäste aus dem kulturellen Bereich – Künstler, Schriftsteller, Musiker – zuhause empfangen. Mein Vater hatte wirklich einen hochinteressanten Job, in dem er aufging, der ihn aber auch viel Kraft kostete. Als er in Pension ging, musste er sich einer Herz-OP unterziehen.

 

Wenn Du von Deiner Mutter sprichst, klingt das sehr liebevoll. Für Dich hast Du ein anderes Modell gewählt: Deine Tochter ist zwei Jahre alt und Du arbeitest wieder. In wie weit ähneln Ihr Euch als Mutter?

 

Wir ähneln uns sehr stark als Mütter, ich bin auch so eine Glucke wie sie. Nein, im Ernst, ich versuche auch eine tiefe Bindung zu meiner Tochter aufzubauen, das ist mir wichtig, dass sie mal mit mir über alles sprechen kann, dass wir zusammen shoppen gehen, lachen und weinen können, so wie ich mit meiner Mama. Sie hat mich immer sehr verwöhnt, mir immer alle Wünsche von den Augen abgelesen, mich nie zu etwas gezwungen. Das mache ich auch so mit meiner Tochter.

 

Ich mache aber auch viele Dinge anders, meine Mama stillte mich z.B. 3 Monate lang, ich stille meine Tochter noch immer. Ich schlief als Baby relativ bald im eigenen Bettchen, im eigenen Zimmer, meine Tochter schläft noch immer bei uns, in ihrem Beistellbett. Meine Mama handelte eher nach Bauchgefühl, was Erziehung angeht, ich lese mir mehr an.

 

Es gibt Vor- und Nachteile einer so engen Bindung zu den Eltern wie ich sie habe. Die Vorteile liegen auf der Hand: ich habe immer das Gefühl, dass mich jemand auffängt. Meine Eltern sind immer da für mich. Sie würden alles für mich tun. Sie haben mir Wurzeln gegeben, und als ich von zuhause wegzog, hatte ich Flügel. Das haben sie echt gut gemacht!

Man schafft sich aber dadurch auch eine gewisse Abhängigkeit. Ich weiß nicht, ob das für meine Eltern immer so gut ist. Oft greife ich zu schnell zum Hörer, um meine Mama anzurufen, wenn ich etwas brauche oder wenn es mir schlecht geht. Als Kind nützt man so etwas gerne mal aus.

 

Ebenso hat sie dadurch mehr Mitspracherecht, was meinen Partner am Anfang immens störte. Ich musste mit der Zeit lernen, mich abzunabeln, ihr Grenzen zu setzen. Denn sie ist ein ängstlicher Mensch, und sie hat viele ihrer Ängste auf mich übertragen. Ich habe manchmal das Gefühl, dass ich mir – vielleicht auch deshalb – zu wenig zutraue. Denn mir wurde immer sehr vieles abgenommen.

 

Das möchte ich bei meiner Tochter anders machen. Ich möchte ihr mehr Freiräume zum „Selbsttun“ geben. Ich möchte, dass sie mutiger ist als ich.

Und ich glaube, es ist nicht immer gut für ein Kind, wenn es als Lebensmittelpunkt gesehen wird. Darum gehe ich auch arbeiten, denn ich möchte auch im Beruf meine Erfüllung finden, nicht nur in meiner Familie.

 

Meine Eltern haben auch Glück mit mir, weil ich die enge Bindung zulasse. Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass das nicht jeder so haben möchte.
Was wünscht Du Dir für Deine Familie für die Zukunft?

 

Ich wünsche mir für meine Mama, dass sie endlich auch etwas für sich macht. Sie will schon lange eine Reise in die Toskana unternehmen. Aber sie macht es nicht, weil immer die Familie im Vordergrund steht.
Ich wünsche mir für mich und meinen Partner, dass wir endlich wieder mehr Zeit zu zweit haben. Und ich wünsche mir, dass wir bei unserer Tochter einen guten Mittelweg finden zwischen enger Bindung und Freiräumen, und zwar für beide Seiten.

Vielen lieben Dank für Deine Offenheit, Natalie. 

 

Natalie bloggt übrigens auf Mama will Schoko.

 

Ihr habt auch eine Familiengeschichte, die ihr mal bei den Familienrollen erzählen wollt? Dann schreibt mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.

Kultur mit Kind

Werbung: MeTime und die Vorteile von „Sprühen. Pflegen. Los. – Der neuen Sekunden-Sprühlotion von Kneipp“

Anzeige. Einer Studie zu Folge verbringen die Deutschen 45 Minuten am Tag mit Körperpflege. Das sind 5,1 Stunden die Woche. Das würde ich schon logistisch gar nicht hinkriegen und auch sonst möchte ich Cremes und Tübchen nicht so viel Zeit einräumen, denn: Das Einschmieren ist nicht meine große Leidenschaft.

 

Aber meine Me Time ist die Badewanne. Oder eben die Dusche: Je nach Wetter und Zeitempfinden. Auf das lange Einschmieren hinterher habe ich wenig Lust und betrachte es eher als notwendiges Übel. Gefühlt eine Stunde rumsitzen, bis alles eingezogen ist und man sich endlich anziehen kann: Meine Zeit, weiß ich besser zu verbringen. Dass das Gefühl von eingeschmierter Haut ja durchaus nicht schlecht ist, das sehe ich allerdings auch so: Ein Dilemma. Bisher hatte ich keine Lösung und habe meist auf das Eincremen verzichtet.

 

Dazu kommt noch, dass ich Geruchsphobikerin bin: Das heißt eine große Menge an Tegelchen und Cremchen fallen für mich – zwecks Würgreflex – schon mal raus. Lavendel, Vanille, Moschus, Cocos und was es da gibt: mir wird da recht schnell schlecht und für mich kann ich das ausschließen. Schließlich möchte ich nur nach etwas riechen, was ich 24 Stunden lang so nah an mir ertrage, bisher wurde ich da schwer fündig.

 

Als es darum ging, das neue Kneipp-Produkt zu testen habe ich laut hier geschrien, denn es versprach zwei Dinge: einen dezenten Geruch und schnelles Einziehen. Mit einer Sprühflasche sollte man innerhalb einer Minute den ganzen Wellness-Prozess erledigt haben. Ja, erledigt, denn der Schmier-Prozess ist für mich wirklich eher notwendiges Übel.

Die Probe

An die  Kneipp Sekunden-Sprühlotion hatte ich also hohe Erwartungen und war gespannt. Eine Woche lang durfte sie mich nun im Bad begleiten und ist nun fest eingezogen.

Denn ich mag sie tatsächlich. Die Kombination aus Avocadobutter, Sonnenblumenöl und Zitronenverbene macht nämlich die ideale Geruchsmischung: Man riecht sauber. Und fühlt sich auch so. Sie gibt nicht vor, etwas zu sein, was sie nicht ist. Das kann man nicht mal von allen Menschen behaupten, bei Kosmetikprodukten kommt das noch weniger vor.

 

Dass man nicht klebt, und der Vorgang innerhalb weniger Sekunden erledigt ist, gefällt mir besonders.

 

Einziger Schönheitsfehler: Sollte mein Junge das Teil finden, wären die Rückstände nicht so schnell zu entfernen – die Sprühflasche geht so leicht, dass auch Kinderhände damit mühelos klar kämen würden. Also lieber oben verstauen.

 

 

Wie viel Zeit verbringt ihr im Schnitt pro Tag im Bad: Hier könnt ihr gerne variieren wieviel ihr würdet und wieviel tatsächlich möglich ist?

 

 

 

Little Bee
Alltag, Elternfragen

Nachhaltigkeit: Das tägliche Scheitern von 15 Bloggern

In den vergangenen Wochen gab es hier ein kleines Spezial zum Thema Nachhaltigkeit: 15 Blogger haben ein paar Fragen zum Thema Nachhaltigkeit verraten. Es gab bereits eine kleine Sammlung zum Thema Definition von Nachhaltigkeit, besondere Herausforderungen dabei uns schnell umsetzbare Tipps von Familien.

 

Nach kurzer Pause geht es heute weiter mit folgender Frage

Bei welcher Aufgabe scheiterst Du selbst noch???

„Lebensmittelverschwendung und Müllreduktion. Das sind meine leidigen Themen. Es scheitert eigentlich an meinen Gewohnheiten und eingeübten Mustern. Die zu durchbrechen ist total schwer, aber ich denke alleine es immer und immer wieder zu versuchen, führt schon in die richtige Richtung.“ (Birgit von Fräulein im Glück, deren Blog wirklich eine Fundgrube zu dem Thema ist.)

 

„Da bin ich wieder bei den fiesen Plastikflaschen. Ich habe unterwegs eigentlich immer meine Metall-Trinkflasche mit. Aber manchmal … (ihr müsst wissen, das ist leider aktuell meine größte Schwäche in der Schwangerschaft) … habe ich unstillbaren Gusto auf Cola. Cola oder Orangensaft. Muss ich dann auch augenblicklich haben. Während es letzteren noch in anderen Behältnissen gibt, bekommt man Cola so gut wie nur in der Plastikflasche und in der Metalldose. Ich denke aber, das Problem haben wir gelöst, sobald ich nicht mehr schwanger bin …. 😉 Putzmittel sind auch so eine Sache – auch diese bekommt man fast nur in Plastik verpackt. Gerade mal meine effektiven Mikroorganismen zum Fenster Putzen kommen in der Glasflasche. Was ich vermutlich nie machen werde: auf Holzzahnbürsten umsteigen. Dazu putze ich zu gerne elektrisch.“ (Judith von Stadtmama)

 

 

Logo

„PLASTIK ganz zu verbannen, oh ja daran scheitern wir leider kläglichst. Es gibt bei uns (noch) keinen OHNE Shop, wo wir Produkte unverpackt kaufen können. Neben unserer Vollzeitarbeit haben wir dann nicht den Kopf auch noch die unterschiedlichsten Geschäfte bzw. Bauernläden anzufahren um die ganzen Produkte zusammenzusuchen. Somit gehen wir in die umliegenden Geschäfte und auch auf den Markt und besorgen dort alles was wir benötigen. Natürlich achten wir auf regionale und biologische und unverpackte Ware, aber das funktioniert leider nicht bei allen Produkten.“ ( Vera von Hausnummersechs)
Plastikfrei einzukaufen scheitert am Angebot in zumutbarer Entfernung; selbst Wochenmarkt und Gemüsekiste schaffen kaum Abhilfe.“ (Daija von liebevollerleben)

„Ich hab 2016 ein ganzes Jahr erfolgreich Shopping Detox gemacht. Heißt: Ich hab auf Online-Shopping verzichtet und nur mehr das gekauft, was ich WIRKLICH brauche. Fazit: Ich hab KEINE Kleidung gekauft. Denn mein Kleiderschrank ist voll – zu voll. Nun … das „Shopping Retox“ (wie es mein Mann nennt) funktioniert leider auch recht gut. Nach einem Jahr Abstinenz hab ich im Winterschlussverkauf dann so richtig zugelangt … Darum möchte ich zumindest jetzt in der Fastenzeit wieder auf Online-Shopping verzichten.“ (Birgit von Muttis Nähkastchen)

 

Das Thema Wegwerfwindeln und Feuchttücher sind noch problematisch und dabei liegt es an meiner Bequemlichkeit, nicht an meinem Wissen um Alternativen.

(Marleen vom Aufbruch zum Umdenken)

 

Einen guten Umgang mit Dingen beizubringen, also sorgsam zu sein oder zumindest nichts absichtlich kaputt zu machen. Warum das nicht so klappt, wie ich es mir vorstelle? Ich habe keine Ahnung.“(Martin von  www.marthori.wordpress.com)

 

„Lebensmittel und Kosmetik sind noch unser größtes Manko in Bezug auf Plastik-Müllproduktion aber wir arbeiten seit vielen Monaten daran und es wird auch hier und da auf dem Blog dazu etwas geben, da es einfache Lösungen gibt, die viele nicht kennen. Ein Scheitern ist es immer nur, wegen der Bequemlichkeit und Gewohnheit. Jeder muss sein Maß für sich finden und ich probiere gerne Dinge aus und teste sie auf Alltagstauglichkeit..“ (meine liebe Dani von Glucke und So)

Svenja

„Weniger Plastik beim Einkauf! Die Alltagssupermärkte sind darauf nicht eingerichtet, der Unverpacktladen zu umständlich zu erreichen.“ ( Svenja von Hauptstadtpflanze)

 

“ Viele Dinge kaufe ich trotzdem, obwohl ich mich über die Verpackung, Material oder Inhaltsstoffe aufrege- manchmal ist es aus Gewohnheit, Faulheit oder weil ich mangels Alternativen aber dennoch nicht drauf verzichten will/kann. Manchmal bin ich leider zu inkonsequent…“(Tanja von Tafjora)

 

 

„Bei Spielzeug Wünschen finde ich es besonders schwer, nachhaltig zu sein.“ (Michaela von littlebee)

 

„Verpackung ist mein Thema. Wie es scheint (noch) recht unlösbar. Es liegt an vielen Faktoren, wie Preis, Zeit, Verfügbarkeit aber natürlich auch an der Konsequenz….“ (Daniela von Die kleine Botin)
„Weniger Müll zu produzieren – einen Unverpackt- Laden gibt es hier nicht, Bio- und Hofläden sind nicht in der Nähe und daher fällt bei 6 Personen eine Menge Verpackungsmüll an, dessen Ausmaße mich mehr und mehr verärgern.“(Susanne von Nullpunktzwo)
„Ich glaube, ich kann mich noch in vielem verbessern. Ich versuche Plastik zu vermeiden, generell weniger Zeug anzuschaffen, minimalistischer zu leben, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Manchmal scheitere ich auch an meinem Gegenüber: Wenn ich extra den Coffee-to-go Becher von zu Hause mitnehme, und die Verkäuferin einen Pappbecher zum Abmessen nimmt, statt einer Tasse. “ (Tina von Jutima)

 

Ich hätte ja spontan gesagt, wir schmeißen zu viele Lebensmittel weg. Das größte Problem in der Runde scheint, aber der Umgang mit dem Verpackungsmüll zu sein: Wie geht es Plastik und Co. an den Kragen.

Habt Ihr da vielleicht alltagstaugliche Tipps?

Alltag, Kultur mit Kind

Ein Fuchs im Garten und ein Nachmittag im Technikmuseum: Unser Wochenende in Bildern vom 6. bis 7. Mai 2017

Am Samstag fahren wir mal wieder zu Ikea, warum wir dort so gerne sind: Die Kinder mögen es, es gibt immer wieder Dinge, die man braucht und das Essen ist toll. 

Wenn man das bei Ikea jetzt vertiefen möchte, bieten die jetzt auch unter der Woche Treffs an.

Wir sind eigentlich auf der Suche nach einem neuen Kinderbett: im Stillbereich gibt es ein Modell dazu.

Am Nachmittag bekommen wir im Garten Besuch. Und ja, es ist tatsächlich ein Baby-Fuchs, der sich Hund und Kindern da nähern wollte. Wir haben dem süßen Typen dann doch rausgeholfen.

Am Sonntag ist Regen angesagt, deshalb fahren wir zum ersten Mal ins Technikmuseum.

Wir fanden es ausnahmslos alle gut, empfehlen aber dort eher seinen Urlaub zu verbringen: Ich glaub, man braucht zwei Tage.

Hatte ich schon erwähnt, dass es Autos gab? Und wie war Euer Wochenende so?

Mehr Wochenenden in Bildern gibt es wie immer bei Susanne von Geborgen Wachsen.

Wochenende in Bildern 06./07. Mai 2017

Kultur mit Kind, Meinung

Frustrierte Rentner und kleine Kinder

Älteren Menschen gegenüber bin ich positiv eingestellt. Schon immer. Weil sie ja eigentlich so viel schon erfahren haben im Leben. Und, und das wiegt mit Sicherheit schwerer, weil ich meine Großeltern sehr liebe. Und deshalb diesen natürlichen Altersrespekt schon immer hatte.

 

Aber, aber: jetzt geht es los. Kürzlich war ich in einem Einkaufszentrum. Mein Sohn stand niedlich im Eingangsbereich rum. Eine augenrollende Rentnerin stampfte mit dem Krückstock auf – ja, das ist ein Klischee, aber trotzdem wahr – und der dazugehörige Mann murmelte Böses. Als wir uns in unser kleines Eckchen ging es mit netten Blicken weiter.

Ich schau nicht immer freundlich.

Ich schau nicht immer freundlich.
Ich frage mich nur: Warum denn bloß? Warum denn bloß? Rentner, zumindest solche fortgeschrittenen Alters, sind doch auch nicht die schnellsten und sollten doch eigentlich Verständnis haben. Menschen, die nicht immer mithalten können, sollten das doch auch bei anderen akzeptieren. Nein? Ich dachte, wenn einem das Alter eines lehrt: dann Gelassenheit. Aber wohl nicht jeden.

Augenrollende Rentner

Heute waren wir bei Ikea: Anderes Kind, gleiches Spiel. Ich stand mit dem Kinderwagen am Rande, als mich eine Frau laut stöhnend darauf hinwies, dass sie da jetzt vorbei muss. Ein Gesichtsausdruck, als hätte sie soeben ungefähr fünf Jahre Lebenszeit verloren. Tatsächlich vielleicht drei Sekunden: Wir schoben uns ja gleich zur Seite.

 

Ich gestehe: Ich reagiere darauf nicht besonders erwachsen, und zeige entweder die Zunge oder murmle etwas von „blöde Trulla“.

 

Kann natürlich auch nach Hinten los gehen. Wie heute – auch bei – Ikea: Ein Alter Mann schimpft über Kinderschlange. Ich, tapfer zu meinem mir fremden Gegenüber: „Der Frust der Rentner nimmt überhand“. Hinterher hat mich mein Mann taktvoll darüber aufgeklärt, dass ich mich beim Sohn vom Schimpfer über diesen beschwert habe. Na ja.

 

Und wie reagiert Ihr darauf: Wenn jemand über Eure Kinder stöhnt, augenrollt oder sonst wie negativ werkelt, obwohl diese eigentlich gar nichts machen?

 

PS.: Natürlich gab es auch sehr nette Leute – dazu ein anderes Mal mehr.

Kultur mit Kind

Ernährung bei Kindern: „Bitte sagt Euren Kinder nicht, dass sie etwas essen sollen, weil es „gesund“ ist.“

Jede Woche gibt es hier die Elternfragen: Diese Woche beantwortet Ernährungsberaterin Conny, welche Dinge man beim Thema „Essen und Kleinkind“ beachten soll. Warum warmes Essen wirklich sinnvoll ist, weshalb fünf Bananen am Tag vielleicht nicht so eine gute Idee sind und andere Dinge, verrät sie im Interview. 

 

 

Während wir im Baby-Alter ja noch gut informiert sind (Hebamme, Kinderarzt) kenne ich bei der Kleinkind-Ernährung nicht so gute Leitsätze: Hast Du da welche in petto?
Entspannt bleiben. Das ist wohl der wichtigste Leitsatz, der mir einfällt. Denn sind die Eltern entspannt, is(s)t es auch das Kind.
Ziele sind: Das Kind mit nährstoffreichen Lebensmitteln vertraut zu machen und sie zur Selbständigkeit zu erziehen (in Entscheidungen und Tätigkeiten mit einbeziehen) , damit sie Mitverantwortung übernehmen können und der Umgang mit den Lebensmitteln zur Selbstverständlichkeit werden.
Ganz wichtig: Die Eltern sind als Vorbilder von größter Bedeutung!
Zu erwähnen sind an dieser Stelle die drei einfachen Regeln aus der optimierten Mischkost, die für Kinder empfohlen wird: Reichlich pflanzliche Lebensmittel und Getränke, mäßig tierische Lebensmittel, sparsam fett- und zuckerreiche Lebensmittel (angelehnt an die Lebensmittelpyramide der Optimierten Mischkost, siehe auch hier mehr.
Eine Leserin schrieb mir, dass Ihr Sohn gerne Bananen ist: Gerne auch mal fünf Stück hintereinander. Zwischen Rührung und Irritation: „Muss“ man hier eingreifen?
Grundsätzlich ist natürlich eine ausgewogene Ernährung anzustreben. In diesem Fall sind Bananen schon ein sehr hochwertiges Lebensmittel, sie enthalten sehr viele Nährstoffe und machen ordentlich satt, auch wegen des hohen Gehaltes an Kohlenhydraten. Sie eignen sich also hervorragend als Zwischenmahlzeit oder Pausensnack. Man darf aber nicht vergessen, dass sie recht viele Kalorien enthalten und sollte das bei der täglichen Verzehrsmenge einfach bedenken.

 

Ich halte es für unproblematisch, wenn es auch mal mehr als eine Banane pro Tag ist, halte fünf Bananen täglich aber für etwas zu viel – da wird das Kind vermutlich nicht mehr viel anderes essen und da beginnt die Ernährung dann wieder einseitig zu werden.

 

Vielleicht kann man dem bananenliebenden Kind mit der Lieblingsfrucht auch andere Gerichte näherbringen – z.B. Bananenbrot (Vollkornbrot, Quark, Bananenscheiben) oder Bananen-Milchshake oder Quarkspeise. Damit schmeckt es trotzdem noch nach Banane, gibt zusätzlich auch noch andere Nährstoffe und man kommt pro Mahlzeit vielleicht mit einer halben Banane aus.
Das gilt übrigens im Prinzip für andere Lebensmittel aus. Nichts ist verboten – aber alles in Maßen. Meist haben die Kinder solche Vorlieben aber nicht dauerhaft, sondern phasenweise und ich bitte die Eltern auch gern, dann entspannt zu bleiben und einfach abzuwarten, bis es sich mit seiner Vorliebe dem nächsten Lebensmittel zuwendet. Und bis dahin dürfen sie sich gern die natürliche Neugierde und den Entdeckerdrang ihres Kindes zu Nutze machen und es weitere Lebensmittel immer wieder probieren lassen und natürlich mit gutem Beispiel vorangehen und dem Kind klar machen: „Du isst zwar jetzt eine Banane, aber ich werde etwas anderes essen. Wenn du möchtest, darfst du dir gern auch etwas davon nehmen.“
In meinem Umfeld nehme ich verstärkt war, dass Dreijährige, die früher alles aßen, Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel empfinden. Welchen Umgang empfiehlt die Fachfrau: Immer wieder anbieten oder einfach verstehen, dass das Kind manche Dinge einfach nicht mag? 
Probieren lassen, aber nicht unter Zwang. Kinder müssen neue Lebensmittel oft viele Male probieren, bis sie ihnen schmecken. Entwickeln sich Aversionen oder werden Lebensmittel plötzlich nicht mehr gemocht, sollte man auch hier entspannt, aber hartnäckig bleiben. Es gibt bei einer Mahlzeit ja in der Regel verschiedene Komponenten, und wenn das Kind eine davon nicht mag, darf es sie liegen lassen, soll sich dann aber etwas von den anderen Komponenten nehmen. Es gibt aber keine „Extrawurst“. Immer wieder anbieten und auch hier: mit guten Beispiel vorangehen.

 

Die Industrie geht auf Kinder ein: Bärchenwurst, Sternenkäse und jede Menge bunt-in-Plastik -Verpacktes: Was ist denn wirklich das ideale Kinderessen?
Jedenfalls in der Regel keines, das es auf der Packung von sich behauptet!  Die Werbung verspricht (vor allem den Kindern) viel, hält aber wenig – viele der bunt verpackten Kinderlebensmittel enthalten viel zu viel Zucker und / oder Fett. Kinder dürfen eigentich alles mitessen, was die Erwachsenen auch essen.

 

Sie kommen in der Regel aber nicht mit drei Mahlzeiten aus, sondern benötigen 5-6 Mahlzeiten über den Tag verteilt. Wenn jede Mahlzeit Obst und/oder Gemüse enthält (darf auch mal durch ein Glas Saft ersetzt werden), ist man wirklich auf einem guten Weg und benötigt keine der oft überteuerten Kinderprodukte.

 

Lieber macht man den Kindern das Essen schmackhaft, in dem man sie in die Zubereitung mit einbezieht, bunte Lebensmittel wählt, die auf dem Teller einfach appetitlich aussehen (Paprika, Gurke, Tomate, Möhren – spielt  mit den Farben) und wer mag, kann mit den Kindern auch lustige Gesichter aus Gemüse-Rohkost aufs Brot zaubern, dafür braucht man keine Bärchenwurst.

 

Was auch immer gut ankommt: Ein paar (Plätzchen-)Ausstechformen vorrätig haben, mit denen kann man nämlich auch super Gemüse, Käse und Wurst ausstechen! Anregungen dafür gibt es im Internet auf jeden Fall reichlich.
Heute bleibt die Küche kalt: Wie viel „warme Mahlzeiten“ brauchen“ kleine Kinder wirklich? 
Eine warme Mahlzeit am Tag ist schon wichtig (natürlich mit Ausnahmen, wenn es mal stressig ist – wir wollen ja entspannt bleiben). Das liegt aber nicht daran, dass die Kinder „etwas Warmes im Bauch“ haben sollen – denn dafür reicht es auch, z.B. einen warmen Kakao zum Frühstück zu reichen.

 

Es geht vielmehr darum, dass durch das Kochen die Auswahl der möglichen Lebensmittel deutlich vergrößert wird. Viele sehr nährstoffreiche Lebensmittel, z.B. Kartoffeln, Reis oder Nudeln und auch einige Gemüsesorten oder Hülsenfrüchte sind roh nicht bekömmlich, sondern müssen gegart werden.

 

Die würden aus dem Repertoire herausfallen, wenn man sich das Kochen ganz sparen würde. Außerdem gibt es einige sekundäre Pflanzenstoffe, z.B. in Tomaten, die erst beim Erhitzen wirksam werden, daher empfiehlt es sich, eine gute Mischung aus rohen und gekochten Gemüsesorten anzubieten.

 

Dabei ist es völlig unerheblich, zu welcher Tageszeit die warme Hauptmahlzeit gegessen wird. Das sollten die Eltern so entscheiden, wie es am Besten in ihren Tagesablauf passt. Kinder, die z.B. in der Kita ein warmes Mittagessen bekommen, können abends auch gerne ein klassisches Abendbrot essen, dazu Obst und Rohkost.

 

Zwei Dinge sind mir noch wichtig:

Bitte sagt Euren Kinder nicht, dass sie etwas essen sollen, weil es „gesund“ ist. Das verstehen sie nicht – denn sie sind ja nicht krank! Ich kenne jedenfalls kein Kind, das sich mit diesem Argument überzeugen ließ.

Was mir besonders am Herzen liegt, ist, dass es mindestens einmal am Tag eine gemeinsame Mahlzeit geben sollte. Essen ist so viel mehr als die reine Nahrungsaufnahme. Man sitzt beisammen, die Eltern und die großen Geschwister machen es vor und die Kleinen möchten ihnen nacheifern, man spricht über alles Mögliche – die soziale Komponente ist wirklich nicht zu unterschätzen.

 

Neben dem Entdecken von unterschiedlichen Geschmacksrichtungen erlernen die Kinder hier in einem angenehmen Umfeld, das Essen zu „erleben“, den Tisch zu decken, sich an gewisse Regeln zu halten, wieder abzuräumen und selbst zu merken, wenn sie satt sind. So wird die Mahlzeit zu einem positiven Gemeinschaftserlebnis.

 

Vielen lieben Dank , Conny. 

 

Conny über sich:

Krankenschwester und Ernährungsberaterin (TÜV). Weil ich selbst zwei Kinder im Alter von 6 und 8 Jahren habe, habe ich mich natürlich viel damit beschäftigt, was für ihre Ernährung wichtig ist. Inzwischen gebe ich Kochkurse für Erwachsene und Kinder, auch in Kooperation mit einigen Familienzentren. Hier stehen Spaß und Freude am Kochen und Essen im Vordergrund – nicht der erhobene Zeigefinger.

 

So können sie sich ausprobieren und erlernen einen natürlichen Umgang mit Essen und Trinken. Positive Erlebnisse und ein selbstverständlicher und zwangloser Umgang damit können auch Essstörungen vorbeugen.
Einige Ideen und Rezepte sind natürlich auch in meinem Foodblog unter www.genusslieben.de zu finden und Kochkurse (in Solingen) kann man auf www.kochstun.de entdecken.

 

Das Interview mit Jana zum Thema Baby-Led-Weaning könnt Ihr hier nachlesen.