Elternfragen, Kultur mit Kind

Babyschwimmen: „Späteres Schwimmlernen ist überlebenswichtig und je eher man das Element für sich erobert, desto früher und leichter lässt es sich beherrschen.“

Immer am Dienstag gibt es hier die Elternfragen: Heute verrät Josephine, Betreiberin der Berliner Schwimmschule Aquaphine, was der Zauber vom Babyschwimmen ist, was Kinder dort vermittelt werden und ab wann ein echtes Schwimmen lernen sinnvoll ist. 

 

Neben Pekip und Co. steht Babyschwimmen bei vielen hoch im Kurs: Woher kommt der Trend
zum Babyschwimmen?

Babyschwimmen gibt es tatsächlich schon seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Damals nannte man das noch nicht so, dennoch gab es schon Forschungen zur Bewegungsentwicklung des Menschen und im Laufe des 20. Jahrhunderts wurden diese Forschungen fortgeführt bis zu den ersten Weltkongressen „Babyschwimmen“ in den 90iger Jahren und dem Weiterbildungsangebot des Deutschen Schwimmverbandes Anfang der 2000er zum Kursleiter Säuglings- und Kleinkindschwimmen.

 

Im Laufe der Jahre hat sich der Trend zur frühestmöglichen Förderung der eigenen Kinder, um für alle Eventualitäten im Leben gewappnet zu sein, immer mehr verschärft und da Eltern gern jedes Lernfenster, das sich auftut, nutzen möchten, besuchen sie Kurse wie PEKiP oder eben Babyschwimmen.

 

Viele Eltern sehen auch die Notwendigkeit, Kinder früh ans Wasser heranzuführen – entweder sogar weil sie selbst, vielleicht aufgrund schlechter Erfahrungen, Ängste haben und diese nicht auf’s Kind übertragen wollen oder gerade weil für sie das Schwimmen eine Leidenschaft darstellt und sie daher diese Liebe zum Element frühestmöglich an ihre Kinder weitergeben möchten.

Für die Babys hat das Ganze eher damit zu tun, dass die Kinder Wasser als ihr natürliches Element empfinden – immerhin werden sie fast 10 Monate im (Frucht-) Wasser getragen. Dieses Gefühl, vom
Wasser umschlossen zu sein, genießen sie nun auch außerhalb des Babybauchs.


Was bekommen die Kinder beim Babyschwimmen vermittelt – neben der Freude am Wasser?

 

 

Erwiesenermaßen (dazu gibt es Studien der Sporthochschule Köln beispielsweise) sind Kinder, die in
ihrem ersten Lebenshalbjahr am Babyschwimmen teilgenommen haben, noch Jahre später als Kita-Kinder
mit ca. 4 Jahren ihren Altersgenossen (grob-)motorisch (z.B. beim Rückwärtslaufen) überlegen, als
diejenigen, die das nicht gemacht haben.

 

Für das spätere Schwimmen lernen kann die Gewöhnung an das Element nur förderlich sein – es steht
aber bei Babyschwimmen natürlich noch nicht im Fokus!

 

Es gibt unterschiedliche Ansätze, die man als Babyschwimm-Anbieter verfolgen kann: da wäre das
sportorientierte Konzept, dessen Ziele zielgerichtetes Schwimmen lernen und Selbstrettungstechniken zur Minderung der Ertrinkungsraten sind. Dann wäre da noch das medizinisch orientierte Konzept, dessen Ziel eher eine prä- und rehabilitative Gesundheitstherapie darstellt.

 

Wir arbeiten nach einem ganzheitlichen pädagogisch orientierten Konzept, in welches viel Zielsetzungen der beiden vorgenannten einfließen. Das heißt wir schaffen lernoffene Situationen, Gruppenkontakte als soziales Lernfeld, Wasser als eigenständiges Lernfeld für das Kind und wöchentliche wechselnde spielerische Anregungen zur geistigen Entwicklung. Das Wasser soll durch Spiel und Spaß angstfrei erlebt und die Eltern-Kind-Interaktion gefördert werden. Des Weiteren wird durch das Tauchen mit der Wassergussmethode die Situation unter Wasser den Kindern nahe gebracht und sie erfahren erste Selbstrettungsmaßnahmen, wie die Orientierung unter Wasser an die Oberfläche und zum rettenden Rand (Ufer). Außerdem lassen sich so schnell neue Kontakte zu anderen Eltern knüpfen und die Gruppenzusammengehörigkeit wird gestärkt.

 

Die gemeinsame Zielsetzung aller Ansätze ist natürlich die Förderung der gesamten Kindesentwicklung
(sensomotorisch, geistig, emotional und sozial).

 

Eure Kurse sind oft ausgebucht, bei den Geschwisterkursen beträgt die Wartezeit drei Monate: Warum dauert das so lange?

 

Leider übersteigt die Nachfrage nach Babyschwimmkursen bei Weitem das Angebot. Voraussetzung für alles ist die Wasserfläche und die Möglichkeit, das Becken auf mindestens 32 Grad zu erwärmen – das gibt auch nicht jedes Becken her, weil die Poolfolie oder die baulichen Voraussetzungen für Babyschwimmen nicht angedacht waren.

 

Wir betreuen in den Kursen derzeit etwa 1300 große und kleine Teilnehmer pro Woche. Das Wasser muss qualitativ vernünftig aufbereitet werden, wozu es Ruhepausen braucht – daher ist das Angebot von „Mitternachtsschwimmen“ leider nicht machbar – obwohl aufgrund des Mangels vermutlich auch solche
Kurse Anklang fänden.

 

Aus dem Standort in Deutschlands geburtenreichster Region – Berlin Prenzlauer Berg – ergibt sich auch
hier die Antwort auf die Frage des akuten Schwimmplatzmangels.

Für das Familienschwimmen am Wochenende und die Geschwisterkurse besteht eine lange Warteliste,
das stimmt – es liegt zum Teil in der Natur der Sache (2 Wochenendtage zu 5 Tagen unter der Woche). Zum
anderen ist die Idee des Familienschwimmens mit zwei Begleitpersonen am Wochenende und auch das
Geschwisterschwimmen mit unterschiedlicher Altersstruktur durch aquaphine erst ins Leben gerufen worden und (noch) ein Alleinstellungsmerkmal.

 

Wir sind bemüht, weitere Möglichkeiten zu schaffen – wir würden gern noch an weiteren Stellen Kurse anbieten und denken auch schon ernsthaft über den Bau eines eigenen Bades nach, um die Warteliste reduzieren zu können. Bisher hat sich das Warten aber immer gelohnt – über kurz oder lang versuchen wir alle unterzubringen
und es gibt kein „zu spät“ mit den Baby- oder Kleinkinderschwimmen zu starten.

 

Meine Kinder lieben beide das Wasser: Oft höre ich, dass Kinder nicht so freudig darauf reagieren. Was können Eltern tun, um Kindern die Angst vorm Wasser zu nehmen?

 

Zum einen nicht ihre vielleicht durch eigene negative Erfahrungen bestehende Angst auf das Kind übertragen und zum Schwimmen kommen, also bitte nicht das Wasser meiden!

Späteres Schwimmlernen ist überlebenswichtig und je eher man das Element für sich erobert, desto früher und leichter lässt es sich beherrschen.

 

Unsere Trainer sind auch darauf geschult, ängstliche oder skeptische Kinder in die Kurse zu integieren: indem sie mit unterschiedlichen Schwimmhilfen den Kindern eigene Wassersicherheit vermitteln und durch spielerische Angebote eine positive gelenkte Ablenkung im Wortsinne zu schaffen, soll heißen, das Kind denkt nicht mehr darüber nach, dass es sich (allein) im Wasser bewegt, weil es sich auf das Spiel konzentriert und darin ganz aufgeht.

Die Situation, wenn ein Kind an Papas Hals geklammert das Becken zum ersten Mal „betritt“ und am Ende
des Kurses fröhlich mit Schwimmflügelchen durchs Wasser paddelt und dem wenige Meter entfernten
Vater(!) zuruft „Papa, guck mal der Fisch geht unter.“, zeigt mir jedes Mal, wie wertvoll unsere pädagogische Arbeit im Wasser ist!

Ins Freibad mit knietiefem Wasser gehen und den Wasserguss auch zu Hause beim (gemeinsamen) Baden
zu üben hilft auch. Und: Kinder, die zu Hause nicht gern baden, können sich in einem Kurs aufgrund der
anderen Eindrücke (Temperatur, andere Haltung und Akustik, andere Teilnehmer) pudelwohl fühlen.

 

Kürzlich unterhielt ich mich mit einem Vater dessen Kind in einem Schwimmkurs ist: Für den Fünfjährigen ging es in dem Kurs aber noch nicht um das richtige Schwimmen. Wann ist das bei Euren Kursen vorgesehen?

 

Bei uns lernen die Kinder ab 4 Jahren Schwimmen – womit wir schon gut 1 Jahr eher dran sind, als beispielsweise die öffentlichen Bäderbetriebe oder andere Vereine. Vorher ist eine Wassergewöhnung sinnvoll aber kein Muss.

Wir können schon etwas eher starten, weil die Bedingungen bei uns andere sind: zum einen warmes Wasser (32 Grad vs. 26-28 Grad) – das Kind kann sich also aufs Schwimmen konzentrieren und muss keine Energie im wahrsten Sinne des Wortes aufbringen, sich warm zu zittern.

Des Weiteren ist der Betreuungsschlüssel mit 1:5 (max. 10 Kinder im Kurs auf zwei Trainer) ein anderer als in manchen Vereinen, wo 15 und mehr Kinder von einem Trainer angelernt werden. Außerdem sind unsere Trainer mit IM Wasser, d.h. sie rufen nicht irgendwas vom Beckenrand zu, was das Kind dann im Wasser umsetzen soll, sondern wir können die Beine und/oder Arme beim Kind führen, damit es erfährt, wie muss sich die soeben verbal vermittelte Bewegung denn anfühlen.

So haben wir außerdem immer die Kontrolle über alle Kinder, ohne dass sie sich von oben herab kontrolliert fühlen. Unsere Trainer sind – da die meisten auch eine Ausbildung in der Wassergewöhnung (Baby- und
Kleinkind-Schwimmtrainer) haben, auch darauf geschult, kindgerecht und spielerisch Ängste der Kinder ab- und Vertrauen aufzubauen.

Dass man früher eher Schwimmen gelernt hat, bezweifle ich: noch heute lernen (leider) über 50% der
Kinder – wenn überhaupt – erst in der Schule in der 2. oder 3. Klasse das Schwimmen. Die Eltern
können ja mal auf das Ausstellungsdatum ihres Seepferdchens schauen: ich behaupte, bis auf wenige
Ausnahmen sind sie auch erst im späten Kindergarten- bzw. frühen Grundschulalter gewesen.

 

Vielen lieben Dank für die Antworten, Josephine. 

 

Ihr habt auch ein Thema, das unbedingt mal in den Elternfragen behandelt werden soll, dann schreib mir eine Mail an fruehesvogerl@gmail.com.

 

Es gab schon einige Experten in dieser Reihe wie zum Beispiel: Su über Stoffwindeln, Schlaf mit Nora Imlau, Trotzphasen mit Katja Seide, Reitpädagogik mit Miriam Neudeck und Stillen mit Anna Hofer und Elternsex mit Katja Grach.

Alltag, Kaffeehauskultur, Kultur mit Kind

Alltag aus der doppelten Elternzeit: 12 Bilder im Juni

Immer am 12. des Monats gibt es hier 12. Bilder: Heute morgen hätte ich es fast vergessen. Weil wir immer noch in der doppelten Elternzeit, und wir ja so fleißig geurlaubt haben, gibt es heute ein bisschen Alltag in der Nähe des Schreibtisches.

Der Montag beginnt mit etwas Blogzeit.

Mittagessen, Kita-Kind-abholen – kein Foto: Das gibt es erst wieder beim Erdbeeren abholen.

Es gibt Spiele, die würde man sich nicht kaufen, irgendwie landen sie trotzdem Zuhause. Und kommen auch noch gut an.

Wir haben im Urlaub viele Bilder gemacht, jetzt müssen wir diese nur noch verschicken.

Ich trinke die vierte Tasse Kaffee: Herzklopfen-Alarm.

Wir gehen zur Post: Eine von uns hängt dabei ab.

Baby-Jause.

Schafft es fast in jede Alltagsbeschreibung: Topfi.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sieht besser aus, als er ist.

Der lange Blog-Urlaub führt tatsächlich zu einer Abendschicht: Morgen gehen die Elternfragen wieder weiter.

Kopfbedeckung, die: So klein, dass diese keinem mehr passt.

Mehr 12 von 12 gibt es bei Draußen nur Kännchen.

 

Und wie seid Ihr heute so in die Woche gestartet?

 

 

 

Alltag, Elternfragen, Kultur mit Kind

Nachhaltigkeit: 15 Blogger erzählen, was sie ihren Kindern mitgeben wollen

15 Blogger haben sich zum Thema Nachhaltigkeit geäußert und mir fünf Fragen dazu beantwortet: Es gab bereits eine kleine Sammlung zum Thema Definition von Nachhaltigkeit, besondere Herausforderungen dabei, schnell umsetzbare Tipps von Familien und eine Übersicht über das tägliche Scheitern.

 

Heute geht es zum letzten Teil über mit der Frage: Was Was möchtest Du Deinen Kindern in punkto Nachhaltigkeit mitgeben?„Alles was wir tun, hat einen Einfluss. Wir können die Welt besser machen.“ (Birgit von Fräulein im Glück, deren Blog wirklich eine Fundgrube zu dem Thema ist.)

 

„Jeder Versuch, weniger zu verschwenden und mehr wieder zu verwerten ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das gilt für Kosmetik, Putzmittel, Verpackungen, Essen, Verkehr … für einfach alle Bereiche. Jeder Schritt, den man gehen sowie mit dem Bus oder Rad fahren kann statt alleine im Auto zu sitzen ist gut für die Umwelt. Ich muß mich nicht quälen (am Land ist das mit dem Bus ja oft schwierig) aber häufig gibt es Alternativen, die man vielleicht noch nicht bedacht hat. Wie in vielen Bereichen des Lebens ist eine positive, motivierte, bedachte und gesunde Einstellung dem Thema gegenüber vielleicht genau der richtige Mittelweg, den man auch wirklich durchhält…“(Judith von Stadtmama)

„Einfach nicht verschwenderisch zu leben und auf Produkte aus der Region zu achten. Mit ein bisschen Geschick können sehr viele Dinge auch selbst hergestellt oder auch angebaut werden, das macht Spaß und ist für uns auch nachhaltig.“ ( Vera von Hausnummersechs)
Mutter mit Kind„Nicht nur, dass unsere Handlungen Auswirkungen auf andere, Tiere und Menschen, haben, sondern auch dass wir nicht perfekt sein müssen, um unseren Beitrag zu leisten – Stichwort: Kleinvieh macht auch Mist. (Daija von liebevollerleben)

 

„Du bist nicht alleine auf dieser Welt. Von deinen Entscheidungen und Taten sind immer mehrere Menschen betroffen. Und sie ziehen wahrscheinlich weitere Kreise, als du vermuten würdest.
Aber dennoch finde ich, wir dürfen Fünfe auch mal grade sein lassen. Denn es gibt allerorten militante Ökos, die der Mehrheit jede Bemühung vermiesen.“ (Birgit von Muttis Nähkastchen)

 

„Ich möchte Vorbild sein, denn so lernen Kinder wirklich und da habe ich noch einiges zu tun in Richtung Nachhaltigkeitsbewusstsein.“ (Marleen vom Aufbruch zum Umdenken)

 

„Dass es natürliche Rhythmen gibt (also vor allem jahreszeitliche Rhythmen, die ja auch recht eingängig sind). Dass man Selbermachen und Reparieren kann.“ (Martin von  www.marthori.wordpress.com)

 

Dani
„Das man nicht alles muss aber immer versuchen sollte, die Welt sauberer und schöner zu gestalten und die Natur uns dabei hilft.“ (meine liebe Dani von Glucke und So)

 

„Setzt Euch ein für ökologische und soziale Gerechtigkeit, Ihr könnt viel erreichen!“( Svenja von Hauptstadtpflanze)

 

„Mir ist es wichtig, dass sie achtsam mit der Umwelt und Natur umgehen, dass sie grundlegende Dinge in Sachen Umweltschutz einfach von zu Hause schon mitbekommen und für diese Themen sensibilisiert werden.“(Tanja von Tafjora)

 

„Nicht alles, was man haben möchte, muss neu sein, seid nicht verschwenderisch, vor allem nicht im Umgang mit Lebensmitteln, das ist mir besonders wichtig.“ (Michaela von littlebee)

 

„Ich möchte, dass sie so selbstverständlich wie möglich lernen, mit Ressourcen sorgsam umzugehen. Dazu gehört nicht alles sofort wegzuschmeissen oder zu entsorgen, weil man keine Verwendung mehr dafür sieht. Oft kann man Sachen zweckentfremden oder upcyclen.“ (Daniela von Die kleine Botin)
„Meine Kinder sollen wissen, dass eingangs genannte Ressourcen endlich sind, dass sie geschont werden müssen und jedes Ding in unserer Umgebung nicht „irgendwo“ einfach herkommt, sondern aus etwas und von jemandem gemacht wurde.“ (Susanne von Nullpunktzwo)

 

„Mir ist wichtig, dass mein Kind lernt, wo was herkommt, wie Lebensmittel produziert werden und dass nicht alle im Überfluss, ohne Hunger und mit Dach über dem Kopf leben, so wie wir.“  (Tina von Jutima)

 

Ich kann mich in vielen Punkten wiederfinden, dass man nicht einfach unbedacht Sachen wegwerfen sollen und überlegen, was man damit machen kann oder wer vielleicht noch Freude hat, ist mir aktuell am wichtigsten.

 

Und: Was wollt Ihr in punkto Nachhaltigkeit Euren Kindern mitgeben und klappt das vielleicht schon ganz gut

Alltag, Kultur mit Kind

Embrace: Warum jede diesen Film sehen sollte

Für einen Tag sollte „Embrace“ im Kino laufen: Das war der 11. Mai. Am 16. Mai läuft er nun noch mal. Falls Ihr das nicht schafft, gibt es am 18. Mai die DVD: Anschauen solltet Ihr ihn aber auf jeden Fall.

 

Nora Tschirner hab ich kürzlich in einem Kindercafé gesehen: Ich gestehe weder ich, noch meine Freundinnen, konnten wirklich damit umgehen, dass da in Mitten von uns eine Schauspielerin spielte.

 

Nora Tschirner also. Irgendwie mag ich sie. Als durch Facebook waberte, dass sie einen Dokumentarfilm mitproduziert hatte, wollte ich ihn sehen. „Embrace“ – das Projekt hat mich sehr angesprochen: So sehr, dass ich ein dreiviertel Jahr nach der Geburt meines Mädchens erstmalig alleine ins Kino gehen wollte. Ok, na gut mit einer Freundin und jede Menge Essen.

 

In „Embrace“ erzählt eine australische Fotografin von der Welle, die sie losgetreten hat, als sie ein Foto in die sozialen Medien stellte. Ein Foto, dass sie vollschlank und glücklich zeigte, gegenüber von dünn und unglücklich. Taryn Brumfitt, so ihr Name, hat drei Kinder geboren, fühlte sich unwohl in ihrem Körpter und hat mit Hilfe einer Trainerin schließlich einen Bodybuilding-Wettbewerb gewonnen: und die Erkenntnis, dass Idealmaße auch nicht alles sind. Die große Glückseeligkeit stellte sich nämlich dadurch nicht ein, sondern eher durch Akzeptanz und die Erkenntnis, der Körper ist ein Instrument, mit dem man tolle Dinge tun kann. Kurz darauf macht sie sich auf, um auf der ganzen Welt Frauen zu besuchen, die darüber nachdenken sollten, wie ihr Leben wäre, wenn sie sich nie über ihr Gewicht und ihre Optik Sorgen machen würden. Kaum vorstellbar.

 

Klingt banal?

Ist es vielleicht auch ein bisschen. Vor allem aber ist es sehr, sehr bewegend. Sie trifft eine Frau, die aus ihrer Magersuchtsspirale nicht mehr rauskommt. Jemanden, der am ganzen Körper Verbrennungen hat, und nicht mit dem Leben hadert. Ein ehemaliges Model, dem die Gesichtszüge auf einer Seite entglitten sind und jede Menge toller Frauen: Frauen, die keine Modelfiguren haben, manche mit sehr viel Selbstbewusstsein, manche mit viel Zweifel.

 

Neunzig Minuten lang ist man gerührt, fühlt mit den Frauen, ist beeindruckt von den Starken, schockiert von den Schicksalen und gerührt: eigentlich ununterbrochen. Was wahrscheinlich vor allem auch damit zusammenhängt, dass jeder eine Biografie dazu hat. Jeder muss sich mit seinem Körper auseinandersetzen. Schade an dem Film finde ich lediglich, dass in dem Film, der ja ausschließlich von Frauen handelt, fast ausschließlich Frauen vorkommen. Das fand ich echt schade, denn schließlich tragen ja Männer auch einen nicht unwesentlichen Teil dazu bei, wie wohl sich Frauen in ihren Körpern fühlen.

 

Nora Tschirner finde ich anfangs etwas in den Film „hineingephotoshopt“, bis sie etwas Kluges sagt: Den Kampf um die Schönheit kann jeder nur ein paar Jahre gewinnen. Dann kommt was anderes dazwischen: das Alter.

 

Und so verlasse ich nach 90 Minuten das Kino: Berührt und bewegt und ein bisschen in Eile, weil man ja nie weiß, wie der erste Abend so läuft, ohne einen selbst.

 

Habt Ihr „Embrace“ schon gesehen: Wie fandet Ihr ihn?

 

Hier geht es zu einem Beitrag, der zeigt wie über 20 Frauen ihren Mutterkörper empfinden.

Alltag, Kaffeehauskultur, Kultur mit Kind, Schöne Dinge

Oldtimer: Unser Wochenende vom 13. und 14. Mai 2017 in Auto-Bildern

Den Samstag haben wir nach dem Blogfamilia-Tag am Freitag (So war es) mit sehr viel Ruhe zuhause verbracht. Am Sonntag wollten wir dann Oldtimer anschauen gehen, unter anderem weil einem von  uns die alten Autos im Technikmuseum (letztes WIB) echt gut gefallen haben. Wie praktisch, dass grad die „Oldtimer Tage“ in Moabit waren.

 

Mögt Ihr alte Autos?

(Mehr Wochenenden in Bildern gibt es übrigens hier bei Susanne von Geborgen Wachsen.)

Gleich zu Beginn gab es einen Stempel.

Um 16 Uhr waren wir schon beinahe spät und der Andrang war nicht ganz so groß.

Es gab viel zu sehen, unter anderem das Auto von Rike von „Muttergefühle“, nach dem grad die halbe Bloggerwelt schmachtet. Ok: Das Modell, nicht Rikes Auto.

Und buntere Gestalten.

Autos, die ich besonders gerne mag.

Und welche, die eher kurioserer Natur sind.

Das Eisauto haben wir schon bei diversen Veranstaltungen in Berlin gesehen.

Während draußen nur zu den Oldtimer-Tagen Autos zu betrachten sind, kann man in der Classic Remise in Moabit das ganze Jahr über vorbei schauen.

Hier noch ein Symbolbild: Kaffee und Waffeln gab es dort natürlich auch. Dort ist übrigens die Classic Remise BerlinClassic Remise Berlin.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Alltag, Kultur mit Kind

Blogfamilia: Mein Bloggertag ohne Kinder in 12 Bildern

Zum dritten Mal war gestern wieder die Blogfamilia in Berlin. Zum dritten Mal war ich dabei und hab mich im Vorfeld bereits sehr drauf gefreut.

Morgens frühstücken wir zu viert. Mein Mann hat frei, um bei unserem Jungen zu sein und wir beschließen spontan auch das Mädchen – erstmal – bei ihm zu lassen.

Mit der Bahn mache ich mich früher auf den Weg, um noch eine liebe österreichische Bloggerkollegin zu treffen.

Rund 160 Blogger sind bei der Blogfamilia: Das überfordert mich etwas und ich hol mir erstmal Kuchen.

Ich bin sehr begeistert von meinen neuen Schuhen, aber meine Sitznachbarin hat tatsächlich noch tollere.

Clara von Tastsheriff erzählt über die Entwicklung der sozialen Medien und bezeichnet mich später tatsächlich als Twittermaschine: MICH. Aber ok: Ich gebe es zu, ich mag Twitter.

Auf jeder Veranstaltung braucht man einen Lieblingsbuddy, zu dem man immer zurückkehrt, meiner ist Tiffy.

Besonders spannend fand ich einen Vortrag über Newsletter: Der mich dazu gebracht hat, erstmalig darüber nachzudenken, ob ich nicht doch einen Newsletter mache.

Nina von Frau Papa hat eine tolle Stimme und hat in einer Diskussion wirklich kluge Dinge gesagt: Und sie hat mir Dragee Keksi mitgebracht. Ich bin begeistert.

Morgens sah ich übrigens noch ganz frisch aus: Das muss auch mal gezeigt werden.

Gegen 17 Uhr mache ich mich auf den Heimweg: Denn tatsächlich blieben beide Kinder den ganzen Tag daheim und ich will da jetzt auch hin.

Das Goodie Bag war prall gefüllt: Ein bisschen was werde ich daraus auch noch verlosen, mal schauen ob Conni dazu gehört.

Die mitgebrachten Kekse machen mich auch noch zu Hause recht glücklich.

Alles in allem fand ich die Veranstaltung wirklich sehr gelungen: Natürlich fand ich nicht jede Veranstaltung für mich spannend, aber ich glaube bei 160 Leuten kann und will man auch nicht alle mit allem beglücken. Die Organisation schien reibungslos zu klappen und es gab wirklich tolle Eindrücke, spannende Leute und natürlich wie immer einige Leute mit denen man gerne sprechen wollte, was man dann doch nicht geschafft hat.

Komisch fand ich Menschen, die gierig nach Goodie-Bags stierten – gibt es immer wieder – und andere Bloggerinnen die fremde Kleinkinder fotografierten und ins Netz stellten: Warum macht man so etwas??

Findet Ihr das Fotografieren fremder Kinder eigentlich auch so schlimm wie ich? Dass das in letzter Zeit ständig in meinem Umfeld stattfindet, find ich nämlich wirklich blöd. 

 

Noch bis zum 14. Mai verlose ich auf meiner Facebook-Seite ein tolles Paket aus dem Blogfamilia-Goodie-Bag.

 

Mehr 12 von 12 – Bilder findet ihr wie immer am 12. des Monats – und darüber hinaus bei Draußen nur Kännchen Draußen nur Kännchen